Inhaltsverzeichnis
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1.Einleitung 01
2. Definition einer Zwangserkrankung 02
2.1. Zwangsgedanken 04
2.2. Zwangshandlungen 05
3. Ursachen einer Zwangsstörung 06
3.1. Verschiedene Formen von Zwangsstörungen 08
4. Behandlungsmöglichkeiten einer Zwangsstörung 10
4.1. Auswirkungen einer Zwangserkrankung auf Familie, Partnerschaft
und das eigene Leben 13
5. Zusammenfassung und Fazit 15
6. Literaturverzeichnis 17
6. 17
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1. Einleitung
Ich bin fest davon überzeugt, dass jedem schon einmal der Gedanke ereilt ist, irgendetwas vergessen zu haben. „Habe ich den Herd ausgemacht?“ Außerdem glaube ich auch, dass jeder mindestens einmal auch schon nachgesehen hat, ob beispielsweise der Herd denn auch wirklich aus ist. Diese schon scheinbar routinemäßigen Gedanken oder kurzen Kontrollen machen noch lange keine psychische Störung wie eine Zwangsstörungen bzw. Zwangserkrankung aus.
Aber diese banalen und einfachen Fragen, die sich wahrscheinlich jeder schon einmal gestellt hat, sind Hauptbestandteile einer Zwangserkrankung. Schon ein wenig erschreckend wirkt es wie nahe das in gewisser Form zusammenhängt. Genau dieser Grund machte mich sehr neugierig mehr über Zwangsstörungen, Zwangsgedanken und Zwangshandlungen zu erfahren. Ich finde es außerdem sehr spannend, dass einfache Fragen in Verbindung mit verschiedenen Komponenten Ängste und Störungen hervorrufen können und diese dann wiederum den Tag so strukturieren, dass ein normales Alltagsleben kaum zu bewältigen ist. Das gab mir die Motivation mehr über das Thema zu erfahren.
Ich möchte mir in meiner Hausarbeit zunächst eine Definition einer Zwangsstörung vornehmen und erläutern, was international als Zwangsstörung anerkannt wird. Hierzu werde ich in zwei Unterpunkten genau auf Zwangsgedanken und Zwangshandlungen eingehen. Wie diese Begriffe zu verstehen sind und in welchem Zusammenhang sie stehen, werde ich im Einzelnen im zweiten Punkt meiner Arbeit erläutern. Anschließend werde ich verschiedenen Ursachen einer Zwangsstörung erklären. In einem weiteren Unterpunkt möchte ich dann auf verschiedenen Formen einer Zwangsstörung eingehen.
Des Weiteren möchte ich allgemeine Behandlungsmethoden einer Zwangserkrankung aufzeigen. Eine individuelle Krankheitsgeschichte bzw. Krankheitsverlauf einer Zwangserkrankung werde ich hier in einem weiteren Unterpunkt darlegen. Dabei möchte ich, auf die Probleme mit denen die Betroffenen beispielsweise in zwischenmenschlichen Beziehungen zu kämpfen haben, eingehen. Auch auf die Stigmatisierung der restlichen Gesellschaft möchte ich eingehen und auch die Seite der Personen im nahen Umfeld des Betroffenen darstellen.
Zum Ende meiner Arbeit werde ich dann mit einer kurzen Zusammenfassung und einem Fazit schließen.
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2. Definition einer Zwangsstörung
Ich werde in diesem Punkt die international anerkannte Definition von Zwangserkrankungen erläutern und einen kurzen Überblick verschaffen, was man unter Zwangsstörungen versteht. Anschließend werde ich Zwangsgedanken und Zwangshandlungen mit ihren Folgen erläutern.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt im jährlichen Intervall einen Bericht heraus. Es handelt sich um den „International Statistical Classification of Diseases and Realted Health Problems“ (ICD-10) zu deutsch „Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“. In diesem Bericht findet man Zwangsstörungen in der Kategorie F4, diese umfasst sowohl Neurotische-, Belastungs- als auch somatoforme Störungen. In der Unterkategorie F42 findet man nun die Zwangsstörungen. 1
Sie wird dort wie folgt beschrieben:
„Wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Zwangsgedanken sind Ideen, Vorstellungen oder Impulse, die den Patienten immer wieder stereotyp beschäftigen. Sie sind fast immer quälend, der Patient versucht häufig erfolglos, Widerstand zu leisten. (…)Zwangshandlungen oder -rituale sind Stereotypien, die ständig wiederholt werden. (…) Der Patient erlebt sie oft als Vorbeugung gegen ein objektiv unwahrscheinliches Ereignis, das ihm Schaden bringen oder bei dem er selbst Unheil anrichten könnte. Im allgemeinen(!) wird dieses Verhalten als sinnlos und ineffektiv erlebt(…)Werden Zwangshandlungen unterdrückt, verstärkt sich die Angst deutlich.“ 2
Wie im WHO Bericht beschrieben sind die primären Merkmale einer Zwangsstörung, Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Diese werde ich später näher beschreiben. Wenn diese Gedanken und Handlungen den Tagesablauf einer Person, durch den hohen Zeitaufwand der Zwänge, dermaßen beeinträchtigen und die Gedanken und Handlungen wiederholt auftreten spricht man von Zwangsstörungen. Die Betroffenen sind durch die Zwänge so eingeschränkt, dass jegliche sozialen Kontakte sowie berufliche Aktivitäten nicht mehr bestehen können. Im Bericht der WHO müssen die Zwangsgedanken und Zwangshandlungen mindestens in einen Zeitraum von zwei Wochen fortwehrend bestehen. 3
1 Vgl. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (2011)
2 Ebd.
3 Vgl. Hoffmann, Barnow, Grabe. (2008): Von Angst bis Zwang, S.62 Seite 4 von 19
Der nicht zwangserkrankte Mensch wird in der modernen Psychologie als ein Geschöpf angesehen, dass Informationen über seine Umwelt aktiv sammelt. Anschließend werden sie nach bestimmten Punkten geordnet und letztendlich auch bewertet. Schließlich folgen aus den Informationen Handlungspläne die dann in Taten umgesetzt werden. Somit kann der nicht zwangserkrankte Mensch seine Lebensziele erreichen. 4 Wenn ein Mensch unter Zwangsstörungen leidet, dann findet diese Informationsverarbeitung meist erschwerend statt. Solche Menschen bekommen eine unermessliche Fülle von Informationen, ihrer Sinnesorgane können diese nicht verarbeiten. Diese Informationen kann er nicht alle verwerten, sondern muss diese in eine geeignete Ordnung bringen. Dadurch werden auch falsche Entscheidungen getroffen und die Betroffenen verlieren sich in Details oder setzten falsche Prioritäten. „Ein Fußgänger, der eine verkehrsreiche Straße überqueren will, wird versuchen, die Entfernung und Geschwindigkeit der fahrenden Autos einzuschätzen. Für die Entscheidung (…) sind weder die Farben der Autos noch die Nummernschilder wichtig.“ 5
Die Konzentrationsfähigkeit zwanghafter Menschen ist extrem hoch. Dies kann aber auch eine starker Nachteil sein, denn starke Konzentration setzt auch immer eine erhöhte Anspannung voraus. Folglich kann der zwanghafte Mensch kaum viele Dinge gleichzeitig machen. Er ist in jeder Situation leicht ablenkbar und geht nur sehr selten an Neues bzw. Unbekanntes heran. Er hat meist große Angst vor Entscheidungen, denn er verbindet mit diesen Entscheidungen meist Leben und Tod. Er kann weder Risiken eingehen noch kann er in gewissen Situationen spontan handeln. 6
In der Psychologie unterscheidet man zwischen drei Arten von Zwangserscheinungen: An erster Stelle stehen Menschen mit harmlosen Ereignissen die in ihrem täglichen Leben vorkommen. Sie werden dadurch aber nicht bzw. kaum behindert und können ihren Alltag geregelt gestalten.
Die zweite Art der Zwangserscheinungen nennt sich die >zwanghafte Persönlichkeit<. Sobald diese noch harmlosen Ereignisse überwiegen, bilden sich auf Betroffenenseite und bei den Mitmenschen erhebliche Nachteile. Dann spricht man von einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung. Die dritte und letzte Art sind die Zwangsstörungen die deutlich die Norm überschreiten und ein normales, geregeltes Leben ausweglos erscheinen lassen. Zwangsstörungen können das Leben des Betroffenen völlig beherrschen. 7
4 Vgl. Hoffmann. (1990): Wenn Zwänge das Leben einengen, S.10f.
5 Hoffmann. (1990): Wenn Zwänge das Leben einengen, S.11
6 Vgl. ebd. S.11ff.
7 Vgl. Hoffmann. (1990): Wenn Zwänge das Leben einengen, S.10 Seite 5 von 19
2.1. Zwangsgedanken
Für eine anerkannte Definition von Zwangsgedanken orientiere ich mich ein weiteres Mal an dem Bericht der WHO. Zwangsgedanken werden unter F42.0 wie folgt definiert.
„Diese können die Form von zwanghaften Ideen, bildhaften Vorstellungen oder Zwangsimpulsen annehmen, die fast immer für die betreffende Person quälend sind. Manchmal sind diese Ideen eine endlose Überlegung unwägbarer Alternativen, häufig verbunden mit der Unfähigkeit, einfache, aber notwendige Entscheidungen des täglichen Lebens zu treffen.“ 8
Ein weitere wichtiger Punkt bei Zwangsgedanken sind die sog. Grübelzwänge. Diese sind immer wiederkehrende Gedankenketten die zu keinem Ergebnis führen. Sie verlaufen so zu sagen im Kreis. Wiederholte Fragen, wie beispielsweise die Sauberkeit des Bodens, stellt sich der Betroffene immer wieder selbst und grübelt, ob es denn auch wirklich, wie bei diesem Beispiel sauber ist. 9
Die Wechselwirkung oder auch Beziehung von Depression und den o.g. Grübelzwängen sind sehr eng. Denn bei manchen Depressionen können auch Grübelzwänge entstehen. Wobei der Betroffene in diesem Fall dann keineswegs an einer Zwangsstörung leidet, sondern an einer Depression. Die Diagnose Zwangsstörung sollte nur dann erfolgen, wenn der sog. Grübelzwang sich nicht über eine depressive Phase erstreckt oder andauert. 10
Es gibt eine Reihe von typischen Zwangsgedanken. Hier werde ich nun einen kleinen Überblick über die häufigsten Zwangsgedanken von Betroffenen geben. Zunächst beginne ich mit dem Zwangsgedanken der Verschmutzung und Kontaminierung. Betroffen klagen über die ständige Angst sich mit Schmutz, Keimen oder Krankheiten zu infizieren. Diese Gedanken kreisen auch um aktuelle Themen unserer Zeit, wie beispielsweise die Ansteckung einer HIV-Infektion oder die Verseuchung des eigenen Körpers mit atomarer Strahlung.
Andere Zwangsgedanken sind auf die eigene Schuld oder Verantwortung bezogen. Sie kreisen meist immer um Gedanken andere Menschen oder sogar Lebewesen zu verletzen oder gar zu töten. Andere Betroffene denken wie sie am besten zukünftige Katastrophen oder Unglücke verhindern können.
8 Vgl. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (2011)
9 Vgl. Hoffmann. (1990): Wenn Zwänge das Leben einengen, S.46
10 Vgl. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (2011) Seite 6 von 19
Arbeit zitieren:
Sascha Krüger, 2011, Die Zwangsstörung - Eine psychische Erkrankung, München, GRIN Verlag GmbH
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