Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Das Verständnis von Schreibmotivation 4
1.1 Der Motivationsbegriff 4
1.2 Definition von Schreibmotivation 5
1.3 Bedeutung der Schreibmotivation für den Schreibprozess 5
2. Schreibmotivation fördern und unterstützen 6
2.1 Möglichkeiten zur Förderung der Schreibmotivation 6
2.2 Widerstände und Probleme bei der Textproduktion 7
2.2.1 Schreibstörungen 8
2.2.2 Lösungsansätze 8
3. Umfrage zur Schreibmotivation 9
3.1 Ausgangslagen der Befragung 9
3.2 Auswertung und Analyse der Ergebnisse 9
Schluss 15
Literaturverzeichnis 16
Abbildungsverzeichnis 17
Tabellenverzeichnis 17
2
Einleitung
„Am Schulanfang sehen viele Kinder Schreiben als Herausforderung und bedeutsamen Schritt in Richtung Erwachsenwerden. […] Wie kommt es aber, dass auch durch schulische Unterweisung solch intrinsisch motivierte Aktivitäten in hohem Maße verloren gehen oder gar umschlagen in Schreibverdrossenheit und
Abwehrverhalten?“ 1
Der Kern dieser Frage beinhaltet ein Problem, dessen Konsequenzen beachtlich sind und sich nicht nur auf den Deutschunterricht beschränken. In einer auf Zeichen und Symbolen basierenden Welt kann eine mangelhafte Motivation zum Schreiben unüberwindbare Barrieren errichten. Denn wie in dieser Arbeit belegt werden wird, wirkt sich eine ungenügende Schreibmotivation auch auf die Schreibkompetenz eines Individuums aus. Die Konsequenzen verfolgen den Schreiber von der Ausbildung an über den Beruf hinaus und können sogar durch das gesamte gesellschaftliche und familiäre Leben hindurchreichen. Deshalb lässt sich die Bedeutung einer positiven Einstellung zum Schreiben nicht hoch genug einschätzen.
Doch was versteht man unter Schreibmotivation? Welche Möglichkeiten gibt es, um eine grundlegende Motivation zu schaffen und zu erhalten? Welche Risiken bietet die Textproduktion um in eine regelrechte Abneigung zu verfallen? Wie sieht die Realität in Bezug auf die Schreibmotivation an einer deutschen Realschule aus?
In der folgenden Arbeit werden diese Fragen systematisch und ausführlich behandelt. Dazu werden aktuelle Ergebnisse der Forschung und neueste Erkenntnisse der Literatur verarbeitet.
Zudem soll durch die Auswertung einer selbst durchgeführten Umfrage aufgezeigt werden, wie es tatsächlich um die Schreibmotivation der Schüler und Schülerinnen bestellt ist und wie dieses Schreibverhalten von den Lernenden selbst eingeschätzt und bewertet wird.
1 Klaus [u.a.] (2002), S.79.
3
1 Das Verständnis von Schreibmotivation
1.1 Der Motivationsbegriff
„Die Motivation (lat. movere= bewegen) aktiviert das Verhalten in einer aktuellen Lebenssituation und richtet es auf einen positiv bewerteten Zielzustand aus.“ 2 Motivation kann in drei unterschiedlichen Funktionen auftreten:
- sie leitet die Handlungsauswahl
- aktiviert das Verhalten
- hält es aufrecht (Persistenz)
- orientiert es auf das Handlungsziel hin 3
Im erweiterten kognitiven Motivationsmodell von Heckhausen und Rheinberg (1982) werden alle Komponenten der Motivationsbildung aufgezeigt und mit drei Formen der Erwartung in Beziehung gesetzt.
Die Situations-Ergebnis-Erwartung untersucht in wie weit das Ergebnis schon durch die bestehende Situation festgelegt ist. Die Handlungs-Ergebnis-Erwartung versucht zu klären, wie stark dieses Ergebnis durch das eigene Handeln noch beeinflusst werden kann. Schließlich beschäftigt sich die Ergebnis-Folge-Erwartung mit den Folgen, die das Erreichen des Ergebnisses verursachen wird. In der Forschung lässt sich zwischen einer intrinsischen und einer extrinsischen
Motivation unterscheiden. 4
2 Jordan (2005), S. 191.
3 Vgl. ebd. S.192.
4 Vgl.: Jordan (2005), S. 192ff.
4
1.2 Definition von Schreibmotivation
„Es ist Aufgabe der Lehrkraft, möglichst früh die Freude am Schreiben zu wecken und zu erhalten, abwarten zu können, bis Fabulierfreude oder Schreibideen und -anlässe ein Kind in Gang setzen, etwas auszuschreiben.“ 5
Wird der oben vorgestellte Motivationsbegriff auf den Schreibprozess übertragen, ergibt sich folgende Definition der Schreibmotivation: Eine andauernde Motivation zum Schreiben baut sich demnach erst auf, wenn 1) eine Situation das Verfassen eines Textes erfordert 2) dem Schreiber einleuchtet, dass sein Handel (das Schreiben) 3) zu einem Ergebnis
4) und zu Folgen führt, die für ihn bedeutsam sind. 6
„Das Verfassen von Texten ist somit abhängig von Gefühlen, vom inneren Antrieb, ein bestimmtes Ziel zu erreichen oder eine bestimmte Tätigkeit auszuführen, und
vom Willen, sich anzustrengen.“ 7
Bei den meisten Menschen ist es schwierig diesen Motivationsprozess intrinsisch in Gang zu setzten. Daher ist es wünschenswert, dass bei Schülern die extrinsische Motivation langsam in ein intrinsisch motiviertes Verhalten übergeleitet wird. Dieser Übergang kann entweder durch eine persönliche Weiterentwicklung geschehen oder sich beim Bearbeiten einer interessanten Schreibaufgabe ereignen. 8
1.3 Bedeutung der Schreibmotivation für den Schreibprozess
Die Ausprägung der persönlichen Schreibmotivation kann auch großen Einfluss auf den Schreibprozess im Ganzen nehmen.
Demnach darf der Einfluss motivationaler Kräfte und willentlicher Anstrengung nicht unterschätzt werden. Dieser hängt von der Einstellung des Schülers zu Erfolg und Misserfolg ab. Erfolgszuversichtliche Schüler und Schüler, die Misserfolge befürchten, unterscheiden sich im gewählten Anspruchsniveau der Aufgaben, in der Ursachenerklärung für erreichten Erfolg und Misserfolg und in der persönlichen Selbstbewertung. 9
5 Pollert (2001), S. 353.
6 Vgl.: Baurmann/Müller (1998), S.17.
7 Käferle (2007), S. 30.
8 Vgl.: Fix (2000), S. 28.
9 Vgl.: Baurmann/Müller (1998), S.18.
5
Arbeit zitieren:
Katrin O., 2009, Didaktische Studie: Die Entwicklung und Ausprägung von Schreibmotivation, München, GRIN Verlag GmbH
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