Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 3
Zusammenfassung 4
Summary 5
1. Nach der Krise ist vor der Regulierung 6
2. Das Bankensystem in Deutschland 8
2.1. Institutioneller Rahmen für deutsche Kreditbanken 8
2.1.1. Die Europäische Zentralbank als höchste Instanz 8
2.1.2. Das Europäische System der Zentralbanken 9
2.1.3. Die Deutsche Bundesbank als Teil des Systems 9
2.2. Das Universalbankensystem in Deutschland 10
2.2.1. Universalbanken als Anbieter aller Bankgeschäfte 11
2.2.1.1. Privatwirtschaftlich organisierte Kreditbanken 11
2.2.1.2. Öffentlich-rechtliche Sparkassen und
Landesbanken 14
2.2.1.3. Genossenschaftsbanken 14
2.2.2. Spezialbanken als Sonderstellung im
Universalbankensystem 15
2.3. Die Organisation der Bankenaufsicht 15
2.3.1. Der Baseler Ausschuss zur Bankenaufsicht 16
2.3.2. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde 21
2.3.3. Die Bundesanstalt für Finanzdienstaufsicht 21
3. Auswirkungen regulatorischer Eingriffe auf deutsche
Kreditbanken 23
3.1. Theorie der Regulierung - das Prinzipal-Agent Problem 23
3.1.1. Grundlage der Regulierung des ankensektors 25
3.1.2. Formen der Regulierung 28
3.1.2.1. Die Selbstregulierung des Marktes 28
3.1.2.2. Möglichkeiten staatlicher Regulierung 29
3.1.3. Zusammenfassung 32
3.2. Neue Anforderung für Banken 32
3.2.1. Eigenkapitalanforderung 32
3.2.2. Liquiditätsanforderungen 39
3.3. Die Existenz des Schattenbankensystem 42
4. Der Weg nach Basel IV 44
Quellenverzeichnis 46
2
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 Deutsches Bankensystem
Abbildung 2 Von Basel II nach Basel III
Abbildung 3 Zeithorizont für die Implementierung von Basel III
Abbildung 4 Kontrollkosten und Wohlfahrtsverluste
3
Zusammenfassung
Die Bankenpleiten in den 1970er Jahren und die immer mehr international tätigen Banken machten es nötig eine internationale Bankenaufsicht zu gründen. Seitdem macht der Baseler Ausschuss zur Bankenaufsicht regelmäßig Vorschläge zur Regulierung von Banken. Im Zuge der Finanzmarktkrise wurden neue Vorschriften für Banken diskutiert und durch den Ausschuss im Dezember 2010 unter dem Namen Basel III veröffentlicht. Dort werden zum einen verschärfte Eigenkapitalanforderungen gefordert und zum anderen wird eine Begrenzung der Verschuldung vorgeschlagen.
Gerade deutsche Kreditbanken, die sehr international ausgerichtet sind, werden mit den neuen Regeln konfrontiert. Für sie stellt sich die Frage, wie sie die neuen Anforderungen erfüllen sollen. Denn durch die qualitative Aufwertung des Eigenkapitals steht eine beliebte deutsche Finanzierungsform auf der Kippe: die stillen Einlagen. Die Prinzipal-Agent Theorie bietet die Grundlage für diese Überlegungen. Müssen Banken auf Grund ihres Informationsvorsprungs reguliert werden, oder schafft es der Markt sich selbst zu regulieren? Der Staat hat verschiedene Möglichkeiten regulierend in das Bankensystem einzugreifen.
Es wurde viel über mögliche Auswirkungen von Basel III diskutiert. Während vornehmlich Politiker der Meinung sind, dass die neuen Regeln das Bankensystem stabiler machen, glauben Vertreter der Banken, dass es zu einer Kreditklemme und zu einem Rückgang der Konjunktur kommen wird.
Basel III kann aber nur richtig funktionieren, wenn es ein Standard für alle Staaten wird, ohne Ausnahmen für einzelne.
4
Summary
The bankrupt of banks in the 1970s and the increasing number of international banks made it necessary to establish an international banking supervision. Since then, the Basel Committee on Banking Supervision makes proposals on the regulation of banks. Follow in the wake of the financial market crisis, new legislation has been discussed for banks and published by the Committee in December 2010 under the name Basel III. On the one there are a more stringent capital requirements demanded and on the other there is a limitation of debt proposed.
Especially German credit banks which have a strong international dimension are confronted with the new rules. For them, the question is how to meet the new requirements. For the qualitative appreciation of equity a popular form of financing in Germany is on the brink: the silent partners.
The principal-agent theory provides the foundation for those considerations. Must banks be regulated because of their superior knowledge, or creates it the market to regulate itself? The state has several options in interfering in the banking system. There has been much discussion about the possible effects of Basel III. While primarily politicians believe that the new rules make the banking system more stable, representative of the banks believe that there will be a credit crunch and a decline in economic activity. Basel III may properly only work if it is a standard for all states, without exceptions for individuals.
5
1 Nach der Krise ist vor der Regulierung
Als Antwort auf die globale Finanzmarktkrise, von der nur 3% der deutschen Banken glauben, dass sie überwunden sei 1 , hat der Baseler Ausschuss zur Bankenaufsicht im Dezember 2010 ein neues Regelwerk verabschiedet, welches die Widerstandsfähigkeit der Banken und des Bankensystems stärken soll. Dieses Regelwerk ist unter dem Namen Basel III veröffentlicht worden.
Im Vorfeld dieser Veröffentlichung wurde bereits über mögliche Auswirkungen dieses Regelwerkes diskutiert. Der Präsident der Europäischen Zentralbank behauptet, Basel III stärke die globale Stabilität 2 . Andere kritische Stimmen meinen, die neuen Regelungen würden nicht dazu beitragen, dass Banken Risiken eingehen, die das System gefährden können 3 . In dieser Arbeit soll es um die Beantwortung der Frage gehen, ob Basel III dazu beitragen kann, die Finanzwelt stabiler zu gestalten.
Gegenstand dieser Thesis ist eine Untersuchung der Frage warum Banken reguliert werden müssen. Als Grundlage wird im zweiten Kapitel ein Überblick über das deutsche Bankensystem, welches in das europäische System eingebettet ist, gegeben. Außerdem wird im zweiten Kapitel die internationale, sowie die deutsche Bankenaufsicht vorgestellt. Im dritten Kapitel werden zunächst, ausgehend von der Prinzipal-Agent Theorie, die theoretischen Grundlagen einer Regulierung für Banken dargestellt. Danach folgt eine Begründung zur Regulierung von Banken. Davon ausgehend werden zum einen die Möglichkeiten einer Selbstregulierung aufgezeigt, zum anderen werden die Möglichkeiten einer staatlichen Regulierung vorgestellt.
1. vgl. Grohnert, Ana-Cristina: Kreditmarktstudie - September 2010, S. 13
2. vgl. Welt Online vom 13.09.2010: EZB - Strengere Kapitalregeln stützen Konjunktur
3. vgl. Bittihn, Ulrich: Basel III aus Sicht der deutschen Kreditwirtschaft. In: Zeitschrift
für das gesamte Kreditwesen, 2010 Heft 19, S. 1008f.
6
Danach folgt eine Analyse des neuen Regelwerkes bezogen auf die Situation der deutschen Kreditbanken. Es wird eine Prognose über mögliche Auswirkungen von Basel III auf diese Banken vorgenommen. Im Anschluss wird eine kurze kritische Betrachtung des Schattenbankensystems durchgeführt, von dem behauptet wird, dass die globale Finanzmarktkrise hier ihren Ursprung hatte. Basel III wird in jedem Fall weitreichende Auswirkungen auf die Bankenwelt haben. Diese Arbeit wird die Auswirkungen auf deutsche Kreditbanken analysieren. In weit höherem Maße sind Kreditbanken im Gegensatz zu Sparkassen und Genossenschaftsbanken mit der deutschen Großindustrie verbunden. Außerdem sind sie viel stärker international tätig. Vor diesem Hintergrund liegt es nahe, die Auswirkungen von Basel III auf deutsche Kreditbanken zu diskutieren. Einige Aspekte, die die Forschungsfrage am Rande berühren, werden nur oberflächlich behandelt, andere, die für diese Arbeit weniger relevant sind, werden komplett außer Acht gelassen (z.B. Bankensysteme in anderen Staaten). Für einen tieferen Einblick wird auf die Fußnoten im Text, sowie auf das Literaturverzeichnis am Schluss hingewiesen.
7
2 Das Bankensystem in Deutschland
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Geschäftsbanken und der Zentralbank.
Geschäftsbanken sind Wirtschaftsunternehmen. Sie erbringen Dienstleistungen im Bereich der Finanzen.
Die Zentralbank hat primär die Aufgabe die Preisstabilität in einer Volkswirtschaft zu sichern 4 .
2.1 Institutioneller Rahmen für deutsche Kreditbanken
2.1.1 Die Europäische Zentralbank als höchste Instanz
Die Europäische Zentralbank (EZB) wurde mit der Ernennung der Mitglieder des Direktoriums am 01. Juni 1998 gegründet. Ihr Sitz ist Frankfurt a.M. / Deutschland.
Die Hauptaufgabe der EZB ist es, die Kaufkraft des Euro und somit Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten. Dazu hat die gemäß dem Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union weitreichende Befugnisse:
x „Die Europäische Zentralbank hat das ausschließliche Recht, die Ausgabe von Euro-Banknoten innerhalb der Union zu genehmigen. Die Europäische Zentralbank und die nationalen Zen- tralbankensind zur Ausgabe dieser Banknoten berechtigt. [. . .]“ 5 x „ Die Mitgliedstaaten haben das Recht zur Ausgabe von Euro-Münzen, wobei der Umfang dieser Ausgabe der Genehmigung durch die Europäische Zentralbank bedarf. [. . .]“ 5
4. vgl. Deutsche Bundesbank: Geld und Geldpolitik 2009, S. 70
5. siehe Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union 01.12.2009, Art. 128
8
2.1.2 Das Europäische System der Zentralbanken Das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) besteht aus der Europäischen Zentralbank und den Zentralbanken der Mitgliedsländer der EU.
Das Hauptziel des ESZB ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten und sofern es nicht die Preisstabilität gefährdet unterstützt das ESZB die Wirtschaftspolitik der Europäischen Union. Außerdem hat das ESZB folgende Aufgaben: x Die Geldpolitik der Union festzulegen und auszuführen, x Devisengeschäfte durchzuführen,
x die offiziellen Währungsreserven der Mitgliedstaaten zu halten und zu verwalten und
x das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu fördern 6 .
2.1.3 Die Deutsche Bundesbank als Teil des Systems „Die Deutsche Bundesbank ist die Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland.“ *19 Seit 1999 ist sie Teil des Europäischen Systems der Zentralbanken (siehe Kapitel 2.1.2). Zu ihren Aufgaben zählen nach dem Gesetz über die Deutsche Bundesbank:
x Sie soll Preisstabilität gewährleisten, x sie hält und verwaltet die Währungsreserven der Bundesrepublik Deutschland,
x sorgt für die bankmäßige Abwicklung des Zahlungsverkehrs im Inland und mit dem Ausland und
6. vgl. Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union 01.12.2009, Art. 127 7. siehe www.bundesbank.de/aufgaben/aufgaben.php (zuletzt aufgerufen am 13.02.2011)
9
x trägt zur Stabilität der Zahlungs- und Verrechnungssysteme bei. x Außerdem nimmt sie darüber hinaus die ihr nach dem Gesetz oder anderen Rechtsvorschriften übertragenen Aufgaben wahr 8 . Die Deutsche Bundesbank hat ihren Sitz in Frankfurt. Zudem unterhält sie 9 Hauptverwaltungen und 47 Filialen. Der Vorstand besteht aus sechs Mitgliedern, die auf Vorschlag der Bundesregierung und Bundestages vom Bundespräsidenten bestellt werden 9 .
2.2 Das Universalbankensystem in Deutschland
In Deutschland unterscheidet man im System der Banken zwischen Universalbanken und Spezialbanken. Diese Unterteilung ist aber nicht zwingend. Nach dem Gesetz über das Kreditwesen (KWG) darf jedes Kreditinstitut alle möglichen Bankgeschäfte betreiben. Deshalb spricht man in Deutschland auch von Universalbankensystem 10 . Dass in Deutschland trotzdem Universalbanken und Spezialbanken vorhanden sind, liegt an der Spezialisierung einzelner Kreditinstitute.
8. vgl. Gesetz über die Deutsche Bundesbank, Neufassung vom 22.10.1992, letzte
Änderung am 05.02.2009, § 3
9. vgl. www.bundesbank.de (zuletzt aufgerufen am 13.02.2011)
10. vgl. Hartmann-Wendels, Thomas et al.: Bankbetriebslehre, 5. Auflage 2010, S. 30
10
Arbeit zitieren:
B.A. René Müller, 2011, Die Auswirkungen von Basel III auf deutsche Kreditbanken, München, GRIN Verlag GmbH
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