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Inhaltsverzeichnis
1 Zur Finanzierung von Inhalten im Internet
1.1 Free Content. 2
1.2 Werbefinanzierung. 2
2 Die Huffington Post
2.1 Spagat zwischen Qualitätsjournalismus und SEO. 4
2.2 Minimaler Content vs. journalistischer Content: Blog oder Online-Zeitung? 6
2.2.1 Suchmaschinenauffindbarkeit zulasten von Qualität. 6
2.2.2 Die Huffington Post als politisches Leitmedium. 7
2.2.3 Die Themenauswahl im AOL-Nachrichtennetzwerk. 8
3. Zukunft des Free Content?
3.1 Die Huffington Post als Vorbild. 10
3.2 Ein Zwei-Stufen-Modell. 11
3.3 Sicherung des freien Zugangs zu journalistischen Inhalten. 12
4 Literaturverzeichnis. 14
5 Abbildungsverzeichnis 15
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1 Zur Finanzierung von Inhalten im Internet
1.1 Free Content
Heutzutage wird der Internetnutzer nur in den seltensten Fällen für die Nutzung von Nachrichten, Reportagen oder Rezensionen zur Kasse gebeten. Paid Content, wie ihn die Financial Times beispielsweise anbietet, ist bisher eher die Ausnahme. Dies mag daran liegen, dass sich, angesichts der Masse an Daten im Netz, vermutlich jede Information irgendwo kostenlos finden lässt. Der so genannte Free Content ist, im Gegensatz zu Paid Content, für alle Internetnutzer kostenfrei und für jeden zugänglich. Dies ist vor allem bei Nachrichten möglich, da sie kaum journalistische Aufarbeitung benötigen und deshalb oft eins zu eins von Nachrichtenagenturen übernommen werden. Doch wie finanzieren sich die teilweise auch journalistischen Inhalte im Internet, wenn sie aus Rezipientensicht unentgeltlich produziert werden? Die meisten Printangebote wie Tages- oder Wochenzeitungen sind zusätzlich zu ihrer gedruckten Ausgabe im Internet vertreten. Ganz selbstverständlich finden wir die Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung unter sueddeutsche.de und die der BILD unter bild.de. Diese Zeitungen haben den Vorteil einer starken, im Printbereich etablierten Marke. Ist es aber auch als reine Internetzeitung, die keine gedruckte Ausgabe als Aushängeschild vorweisen kann, möglich, sich auf dem „Zeitungsmarkt“ einen Namen zu machen und sich über Wasser zu halten? Leidet die Qualität der Inhalte, wenn der Fokus auf der Suchmaschinenauffindbarkeit liegt? Wie kann der Balanceakt zwischen Qualität und Quantität gemeistert werden? Auf diese und weitere Fragen soll am Beispiel der Huffington Post im Verlauf dieser Arbeit eingegangen werden.
1.2 Werbefinanzierung
Anbieter von Free Content können sich entweder durch den Absatz von materiellen Gütern wie Marketingprodukten (z.B. Bücher/ DVDs) oder durch Werbung finanzieren. Im folgenden Abschnitt soll nur auf Letzteres eingegangen werden. Werbefinanzierte Medien, wie beispielsweise eine Internetzeitung wie die Huffington Post, produzieren duale Güter, da sie zwei verschiedene Märkte bedienen: den Werbe-und den Rezipientenmarkt. Diese beiden Märkte stehen in einer Wechselbeziehung zueinander, die in der Anzeigen-Auflagen-Spirale bzw. Reichweiten-Werbeeinnahmen- Spirale beschrieben werden kann (Beyer & Carl, 2004, S. 136).
Abb.1: Zusammenhang zwischen Reichweite und Anzeigengrundpreis
Von entscheidender ökonomischer Bedeutung bei einer Finanzierung durch Werbung ist die Reichweite: je größer die Reichweite, desto mehr Zielgruppenkontakte kommen zustande und umso größer wird die Aufmerksamkeit für das Produkt. Diese Kettenreaktion führt, wie man in der oben gezeigten Grafik von Nussberger (1984, S. 91) gut erkennen kann, zu einem niedrigeren Tausender-Kontaktpreis, was für Werbekunden von Vorteil ist. Wenn daraufhin die Werbenachfrage steigt oder die Werbepreise erhöht werden können, steigen die Einnahmen des Mediums und durch diese Einnahmen kann wiederum in bessere publizistische Qualität investiert werden, was schließlich zu einer höheren Reichweite und zu einem Fortspinnen des Prozesses führen kann (Beyer & Carl, 2004, S. 136).
Zu den wichtigsten Werbeformen im Internet gehören Banner (Werbeflächen in verschiedenen Variationen, also z.B. statisch, animiert, halbseitig, ganzseitig usw.), Interstitials (Einblendungen in Form von Unterbrecherwerbung, die sich automatisch öffnen), Keyword-Advertising in Suchmaschinen und Werbe-E-Mails (ebd., S. 129). Um die Reichweite einer Internetseite zu messen und dadurch auch einen Preis für Anzeigen zu berechnen, kann man unter folgenden Kontaktarten unterscheiden: zum einen die Unique Visitors, die einmalig gezählt werden, wenn sie auf eine Website stoßen. Visits sind die mehrmaligen Aufrufe einer Seite eines Users und Page Impressions sind alle weiteren Klicks des Users auf der Website. Page Impressions können unter anderem durch (interne) Verlinkungen generiert werden, beispielsweise durch eine Empfehlung unter einem Artikel, der auf einen ähnlichen Beitrag hinweist.
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2 Die Huffington Post
2.1 Spagat zwischen Qualitätsjournalismus und SEO
Als Beispiel für eine werbefinanzierte „Online-Zeitung“ soll nun die Huffington Post vorgestellt werden, die am 9. Mai 2005 als „Internet Newspaper“ online ging und von Arianna Huffington, Kenneth Lerer und Jonah Peretti gegründet wurde. Die Namensgeberin, Chefredakteurin und linksliberale Persönlichkeit der High Society Arianna Huffington wurde im Jahr 2010 vom TIME Magazine 1 unter die 100 einflussreichsten Personen der Welt gewählt. Die Huffington Post erscheint in einer US amerikanischen, einer britischen und einer kanadischen Version und umfasst die Bereiche Politik, Wirtschaft, Technik, Kultur, Unterhaltung, Gesundheit, Lokales aus verschiedenen Großstädten, Sport, Bildung und vieles mehr (vergleiche Abbildung 2 in Kapitel 3.2).
Die Huffington Post wurde im Jahr 2006 in der Kategorie "Bester politischer Blog" mit dem “Webby Award” der „International Academy of the Digital Arts and Sciences“ 2 ausgezeichnet, obwohl sie sich eigentlich selbst als "Internet Newspaper" bezeichnet. Nun lässt sich also darüber streiten, um was es sich bei der Huffington Post eigentlich handelt. Dies wird in Kapitel 3.1 noch einmal aufgegriffen. Das Besondere an dem Modell der Huffington Post sind die 143 festangestellten Journalisten 3 auf der einen und die 9000 Blogger 4 auf der anderen Seite, die für ihre Arbeit nicht bezahlt werden. Unter den Bloggern befinden sich sowohl Experten zu unterschiedlichen Themen wie Medizin, Politik oder Recht, aber auch prominente Schauspieler, Musiker oder Politiker wie der Schauspieler Alec Baldwin oder Barack Obama. Die Blogger erhalten für ihre Texte kein Honorar, sondern allenfalls Verlinkungen zu ihren eigenen Blogs. Durch diese Art von "Bezahlung" ist es der Huffington Post möglich, Inhalte sehr günstig und in großer Zahl bereitzustellen.
Das Startkapital der Huffington Post betrug nur 1 Millionen US-Dollar 5 . Zum Vergleich: Im Februar 2011 wurde sie für 315 Millionen an AOL verkauft wurde. Dieser Preis kommt möglicherweise durch die hohe Reichweite zustande. Laut der Internetseite der New York Times wird die Huffington Post 15,6 Millionen Mal am Tag aufgerufen. Alleine
1 time.com: The 2011 TIME 100: Arianna Huffington, 2011
2 webbyawards.com: The Webby Awards: Press Releases, 2006
3 derstandard.at: AOL kündigt nach Übernahme Entlassungen bei "Huffington Post" an, 2011
4 focus.de: Blogger verklagen Huffington Post, 2011
5 heise.de: AOL kauft Huffington Post, 2011
Arbeit zitieren:
Christina Jahn, Nicole Rumpelt, 2011, Huffington Post & Co., München, GRIN Verlag GmbH
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