1. Lerngruppenanalyse
Die Klasse 10 ist mir seit Beginn meines Referendariats im Februar 2011, sowohl durch Hospitation als auch durch eigene Unterrichtsstunden, bekannt. Seit Beginn diesen Schuljahres unterrichte ich diese Klasse eigenverantwortlich. Die Klasse setzt sich aus sieben Schülerinnen und 16 Schülern zusammen. Durch eine Exkursion des Wahlpflichtfaches Sozialpädagogik sind in der heutigen Stunde die Schülerinnen der Klasse nicht anwesend.
Insgesamt zeigt sich die Klasse durchschnittlich an dem Fach Geschichte interessiert. Einige Schülerinnen und Schüler 1 sind sehr engagiert und erfassen historische Zusammenhänge gut. ....... sind sehr an Geschichte interessiert und tragen den Unterricht mit sehr guten Beiträgen. Geschichtliche Zusammenhänge können diese Schüler gut erkennen und auch wiedergeben. ......, ein ehemaliger Gymnasiast, zeigt eine sehr gute Auffassungsgabe in Bezug auf historische Phänomene und Situationen, lässt sich jedoch leicht von unruhigen Schülern ablenken.
............ haben sich in den letzten Stunden offen und engagiert für das Fach Geschichte gezeigt. Andere Schüler zeigen dabei eher Schwierigkeiten und beteiligen sich sehr selten am Unterrichtsgeschehen. Schüler wie ............ sind eher zurückhaltend, zeigen aber bei konkreter Ansprache gute Arbeitsergebnisse.
Ein motivierender Einstieg, der die Neugierde weckt, ist nach meinen Erfahrungen sehr hilfreich, um die Aufmerksamkeit der Schüler zu erlangen. Durch den situativen Rahmen, den ich über die ganze Stunde aufrechterhalten möchte, erzeuge ich Neugier und Spannung darauf, was in der Stunde folgt.
Zu den Störern der Klasse zählen .............. In der Stunde werde ich daher versuchen, diese drei mit ruhigeren Partnern arbeiten zu lassen.
Trotz der sehr verschiedenen Charaktere in dieser Lerngruppe ist eine funktionierende Klassengemeinschaft zu erkennen. Viele der Schüler sind sehr diskussionsfreudig und der Lehrperson gegenüber offen.
Die Methode des Rollenspiels ist den Schülern einer zehnten Klasse bekannt, allerdings wurde diese Methode in den unterschiedlichen Fächern auch unterschiedlich durchgeführt, sodass eine klare Struktur und Arbeitsanweisung vorgegeben werden muss (vgl. Methodenanalyse).
Aus diesem Grund werde ich im Verlauf der Arbeitsphasen verschiedenen Gruppen Hilfestellung leisten und versuchen alle Gruppenmitglieder in die gemeinsame Arbeit zu integrieren. Zudem ermöglichen die ausführlichen Rollenkarten allen Schülern die Identifikation mit ihrer
1
Im Folgenden nur noch Schüler
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Rolle und der historischen Situation (vgl. Didaktische Analyse). Während des Rollenspiels lernen sie die übrigen Personen und deren Perspektiven kennen.
2. Sachanalyse
Unterrichtsreihe
Einzelstunde
3. Didaktische Analyse
Bezug zum Lehrplan
Die vorliegende Stunde lässt sich im Lehrplan 2 gleich mehreren Stoffbereichen zuordnen. Zu Grunde liegen der Stunde Teile aus dem Stoffbereich 22 „Die Entstehung einer bipolaren Welt“ und dem Stoffbereich 23 „Deutschland nach 1945“. Leitende Aspekte sind hierbei „Konfrontation und Kooperation der Weltmächte“, Weltmachtpolitik und Konfliktbegrenzung unter der Bedrohung des atomaren Overkills“ und „Die Abhängigkeit nationaler Entwicklungen von internationalen Bedingungen“. Hierbei überschneiden sich die folgenden Themenbereiche: „Die atomare Bedrohung der Welt“, „Die Interessenssphären der Supermächte in Europa“, „Weltweite Konfrontation“ und „Deutschland als Objekt der Siegermächte“.
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vgl. Kultusministerium Rheinland -Pfalz, Mainz (Hrsg.): Lehrplan für Geschichte (Klassen 7 - 9/10),
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Bedeutung des Themas
In der geplanten Stunde soll es den Schülern ermöglicht werden, ihr bis dahin angeeignetes Wissen anzuwenden und ein tieferes Verständnis für die damalige politische Situation der jungen BRD zu entwickeln.
Für die Schüler in Ahrweiler ist der Bunker bisher diffus immer mal wieder präsent gewesen. Seien es Gespräche mit Eltern, Hinweisschilder in der Stadt oder kurze Artikel in den Medien gewesen; zu einer näheren Betrachtung oder Auseinandersetzung mit diesem Bauwerk ist es jedoch in den seltensten Fällen gekommen. Nach der Eröffnung des Themas stellten die Schüler sehr schnell die grundlegenden Fragen. „Warum wurde ausgerechnet ein Atombunker gebaut?“, „Warum durfte da nur die Regierung rein?“, „Warum wurde der Bunker ausgerechnet in Ahrweiler gebaut?“, „Warum hat man das Geld nicht sinnvoller genutzt?“, etc. Im bisherigen Verlauf der Reihe haben sich die Schüler auf die Spur des Bunkers und ihrer Fragen gemacht. Während des ersten Besuchs in der Dokumentationsstätte wirkte allein der bedrohliche Bau des Bunkers und löste bei einigen Schülern Beklemmungen aus. Die Frage nach dem Sinn dieses Bauwerkes wurde förmlich spürbar und wird nun von den Schülern innerhalb des Rollenspiels weiter vertieft. Die Möglichkeit eines atomaren Konfliktes, der für die Schüler in weite Ferne gerückt ist, war in der Zeit des Bunkerbaus bittere, tägliche Realität. Sich in diese Zeit und die Menschen zu versetzen ist das Hauptanliegen in der heutigen Stunde. Aus dieser Atmosphäre der ständigen Bedrohung heraus lässt sich die Planung und Erbauung solcher „Kathedralen des Kalten Krieges“ heraus verständlich machen. Schwerpunkte, die in unserer heutigen Welt nicht mehr von Bedeutung sind, aber in der Zeit des Kalten Krieges politische Entscheidungen beeinflussten oder begünstigten. Gerade die Situation der jungen BRD und ihre Abhängigkeit von den USA werden durch den NATO-Beitritt verdeutlicht. Innerhalb des NATO-Vertrages verpflichtete sich die BRD dazu einen Regierungsbunker zu bauen, der im Konfliktfall die Handlungsfähigkeit der Regierung für 30 Tage sicherte.
Dass aber gerade Ahrweiler, die Heimat der Schüler, im Ernstfall zum primären Ziel der Gegner geworden wäre, soll den Schülern die Brisanz dieses Bauwerkes verdeutlichen. Für die Bevölkerung gab es keine Schutzräume und Familienmitglieder durften nicht mit in den Bunker. Es ist also alles andere als eine leichte Entscheidung, die in der damaligen Situation durch die Parlamentarier beschlossen werden
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musste. In diese problematische Ergebnisfindung sollen sich die Schüler begeben und nachspüren, wie schwierig solche politischen Entscheidungen oftmals sind. Gerade in der heutigen Diskussion über Bundeswehrreform, Auslandseinsätze der deutschen Truppen, Bedrohung durch Terroranschläge sind auch die Schüler heute mit einer oft unklaren gesellschaftlichen und politischen Situation konfrontiert. Gerade das immer noch latent bestehende Misstrauen zwischen Russland und den USA lässt sich für die Schüler einordnen, durch die Entwicklung und Bedrohungen im Kalten Krieg. Anhand dieser Stunde und der Unterrichtsreihe sollen die Schüler verstehen, dass Geschichte nicht vorüber ist, sondern immer auch die Gegenwart beeinflusst.
Didaktische Reduktion
Auf Grund des sehr komplexen Themas und der Überschneidung der verschiedenen Themenbereiche habe ich in der heutigen Stunde den Schwerpunkt auf die Frage nach der Errichtung des Bunkers gelegt.
Der regionale Rahmen, der in den letzten Stunden hergestellt wurde, bindet die Schüler auch emotional mehr in die Situation der Parlamentarier ein. Durch die Identifikation mit Parlamentariern der damaligen Zeit, die über die Heimatregion der Schüler entschieden haben, ist ein Brückenschlag in die Vergangenheit für die Schüler leichter.
Schon durch den Einstieg wird ein situativer Rahmen erzeugt, der die Schüler in die Zeit des Bunkerbaus versetzt und sie sofort als Entscheidungsträger einbindet. Mithilfe der Rollenkarten können die Schüler sich in die verschiedenen Positionen der Ausschussmitglieder einfinden und aus ihrer Position heraus an der Diskussion teilnehmen. Anhand der fiktiven Ausschusssitzung werden die konträren Argumente vorgebracht, diskutiert und abgestimmt. So erlangen die Schüler zum einen die Möglichkeit ihre Argumente zu präsentieren und zum anderen eine andere Perspektive anzunehmen.
Problemantizipation
Die größte Herausforderung in dieser Stunde wird die Aufrechterhaltung des situativen Rahmens von Beginn der Stunde bis zum Ende der Abstimmung sein. Ich werde versuchen als Regierungssprecherin selber schon zu Beginn der Stunde in einer anderen Rolle zu sein. Aus dieser Rolle heraus werde ich die ganze Stunde mit
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Arbeit zitieren:
Heike Fournier, 2011, Unterrichtsstunde: "Soll der Regierungsbunker gebaut werden?" Der Verteidigungsausschuss tagt. (Rollenspiel Regierungsbunker), München, GRIN Verlag GmbH
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