Abstract
Das Interventionsfeld der Sozialen Arbeit im Bereich der Sterbebegleitung am Beispiel der Hospizbewegung ist das Thema dieser Seminararbeit. Zunächst werden die aktuellen Umstände, z.B. der Umgang mit dem Thema Sterben und Tod in der (post-)modernen Gesellschaft aufgezeigt. Im Folgenden zeigt sich anhand der demografischen Entwicklung zunehmender Handlungsbedarf in der Weiterentwicklung und Förderung der hospizlichen Einrichtungen. Daraufhin wird der Grundgedanke der Hospizbewegung aufgezeigt und am Beispiel des Straubinger Franziskus Hospiz-Vereins verdeutlicht. Die typischen Hospizformen werden kurz dargestellt und im Anschluss dazu werden die jeweiligen Vor- bzw. Nachteile von Hospiz und Palliativstation in Opposition zueinander gesetzt. Bevor auf die Situation Sterbender, basierend auf den Phasen und Dimensionen des Sterbens und auf ihre spezifischen Bedürfnisse und Wünsche eingegangen wird, werden rechtliche Hintergründe umrissen. Abschließend wird ein breites Interventionsfeld der Sozialen Arbeit im Bereich der Sterbebegleitung dargestellt und die daraus entstehenden Herausforderungen an die Sozialarbeit skizziert.
1
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. demografische Entwicklung 4
3. Gedanke der Hospizbewegung 6
3.1 Hospizformen 7
3.1.1 ambulante Hospize und Hospizdienste 8
3.1.2 Stationäre Hospize 8
3.1.3 Tageshospize 8
3.2 Vor- bzw. Nachteile: Hospiz und Palliativstation im Vergleich 9
3.2.1 Vorteile 9
3.2.2 Nachteile 10
3.3 rechtliche Hintergründe 11
4. Phasen des Sterbens 13
4.1 Abwehr 13
4.2 Auflehnung 13
4.3 Verhandlung 13
4.4 Depression 14
4.5 Annahme 14
4.6 Dimensionen des Todes nach Pattison 14
5. Bedürfnisse und Wünsche Sterbender 16
5.1 auf physischer Ebene 16
5.2 auf psychischer Ebene 16
5.3 auf sozialer Ebene 16
5.4 auf spiritueller Ebene 16
6. Interventionsfeld der hospizlichen Sozialen Arbeit 17
7. Herausforderung an die Soziale Arbeit 18
8. Zusammenfassung 19
9. Quellenverzeichnis 20
2
2
1. Einleitung
In der postmodernen Gesellschaft sind Themen wie das Sterben, der Tod und die Trauer aus dem Fokus des allgemeinen Interesses gerückt. Diese Prozesse werden bürokratisiert, institutionalisiert und auf diese Weise verschleiert, so dass das Kollektiv den Tod eines Einzelnen entweder nicht wahrnimmt oder ihm keinerlei Bedeutung zukommen lässt. 1
Dem tatsächlichen, physischen Tod geht i.d.R. das sog. soziale Sterben, z.B. „(…) durch Degradierung und Exklusion (…)“ 2 voraus. Deshalb ist es wichtig, dass die Soziale Arbeit den Handlungsbedarf im Bereich der Sterbebegleitung erkennt und sich diesem Thema mit einem breit gefächerten Aufgabegebieten verstärkt annimmt.
Im Zentrum dieser Seminararbeit steht das Interventionsfeld der hospizlichen Sozialen Arbeit, das sowohl mit den möglicherweise auftretenden ‚Phasen eines Sterbenden‘, als auch auf dessen Wünsche und Bedürfnisse ganzheitlich und angemessen reagieren muss.
Da sich die Soziale Arbeit in ihren Grundzügen als Begleiter von Menschen in problematischen Lebensumständen und Situationen definiert, drängt sich die Frage auf, weshalb sie in Deutschland noch keine feste/eindeutige Rolle im Bereich der Sterbebegleitung spielt. Es sollte daher im Interessensfeld der Sozialarbeit liegen, einen klaren Standpunkt im Bereich Hospiz und palliative care zu beziehen.
1 vgl. Feldmann 2004, S. 81f
2 a.a.O., S. 147
3
Im Laufe dieser Arbeit wird auf geschlechtsspezifische Unterscheidungen, wie z.B. der Patient/die Patientin, verzichtet um einen konstanten Lesefluss zu gewährleisten. Die homogene Verwendung des maskulinen Genus schließt also die Möglichkeit einer femininen Akteurin nicht aus.
2. demografische Entwicklung
Es steht außer Frage, dass sich der Trend der demografischen Entwicklung in Deutschland dahingehend verstärkt, dass es zu einer zunehmenden Überalterung der Gesellschaft in den nächsten Jahrzenten kommen wird. 3 Um dieser Entwicklung auf psychosozialer und kultureller Ebene adäquat gerecht zu werden, bedeutet dies, dass dem Sterbeprozess in Zukunft mit einem höheren gesellschaftlichen Stellenwert begegnet werden muss, denn „Die Veränderung der Sterbedeutungen muss […]infolge eines veränderten Morbiditäts- und Mortalitätsspektrums gesehen werden.“ 4 Im Jahr 2010 betrug die Einwohnerzahl in Deutschland rund 81,8 Mio. 5 , die Anzahl der Verstorbenen lag bei 858 768.
Die folgende Grafik 6 gibt Aufschluss über die Todesursachen in Deutschland im Jahr 2010 und soll an dieser Stelle kurz umrissen werden. An zweiter Stelle der Todesursachen liegen nach Erkrankungen des Kreislaufsystems mit einem Anteil von 41,1%, bösartige Neubildungen, also hauptsächlich Krebserkrankungen, die mit einem Anteil von 25,5% etwas über ein Viertel der gesamten Sterbefälle verursachen.
3 vgl. Franke o.J., S187
4 Dinkel, zitiert nach Dreßke 2010, S. 386
5 http://www.indexmundi.com
6 http://www.destatis.de
4
Bezieht man die Grafik 7 über die Veränderung der Todesursachenstruktur in Deutschland mit ein, so kann man deutlich ablesen, dass diese Ursache von erheblicher
Relevanz ist, da bei den sog. bösartigen Neubildungen eine eindeutig steigende Tendenz zu erkennen ist. Da es sich hauptsächlich um Krebserkrankungen, die allgemein betrachtet und gewöhnlicher weise von einem schweren und langen Verlauf gekennzeichnet sind, handelt, muss es zu einer steigenden Popularität hinsichtlich des Themenkomplexes der Sterbebegleitung kommen.
7 http://www.bib-‐demografie.de
5
Arbeit zitieren:
Claudia Schuder, 2011, Interventionsfeld der Sozialen Arbeit im Bereich der Sterbebegleitung am Beispiel der Hospizbewegung, München, GRIN Verlag GmbH
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