Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Gang der Untersuchung 2
2. Definitionen 3
2.1. Entlassung 3
2.2 Unternehmenserfolg 3
2.2.1 Aktienrendite 3
2.2.2 Gesamtkapitalrendite 3
2.2.3 Umsatzwachstum 4
3. Korrelation zwischen Unternehmenserfolg und Entlassungswahrscheinlichkeit 5
3.1 Korrelation zwischen Aktienrendite und Entlassungswahrscheinlichkeit 5
3.2 Korrelation zwischen Gesamtkapitalrendite und Entlassungswahrscheinlichkeit 6
3.3 Korrelation zwischen Umsatzwachstum und Entlassungswahrscheinlichkeit 7
4. Entlassung als Komponente eines Anreizsystems 9
5. Fazit 11
II. Literaturverzeichnis II
1. Einleitung
Im ersten Kapitel dieser Arbeit erfolgt zunächst eine Einführung in die Thematik und eine Darstellung der Vorgehensweise. In Punkt 1.1 wird die Relevanz des Themas begründet und die Forschungsfrage, auf die diese Ausarbeitung aufbaut, erläutert. Punkt 1.2 beschreibt die Vorgehensweise und den Aufbau der Arbeit.
1.1 Problemstellung
Spätestens seit der Finanzkrise stehen Manager unter ständiger Kritik der Öffentlichkeit, da sie trotz schlechter Geschäftsergebnisse ihrer Unternehmen überdurchschnittlich hoch vergütet werden. Die Machtverhältnisse seien ungleich verteilt und die Corporate Governance Systeme der Unternehmen deshalb ineffizient. 1 Aus diesem Grund beschäftigen sich viele Studien damit, in wie weit Unternehmen in der Lage sind, das Prinzipal-Agent Problem zu lösen und somit eine effektive Corporate Governance zu realisieren. Diese Fähigkeit einer effektiv funktionierenden Unternehmensführung der Unternehmen wird unter anderem durch den Zusammenhang von Unternehmenserfolg und der Vergütung der Manager repräsentiert. Aber nicht nur die Effektivität der erfolgsorientierten Vergütung, auch die Sanktionsmöglichkeiten des Aufsichtsrats gegenüber dem Top-Managements in Form einer Entlassung können möglicherweise Aufschluss über die Effektivität der Corporate Governance Systeme geben. Denn Aufgabe des Aufsichtsrates ist es, durch Kontrolle des Managements die Interessen der Aktionäre zu wahren. 2 Werden Manager also bei Erbringung einer schlechten Leistung (gemessen durch Misserfolg ihres Unternehmens) entlassen, ist das ein starkes Indiz dafür, dass der Aufsichtsrat durch eine solche Aktion das Management dafür bestraft, nicht im Interesse der Aktionäre gehandelt zu haben. Das Vorhandensein eines derartig funktionierenden Sanktionsmechanismuses spiegelt also die Effektivität des jeweiligen Corporate Governance Systems wieder. 3 Viele Studien haben sich deshalb damit beschäftigt, ob es eine Korrelation zwischen der Entlassung eines Managers und dem Erfolg bzw. Misserfolg seines Unternehmens gibt. Diese Ausarbeitung soll deswegen durch eine strukturierte Auswertung der empirischen Arbeiten bezüglich dieser Thematik aufzeigen, ob man aufgrund der bisherigen Forschungsergebnisse von einem signifikanten Zusammenhang zwischen Entlassungswahrscheinlichkeit und Unternehmenserfolg sprechen kann.
1 Vgl. Bebschuk et al. (2004), S.17
2 Vgl. Becker/Kramarsch (2006), S. 25
3 Vgl. Fang, (2010), S. 2; Kato/Long (2006) (B), S. 1; Dedman (2000), S. 4
1
“The threat of dismissal if the return to shareholders is low will stimulate managers and all board members to take decisions in the interest of shareholders.” 4 Das heißt Manager könnten durch die Gefahr einer drohenden Entlassung dazu motiviert werden, den Unternehmenserfolg zu optimieren, um die Aktionäre zufriedenzustellen. Wenn also ein starker Zusammenhang zwischen der Entlassungswahrscheinlichkeit und dem Unternehmenserfolg existiert, könnte man dies in ein Anreizsystem integrieren. Somit würde man außerhalb bereits integrierter Anreize wie z.B. variabler Vergütung möglicherweise einen weiteren Anreiz schaffen, die Interessen der Manager denen der Aktionäre anzugleichen und damit dem Prinzipal-Agent Problem entgegenwirken. Die Forschungsfrage dieser Arbeit ist deshalb, ob es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Entlassung eines Managers und dem Erfolg seines Unternehmens gibt und ob man die Tatsache einer möglichen Entlassung als Komponente in ein Anreizsystem integrieren kann.
1.2 Gang der Untersuchung
Nachdem die Relevanz des Themas bereits begründet und die Forschungsfrage erläutert wurde, werden im zweiten Kapitel zunächst die notwendigen Begriffsdefinitionen
vorgenommen. Darauf aufbauend wird im dritten Kapitel, dem Hauptteil dieser Arbeit, durch eine systematische Auswertung empirischer Studien der Zusammenhang zwischen Entlassungswahrscheinlichkeit eines Managers und dem Erfolg seines Unternehmens herausgearbeitet. Das Messen von Unternehmenserfolg ist aus mehreren Perspektiven möglich und daher ein sehr komplexer Vorgang. Um möglichst aussagekräftige und objektive Thesen über die Auswirkung von Unternehmenserfolg auf die Entlassungswahrscheinlichkeit eines Managers treffen zu können, wird deshalb der Erfolg eines Unternehmens in dieser Arbeit mit Hilfe verschiedener Indikatoren bzw. Kennzahlen dargestellt. In Punkt 3.1 wird zunächst die Korrelation zwischen Aktienrendite und Entlassung dargestellt. Daraufhin beschreibt Punkt 3.2 den Zusammenhang zwischen Gesamtkapitalrendite und Punkt 3.3 den Zusammenhang zwischen Umsatzwachstum und Entlassung. Nachdem im dritten Kapitel geklärt wurde, ob es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Unternehmenserfolg und Entlassungswahrscheinlichkeit gibt, wird im zweiten Hauptteil, Kapitel vier geklärt, in wie fern sich Entlassung als Komponente eines Anreizsytems eignet. Im letzten Teil dieser Arbeit, Kapitel 5 sollen die gewonnenen Erkenntnisse kurz zusammengefasst und beurteilt werden.
4 Gispert (1998), S. 534
2
2. Definitionen
In diesem Kapitel wird zunächst der Begriff „Entlassung“ eingegrenzt und daraufhin die zur Messung des Unternehmenserfolgs verwendeten Indikatoren Aktienrendite,
Gesamtkapitalrendite und Umsatzwachstum definiert.
2.1. Entlassung
Entlassung ist die Beendigung des Arbeitsverhältnisses eines Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber. 5 In dieser Studie wird bewusst der Begriff der Entlassung verwendet, da dieser beinhaltet, dass der Manager gezwungen wird, das Unternehmen zu verlassen. Denn nur die Gefahr eines unfreiwilligen Ausscheidens des Managers aus seinem Unternehmen stellt für ihn einen Anreiz dar. Die in dieser Arbeit untersuchte Variable Entlassung wird in den überwiegend auf englisch verfassten Studien jedoch meist mit dem Begriff „Turnover“ beschrieben, was jedoch auch das Ausscheiden eines Managers aus seinem Unternehmen aufgrund von Krankheit, Tod, Rente oder einem gewünschtem Arbeitsplatzwechsel beinhaltet und somit im Hinblick auf eine Integration in ein Anreizsystem das Ergebnis verfälschen würde. Aus diesem Grund haben die meisten Autoren zwar den Begriff „Turnover“ verwendet, in ihrer Studie jedoch differenziert und bei der Durchführung der Experimente versucht die genannten Störfaktoren (Rente, Tod,…) herauszufiltern. 6
2.2 Unternehmenserfolg Um eine wissenschaftliche Aussage über die Korrelation zwischen
Entlassungswahrscheinlichkeit und Unternehmenserfolg treffen zu können, muss letzterer auf objektive Weise gemessen werden. Deshalb wurden in dieser Arbeit folgende drei Indikatoren zur Messung des Unternehmenserfolgs herangezogen.
2.2.1 Aktienrendite
Die Rendite einer Aktienanlage zwischen zwei Zeitpunkten ergibt sich aus der Kursentwicklung und einer zwischenzeitlich eventuell gezahlten Dividende. Die Aktienrendite (Stock-Return) gibt also an, wie sich der Wert eines Aktienengagements über einen Zeitraum hinweg entwickelt hat und berücksichtigt dabei die in diesem Zeitraum angefallenen Dividenden und die möglicherweise eingetretenen Kurssteigerungen. 7
5 Vgl.Gabler Wirtschaftslexikon (2000), S. 279
6 Vgl. Dedman (2000), S. 13; Warner et al. (1987), S. 469 ff.; Coughlan/Schmidt (1984), S. 49
7 Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon (2000), S. 81
3
Arbeit zitieren:
Bachelor of Science Philip Tilhein, 2011, Entlassung als Komponente eines Anreizsystems, München, GRIN Verlag GmbH
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