Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Geschichtliche Entwicklung 3
3 Hauptpflichten der Beamten 6
4 Vergleich von Angestellten und Beamten 8
5 Das Bild der Beamten in der Gesellschaft 10
6 Fazit 12
Quellenverzeichnis 14
Anhangverzeichnis 16
Entstehung und Entwicklung 1
des Beamtentums in Deutschland
1 Einleitung
In jeder Kultur und jedem Staat gab es Staatsdiener, die die wichtigsten Aufgaben des Staates erfüllten und dem W ohl der Allgemeinheit dienten. Unter dem Begriff Staatsdiener werden die Beamten 1 ver-standen. „Beamte und Beamtinnen sind Personen, die in einem öffentlich-rechtlichen Dienst- und Treuverhältnis stehen. Sie sollen hoheitsrechtliche oder andere Aufgaben und Befugnisse wahrnehmen“ (Grottian, P. / Narr, W . 1996: 132).
Diese Hausarbeit handelt über das Thema: Entstehung und Entwicklung des Beamtentums in Deutschland. Dabei wird die Frage gestellt, welche Funktionen und Dysfunktionen das Beamtentum in Deutsch-land hat.
In der letzten Zeit wurde das Bild des Beamtentums negativ dargestellt. Es wird kritisiert, dass Missmanagement in öffentlichen Organisationen, unnötig verzögerte Sachbearbeitung, mangelnde Effizienz, parteipolitischer Ämterpatronage und Verschwendung von Steuergeldern auf die Arbeitsweise der Beamten zurückzuführen ist. Diese Kriterien schaden dem Image des Berufsbeamtentums (vgl. Tiedemann, J. 2004: 9). Auch Max W eber übt Kritik an der Bürokratie in öffentlichen Verwaltungen und nicht an der Privatwirtschaft. Nach W eber spielt das Beamtentum eine wesentliche Rolle in der Bürokratie, da die Bürokratie die Herrschaft mittels bürokratischen Verwaltungsstabs ist und deren Typus ist die Behörde mit Beamten. Seine Definition lautet: „Beamte bilden den typischen Verwaltungsstab rationaler Verbände, seien dies politische, hierokratische, wirtschaftliche oder sonstige." ( W eber, M. 1980: 126). Die Bürokratie ist heute nicht auf die öffentliche Hand beschränkt, sondern auch in manchen Teilen auf die Privatindustrie. Daraus folgt die Frage, ob noch die Notwendigkeit besteht, eine bürokratische Verwaltung zu haben und ob die über-
1 I m F o l g e n d e n w e r d e n B e a m t e u n d B e r u f s b e a m t e s y n o n y m v e r w e n d e t .
Entstehung und Entwicklung 2
des Beamtentums in Deutschland
kommenen Strukturen des Berufsbeamtentums den spezifischen Aufgaben der Staatstätigkeit entsprechen (vgl. Mommsen H. 1996: 20). Außerdem werden häufig Beamte mit Angestellten verglichen, da sowohl Beamte als auch Angestellte im öffentlichen Dienst arbeiten und dabei die gleichen Aufgaben erfüllen. Allerdings genießen Beamte gegenüber Angestellten mehr Vorteile. Daher wird folgende These formuliert: W erden Beamte in Zukunft durch Angestellte abgelöst und ist das Idealbild der Beamten noch aktuell? Im Rahmen dieser Ausarbeitung wird auf die Entstehung und Entwicklung des Berufsbeamtentums eingegangen. Darin wird ein Überblick über die Post- und Bahnprivatisierung gegeben. Des W eiteren werden die Hauptprinzipien der Beamten, insbesondere deren wichtigste Pflichten dargestellt. Anschließend erfolgt ein Vergleich zwischen Beamten und Angestellten. Damit wird auch ein konkreter Überblick zur Funktion und Dysfunktion des Beamtentums gegeben. Im anschließenden Kapitel wird auf das Bild der Beamten in der Gesellschaft eingegangen. Die Ausarbeitung schließt mit einem Fazit ab, wo auf die hier formulierte Fragestellung und These eine Antwort ge- geben wird.
Entstehung und Entwicklung 3
des Beamtentums in Deutschland
2 Geschichtliche Entwicklung
W ie bereits in der Einleitung erwähnt wurde, ist das Berufsbeamtentum eng mit der Bürokratie verbunden. In der heutigen Zeit ist die Kritik an Bürokratie und Beamtentum immer noch aktuell. Im Folgenden wird der historische Hintergrund aufgezeigt, um daraus Aufschluss über deren Funktion und Dysfunktion zu geben. Die Geschichte des Beamtentums blickt auf eine lange und bewährte Tradition zurück. Beamte existierten schon in Antike. In einer Zeit, als die Menschen in einer Gemeinschaft zusammenlebten und Arbeitsteilung betrieben.
Auch in Deutschland hat das Beamtentum eine lange Entstehungsgeschichte. Ihren Anfang nimmt sie vom Diener des Königs über den Diener des Staates hin zum republikanischen und demokratischen Beamten. Die W urzeln des deutschen Berufsbeamtentums liegen in der Regierungszeit von Friedrich W ilhelm I. von Preußen. In dieser Zeit diente der Beamte „… mit Leib und Leben, mit Hab und Gut, mit Ehre und Gewissen“, wie der König es verlangte (vgl. W agner, F. 2002: 8). Die Beamten waren loyal gegenüber dem König, es gab keinen Staatsdienst wie heute. Erst seit 1794 regelte das preußische allgemeine Landrecht, dass Beamten nicht mehr Diener des Königs, sondern des Staates sind. Die Beamten des frühen 19. Jahrhunderts waren das, was wir heute als politische Beamte kennen. Die politischen Beamten hatten eine Treupflicht gegenüber der Regierung, d.h. sie waren gegenüber ihrer Staats- oder Regierungspartei treu ergeben (vgl. W under, B 1996: 43). Nach dem Zweiten W eltkrieg wurde das Berufsbeamtentum von den Alliierten abgeschafft und wenig später erneut eingeführt. Mit der Zeit wurde der Status der Beamten durch Verfassung und Gesetze gefestigt.
Daraus folgt: „Das Beamtentum in Deutschland ist daher eng mit dem Staat verflochten und hat mit seiner Kontinuität wesentlich zur Stabi-
Entstehung und Entwicklung 4
des Beamtentums in Deutschland
lisierung und zur Stabilität der jeweiligen Macht- und Staatsstrukturen beigetragen“ (Tiedemann, J. 2004: 9).
Neben der geschichtlichen Entwicklung sind auch neuere Entwicklungen des Beamtentums im letzten Jahrhundert zu erwähnen. Bedeutende Punkte sind die Privatisierung der Deutschen Bundespost, der Bundeseisenbahnen und der Flugsicherung. Seit 1993 wurde versucht das Beamtentum auf Kernaufgaben der Verwaltung zu konzentrieren, jedoch konnte dieses Vorhaben nicht ganz erfolgreich abgeschlossen werden. Trotz der Schwierigkeiten sank sich die Zahl der Beamten in Unternehmen wie Deutsche Post, Deutsche Telekom und Deutsche Bundesbahn. Mehr als die Hälfte der damaligen Bundesbeamten leisten heute ihre Arbeit in privatwirtschaftlichen Unternehmen (vgl. Faust, F. / Klöckner, B. 2005: 27). Damit haben sich die Tätigkeitsstrukturen der Beamten von der Gemeinwohlorientierung zur Gewinn-orientierung verändert. Dadurch erfüllen Beamte keine Staatsaufgaben mehr, vielmehr arbeiten sie wie Angestellte in W irtschaftsunternehmen, die nach Gewinnmaximierung streben (vgl. Pechstein M. 1999: 9). Allerdings gibt es auch Zielkonflikte bei Privatisierungen von Staatsunternehmen. Dabei ist das zentrale Problem, dass Beamte Diener des Staates sind und ihre Tätigkeit nicht bzw. nur schwierig in Einklang mit wirtschaftlichen Arbeitsweisen zu bringen ist. Ihre gewohnte Arbeitsweise gestaltet sich im Umsetzen von Regularien aus Gesetzen. Zudem haben sie einen Eid abgelegt, gegenüber dem Staat loyal zu sein und nicht gegenüber einem W irtschaftsunternehmen. Dadurch ergibt sich die grundsätzliche Dysfunktion des Beamtentums. Im Ergebnis wird versucht, weniger Beamte in privaten Bereichen zu beschäftigen. Allerdings gibt es auch Ausnahmen bei teil-oder vollverstaatlichten Unternehmen, wie z.B. der Deutschen Bahn oder der Deutschen Post (vgl. Blanke, T. / Sterzel, D. 1999: 29ff). Es herrschten unterschiedliche Meinungen bezüglich der Privatisie- rung. Helmut Ricke, der Chef des damaligen Postunternehmens Tele-
Arbeit zitieren:
Rushena Abduramanova, 2011, Entstehung und Entwicklung des Beamtentums in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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