Inhaltsverzeichnis Seite
Abbildungsverzeichnis II
Tabellenverzeichnis II
Abk ürzungsverzeichnis III
1 Einleitung 1
2 Die Exportbasistheorie 3
2.1 Die Grundannahmen der Theorie 3
2.2 Das Modell der Export-Basis-Theorie 4
2.3 Die Entstehung des Export-Basis-Multiplikators 5
2.4 Kritik an der Export-Basis-Theorie 7
2.5 Empirische Relevanz 9
3 Die Input-Output-Analyse 11
3.1 Das Grundmodell der Input-Output-Analyse 11
3.2 Regionale Input-Output-Modelle 15
3.3 Kritik an der Input-Output-Analyse 18
3.4 Empirische Bedeutung 18
4 Zusammenfassung 20
Literaturverzeichnis 21
I
Abbildungsverzeichnis Seite
Abbildung 1: Schema der Export-Basis-Theorie 4 Abbildung 2: Entstehung des Export-Basis-Multiplikators 6 Abbildung 3: Abhängigkeit des Exporteinkommens von der Regionsabgrenzung 8 Abbildung 4: Input-Output-Tabelle 11
Tabellenverzeichnis Seite
Tabelle 1: Entstehung des Export-Basis-Multiplikators 7 Tabelle 2: Input-Output-Tabelle der BRD 2005: Beispiel 12 Tabelle 3: Inputkoeffizienten: Beispiel 13 Tabelle 4: Leontief-Inverse: Beispiel 14 Tabelle 5: Produktionseffekt: Beispiel 15 Tabelle 6: Beschäftigungseffekt: Beispiel 15 Tabelle 7: Interregionale Input-Output-Tabelle: Beispiel 16 Tabelle 8: Regionaleffekte: Beispiel 19
II
Abkürzungsverzeichnis
Export-Basis-Theorie
BMWi Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie c Marginale Konsumquote GE Geldeinheiten q Marginale Importquote SECO Staatssekretariat für Wirtschaft t Periode Y Regionaleinkommen Y L Einkommen des Non-Basic-Sektors Y X Einkommen des Basic-Sektors ΔY Veränderung des Regionaleinkommens
Input-Output-Analyse
a Verflechtungskoeffizienten A Matrix der Verflechtungskoeffizienten b Primärinputkoeffizienten DL Dienstleistungssektor F Matrix der Endnachfrage GB Großbritannien GE Geldeinheiten IND Industriesektor LW Landwirtschaftssektor U Matrix des Primärinputs V Verflechtungsmatrix Y Bruttoproduktionswert
III
1 Einleitung
Der Börsencrash vom 24. Oktober 1929, auch bekannt geworden als Schwarzer Donnerstag, stürzte die globale Wirtschaft in eine vier Jahre währende Krise (SCHWARTZ 1987, S. 111). Dieses Ereignis brachte besonders die damals vorherrschenden klassischen Wirtschaftstheorien in Schwierigkeiten, denn sie konnten die zu beobachtenden Phänomene dieser Zeit weder erklären noch lösen (JOHNSON & LEY 2001, S. 409). Ausgehend von ihren Modellannahmen (die Wirtschaftssubjekte agieren nutzenmaximierend und verfügen über perfekte Informationen, alle Preise sind flexibel, es herrscht atomistische Konkurrenz auf den Märkten) vertraten diese Theorien die Ansicht, dass auf allen Märkten ein Gleichgewicht herrscht. Bei einer Störung dieses Zustandes würden unmittelbar Ausgleichsmechanismen greifen und somit wieder ein Marktgleichgewicht herstellen (MAIER et al. 2006, S. 55f). Damit ist eine langfristige, unfreiwillige Arbeitslosigkeit in der klassischen Wirtschaftswelt nicht möglich. Allerdings stellte sich die globale Situation während der Wirtschaftskrise komplett anders dar. Die Preise und Löhne zeigten sich als unflexibel und reagierten kaum auf den Markt. Darüber hinaus blieben die Arbeitslosenzahlen auf hohem Niveau bzw. stiegen weiter an (PEMBERTON 2009, S. 48), was, wie erwähnt, dazu führte, dass das liberale System der klassischen Theorien, welches quasi keine staatliche Kontrolle und Regulierung vorsah, zunehmend in die Kritik geriet. Außerdem wuchs auf Seiten der Bevölkerung der Wunsch nach einer staatlichen Stabilisierungs- und Wirtschaftspolitik (MÜLLER 2006 S. 23). Diese Vorstellungen wurden zum ersten Mal im Jahr 1936 von dem britischen Ökonom John Maynard Keynes im Rahmen seines Hauptwerkes General Theory of Employment, Interest and Money thematisiert, wobei er die Auffassung vertrat, dass besonders die Nachfrageseite der Wirtschaft von entscheidender Bedeutung für die ökonomische Entwicklung einer Nation sei (PEMBERTON 2009, S. 48f). Gemäß seiner Theorie weist die Weltwirtschaft eine zyklische Entwicklung auf, in deren Verlauf es beim Abschwung zu unfreiwilliger Arbeitslosigkeit und Rezessionen kommt (KEYNES 1983, S. 265ff). In diesen Phasen obliegt es nun dem Staat mit Hilfe von zusätzlichen Ausgaben, wie öffentlichen Investitionen und staatlichen Investitionsanreizen bzw. Steuersenkungen, für eine Nachfrageerhöhung nach Gütern und Dienstleistungen zu sorgen (HEINEBERG 2007, S. 105).
1
Dabei unterstellt Keynes, dass diese zusätzlichen Staatsausgaben eine erhöhte Produktion und somit ein steigendes Einkommen zur Folge haben. Da dieses gestiegene Einkommen auf dem lokalen Markt teilweise konsumiert wird, erhöht sich die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen abermals und es wird so ein Multiplikatorprozess (Keynesianischer Multiplikator) in Gang gesetzt, der in seinem Endresultat eine gestiegene Beschäftigungszahl und ein höheres Einkommen mit sich bringt (BAßELER et al. 2002, S. 300f). Diese Zusammenhänge beschreiben den Einkommenseffekt der Nettoinvestition, welche darüber hinaus ebenfalls Kapazitäts-und Komplementäreffekte nach sich ziehen. Kapazitätseffekte kennzeichnen dabei die Ausweitung der Produktionskapazität einer Wirtschaft in Folge einer Investition (SCHÄTZL 2003, S. 144f). Komplementäreffekte stellen die „durch Nettoinvestitionen direkt hervorgerufenen Anreize zur Durchführung komplementärer Investitionen“ (ebd., S. 145) dar. Auch auf dem Gebiet der Regionalplanung gewannen die Ideen und Vorstellungen Keynes an Bedeutung. So entstanden in den Folgejahren mit der Export-Basis-Theorie und der Input-Output-Analyse zwei wichtige nachfrage-orientierte Erklärungsansätze zur ökonomischen Entwicklung von Regionen. Ziel dieser Arbeit ist es nun, diese beiden Theorien anhand ihrer Annahmen und Modellabläufe zu beschreiben, ihre konzeptionellen Schwächen aufzuzeigen sowie die empirische Bedeutung zu diskutieren.
Im folgenden Kapitel wird zunächst die Export-Basis-Theorie betrachtet.
2
2 Die Export-Basis-Theorie
Die Export-Basis-Theorie zählt zu den traditionellen nachfrageorientierten Erklärungsansätzen von regionalem Wachstum und „gründet sich auf die wirtschaftspolitische Konzeption des Keynesianismus“ (ECKEY 1994, S. 281). Sie geht insbesondere auf Arbeiten von Duesenberry (1950), Andrews (1953) und North (1955) zurück (MAIER et al. 2006, S. 33).
Die dieser Theorie zugrunde liegenden Annahmen werden im nächsten Abschnitt vorgestellt. Dabei beziehen sich diese Ausführungen aus Übersichtsgründen auf das Ein-Regionen-Modell.
2.1 Die Modellannahmen
Die Export-Basis-Theorie beruht auf der Vorstellung, dass jede Region über ein duales Wirtschaftssystem verfügt (DICKEN & LLOYD 1999, S. 180). Auf der einen Seite steht der Basic-Sektor, auch als Exportsektor bezeichnet, der all die Aktivitäten kennzeichnet, bei denen Produkte und Dienstleistungen exportiert werden, d. h. deren Nachfrage sich außerhalb der Region befindet (ANDREWS 1953, S. 161). Auf der anderen Seite stellt der Non-Basic-Sektor (lokaler Sektor) die Güter und Dienstleistungen her, welche innerhalb der Region abgesetzt und verbraucht werden (KRÄTKE 1995, S. 41). Außerdem wird angenommen, dass der Non-Basic-Sektor in seiner Entwicklung einseitig vom Basic-Sektor abhängig ist und unmittelbar auf Veränderungen in diesem Bereich reagiert (ANDREWS 1953, S. 161). Daraus ergibt sich, dass das ökonomische Wachstum einer Region nur von der Entwicklung des Basic-Sektors bestimmt wird (KRÄTKE 1995, S. 41). Darüber hinaus nimmt die Export-Basis-Theorie die Exportnachfrage, welche das Einkommen des Basic-Sektors darstellt, als exogen gegeben an. Eine weitere grundlegende Annahme des Modells betrifft die Produktionskapazitäten der Region. Diese werden als unausgelastet betrachtet, wodurch die Region immer in der Lage ist, auf eventuelle Nachfrageänderungen zu reagieren (LAUSCHMANN 1976, S. 109). Aufbauend auf diesen Annahmen wurde das Modell der Export-Basis-Theorie entwickelt, welches im nächsten Kapitel dargelegt wird.
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Arbeit zitieren:
Sebastian Hammer, 2010, Nachfrageorientierte Wachstumsansätze und regionales Wirtschaftswachstum, München, GRIN Verlag GmbH
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