1. Inhaltsverzeichnis
1. Inhalthaltsverzeichnis 2
2. Einleitung 3
3. Der Aufbau der Zeilenstruktur 3
4. Die 8. Ekloge
4.1 Das Intro 4
4.2 Das Lied des Damon 5
4.3 Das Lied des Alphesiboeus 7
5. Fazit 10
6. Übersetzung der Zeilen 85 bis 109 12
7. Literaturverzeichnis 13
2
2. Einleitung
Mit den Eklogen greift Vergil die Tradition der bukolischen Dichtung auf und variiert dieses Thema in solch geschickter Manier, dass er auch für die Bukolik untypische Elemente einarbeiten kann. Er bezieht ebenso die aktuelle politische Entwicklung mit ein und schafft dank seiner großen dichterischen Fähigkeiten „ein bis ins letzte durchgefeiltes und durchkalkuliertes Stück Wortmusik“ (Von Albrecht 2001, S. 284).
In der achten Ekloge, wie auch in der siebten und zehnten, ist die Darstellung einer verklärten bukolischen Welt charakteristisches Merkmal, Seng bezeichnet diese als „arkadische Gedichte“ (Seng 1999, S. 51). Doch unterscheidet sich diese von den übrigen Eklogen dadurch, dass sie in zwei Lieder geteilt ist, die beide vom Thema der unglücklichen Liebe handeln. Nach einer Einleitung, die die Ekloge aller Wahrscheinlichkeit nach auf das Jahr 39 1 v. Chr. datiert, folgt zunächst das Lied des Damon, welches aus zehn Strophen zu je 2-5 Zeilen und von einem Refrain geteilt, besteht. Eine kurze Überleitung kündigt nun das zweite Lied an, das des Alphesiboeus. Dieses teilt sich in zehn Strophen von ebenfalls 2-5 Zeilen auf. Während im Damonlied die unerwiderte Liebe eines Jünglings zu seiner Angebeteten Nysa und dessen Todesbegehr den Handlungshintergrund geben, handelt das Lied des Alphesiboeus von einer jungen Frau, die mit Liebeszauber und alten Riten ihren Geliebten Daphnis zurück nach Hause zu bringen versucht. Vergil schildert in dieser Ekloge nicht nur die Tragik der Liebe, sondern zeigt sogleich die Möglichkeiten der Zauberei als Alternative zum Tod auf. Dabei spielt die magische Kraft der Drei (= Triade) und deren Potenzierung der Neun (3 x 3 = 9) eine wichtige Rolle, sowohl in der verbalen, wie auch in der strukturellen Darstellung in den beiden Liedern. „The sacred number three, when squared, created another sacred number, nine, as well as another number evocative of traditional groupings: the nine muses for example […]” (Matz 1995, S. 58). Ich werde die gesamte Ekloge 8 unter diesem Aspekt betrachten mit dem Schwerpunkt auf dem Alphesiboeuslied und bei der Textanalyse besonderes Augenmerk auf Zeilen 85 bis 109 legen.
3. Der Aufbau der Zeilenstruktur
Wie bei Vergils gesamter Bukolika unterliegt auch die achte Ekloge einem klaren Aufbau. Die Verse in den Zeilen 64 bis 84 sind 4-3-3-2-4 Zeilen lang und beschäftigen sich
1 E.A. Schmidt datiert die achte Ekloge auf das Jahr 35v.Chr. (1974, S. 9ff.), dem widersprechen jedoch u.a.
Coleman (1994, S. 253), Von Albrecht (2006, S. 31; 2001, S. 189) und Otis (1966, S. 131, 143).
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vorwiegend mit der praktischen Durchführung der Zauberei. Den deutlichsten Einfluss hat beim Aufbau, neben der Numerologie, das zweite Idyll von Theokrit. Vergil entnimmt diesem nicht nur die Struktur aus Vers und Refrain, sondern auch den Refrainwechsel innerhalb des Gedichts 2 , der aber durch die offenkundige Zweiteilung dem Leser als ungleich nachvollziehbarer erscheint.
Dass die Numerologie für Vergil bei der Strukturierung wichtig ist, belegt der Autor sogar selbst. Dabei heißt es über die Zahl Drei in Zeile 75 „numero deus impare gaudet“ und nicht zufällig scheint diese Aussage am Ende einer Gruppe aus zwei Versen á drei Zeilen zu stehen. Die Aufteilung in den Zeilen 85 bis 109 lautet 5-3-5-3-5 und damit ist die Drei die Zahl, derer zu Ehren die meisten Verse verfasst sind, nämlich vier. Im Damonlied ist die Aufteilung fast die gleiche mit einer Folge von 4-3-3-2-4-5-3-4-5-3 und ein weiteres Mal wird damit die Wichtigkeit der Zahl Drei in der Achten Ekloge wie auch bei den Zauberliedern bekräftigt.
Zwar gehen unter anderem Clausen (1994, S. 238) und Von Albrecht (2001, S. 188 ff.) jeweils neun Strophen von 3-5 Zeilen aus, jedoch halte ich die Erklärung von Coleman (1994, S. 233f.) für wahrscheinlicher, dass Vergil die gleiche Anzahl von Versen in beiden Liedern im Sinn gehabt hat und dass eine Interpolation des Refrains in Zeile 76 weniger wahrscheinlich ist als ein Fehler in der Abschrift in Zeile 28a.
4. Die 8. Ekloge
4.1 Das Intro
Die Ekloge beginnt mit einem Ausblick auf das zu Erwartende und der Ankündigung auf die Lieder des Damon und des Alphesiboeus. Dabei sind die ersten fünf Zeilen bereits so aufgebaut, dass die Botschaft der Lieder bei näherer Betrachtung gleich dem Leser vermittelt wird. Die erste und die fünfte Zeile sind sich nicht nur vom Anblick her fast gleich, ihr Metrum ist sogar vollkommen gleich.
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2 Zunächst lautet der Refrain im zweiten Idyll “ἶυγξ, ἕλκε τὺ τῆνον ἐμὸν ποτὶ δῶμα τὸν ἄνδρα“ (2.17) und
wechselt dann zu „φράζεό μευ τὸν ἔρωθ', ὅθεν ἵκετο, πότνα Σελάνα“ (2.69).
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Arbeit zitieren:
Konstantin Herzog, 2010, Vergils 8. Ekloge , München, GRIN Verlag GmbH
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