4 DATEN UND METHODIK 41
41 4.1 Studiendesign
41 4.2 Stichprobe
42 4.3 Messinstrument
43 4.4 Messzeitpunkte und Datenerhebung
43 4.5 Statistische Analyseverfahren 5 DARSTELLUNG UND INTERPRETATION DER ERGEBNISSE 45
45 5.1 Kohäsionsdimension: Beziehungsorientierter Zusammenhalt (Individuum)
46 5.2 Kohäsionsdimension: Aufgabenorientierter Zusammenhalt (Individuum)
47 5.3 Kohäsionsdimension: Beziehungsorientierter Zusammenhalt (Gruppe)
48 5.4 Kohäsionsdimension: Aufgabenorientierter Zusammenhalt (Gruppe)
49 5.5 Zusammenfassung der Tendenzen 6 DISKUSSION 51
51 6.1 Fehlende Kontrollgruppe
51 6.2 Kritik zur Methodik des Kohäsionsfragebogens des Sports (KFS)
54 6.3 Messzeitpunkte
55 6.4 Teamgröße
57 6.5 Professionalisierungsgrad eines Inline-Skaterhockey-Landesliga-Teams 58 6.6 Trainingsgegebenheiten 7 SCHLUSSBETRACHTUNG 59 8 LITERATURVERZEICHNIS 61 9 ANHANG LXV
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Strukturmodell der individuellen komplexen Sportspielleistung
Abbildung 2: Struktur der Leistungsvoraussetzungen im Sportspiel
Abbildung 3: Grundlagen der Mannschaftsbildung
Abbildung 4: Das Phasenmodell nach Tuckmann.
Abbildung 5: A Conceptual model of Group.
Abbildung 6: Zusammenhang von Gruppenkohäsion und Leistung.
IV
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Ergebnisse des Vergleichs aller Fragebögen beider Erhebungen 49
Tabelle 2: Ergebnis gepaarter t-Test aller Fragebögen beider Erhebungen 50
V
Abkürzungsverzeichnis
ATG-S: individual attractions to group - social ATG-T: individual attractions to group - task G-AZ: Gruppe aufgabenorientierter Zusammenhalt G-BZ: Gruppe beziehungsorientierter Zusammenhalt GEQ: Group Environment Questionnaire GI-S: group integration - social GI-T: group integration - task I-AZ: Individuum aufgabenorientierter Zusammenhalt I-BZ: Individuum beziehungsorientierter Zusammenhalt ISHD: Inline-Skaterhockey Deutschland KFS: Kohäsionsfragebogen Sport K: Kernziel MZ: Messzeitpunkt SHC: Skaterhockeyclub SPSS: Statistical Package for Social Sciences Sig.: Signifikanz überarb.: überarbeitete zit. n.: zitiert nach
VI
1 Einleitung
Diese Arbeit trägt den Titel „Teambildende Maßnahmen zur Förderung der Gruppenkohäsion im Sportspiel - Eine empirische Interventionsstudie im Inline-Skaterhockey“. Wie in jeder Sportmannschaft, so stellt sich auch bei den Mannschaften im Inline-Skaterhockey zu Beginn jeder Saison folgendes Problem: Eine Sportmannschaft besteht zu Anfang einer Saison oft aus vielen sehr unterschiedlichen Mannschaftsmitgliedern, die eine äußerst heterogene Gemeinschaft darstellen. Einerseits sind Neuzugänge aus anderen Vereinen oder der eigenen Jugend zu verzeichnen, die in das Team integriert werden müssen, andererseits müssen Abgänge kompensiert und deren Rollen neu verteilt werden. Außerdem kann es während der Saison zu Konflikten kommen, die auf ungleichen Aufgaben-, Ziel- oder Teamvorstellungen basieren. Dies bedeutet, dass die Aufgaben und Rollen gemeinsam neu erarbeitet und verteilt werden müssen, ein gemeinsames Ziel vereinbart und der soziale Zusammenhalt gefördert werden muss. Die Bedeutsamkeit hoher Gruppenkohäsion innerhalb einer Sportmannschaft hat schon Sepp Herberger bei der Fußballweltmeisterschaft im Jahr 1954 erkannt und forderte von der deutschen Nationalmannschaft: „Elf Freunde müsst ihr sein“.
Es ist nun also die Aufgabe des Trainers/der Trainerin 1 den Aufgaben- und den Sozialzusammenhalt im Training und Wettkampf zu fördern und zu fordern. Dabei helfen teambildende Maßnahmen und Übungen, um aktiv einen Teambildungsprozess einzuleiten, sowie die Gruppenkohäsion innerhalb der Sportmannschaft im Verlauf der Saison zu fördern und zu stärken.
Ziel ist es, aus der sehr heterogenen Gruppe ein möglichst homogenes Team zu schaffen, das ein gemeinsames Ziel verfolgt, sich gegenseitig respektiert und die Rolle des Mitspielers in der Mannschaft akzeptiert, um auch in schwierigen Situationen zusammen Probleme überwinden zu können.
Dieser schriftlichen Hausarbeit liegt eine empirische Untersuchung zu Grunde, um die theoretischen Ansätze und Hypothesen wissenschaftlich zu belegen und die teambildenden Maßnahmen zur Förderung der Gruppenkohäsion in der Praxis selbst
1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Folgenden auf die Nennung beider Formen verzichtet.
Es wird aber darauf hingewiesen, dass auch stets die weibliche Form gemeint ist.
1
anzuwenden. Zunächst soll eine ausführliche theoretische Grundlage mit Definitionen und Begriffsabgrenzungen von „Gruppe“, „Team“, „Teambildung“ und „Gruppenkohäsion“ für die wissenschaftliche Arbeit erarbeitet und dargestellt werden. Das Konzept der Persönlichkeits- und Teamentwicklung nach Sygusch als Basis für die Interventionsstudie im Sportspiel wird hinsichtlich seiner Anwendbarkeit untersucht und bezüglich seines Aufbaus und Inhalts näher erläutert. Im Rahmen der Literaturrecherche zu Übungen und Maßnahmen zur Förderung der Gruppenkohäsion und zur Teambildung konnten zahlreiche sportpädagogische Werke ausfindig gemacht werden. Dies zeigt bereits die hohe Relevanz von Teambildung innerhalb von Sportmannschaften und allgemein im Sport. Bei dieser Interventionseinheit werden vordergründig die teambildenden Maßnahmen aus den Methodenpools von Sygusch aus dem Buch „Psychosoziale Ressourcen im Sport“ (Sygusch, 2007) und von Sygusch/Hermann/Wedel/Blümel aus dem Buch „Eine Frage der Qualität: Persönlichkeits- & Teamentwicklung“ (Deutsche Sportjugend (dsj), 2009) entnommen und entsprechend der Sportart Inline-Skaterhockey modifiziert und angepasst.
Die Ziele beim Inline-Skaterhockey sind der Angriff und die Verteidigung des Tores. Dies erfolgt unter hohen Laufanforderungen und körperbetonten Zweikämpfen, bei denen eine sehr differenzierte und umfangreiche Technik sowie eine individuelle und kollektive Taktik notwendig sind. Es werden somit hohe Ansprüche an die Informationsaufnahme, die Informationsverarbeitungsprozesse sowie an das motorische Koordinationsvermögen der Spieler gestellt. Außerdem sind Sprint- und Handlungsschnelligkeit sowie spezielle konditionelle Fähigkeiten der Spieler erforderlich. Im Gegensatz zu additiven (Tischtennis, Reiten etc.) oder summativen Sportarten (Rudern, Verfolgungsradfahren etc.) erfordern interaktive Ballsportarten wie Inline-Skaterhockey eine besonders hohe Kooperationsbereitschaft, Qualität der Interaktionen, ein gutes Zusammenspiel, eine gelungene gegenseitige Verständigung und eine hohe Kommunikationsbereitschaft zwischen den Mannschaftsmitgliedern. Die empirische Interventionsstudie zur Förderung der Gruppenkohäsion mit Hilfe teambildender Maßnahmen wurde bei der ersten Herrenmannschaft des SHC Neheim Black Hawks ’93 e.V. durchgeführt. Dazu wurden in etwa sechs Wochen acht Trainingseinheiten und drei Wettkampfspiele unter dem Aspekt der Teambildung durch-
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geführt. Die Mannschaft steckte zu Beginn der Studie in einer sportlichen und gemeinschaftlichen Krise, da man im Jahr zuvor erstmals seit Bestehen der Mannschaft in die Landesliga Westfalen, der untersten Spielklasse im ISHD-Verband, abgestiegen war und sich auch nach den ersten Spielen in dieser Klasse kein wirklicher Erfolg einstellte. Aus bereits sechs absolvierten Wettkampfspielen konnten lediglich drei Spiele gewonnen werden, was den Zielvorstellungen der Sportler widersprochen hat und sich auch negativ auf den Zusammenhalt und gegenseitigen Respekt auswirkte.
Die Studie war unter allen Spielern ein willkommener Rettungsversuch und die Motivation zur Durchführung der Studie entsprechend hoch, um aus der zerstreuten Mannschaft wieder ein starkes Team zu machen und in die Erfolgsspur zurückzukehren. Die Korrelation zwischen Aufgaben- und Sozialzusammenhalt, die ein starkes Team ausmachen und Leistung, die zum Erfolg führt, konnte anhand der Literatur bereits festgestellt werden.
Somit ist das Ziel der Interventionsstudie die Gruppenkohäsion mit Hilfe der teambildenden Maßnahmen zu fördern und damit die Leistung zu verbessern und den Erfolg herbeizuführen. Bei dieser empirischen Untersuchung handelt es sich um eine quantitative Längsschnittstudie mit den beiden Messzeitpunkten zu Anfang und am Ende der Interventionsstudie. Der Erfolg der Studie wird schließlich anhand des Kohäsionsfragebogens des Sports (KFS) nach Schmidt und Schleifenbaum (2000) überprüft und die Ergebnisse mittels statistischen Analyseprogramms IBM © SPSS © Statistics 19.0.0 ausgewertet. Auf Grundlage der Auswertung erfolgt die Überprüfung sowie Verifizierung oder Falsifizierung folgender Hypothese: „Teambildende Maßnahmen fördern die Gruppenkohäsion im Inline-Skaterhockey positiv.“
In einer Diskussion am Ende dieser wissenschaftlichen Arbeit wird neben den vorge-funden Voraussetzungen und Bedingungen des Inline-Skaterhockeyteams auch der Fragebogen als Messinstrument dieses Versuchs kritisch hinterfragt.
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2 Theoretischer Ansatz
2.1 Die Leistungsstruktur im Sportspiel Inline-Skaterhockey
2.1.1 Definition und Einordnung von sportlicher Leistung
Es gibt in der Trainingswissenschaft drei grundlegende Bereiche, die in ständiger Wechselwirkung stehen. Diese Gegenstandsbereiche sind das Training, die Leistungsfähigkeit und der Wettkampf. Die Leistungsfähigkeit bestimmt die angestrebten Trainingsziele, die erreicht werden sollen. Im Gegenzug dient das Training genauso als Steuerungsinstrument für die Leistungsfähigkeit. Für den Wettkampf beschreibt die Leistungsfähigkeit die Voraussetzungen, die ein Spieler mitbringt. Der Wettkampf stellt natürlich auch immer wieder bestimmte Anforderungen an die Leistungsfähigkeiten der Spieler.
Die Leistungsfähigkeit bzw. die Struktur der sportlichen Leistung ist fundamental wichtig für die Erstellung von Trainingsplänen und die Durchführung von Wettkämpfen. Solche Strukturmodelle sollen einerseits die wesentlichen Aspekte des Wettkampfes darlegen und andererseits auch die Leistungsvoraussetzungen einbinden, welche bei der Ausübung des Wettkampfes wichtig sind. Durch verschiedene Definitionen und Strukturmodelle soll ein Überblick zur sportlichen Leistung bzw. Leistungsfähigkeit geschaffen werden. Daran anschließend werden die notwendigen Leistungsvoraussetzungen im Sportspiel Inline-Skaterhockey aufgeführt.
Die sportliche Leistung der allseitig gebildeten Persönlichkeit ist in allen Bereichen
der sozialistischen Körperkultur ein hauptsächliches Ziel und ein wesentlicher Ge-
genstand des Sporttreibens sowie des Erziehungs- und Ausbildungsprozesses.
(Stiehler/Konzag/Döbler, 1988, S. 45)
Nach Stiehler/Konzag/Döbler (1988) ist „die Struktur der sportlichen Leistung (Leitungsstruktur) der innere Aufbau notwendiger, wechselseitig bedingter und optimal ausgeprägter Faktoren (Elemente, Bestandteile) für den Vollzug und für das Ergebnis einer konkreten sportlichen Leistung“ (S. 46). Dazu unterscheidet er die drei Strukturebenen Wettkampfleistung, Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft sowie die Struktur des Trainings (vgl. ebd.).
4
Stiehler definiert die Struktur der Wettkampfleistung als Ebene der Leistungsrealisierung oder der prognostizierten Zielleistung (vgl. Stiehler/Konzag/Döbler, 1988, S. 46). Diese Spielleistung als Wettkampfleistung unterliegt einigen Einfluss- sowie Realisierungsfaktoren. Denn neben der Zielstellung und Spielkonzeption, Mann-schaftsformation, Kampfbereitschaft und dem Einstellen auf Gegner und auf die äußeren Bedingungen, spielen natürlich auch individuelle und kollektive technischtaktische Leistungen sowie die Angriffs- und Abwehrleistung bei der Leistungsrealisierung eine große Rolle (vgl. ebd., Schema 5, S. 46). Die Ebene der Leistungsrealisierung und die Ebene der Leistungsvoraussetzungen beeinflussen sich gegenseitig sehr stark, so dass der Wettkampf Auswirkungen auf die Leistungsvoraussetzungen hat. Genauso wie die mitgebrachten Leistungsvoraussetzungen, also die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft, natürlich maßgeblich die Wettkampfleistung beeinflussen.
Stiehler/Konzag/Döbler (1988) definieren die Struktur der Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft „als Mittel zum Zweck für die angestrebten Wettkampfleistungen, die das eigentliche Ziel und das Kriterium für den erreichten Leistungsstand sind“ (S. 46). Zu der Struktur der Leistungsvoraussetzungen im Sportspiel gehören neben den materiellen Bedingungen, die pädagogische Führung, die äußeren Bedingungen (Spielregeln) und im Besonderen auch die Spielfähigkeit. Diese wird durch die Abgrenzung der individuellen und der kollektiven Leistungsfähigkeit noch weiter ausdifferenziert. Die Ausbildung der individuellen und kollektiven Leistungsfähigkeiten stellt die Hauptaufgabe des Trainings dar. Im Gegensatz zu anderen sportlichen Leistungen, bei denen nur einzelne Leistungsfaktoren für den Erfolg bei der Durchführung der Sportart wichtig sind, ist beim Sportspiel die Ausbildung einer großen Anzahl von leistungsbestimmenden Faktoren notwendig (vgl. ebd., S. 50). Fakt ist, dass die sportliche Leistung umso besser ist, je höher das Niveau der einzelnen Leistungsfaktoren ist (vgl. ebd., S. 45). Stiehler/Konzag/Döbler (1988) sprechen bei der „Struktur des Trainings als Ebene des jeweils erreichten Ausbildungsstandes der Leistungsvorbereitung“ immer von einem Prozess (S. 46). Das heißt, dass sich die Fähigkeiten des Sportlers durch bzw. im Training, welches von diversen Faktoren wie pädagogische Führung, Planung und Organisation, Periodisierung und Zyklisierung, Belastungsaufbau, trainingsmethodische Gestaltung und Leistungskon-
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trolle sowie Leistungsdiagnostik abhängt, ständig verändern und damit die Chance auf Verbesserung in der Leistungsrealisierung, also dem Wettkampf, bietet. Homann und Brack (1983) haben ein Pyramidenmodell entwickelt mit dem Anspruch, ein umfassendes Modell für die sportliche Leistung darzustellen (vgl. Abbildung 1).
Abbildung 1: Strukturmodell der individuellen komplexen Sportspielleistung
Es besteht aus mehreren Ebenen. Die unteren Ebenen werden dabei durch die oberen Ebenen realisiert und der Komplexitätsgrad der Merkmale einer Ebene nimmt nach oben hin ab. Auch in diesem Modell sind die drei Gegenstandsbereiche der sportlichen Leistung abgebildet. Nicht berücksichtigt jedoch ist hierbei die Wechselbeziehung zwischen den Ebenen, die es gibt und geben muss.
Letztendlich ist klar geworden, dass es eine Unterteilung der sportlichen Leistung in drei Ebenen gibt, die in wechselseitiger Beziehung zueinander stehen. Homann stellt allerdings auch fest, dass es ein Modell, das genau diesen Sachverhalt darstellt, so nicht gibt.
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Die Betrachtung der bekanntesten Modelle in der Trainingswissenschaft für die
Struktur der sportlichen Leistung hat ergeben, dass nur wenige tatsächlich versu-
chen, die Wechselwirkungen zwischen den Subsystemen in die Modelbildung auf-zunehmen. Meist wird modeltheoretisch auf einer Stufe verblieben, die als
„boxology“ bezeichnet werden kann. (Hohmann/ Lames/Letzelter, 2007, S. 48)
2.1.2 Leistungsvoraussetzungen im Sportspiel
Die folgende Abbildung (vgl. Abbildung 2) gibt eine genaue Übersicht zu der Struktur der Leistungsvoraussetzungen im Sportspiel und zeigt die individuellen und kollektiven Leistungsfähigkeiten, die ein Spieler besitzen muss, um erfolgreich Inline-Skaterhockey spielen zu können.
Abbildung 2: Struktur der Leistungsvoraussetzungen im Sportspiel
Stiehler/Konzag/Döbler (1988) erläutern die einzelnen Leistungsfaktoren näher (S. 50-54):
1. „Ideologisch-moralischer und psychischer Leistungsfaktor: allgemeingültige und spezifische Persönlichkeitsqualitäten, die ihrer Zielstellung und in ihrem Ausprägungsgrad den Moralnormen entsprechen."
2. „Technisch-taktischer Leistungsfaktor: Handlungsqualitäten für die zielgerichtete und effektive Realisierung des Spielgedankens."
3. „Koordinativer Leistungsfaktor: handlungsregulative Mechanismen des zweckmäßigen, ökonomischen und effektiven Zusammenwirkens im nerval-muskulären Steuerungs- und Regelverhalten bei der Bewegungstätigkeit." 4. „Konditioneller Leistungsfaktor: Kraft-, Schnelligkeits- und Ausdauerfähigkeiten, die vorrangig durch energetische Faktoren determiniert sind." 5. „Konstitutioneller Faktor: Anlage- und entwicklungsbedingte Besonderheiten des Körperbaus und der Organfunktion."
6. „Kollektive Taktik: Zielorientiertes und zweckmäßiges Zusammenwirken der Spieler einer Mannschaft, ausgehend von der Spielkonzeption, von den individuellen Persönlichkeiten und Leistungsfähigkeiten." 7. „Mannschaftsformation: Struktur der Spielereinordnung und Zuordnung zum Zweck der optimalen Realisierung der Spielkonzeption unter Berücksichtigung spiel- und positionsspezifischer Aufgaben sowie der individuellen Leistungsfähigkeiten."
8. „Kampfkraft des Mannschaftskollektivs: Ausprägungsgrad des Niveaus und der Wirksamkeit kollektiver Einstellungen und Verhaltensweisen aller Spieler bei der gemeinschaftlichen Realisierung der Wettkampfleistung."
2.1.3 Charakteristik und Anforderungen des Inline-Skaterhockey-Spiels
Die Sportart Skaterhockey hat sich im Jahre 1983 erstmals in Deutschland durch die Gründung einer Organisation verwirklicht und entstammt der Wintersportart Eishockey. Im Eishockey wurden bereits 1878 erstmals die Regeln niedergeschrieben und es dauerte etwa 100 Jahre, bis die Alternativsportart für den Sommer in den USA geboren wurde.
Zunächst wurde noch auf Rollschuhen gespielt, doch als Mitte der 90er Jahre die Inline-Skates erfunden wurden, wurde die Sportart Skaterhockey um den Begriff
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„Inline-“ ergänzt, so dass heute von Inline-Skaterhockey gesprochen wird. Mit der Erfindung der Inline-Skates bekam die Sportart einen unglaublichen Boom und die Mitgliederzahlen wachsen seitdem unaufhörlich.
Unter dem Ordnungsgesichtspunkt des zentralen Spielgedankens gehört Eishockey wie Inline-Skaterhockey als Mannschaftssportart zu der Gruppe der Tor-, Mal- und Korbspiele (vgl. Stiehler/Konzag/Döbler, 1988, S. 19) und darf offiziell in Dreifachturnhallen mit normalen Flächenschwingböden, abgetauten Eishockeyanlagen und Anlagen mit Kunststoff-, Beton- oder Feinasphaltflächen gespielt werden. Wie im Eishockey wird auf zwei Tore mit den Maßen 1,22m x 1,83m gespielt. Differenziert man das Tor-, Mal-, und Korbspiel weiter, ist Inline-Skaterhockey ein Sportspiel mit unmittelbarer Auseinandersetzung, das heißt, dass Körperbehinderungen erlaubt und erwünscht sind. Der Spielgedanke besteht darin, dass zwei Mannschaften mit maximal 16 Feldspielern und zwei Torhütern gegeneinander antreten, um den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen und Tore zu sammeln sowie das eigene Tor gegen Angriffe des Gegners zu verteidigen. Auf dem Feld spielen jedoch lediglich vier Feldspieler und ein Torhüter gegeneinander und es wird fliegend gewechselt. Sieger ist, wer nach Ablauf der regulären Zeit die meisten Tore erzielt hat. Haben beide Mannschaften gleich viele Tore geschossen, wird das Spiel unentschieden gewertet. Die Spielzeit wird in drei Drittel unterteilt, wobei im Herren-, Damen- und Juniorenbereich jedes Drittel 20 Minuten dauert. Gewöhnlich wird nicht mit laufender Zeit gespielt. In manchen Situationen, wie z.B. während einer laufenden Strafzeit, wird jedoch mit gestoppter Zeit gespielt.
Das Spiel wird von zwei Schiedsrichtern geleitet, die von zwei Zeitnehmern unterstützt werden. Die wesentlichen Merkmale der Sportart sind „Angriff und Verteidigung des Zieles, in das der Ball gebracht werden soll, hohe Laufanforderungen, Zweikämpfe und eine sehr differenzierte und umfangreiche Technik sowie individuelle und kollektive Taktik“ (ebd., S. 17).
Charakteristisch für Inline-Skaterhockey ist das körperbetonte Spiel, bei denen Bodychecks innerhalb fairer Grenzen erlaubt sind. Angriffe gegen den Kopf oder Nacken eines Spielers, auch Stockstiche oder zu hohe Stockführung sind verboten.
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Ein Check ist fair, wenn er mit angelegtem Ellbogen, nicht von hinten und mit maximal drei Schritten Anlauf gefahren wird. Foulspiele werden je nach Härte des Vergehens mit zwei oder fünf Minute Strafen oder der gelb/roten bzw. roten Karte geahndet. Die gelbe Karte kann ein Spieler lediglich als persönliche Strafe für unsportliches Verhalten bekommen. Aufgrund der erlaubten Härte im Spiel ist das Tragen einer Ausrüstung wie im Eishockey Pflicht.
Folgende Leistungsvoraussetzungen und Anforderungen werden an die Spieler der relativ neuen Sportart Inline-Skaterhockey gestellt, die teilweise von anderen Sportspielen wie Basketball, Fußball oder Handball abgeleitet wurden (vgl. Stiehler/Konzag/Döbler, S. 177-385):
- Inline-Skaterhockey ist grundsätzlich durch eine angriffsorientierte Spielweise gekennzeichnet. Sie versucht auch bei allen anhaltenden kämpferischen Akzenten das spielerische Element zu bewahren.
- Dadurch, dass es kein Icing oder Abseitsregeln wie beim Eishockey gibt, ist das Spiel auch von schnellem Kontern geprägt. Dies macht ein schnelles Umschalten von Angriff in Abwehr und andersherum notwendig.
- Hinsichtlich der Spielsysteme, verstanden als Grundformation der Spieler und Mannschaftsteile, ist eine große Dynamik erkennbar. Dazu müssen bestimmte taktische Prinzipien eingehalten werden, eine gute Organisation vorhanden sein und entsprechende konditionelle und technische Qualitäten der Spieler sind Voraussetzung.
- Prinzipien der Dynamik bleiben dabei erhalten:
- Tendenziell wird bei der Abwehrtaktik vom offensiven Abwehrverhalten gesprochen, was es vor allem in zwei Formen gibt:
- Sehr schnelles und frühzeitiges Angreifen (Stören) des Gegners, Verhinderung seiner Anspielmöglichkeiten und Störung des Angriffaufbaus.
- Situationsabhängige Kombination von Raum- und Manndeckung. Die
- Die Entwicklung zur Universalität der Spieler und damit die ständige Erweiterung der Funktionsräume und die Funktionsüberschreitungen der Spieler stellen erhöhte Anforderungen an die komplexe Spielfähigkeit.
- Es werden hohe Ansprüche an die Informationsaufnahme, die Informationsverarbeitungsprozesse sowie an das motorische Koordinationsvermögen der Spieler gestellt.
- Hohe Anforderungen an die Sprint- und Handlungsschnelligkeit, sowie spezielle konditionelle Fähigkeiten der Spieler sind erforderlich (häufiges blitzschnelles Starten und Stoppen, Tempowechsel und Richtungsänderungen).
- Die Beziehung und Wechselwirkungen hochentwickelter spezieller konditioneller Fähigkeiten zur Technik und Taktik des Spiels treten deutlich hervor. Insbesondere die aus dem hohen Spieltempo resultierende zugenommene Handlungsdichte erfordert eine gleichstarke Ausprägung der leistungsrelevanten konditionellen Fähigkeiten.
- Enorm wichtig ist die Zweikampfhärte bei den geführten Zweikämpfen im Angriff wie in der Abwehr bei besonderer Beachtung der jeweils räumlichen Situa-tionsanforderungen.
- Der Ball wird vorwiegend mit dem Schläger gespielt. Daraus resultieren im Vergleich mit anderen Sportspielen spezifische Anforderungen an die Entwicklung der Technik und der koordinativen Fähigkeiten.
- Eine weitere motorische Besonderheit ist das gleichzeitige sichere Laufen auf Inline-Skates oder Rollschuhen, was für das Spielen der Sportart unerlässlich ist.
2.2 Begriffsklärung Team
Für das Verständnis zum Aufbau der durchgeführten empirischen Interventionsstudie zum Thema „Teambildung“ und „Gruppenkohäsion“ im Sportspiel sowie die Nachvollziehbarkeit der erlangten Ergebnisse, sind vorab einige Definitionen und Begriffsabgrenzungen notwendig. Zunächst erfolgt ein Überblick zu Definitionen eines „Teams“ sowie deren Abgrenzung zu einer „Gruppe“, um darauf aufbauend den „Prozess der Teambildung“ näher zu erläutern und den Begriff der „Gruppenkohäsion“ zu erklären. Anschließend wird der Zusammenhang von Gruppenkohäsion und Leistung analysiert und dargestellt.
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2.2.1 Definition Team
Unglücklicherweise führt unsere Neigung zur Verallgemeinerung dazu, alle Gruppen bzw. Teams als eine einheitliche Kategorie zu betrachten und die Unterschiede nicht zu berücksichtigen. So werden im allgemeinen Sprachgebrauch die Begriffe „Team“ und „Gruppe“ häufig gleichgesetzt und synonym verwendet. Dies liegt daran, dass auch in der Literatur keine eindeutige Abgrenzung stattfindet. "Team" wird in dieser Arbeit als ein gleichberechtigtes Nebeneinander von mehreren Mitgliedern definiert. Diese besitzen eine gemeinsame Aufgabenorientierung bzw. Aufgabenbezogenheit. Sie verfolgen ein einheitliches (Haupt-)ziel, welches die Voraussetzung für die kooperative Zusammenarbeit ist. Entstandene Konflikte werden konstruktiv gelöst. Durch ein starkes Wirgefühl entstehen positive Synergieeffekte. Zur Annäherung an den Teambegriff haben verschiedene Autoren Merkmale entdeckt und gesammelt, die zwar nicht alle nur für ein Team charakteristisch sind, jedoch wichtig und notwendig, um funktionierende Teams zu bilden. Greif (1996) nennt sieben Teammerkmale (S. 146):
- „Die Mitglieder schätzen sich gegenseitig."
- „Über die Hauptziele und Werte kann Einigkeit erreicht werden."
- „Konflikte bestehen nur kurz und werden aus Sicht der Beteiligten konstruktiv gelöst."
- „Die Hauptziele werden gemeinsam engagiert vertreten."
- „Die Zusammenarbeit ist kooperativ."
- „Die Gruppe hat gelernt, effizient selbstorganisiert zu arbeiten."
- „Die Gruppe sieht sich selbst als „gutes Team“."
Born und Eiselin (1996) geben neben den im Rahmen einer Definition erarbeiteten und beschriebenen Merkmalen fünf weitere Merkmale an (S. 17):
- „Ein ausgeprägtes Maß an innerem Zusammenhalt und Engagement für die Team-Leistungsziele aufgrund einer gemeinsamen Aufgabenorientierung und eines spezifischen Existenzzwecks, den das Team im Rahmen der Vorgaben selbst definiert."
- „Ein gemeinsamer Arbeitsansatz und eine Kontrolle des Arbeitsablaufs."
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- „Die Aufhebung der Trennung zwischen denjenigen, die denken und entscheiden, und denen, die arbeiten und ausführen, dank ganzheitlicher Arbeitszuschnitte und Mechanismen der kollektiven Selbstregulation."
- „Ein gleichberechtigtes Nebeneinander von individueller und wechselseitiger Verantwortung."
- „Das Erschließen von Synergien, das heißt, das Team schafft etwas, das über die Summe der Beiträge der einzelnen Mitglieder hinausgeht." Johnson und Johnson (1996) haben folgende Liste von Definitionsbestandteilen erstellt (S. 25):
- „Gemeinsame, von allen Teammitgliedern geteilte Ziele werden entwickelt. Dies ist Voraussetzung für kooperative Zusammenarbeit."
- „Die Teammitglieder bringen ihre Ideen und Gefühle klar, deutlich und ehrlich zum Ausdruck."
- „Aufgaben, Führungsfunktionen und Verantwortung für die gemeinsame Arbeit werden geteilt. Alle Teilnehmer partizipieren aktiv an der Teamarbeit. Führungspositionen werden je nach Bedarf besetzt und ausgetauscht."
- „Das Team besitzt Entscheidungsstrategien und die Flexibilität, diese Strategien den sich veränderten Situationsbedingungen anzupassen."
- „Konflikte sind erlaubt und werden konstruktiv gelöst."
- „Macht über Regeldefinitionen und Ressourcen werden im Team möglichst gleichmäßig verteilt."
- „Der Gruppenzusammenhalt ist hoch. Es existiert ein Wirgefühl und gegenseitige Akzeptanz und Sympathie."
- „Dem Team stehen angemessene Problemlösungsstrategien zur Verfügung."
- „Es existieren gut funktionierende Beziehungen und selbstorganisierte Kommunikationsmuster."
Kleinmann (2005) verweist bei dem Versuch der Definition eines Teams bzw. der Abgrenzung zu einer Gruppe zunächst auf den Brockhaus (1996): Der Begriff Team wird im allgemeinen Sinn als eine Gruppe von Personen erklärt,
die gemeinsam an einer Aufgabe arbeitet, und konkretisiert somit die Aufgabenbe-
zogenheit. (Brockhaus, 1996, zit. n. Kleinmann, 2005, S. 11)
Eine eindeutige Definition, die sämtliche Aspekte berücksichtigt, gibt es nicht.
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Im sportlichen Sinn bedeutet Team im deutschen Sprachgebrauch lediglich Mann-schaft (vgl. Kluge, 1995).
„Sportmannschaften sind soziale Gruppen, die sich durch eine gemeinsame sportliche Zielsetzung von anderen Gruppen unterscheiden.“ (Baumann, 2009, S. 340) Baumann (2009) nennt acht wesentliche Merkmale einer Sportmannschaft (S. 341):
- „Soziale Einheit,
- Interaktion,
- Mitgliederzahl,
- Normen,
- Positionen,
- Rollenverteilung,
- Ziel,
- Wirgefühl.“
Es ist also deutlich geworden, dass eine eindeutige Definition von einem „Team“ bzw. der „Mannschaft“ nicht existiert. Allerdings konnte anhand der genannten Merkmale ein eigenes Verständnis von „Team“ erarbeitet werden, welches im weiteren Verlauf dieser Arbeit so angenommen wird.
2.2.2 Abgrenzung zwischen Team und Gruppe
Zunächst wird der Begriff „Gruppe“ näher beleuchtet, um anschließend die Begriffe „Team“ und „Gruppe“ voneinander abzugrenzen. Auch für den Begriff „Gruppe“ gibt es in der Literatur zahlreiche Definitionen, die sowohl im Inhalt als auch in der Tiefe sehr unterschiedlich sind.
So geben Hartley und Hartley eine Minimal-Definition. Eine Gruppe sind demnach „zwei oder mehrere Personen, die in Wechselbeziehung stehen“ (vgl. Sbandi, 1973, S. 97). Diese Art der Wechselbeziehung wird als Interaktion bezeichnet. Kriz und Nöbauer (2008) stellen in ähnlicher Weise die Minimalanforderung der Interaktion an eine Gruppe. Für sie ist jedoch auch die Dauer der Interaktion entscheidend. So differenzieren sie soziale Aggregate, die, ebenso wie eine Gruppe, durch bestimmte gemeinsame Merkmale charakterisiert sind von einer Gruppe (S. 18). Soziale Aggregate werden erst dann zur Gruppe, wenn die Interaktion eine bestimmte Weile andauert.
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Wenn also mehrere Menschen zusammenkommen und interagieren, bildet sich eine Ansammlung von Individuen, folglich eine Gruppe. Eine Mannschaft bzw. das Team besteht jedoch aus mehr als nur den einzelnen Spielern, die auf dem Platz stehen, denn diese bilden eine neue, größere Einheit. Linz sagt wörtlich: dass „das Ganze mehr ist als die Summe seiner Einzelteile“ (Linz, 2004, S. 21). Bei der Existenz eines Teams zeigen sich somit positive Synergieeffekte, die bei Gruppen nicht entstehen können.
Ein weiteres Merkmal, das eine Abgrenzung des Teams von einer Gruppe erlaubt, sind die Fähigkeiten der Team- bzw. Gruppenmitglieder. Bei Teams ist es essentiell wichtig, dass die Kompetenzen und das Wissen der Mitglieder bekannt sind und sich ergänzen. In der Gruppe ist dies nicht unbedingt notwendig (vgl. Kriz/ Nöbauer, 2008, S. 26). Buchinger (1999) argumentiert:
Als Gruppe bezeichne ich den personenbezogenen Sozialkörper mit seiner spezifi-schen, in der Gruppendynamik und Kleingruppenforschung gut erfaßten [sic] Eigen-
dynamik. Als Team bezeichne ich den um ein Tätigkeitsziel herum gebildeten Sozi-alkörper Gruppe (Also nicht jede Gruppe ist ein Team, aber jedes Team ist eine
Gruppe.). (vgl. Kriz/ Nöbauer, 2008, S. 26-27)
Kurz zusammengefasst passt auf das dargestellte Verständnis von Team die Definition von Katzenbach und Smith. Mit arbeitspsychologischem Hintergrund schreiben diese, dass „ein Team eine kleine Gruppe von Personen ist, deren Fähigkeiten einander ergänzen und die sich für eine gemeinsame Sache, gemeinsame Leistungsziele und einen gemeinsamen Arbeitseinsatz engagieren und gegenseitig zur Verantwortung ziehen“ (Katzenbach/Smith, 1993, S. 70).
2.3 Begriffserklärung Teambildung
2.3.1 Definition Teambildung
Teambildung wird in der Literatur oft synonym mit dem Begriff Teamentwicklung verwendet, denn es handelt sich um einen Prozess, den Mannschaften und Teams im Verlauf ihres Bestehens automatisch phasenweise durchlaufen. Man spricht hier also von dem Zeitraum, indem sich das Team bildet und entwickelt. Zum anderen wird mit Teambildung allerdings auch ein aktiver, gesteuerter Prozess gemeint, der der Verbesserung der Zusammenarbeit der Sportler dient, indem mit
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speziellen Übungen und Maßnahmen das Ziel der Gruppenkohäsion und damit der Mannschaftsbildung gefördert wird.
Durch das bloße Zusammenführen mehrerer Personen entsteht noch längst keine Mannschaft. Erst im Verlauf der Zeit, wo Teambildung stattfindet, entwickelt sich das Team, indem der Einzelne in das Rollengefüge integriert wird, die Mitglieder interagieren, sich an das normative System anpassen und das Mannschaftsziel gemeinsam übernehmen (vgl. Baumann, 2009, S. 350). Das gemeinsame Ziel ist nach Baumann eines der wichtigsten gemeinschaftsbildenden Faktoren. Daneben sieht er weitere Grundlagen die notwendig sind, damit eine Mannschaft entsteht. Diese Grundlagen der Mannschaftsentstehung zeigt die folgende Abbildung.
Abbildung 3: Grundlagen der Mannschaftsbildung
(aus Baumann, 2009, S. 351).
Es gibt zahlreiche Faktoren und Bedingungen, die die Mannschaftsbildung fördern und die notwendig sind, um ein Team zu entwickeln. Alle Aspekte erfüllen im Sinne der Teambildung einen bestimmten Zweck, der letztendlich dazu führt, dass ein Team entsteht.
Bei der Teambildung geht es auch immer um die Mannschaftsleistung. Handball, Fußball und Basketball zählen ebenso zu den Sportarten, wie Hockey und im speziellen das Inline-Skaterhockey, bei denen die Mannschaftsleistung durch formelle Interaktion entsteht. Dies bedeutet, dass bei diesen Sportarten schnell ein Teamgefühl entsteht.
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Auch beim Inline-Skaterhockey ist es leicht möglich, schwächere Spieler in die Mannschaft zu integrieren und mit einfachen Aufgaben zu betrauen. Ein wichtiger Aspekt ist jedoch, dass das Verantwortungsgefühl meist auf alle gleichmäßig verteilt wird, so dass es am Ende mit dem Team nur einen Gewinner oder einen Verlierer gibt und ein einzelner Spieler nicht als Sündenbock hingestellt wird (vgl. Baumann, 2009, S. 344).
Grundsätzlich muss man aber auch beachten, dass Teamarbeit kein Selbstzweck sein darf und individuelle Leistungen in bestimmten Situationen geeigneter und effektiver sind. Beim Gebrauch von Teamarbeit muss immer auf die richtige Mischung geachtet werden, so dass Einzel- und auch Kollektivleistung richtig eingesetzt werden. Die Spieler müssen während des Spiels ständig Entscheidungen treffen, ob sie den Ball abspielen oder selber versuchen das Tor zu erzielen. Und es wäre falsch zu behaupten, dass ein Spieler immer abspielen muss, denn auch Einzelleistungen wie ein Torerfolg nach einem Alleingang können dem Team helfen und empathische Mitspieler freuen sich über die erfolgreiche Aktion des Einzelspielers (vgl. Kleinmann, 2005, S. 42).
2.3.2 Phasenprozess der Teambildung
Wie bereits bei den Definitionsansätzen von „Teambildung“ zuvor erwähnt, bedarf es einer gewissen Zeitspanne, in der sich ein Team entwickeln kann. Bevor ein Team effektiv seine Aufgabe bewältigen kann, muss es also diverse Phasen durchlaufen, „in denen die Gruppenmitglieder sich als Personen auseinandersetzen sowie Gruppenrollen und Normen aushandeln“ (vgl. Becker-Beck/Fisch, 2001, S. 39). Es gibt in der Literatur verschiedene, zyklische Modelle die Teamentwicklung darstellen. Das bekannteste und populärste Modell ist das Vier-Phasen-Modell von Tuckmann (1965), welches 1977 von Tuckmann/Jensen noch um die wichtige fünfte Phase der Teamauflösung und Trennung (Adjourning) ergänzt wurde (vgl. Abbildung 4).
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Abbildung 4: Das Phasenmodell nach Tuckmann. Eigene Darstellung in Anlehnung an: Kleinmann, 2005, S. 30.
Trotz zahlreicher zu berücksichtigender Bedingungen bei der Mannschaftsbildung, wie z.B. „die Motive der Sportler, die Ziele der Mannschaft, die Leistungsfähigkeit oder spezielle Einstellungen der Mitglieder, aber auch die Anzahl der aufzunehmenden Einzelsportler“ (Kleinmann, 2005, S. 13), kann man feststellen, dass in der Regel genau diese Phasen durchlaufen werden, um aus den Individualisten und Einzelsportlern ein Team zu formen. Lediglich die Dauer jeder Entwicklungsstufe, die die Mannschaft durchläuft, ist je nach Sportart oder Sportler unterschiedlich lang (vgl. ebd.).
Phase 1: Kennenlernen (forming):
Der ersten Phase muss eine ganz besondere Bedeutung zugesprochen werden. Denn in dieser Anfangsphase ist es wichtig, dass die Sportler genügend Zeit bekommen, um sich gegenseitig kennenzulernen, lernen offen miteinander umzugehen und es schaffen, ihren Platz in der Gruppe zu finden. Aufgrund herrschender hoher Unsicherheit, unklaren Zielen und Aufgaben und noch unbekannten Teammitgliedern braucht es viel Zeit, um erst einmal ein Gruppengefühl zu entwickeln. Für die Entwicklung eines Wirgefühls ist es in dieser Phase auch unerlässlich, dass der Trainer eine Teamaufgabe konkretisiert, damit die Spieler sich nicht nur auf die Sportart selbst, sondern besonders auf das Ziel der Teamförderung konzentrieren (vgl. Kriz/Nöbauer, 2008, S. 60).
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Arbeit zitieren:
Jochen Kirchberg, 2011, Teambildende Maßnahmen zur Förderung der Gruppenkohäsion im Sportspiel, München, GRIN Verlag GmbH
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