Kennzahlenbildung - Ziele und Aufgaben Seite 2
Inhaltsverzeichnis
1. Kennzahlen
1.1 Beschreibung „Kennzahl“
1.2 Kennzahlenarten
1.3 Kennzahlentypen
1.4 Funktionen und Gliederung von Kennzahlen
2. Die Kennzahlenbildung
2.1 Wie werden Kennzahlen gebildet?
2.2 Bildung von Grundzahlen
2.3 Warum und wozu Kennzahlen bilden?
2.4 Kriterien für die Kennzahlenbildung
3. Zusammenfassung
4. Literaturverzeichnis
Mathias Hirsch Universität Kassel SS 2011
Kennzahlenbildung - Ziele und Aufgaben Seite 3
1. Kennzahlen
1.1 Beschreibung „Kennzahl“
Als Kennzahlen bezeichnet man Zahlen, welche messbare, betriebswirtschaftlich relevante Daten zusammenfassen.
Sie bündeln damit mehrere Daten zu einer aussagekräftigen Größe. Mit Hilfe von Kennzahlen können Unternehmen und Verwaltungen bewertet und Ergebnissezum Beispiel aus den Vorjahren - verglichen werden. Gleichzeitig können Unternehmen und Verwaltungen sich mit diesen auch an anderen messen.
Kennzahlen basieren zumeist auf aggregierten 1 und kompakten Informationen. Sie können damit Führungskräfte bei ihren Planungen und Entscheidungen unterstützen, indem verschiedene Zustände mit Ihnen verglichen werden können. Nicht quantifizierbare Sachverhalte (wie z.B. die Motivation eines Mitarbeiters) entziehen sich jedoch der Erfassung durch Kennzahlen.
Aus der Fülle der in Unternehmen vorhandenen Zahlen trifft die Kennzahl für […] das Controlling eine geeignete Auswahl, setzt diese ausgewählten Größen in einen geeigneten Bezug zueinander und liefert so eine verdichtete Informationsgröße. 2 „Für die öffentliche Verwaltung sind Kennzahlen unverzichtbar um die Erfüllung der verfassungsrechtlichen Verpflichtung zu wirtschaftlichem Handeln (Art. 114 Abs. 2 Satz 1 Grundgesetz) erkennen und nachweisen zu können.“ 3
1.2 Kennzahlenarten
Im Controlling werden Kennzahlen in zwei grundlegende Kennzahlenarten unterschieden: absolute Zahlen 4 und Verhältniszahlen.
Hierbei lässt sich feststellen, dass Grundzahlen, insbesondere für Vorgabezwecke, d.h. als Orientierungsgrößen geeignet sind.
Für differenzierte Analysen bieten sie jedoch häufig zu wenig Substanz, wohingegen Verhältniszahlen oft als Richtwerte ungeeignet sind, sich aber besonders für Analysezwecke eignen. 5
Grundzahlen
Bei Grundzahlen wird der Informationsgehalt durch die Aussagekraft der Zahl selbst definiert.
1 Berechnung einer Kennzahl aus vielen Daten eines Datensatzes
2 http://de.wikipedia.org/wiki/Betriebswirtschaftliche_Kennzahl (Stand: 14.Mai 2011) abgerufen am: 26.09.2011
3 http://www.olev.de/k/kennz.htm (Stand: 29.05.2011 ) abgerufen am: 26.09.2011
4 auch Grundzahlen genannt
5 Lippold, Heiko / Puhlmann, Manfred: Zielsicher analysieren und steuern mit Bürokennzahlen; Baden-Baden, Frankfurt am
Main 1988, S. 35 Mathias Hirsch Universität Kassel SS 2011
Kennzahlenbildung - Ziele und Aufgaben Seite 4
Als Beispiel hierfür gelten u.a.:
- Summen (z.B. Anzahl der Mitarbeiter)
- Differenzen (z.B. Fehlzeiten in der Arbeitszeit)
- Mittelwerte (z.B. durchschnittliche Dauer der Ausfallzeiten)
Verhältniszahlen
Bei Verhältniszahlen werden interessierende Sachverhalte in Beziehung zueinander gesetzt. Als Beispiel hierfür gelten u.a.:
- Gliederungszahlen (hierbei wird eine Teilmenge wird zu einer Gesamtmenge in Beziehung gesetzt)
- Beziehungszahlen (hierbei werden verschiedenartige Größen in ein inhaltlich sinnvolles Verhältnis zueinander gesetzt)
- Indexzahlen (hierbei werden gleichartige Werte, die aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten angefallen sind, in Beziehung gesetzt
1.3 Kennzahlentypen
Grundzahlen und Verhältniszahlen können weiterhin nach ihrem Zeitbezug unterteilt werden.
a) Vergangenheitsorientierte Kennzahlen
Durch den Rückblick auf zurückliegende Perioden ist es hierbei möglich, vergangene Tätigkeiten zu analysieren. Diese dienen der Erfolgskontrolle und Analyse der Ursachen.
b) Gegenwartsorientierte Kennzahlen
Diese geben Auskunft über die aktuelle Situation einer Verwaltung. Mit ihnen ist eine gegenwartsbezogene Analyse möglich, da sie über den Ist-Zustand informieren können.
c) Zukunftsorientierte Kennzahlen
Mit ihnen können betriebswirtschaftliche Größen, Ziele und Prognosen festgelegt und geplant werden. Sie haben zumeist Steuerungs- und Orientierungscharakter.
Mathias Hirsch Universität Kassel SS 2011
Arbeit zitieren:
Mathias Hirsch, 2011, Kennzahlenbildung – Aufgaben und Ziele, München, GRIN Verlag GmbH
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