Inhaltsverzeichnis:
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1 Einleitung 1
2 Das Phänomen „Mobbing“ 2
2.1 Begriffsdefinition, Herkunft 2
2.2 Abgrenzung zu „normalen“ Konflikten 3
2.3 Erscheinungsformen von Mobbing 3
2.4 Ursachen von Mobbing 5
2.5 Mobbing als Interaktion 5
2.6 Folgen von Mobbing 6
2.6.1 Folgen für den Einzelnen 6
2.6.2 Folgen für das Unternehmen 6
2.6.3 Folgen für die Volkswirtschaft 7
2.7 Rechtliche Aspekte 7
3 Die Rollen der Führungskraft 8
3.1 Die Führungskraft als Betroffener 8
3.2 Die Führungskraft als Mobber („Bossing“) 9
3.3 Die Führungskraft als Vorgesetzter 10
3.4 Zusammenhang zwischen Führungsverhalten und Mobbing 11
4 Mögliche Maßnahmen gegen Mobbing 11
4.1 Möglichkeiten, Mobbing zu erkennen 11
4.2 Möglichkeiten der Prävention gegen Mobbing 12
4.3 Möglichkeiten der Intervention bei Mobbing 13
4.4 Möglichkeiten der Personalentwicklung 14
5 Schluß 15
5.1 Zusammenfassung 15
5.2 Ausblick 15
5.3 Zur Illustration 15
Literaturverzeichnis 16
1 Einleitung
Das Zitat von KELLER (URL: http://www.aphorismen.de [Stand 2004-12-06], Thema: Mobbing) deutet bereits die Ernsthaftigkeit des Themas „Mobbing“ an. Es geht hier nicht um einen Modetrend, und auch nicht um eine unbedeutende Randerscheinung in der (Arbeits-)Welt. Mobbing stellt ein ernstzunehmendes Problem in der Gesellschaft dar, das v.a. für die Betroffenen teilweise sogar existenzbedrohliche Auswirkungen haben kann. Häufig wird in der Mobbing-Diskussion der Einwand gebracht, ein derartiges Phänomen habe es schon immer gegeben; es handle sich lediglich um „alten Wein in neuen Schläuchen“ (vgl. Brinkmann 2002, S.9). Ausgehend von den Forschungen des Schweden (deutscher Herkunft) HEINZ LEYMANN in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich der Begriff -und damit auch die wissenschaftliche Diskussion darüber - beinahe schon inflationsartig ausgeweitet. Fundierte Forschungsergebnisse zu dem Thema sind aber dennoch rar; auch wurde inzwischen erkannt, dass man den Focus wohl zu stark auf die Betroffenen eines Mobbing-Prozesses gerichtet hat, die „Mobber“ jedoch fast kaum beleuchtet hat. Diese Arbeit möchte einen kurzen Überblick über den aktuellen Stand in der Mobbing-Diskussion geben. Im Mittelpunkt der Betrachtungen soll dabei die Führungskraft im Unternehmen und ihre verschiedenen Rollen stehen. Neben einer kurzen rechtlichen Betrachtung sollen auch Möglichkeiten aufgezeigt werden, Mobbing im Unternehmen zu erkennen, wirksam dagegen vorzugehen, sowie auch mögliche Maßnahmen zur Prävention gegen Mobbing. Gerade die Führungskräfte sollten für diese Problematik sensibilisiert sein, um erste Anzeichen zu erkennen und auch richtig zu deuten, Gegenmaßnahmen einzusteuern, und dem Betroffenen qualifiziert helfen zu können. Anders als in den meisten Werken der (mittlerweile reichhaltig vorhandenen) deutschsprachigen Literatur zu dem Thema vermeide ich bewußt die Begriffe „Täter“ und „Opfer“, da es sich dabei um Begrifflichkeiten aus dem Bereich des Strafrechts handelt; statt dessen gebrauche ich lieber die Begriffe „Mobber“ und „Betroffener“. Der leichteren Lesbarkeit halber werden hierbei nur die männlichen Formen benutzt; für Frauen gelten die dort gemachten Ausführungen natürlich gleichermaßen.
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2 Das Phänomen „Mobbing“
2.1 Begriffsdefinition, Herkunft
„Der Begriff Mobbing bedeutet soviel wie anpöbeln oder über jemanden herfallen. Abgeleitet ist er vom englischen Wort „mob“, das im 18.Jh. in den deutschen Sprachschatz übernommen wurde. Er steht für unterschwellig existierende und nicht offen zu Tage tretende Konflikte am Arbeitsplatz, für schikanöses Verhalten von Vorgesetzten, KollegInnen und unterstellten MitarbeiterInnen.“ (Brinkmann 2002, S.11) Als verwandter Begriff wird z.B. in Großbritannien ein schikanöses Verhalten von Vorgesetzten „bullying“ (tyrannisieren, drangsalieren, schikanieren, piesacken) genannt. Für Mobbing, das alleine von Vorgesetzten ausgeübt wird, hat sich in Deutsch-land das Wort „bossing“ eingebürgert. (vgl. Neuberger 1999, S.3) Eine gute Übersicht über die verschiedenen Versuche, eine (allgemeingültige) Definition des Begriffs „Mobbing“ zu entwickeln, findet sich bei ZUSCHLAG (Zuschlag 2001, S.233 ff.) sowie bei MERK (Merk 2004, S.159 ff.). Ausgehend von LEYMANN hat ZUSCHLAG (Zuschlag 2001, S.6) die für mich vollständigste und griffigste Definition formuliert: „Der Begriff „Mobbing“ beschreibt schikanöses Handeln einer oder mehrerer Personen, das gegen eine Einzelperson oder eine Personengruppe gerichtet ist. Die schikanösen Handlungen werden meistens über einen längeren Zeitraum hin wiederholt. Sie implizieren grundsätzlich die Täter-Absicht, das (die) Opfer bzw. sein (ihr) Ansehen zu schädigen oder einem unausweichlichen psychosozialen Stress auszusetzen und gegebenenfalls aus seiner (ihrer) Position zu vertreiben. Aber auch ohne Schikane-Absicht des Täters können dessen „normale“ Handlungen von sensiblen Personen missver-standen und als Mobbing empfunden werden.“ NEUBERGER sieht in Mobbing ein „grausames Spiel“ und definiert es deshalb so: „Jemand spielt einem übel mit und man spielt wohl oder übel mit.“ (Neuberger 1999, S.18) Da es auch keine rechtsverbindliche Definition des Begriffs „Mobbing“ gibt, mußten die (Arbeits-) Gerichte selbst eine Begriffsbestimmung vornehmen; ebenso hatten sie darüber zu bestimmen, was nicht unter diese Begrifflichkeit fallen soll. (vgl. Wolmerath 2004, S.328) „In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass es jedem Gericht überlassen bleibt, zu entscheiden, welcher Definition es folgt.“ (Wolmerath 2004, S.329) Auf die damit verbundene Problematik werde ich später (Kapitel 2.7) noch eingehen.
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2.2 Abgrenzung zu „normalen“ Konflikten
Arbeitsgruppen sind Zweckgemeinschaften. Nicht immer geht es dabei harmonisch zu; Mißverständnisse, Reibereien, Ärger und Konflikte gehören ebenso zu unserem Arbeitsumfeld, wie Tratsch und Gerüchte. „Natürlich gibt es manchmal Stunk am Arbeitsplatz. Man ist verschiedener Meinung und kann sich nicht gleich einigen. Oder die Zeit drängt, und im Streß läßt jemand Dampf ab. So etwas ist natürlich und schadet niemandem, solange es die Ausnahme bleibt und man hinterher mit ein paar Worten alles wieder ins reine bringen kann. Oder jemand wird unverschämt, wirft einem Kollegen eine Beleidigung an den Kopf oder macht sich über ihn lustig. Auch wenn es ärgerlich ist - so etwas gehört nun einmal zum menschlichen Zusammenleben dazu. (...) Krank wird man davon kaum. Krank wird man, wenn die Gehässigkeiten, die dummen „Scherze“ oder die Gemeinheiten zur Routine werden. Wenn sie beinahe täglich über die Bühne gehen. Dann spricht man vom Mobbing oder vom Psychoterror am Arbeitsplatz.“ (Leymann 2002, S.9) Falsch wäre es also, „Mobbing“ und „normale Konflikte“ gleichzusetzen, und deshalb diese „normalen Konflikte“ beseitigen oder verhindern zu wollen, denn: „Normale Konflikte sind nicht nur unvermeidbar, sondern können sogar einen wichtigen Bestandteil eines kreativen Zusammenwirkens im Arbeitsleben darstellen.“ (Merk 2004, S.8) Konflikte werden also dann zu Mobbing, wenn der / die Mobber die finale Absicht verfolgen, den / die Betroffenen aus dem Arbeitsprozeß auszuschließen. Diese Absicht wird regelmäßig bei sexuellen Annäherungen und Übergriffen fehlen. Für den Täter (Straftaten nach §§ 174 ff. StGB) steht hier die Befriedigung der persönlichen Lust und der „Spaß“ im Vorder-grund. Die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz nimmt deshalb meiner Meinung nach eine Sonderstellung ein; sie wird deswegen hier nicht weiter vertieft behandelt. Einigkeit besteht im übrigen darin, dass Mobbing eine direkte Folgeerscheinung von ungelösten Konfliktsituationen ist. Zu den genaueren Ursachen sei hier auf Kapitel 2.4 verwiesen.
2.3 Erscheinungsformen
Mobbing kommt in erster Linie am Arbeitsplatz (unter Erwachsenen) und in der Schule (unter Kindern und Jugendlichen) vor. Aber auch in Bereichen, in denen man es zunächst kaum vermutet, wird gemobbt: in den beiden großen Kirchen in Deutschland. Dort kann man dann den Sonderformen des anonymen Mobbings, des Moral-Mobbings und des Pastoral-Mobbings begegnen (vgl. Ruhner 1997, S.26 f.) Tritt Mobbing innerhalb von Familien auf, so bezeichnet man dies als „Familiy-Mobbing“; das (unberechtigte)
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Jur. Univ. , M.A. Christian Dickenhorst, 2005, Mobbing im Unternehmen - Die Rollen der Führungskraft, München, GRIN Verlag GmbH
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