Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung (S.3)
2 Sexualität im Mittelalter - eine kurze Zusammenfassung (S.4)
2.1 Der Kirchlicher Grundstandpunkt zum Thema „Geschlechtsverkehr“ im
Mittelalter (S.4/5)
2.2 Kirchliche Sexualmoral (S.5/6/7)
3 Quellen zu „Sex im Mittelalter“ (S.8)
3.1 Bußbücher (S.8)
3.2 leges barboarorum und Lex Baiuvariorum (S.9)
3.3 Minnedichtung und Fabilaux (S.9/10)
3.4 Gerichts- und Inquisitionsprotokolle (S.10)
3.5 Briefe (S.10/11)
4. Fazit (S.11/12)
5. Literaturverzeichnis (S.13)
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1. Einleitung
Abb1: Erzherzog Maximilian von Österreich an Sigmund Prüschenk
Quelle: Steinhaufen, G. (HRSG)(1899): Deutsche Privatbriefe des Mittelalters. Berlin Transkription:
Erzherzog Maximilian von Österreich an Sigmund Prüschenk. Maßtricht. 1485 September 8.
Lieber Herr Sigmund….! Die schönen Frauen hier haben hören sagen von einem hübschen Gesellen, der heisst Herr Sigmund Brüschinck, der sei bei der 1.Mai. Die haben groß Verlangen, den zu sehen und bei ihm in Glauben schalffen, doch in schönen Ehren. Sehet wohl zu, wann Ihr herabkommet, dass Ihr den Glauben halt, oder Ihr würd der Stund aufgejagt u. Datum zu Maßtricht an unser Frauen Tag nativitatis 85. Maximilian er(z)h(erzog) zu Österreichper manum properiam. (Abr.) Herrn Sigmunden Brüschincken in sein Hand.
Ich möchte in meiner Proseminararbeit den oben abgebildeten Brief als Impuls für mein Thema „Sexualität im Mittelalter“ verwenden. In dieser Arbeit werde ich verstärkt auf die Sexualethik der christlichen Kirche eingehen und mögliche Quellen dazu erörtern und interpretieren. Diese Arbeit sollte einen kleinen Überblick über die damalige Einstellung zum Sexualtrieb des Menschen geben und ihn in ein zeitliches Korsett schnüren. Ich hoffe, dass mir dies gelungen ist und auch die zitierten Quellen einen besseren Gesamteindruck generieren.
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2. Sexualität im Mittelalter - Eine Zusammenfassung
In der heutigen westlichen Kultur wird die Ehe meist mit dem Begriff „Liebe“ assoziiert und Randbedingungen wie etwa Exklusivität oder Intimität geschaffen. In der mittelalterlichen und auch späteren Zeit kann weniger von Liebesbeziehungen gesprochen werden. Die Ehe und das Sexualverhalten galt offiziell mehr als Mittel zum Zweck wie Sieder (1977) treffend beschreibt: „Ehe und Familie waren in unterschiedlicher Form immer Grundlage eines mehr oder weniger 1 Die Partnerwahl geschah aus diesem Grund im Zusammenhang mit autarken Wirtschaftsbetriebs.“
Überlegungen, welche Lebensgemeinschaft die materielle Versorgung der Angehörigen beziehungsweise das Überleben des Geschlechts sichert. Dieses ungeschriebene Gesetzt galt sowohl 2 Dies galt für die Ehe, denn außereheliche Sexualität war ein für Bauern als auch für den Adel. Tabuthema.
Bei meinen Recherchen zum Thema „Sexualität im Mittelalter“ musste ich eine stiefmütterliche Behandlung eben dieses feststellen. Dies lässt sich unter anderem auf die Dominanz der katholischen Kirche in jener Zeit zurückführen, welche durch die Bestimmung der historischen Quellen die Sexualfeindlichkeit beziehungsweise Geschlechterangst steuerte. Gelebter Sexualalltag fand sich wenn nur in der Ehe, in sogenannten Bußbüchern beziehungsweise kanonischen Rechtsschriften so wie einigen anderen kleineren Quellengattungen..
2.1 Der Kirchlicher Grundstandpunkt zum Thema „Geschlechtsverkehr“ im Mittelalter Grundlegend ist festzustellen, dass im Mittelpunkt der christlichen Moral ein Misstrauen gegenüber 3 Susanne Cho, eine Kunsthistorikerin und Psychotherapeutin aus Zürich, sinnlichen Freuden steht.
geht sogar so weit, von einem christlichen Ideal voller „Verachtung für Geschlechtliches und 4 zu sprechen. Körperlichen bis hin zur Verachtung des irdischen Lebens schlechthin“ Wie schon oben gelesen war eine geschlechtliche Vereinigung nur im Zeichen der Ehe und des Reproduktionszwangs vorgesehen, doch niemals der reinen Lust am sexuellen Vergnügen. Doch wie rechtfertigte die Kirche das Verbot der außerehelichen Sexualität? Die christlichen Morallehrer
1 Sieder, R. [HRSG] (1977): Vom Patriarchat zur Partnerschaft. Zum Strukturwandel der Familie. München. 1977 2 Vgl. Sieder 1977, S.147
3 vgl. Ariès, P.; Béjin, A. (Hrsg.)(1984): Die Masken des Begehrens und die Metamorphosen der Sinnlichkeit. Zur Geschichte der Sexualität im Abendland. Frankfurt am Main, S. 147 4 Vgl. Cho, S. (1983): Kindheit und Sexualität im Wandel der Kulturgeschichte. Eine Studie zur Bedeutung der kindlichen Sexualität unter besonderer Berücksichtigung des 17. und 20. Jahrhunderts. Zürich S. 11
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Arbeit zitieren:
Alexander Erhard, 2011, Sexualität im Mittelalter - mit besonderer Fokussierung auf Kirchliche Sexualmoral und Quellen mittelalterlicher Sexualität/Erotik, München, GRIN Verlag GmbH
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