Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Geschichte von AIDS im afrikanischen Raum 4
3. Ursachen für die rasante Ausbreitung in Afrika 4-5
4. Bekämpfung von AIDS in Afrika 5-8
5. AIDS in Nordafrika 8-9
6. AIDS in Ostafrika 9-10
7. AIDS in West- und Zentralafrika 10-11
8. AIDS im südlichen Afrika 11-15
9. Fazit 15-16
10. Literaturverzeichnis 17-18
2
1. Einleitung
HIV ist die Abkürzung für Humane Immundefizienz-Virus. HIV ist aber auch eine Abkürzung für den Tod vieler Millionen Menschen in den letzten 20 Jahren. Der HI-Virus ist wohl die bekannteste Krankheit der Welt neben Krebs oder Grippe und bis heute ranken sich Mythen um seine Entstehung. Mehr dazu später.
HIV ist besser bekannt als Auslöser für AIDS, was wiederum die Abkürzung für Acquired immunodeficiency syndrome 1 ist. Eine Ansteckung mit dem HI-Virus führt nach einer längeren, meist jahrelangen Inkubationszeit zu AIDS, eine bisher noch unheilbare Immunschwächekrankheit. Die Zahlen sind erschreckend. In den letzten 20 Jahren transformierte der HI-Virus von mehreren lokalen Epidemien zur gloablen Pandemie mit schätzungsweise 25 Millionen 2 Todesopfern seit der Registrierung des Ausmaßes der Krankheit. Allein im Jahr 2007 infizierten sich 2,7 Millionen Menschen neu mit dem gefährlichen Virus, welcher durch Körperflüssigkeiten wie Blut oder Sperma verbreitet wird.
Diese Seminararbeit bearbeitet aber nicht das globale AIDS-Problem, sondern beschränkt sich auf den afrikanischen Raum. Beschränken mag das falsche Wort sein, da das subsahara gelegene Afrika die am schlimmsten betroffene Region der Welt ist. Allein 2007 gab es Schätzungen zur Folge 22 Millionen HIV Infizierte und 2,7 Millionen Neuinfektionen. Man kann ohne Probleme in diesem Kontext vom Brandherd Afrika sprechen. In meinen Recherchen fand ich aber kaum geschichtliches Material, da wie später noch erklärt, die AIDS Registrierung, Akzeptanz und Bekämpfung noch sehr jung ist und auch eher schleppend verläuft. So wurden diverse UNAIDS 3 Berichte meine Hauptquellen, welche aber eher mit diversen Statistiken und Zahlen aufwarten konnten, als mit geschichtlichen oder geographischen Hintergründen. So versuchte ich die Zahlen und Statistiken meinerseits zu interpretieren und mit zusätzlicher Recherche zu untermauern. So habe ich in der weiteren Arbeit Afrika in seine Himmelsrichtungen aufgeteilt, durch Länderbeispiele analysiert und mit andern Ländern in verschiedenen Regionen verglichen.
1 dt. Übersetzung: erworbenes Immundefektsyndrom
2 Schätzung der UNAIDS
3 Erklärung des Begriffes im Kapitel „Bekämpfung von AIDS in Afrika“
3
2. Die Geschichte von AIDS im afrikanischen Raum
Es ist schwer zu sagen, wann die erste Person mit AIDS infiziert wurde. AIDS-Forschern ist weder die Zeit noch der Ort oder das sogenannte Wirtstier bekannt. „Es hat kaum einen Erreger gegeben, um dessen Entstehung sich mehr Mythen ranken als um die des Human Immunodeficiency Virus, kurz HIV. Die größtenteils konspirativen Theorien reichen von amerikanischen Biowaffenlabors, die ein menschengemachtes Teufelsvirus wahlweise an schwulen Häftlingen oder hilflosen Afrikanern testeten, bis hin zum etwas schlichteren Bild von einer Strafe Gottes.“ 4 . 2006 allerdings behauptete ein internationales Forscherteam den Erreger und somit den Ursprung des HI-Viruses gefunden zu haben. Phylogenetische 5 Untersuchungen versuchten zu beweisen, dass kamerunische Schimpansen erste Überträger der gefährlichen Krankheit waren. 1959 wurde bei einer Blutprobe aus dem Kongo erstmals der HI-Virus festgestellt. Allerdings war man sich zu diesem frühen Zeitpunkt keineswegs bewusst, dass diese von den Schimpansen übertragene Krankheit der Beginn einer weltweiten AIDS-Pandemie war.
3. Ursachen für die rasante Ausbreitung in Afrika
Generell ist es schwierig, eine allgemeine Ursache für die AIDS-Ausbreitung im afrikanischen Raum zu formulieren. Aufgrund der regionalen Unterschiede ist es praktisch unmöglich die Ursachen auf den Kontinent Afrika zu reduzieren und so muss man zwischen den Regionen differenzieren. Zu diesem Punkt gelange ich aber noch später in meiner Arbeit und so möchte ich nun kurz die gängigen anerkannten allgemeinen Ursachen der AIDS-Ausbreitung erklären. Vorweg ist es vielleicht nötig zu erwähnen, dass die folgende Auflistung eher auf den Subsahara-Raum zutrifft, als auf die Nordafrikanischen Länder.
Abb1: Unterschiedliche AIDS-Ausbreitung in Afrika
Quelle: UNAIDS-Bericht 2001
4 http://www.zeit.de/online/2006/22/aids-virus-herkunft?page=1, zugegriffen am 27.04.2009 14:47
5 Phylogenese bezeichnet sowohl die stammesgeschichtliche Entwicklung der Gesamtheit aller Lebewesen als auch bestimmter Verwandtschaftsgruppen auf allen Ebenen der biologischen Systematik.
4
• Späte Präventivkampagnen: Anders als in Europa und Nordamerika, wo schon früh eine Art
Endzeitstimmung verbreitet wurde, erreichte die Aufklärungswelle Afrika 20 Jahre zu spät.
• Fehlende Finanzen: Vielen „Afrikanern“ sind die Präventivmaßnahmen schlichtweg zu
teuer. HIV-Test bzw. Kondome sind leider nicht für jeden leistbar. 1998 bezahlte ein Aids-Patient eine Anfangsgebühr von 555 $, dann 2.200 US-Dollar pro Monat 6 .
• Sexuelle Gewalt gegen Frauen: In Afrika ist der Prozentanteil der infizierten Frauen höher
als der der infizierten Männer (57% der HIV-infizierten Erwachsenen sind Frauen
7
) . Dies ist ein markanter Unterschied gegenüber der Infizierungsverteilung in Europa bzw. Nordamerika.
• Gleichgültigkeit der Infizierten: In vielen afrikanischen Gebieten besteht kaum Interesse, bei Infizierten ihren HIV-Status zu kennen und somit andere davor zuschützen. Denn ein positives Testergebnis kommt fast einem Todesurteil gleich, da die Behandlungsmöglichkeiten nur reichen „Afrikanern“ vorbehalten sind.
• Das Tabuthema: In vielen Teilen Afrika ist AIDS heute noch ein Tabuthema, das es der Krankheit erlaubt, sich seit 20 Jahren mühelos auszubreiten.
• Kulturelle Ursachen: Das sofortige Heiraten von Witwen und Polygamie begünstigen die Ausbreitung von AIDS.
• Prostitution: Infizierte Prostituierte helfen dem Virus bei seiner Ausbreitung. Dies avanciert speziell in westlichen Afrika zu einem großem Problem. In Luanda, der Hauptstadt Angolas, sind 33% der Prostituierten mit dem HI-Virus infiziert. 8
4. Bekämpfung von AIDS in Afrika
In vielen afrikanischen Staaten haben AIDS-Aufklärer Schwierigkeiten mit der Akzeptanz des HI-Viruses innerhalb der Bevölkerung. Diese sogenannten AIDS denialists 9 bestreiten den Zusammenhang von HIV und AIDS oder leugnen gar die Existenz des Viruses. Ein populäres Beispiel für einen AIDS-Leugner ist der ehemalige südafrikanische Präsident Thabo Mbkei. „Südafrikas Präsident Thabo Mbeki weist jede menschliche Mitschuld an Infektion und Verbreitung der tödlichen Immunkrankheit weit von sich. Stattdessen stellt er auf einer internationalen Aids-Konferenz den Kontinent als Opfer dar: Die reichen Gesunden tun nicht genug für die unschuldig Geplagten.“ 10 So empfahl das südafrikanische Gesundheitsministerium auf Weisung Mbekis auf die Einnahme von antiviralen Medikamenten zu verzichten, sondern die Erkrankung mit Olivenöl,
6 http://www.bpb.de/themen/5VV3TA,0,0,Im_Kampf_gegen_HIVAids.html, zugegriffen am 28.04.2009 12:23
7 Der AIDS-Epidemie Status Bericht: Dezember 2005, UNAIDS, S.20
8 Der AIDS-Epidemie Status Bericht: Dezember 2005“, UNAIDS, S. 20
9 Deut. Übersetzung nach Erhard „AIDS-Leugner“
10 WELT online, http://www.welt.de/print-welt/article522706/Afrika_und_Aids.html, zugegriffen am 27.04.2009 16:36
5
Knoblauch und Rote Bete zu bekämpfen. 11 Unabhängigen Schätzungen zur Folge führte die Leugnung von AIDS durch die südafrikanische Regierung zum Tod von 330 000 bis zu 343 000 Menschen und 171 000 vermeidbaren Neuinfektionen. 12
Doch das Umlernen möglich ist, zeigt ein positives Beispiel: Uganda. Einst war dieses ostafrikanische Land eine Region mit der höchsten Infektionsrate, aber durch eine konsequente Aufklärungspolitik der Regierung konnte in jüngster Zeit die AIDS-Todesspirale gebremst werden. „Afrikas Eliten sollten sich hieran ein Beispiel nehmen, anstatt weiterhin borniert und beleidigt die Schuld in Übersee zu suchen.“ 13
Auf Grund jüngster Ereignisse möchte ich auch noch einen Punkt hervorheben, der die AIDS-Bekämpfung in Afrika erschwert: die christlich katholische Religion. Auf seiner jüngsten Afrikarundreise behauptete Papst Benedikt XIV., dass die Benutzung von Kondomen viel mehr das Problem AIDS verschlimmern anstatt zu lösen. 14 Da Afrika ein fruchtbarer Boden für die katholische Kirche ist, bewirken solche Behauptungen natürlich das Umdenken der gläubigen Bevölkerung.
Jedoch möchte ich in meiner Arbeit nicht auf den geschichtlichen Charakter vergessen. Aufgrund der langen Ignoranz der Krankheit unsererseits ist es extrem schwierig zu bestimmen, wann der Kampf gegen AIDS begonnen wurde. Ersten wusste niemand wirklich, um was es sich beim HI-Virus in Wirklichkeit handelt, noch waren die durch AIDS verschuldeten Todesfälle in der westlichen Welt zu gering, um sich ernsthaft Sorgen machen zu müssen. Erst 1988 begann die Weltbank, Projekte gegen AIDS und HIV zu unterstützen. In Afrika subventioniert die Weltbank staatliche Anti-AIDS Kampagnen im Rahmen des ins Leben gerufenen "Multi-Country AIDS Program for Africa 15 " (MAP) und der kleineren Unterorganisation „Treatment Acceleration Prgramm“ (TAP) 16 . In der ersten wirklich großen Geldgeberphase finanzierte MAP 39 nationale und regionale AIDS-Projekte in Afrika mit einem Volumen von 1,286 Milliarden US Dollar. Diese beiden Programme zum Kampf gegen AIDS bestehen immer noch, allerdings sind sie nun Teile des 1996 gegründeten Joint United Nations Programme on HIV/AIDS (UNAIDS).
UNAIDS ist eine der UNO untergeordnete Organisation mit Hauptsitz in Genf. Seit ihrer Gründung war Paul Piot, der Untergeneralsekretär der Vereinten Nationen , Vorsitzender, bis er Ende 2008 von dem aus Mali stammenden Michel Sidibé abgelöst wurde.
11 http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,584738-2,00.html, zugegriffen am 27.04 16:44
12 P. Chigwedere, G. Seage, S. Gruskin et al.: Estimating the Lost Benefits of Antiretroviral Drug Use in South Africa.: J Acquir Immune Defic Syndr. 2008 In: J Acquir Immune Defic Syndr. OKT 2008 Nicoli Nattrass: AIDS and the Scientific Governance of Medicine in Post-Apartheid South Africa. In: African Affairs 2008 107(427):157-176
13 http://www.welt.de/print-welt/article522706/Afrika_und_Aids.html, zugegriffen am 27.04.2009 16:53
14 http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,613810,00.html, zugegriffen am 27:04 17:16
15
http://web.worldbank.org/WBSITE/EXTERNAL/COUNTRIES/AFRICAEXT/EXTAFRHEANUTPOP/EXTA FRREGTOPHIVAIDS/0,,contentMDK:21371947~menuPK:3880580~pagePK:34004173~piPK:34003707~theSiteP K:717148,00.html, zugegriffen am 28.04.2009 12:31
16 http://www.uneca.org/tap/, zugegriffen am 28.04.200913:35
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Arbeit zitieren:
Alexander Erhard, 2009, AIDS in Afrika - Eine Einführung, München, GRIN Verlag GmbH
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