Inhaltsverzeichnis
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis II
Abk ürzungsverzeichnis III
1 Einleitung 1
2 Begrifflichkeiten 3
2.1 Der Migrationsbegriff 3
2.2 Arbeitsmigration 3
2.3 Der Golfkooperationsrat 4
3 Phasen der Migration in den Golfstaaten 6
3.1 Bis zur Ölkrise 1973 6
3.2 Von 1973 bis 1980 7
3.3 Die Jahre 1981 bis 1990 7
3.4 1990/91 bis 1998 8
3.5 Seit 1998 9
4 Charakterisierung der Arbeitsmigranten 11
4.1 Herkunftsländer der Arbeitsmigranten 11
4.2 Zielländer der Arbeitswanderer 13
4.3 Demographische Merkmale der Arbeitsmigranten 14
4.4 Verteilung der Migranten auf die Wirtschaftssektoren 15
4.5 Dauer, Gründe und Aufenthaltsstatus 17
5 Folgen der Migration 19
5.1 Folgen der temporären Arbeitsmigration auf die Migranten 19
5.2 Folgen für die GCC-Staaten 20
5.3 Folgen für die Auswanderungsstaaten 21
6 Fazit und Ausblick 22
Literaturverzeichnis 23
I
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abbildung 1: Mitgliedstaaten des Golfkooperationsrates .......................................................... 4
Abbildung 2: Anzahl Arbeitsmigranten in den GCC-Staaten zwischen 1975 und 2008 ......... 13
Tabelle 1: Einheimische und ausländische Anteile am Arbeitsmarkt der GCC-Staaten ......... 11
Tabelle 2: Arbeitsmigranten in den GCC-Staaten nach Heimatkontinent 2005 ...................... 12
Tabelle 3: Aufteilung der Zuwanderer in die GCC-Staaten nach ihren Staatsangehörigkeiten
und den aktuellsten Daten ........................................................................................................ 12
Tabelle 4: Anteil der Frauen an der ausländischen Bevölkerung und den ausländischen
Arbeitskräften in den GCC-Staaten 2008 ................................................................................. 14
Tabelle 5: Absolute und ausländische Beschäftigung gegliedert nach Wirtschaftssektor in den
GCC-Staaten 2009 .................................................................................................................... 15
Tabelle 6: Verteilung der Arbeitsmigranten auf die Wirtschaftssektoren sowie der
Frauenanteil in den GCC-Staaten 2008 bzw. 2009 .................................................................. 16
Abkürzungsverzeichnis
EU Europäische Union GCC Golfkooperationsrat (Gulf Cooperation Council) ILO Internationale Arbeitsorganisation (International Labour Organization) IOM Internationale Organisation für Migration MEI The Middle East Institute OPEC Organisation erdölexportierender Länder UN Vereinte Nationen (United Nations) VAE Vereinigte Arabische Emirate
1 Einleitung
Mit dem Einsetzen der Protestbewegung in der arabischen Welt geriet die Region in Aufruhr. Die Proteste weiteten sich in der Folgezeit auch teilweise auf die Staaten am Arabisch-Persischen Golf aus (aktuell sind hier die Länder Saudi-Arabien, Bahrain, Kuwait und der Oman betroffen) (Jensen, 2011). Diese Nationen eint dabei die Eigenschaft, das ihre Ent-
wicklung in hohem Maße durch Wanderungsbewegungen 1 geprägt ist (Gesemann, 2003). Ab den 1970er-Jahren kam es hier zur Entstehung einer neuen Form der internationalen Migration. Diese primär temporär angelegte internationale Arbeiterwanderung machte den Nahen
Osten mitsamt den Golfstaaten 2 zu einem global gesehen wichtigen Zentrum internationaler Wanderungsströme (Husa & Wohlschlägl, 2005). Somit verwundert es kaum, dass man bei einem Besuch in Dubai die Beobachtung machen kann, „dass das Straßenbild nicht von ein- heimischenEmiratis dominiert wird, sondern von Inder/innen, Pakistanis, Araber/innen aus den Nachbarländern und Filipinos“ (Christ, 2009, S. 67). Dieses Phänomen ist jedoch mitnichten eine spezifische Erscheinung Dubais bzw. der Vereinigten Arabischen Emirate, sondern charakteristisch für alle Golfstaaten und das Ergebnis einer 40-jährigen Migrationsgeschichte dieser Länder. Keine andere Region weltweit hat in solchen Maßen mit Arbeitsmigrations-Maßnahmen auf den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften im eigenen Land reagiert, wie die Staaten am Arabisch-Persischen Golf (Husa & Wohlschlägl, 2005; Weiner,
1982). Allerdings führt das von den Golfstaaten verwendete System des Rotationsprinzips 3 der Arbeitsmigranten zu erheblichen sozialen und politischen Diskriminierungen der Einwanderer und entfachte somit eine brisante Debatte über die Arbeiterwanderung der Region (Christ, 2009; Gesemann, 2003). Es ist jedoch festzustellen, dass die aktuellen Proteste nur im Fall vom Bahrain auch von den Arbeitsmigranten mitgeführt werden. In den anderen drei Nationen sind die Proteste, welche u. a. die Forderung nach zusätzlichen Arbeitsplätzen für die einheimische Bevölkerung beinhalten, eher eine Folge der Arbeitsmarkt- und Migrationspolitik der jeweiligen Nationen (Jensen, 2011).
Ziel dieser Arbeit ist es, die Entwicklung der Arbeiterwanderung in den Golfstaaten herauszuarbeiten und darzulegen. Zunächst erfolgt die Definition der hierfür notwendigen Begrifflichkeiten. Darauffolgend ist es für die Bearbeitung dieser Zielstellung notwendig, die
1 Zu diesen Wanderungsbewegungen zählen die Binnenmigration (Umsiedlungsprogramme, Fluchtbewegun-
gen), regionale Wanderungen (grenzüberschreitende Fluchtbewegungen) und transnationale Wanderungen
(Auswanderung aus der Region in westliche Industriestaaten) (Gesemann, 2003).
2 Die Gründe, warum es in den Golfstaaten zu dieser Art von Migrationsbewegung kam, werden in Kapitel 3
dieser Arbeit thematisiert.
3 Beim Rotationsprinzip werden die Arbeitsmigranten mit temporären Arbeitsverträgen ausgestattet und müssen
nach Ablauf des Vertrags in ihre Heimatregion zurückkehren (Gesemann, 2003).
verschiedenen Etappen der Migrationsgeschichte der Region zu beschreiben und eine Charakterisierung der Arbeitsmigranten hinsichtlich ihrer demographischen Merkmale als auch ihrer sektoralen Verteilung auf die Ökonomien der Golfstaaten vorzunehmen. Darüber hinaus werden die Folgen, welche sich aus den Arbeitswanderungen für die Arbeitsmigranten selbst, die Abwanderungs- sowie für die Golfstaaten ergeben, beleuchtet. Den Abschluss dieser Arbeit bildet ein Fazit bzw. ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Region.
2 Begrifflichkeiten
Bevor auf die Migrationsgeschichte der Golfstaatenregion eingegangen werden kann, ist es erforderlich die zentralen Begriffe (Migration, Arbeitsmigration, Golfstaaten) der zu-grundeliegenden Thematik zu definieren.
2.1 Der Migrationsbegriff
Als Migration, oder Wanderung, wird im Allgemeinen „die Ausführung einer räumli- chenBewegung, die einen vorübergehenden oder permanenten Wechsel des Wohnsitzes be- dingt“ (Albrecht,1972, S. 23) verstanden. Darüber hinaus existiert in der wissenschaftlichen Literatur eine Vielzahl an Typologien von Migration 4 , welche für die Bearbeitung dieser Arbeit allerdings eine untergeordnete Rolle spielen und dadurch ungeachtet bleiben sollen. Einzig die Unterscheidung der Wanderung nach ihren Gründen und ob sie somit freiwillig oder unfreiwillig erfolgt, muss folgend kurz dargelegt werden. Unter unfreiwilliger Migration, oder Zwangsmigration, versteht man die Wanderungen, zu denen Menschen durch Gewalt, Angst vor Gewalt oder als Folge von Naturkatastrophen oder Epidemien gezwungen werden. Unter freiwillige Wanderung hingegen werden alle Migrationen subsumiert, bei denen Menschen aus freien Stücken eine Region oder ein Land verlassen, um ihren Lebensstandard zu verbessern (Azeez & Begum, 2009; Bähr, 2004). Die Arbeitsmigration wird in der Regel dem Ty-
pus der freiwilligen 5 Wanderung zugeordnet, welche aus ökonomischen Gründen erfolgt (Pries, 2001).
2.2 Arbeitsmigration
Für den Begriff der Arbeitswanderung existiert in der wissenschaftlichen Literatur keine allgemeingültige, akzeptierte Definition (IOM, 2008). In dieser Arbeit, wird in Anlehnung an die Begriffsbestimmung der Vereinten Nation (UN), unter Arbeitsmigration die grenzüberschreitende Wanderung von Personen zur Aufnahme einer Arbeitstätigkeit im Aus-land verstanden (UN, 1998). Bei der Arbeitsmigration können generell zwei Formen unter-
4 Beider Typisierung von Migration werden in der wissenschaftlichen Literatur oftmals Kriterien verwendet, um
Wanderungen gegeneinander abzugrenzen. Verwendung finden dabei vor allem die Merkmale Distanz der Mig-
ration, deren räumlicher Verlauf und die Wanderungsgründe (Bähr, 2004; Kuls & Kemper, 2002).
5 Die Einordnung der Arbeitsmigration in den Typ der freiwilligen Wanderung wird in der Literatur mitunter
kritisch betrachtet. Dem liegt die Überlegung zugrunde, dass die strukturellen Zwänge in der Auswanderungsre-
gion so gravierend sind, dass sie nicht umhinkommen, zu emigrieren. Somit wäre die Arbeitswanderung als
quasi Zwangsmigration anzusehen (Pries, 2001).
schieden werden: den traditionellen Typ und die „Vertragsmigration“ (contract migration). Die traditionelle Arbeitsmigration kennzeichnet die Wanderung von Personen aus Entwicklungsländern in Industrienationen um vom Vorhandensein besserer Arbeitsmöglichkeiten sowie höheren Lebensbedingungen zu profitieren und sich im Zuzugsland dauerhaft niederzulassen (Prakash, 1998). Bei der contract migration werden ausländische Arbeitskräfte für eine bestimmte Zeitdauer angestellt. Dabei ist die Rückkehr der Arbeitsmigranten nach Ablauf dieses Arbeitsvertrages, sofern dieser nicht verlängert wird, ein essentieller Teil dieser Migra-tionsform (Nigg, 1999; Suter, 2005). Darüber hinaus besitzen beide Formen der Arbeitsmigration erheblichen Einfluss auf die Ökonomien der Abwanderungs- als auch Zuzugsregion (Nigg, 1999; Prakash, 1998), was zu einem späteren Zeitpunkt der Arbeit thematisiert werden soll (vgl. Kapitel 5).
2.3 Der Golfkooperationsrat
In der vorliegenden Arbeit werden, der wissenschaftlichen Literatur folgend, unter
dem Begriff Golfstaaten die Mitglieder des Golfkooperationsrates (GCC) 6 verstanden (Gesemann, 2003; Meyer, 2004).
6 Der Golfkooperationsrat wurde im Jahr 1981 von den sechs Mitgliedstaaten mit dem Ziel die gemeinsamen
ökonomischen und politischen Interessen zu vertreten, gegründet (Gesemann, 2003)
Arbeit zitieren:
Sebastian Hammer, 2011, Arbeitskräftewanderung in den Golfstaaten, München, GRIN Verlag GmbH
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