Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Herleitung der Fragestellung 4
3. Methodische Vorgehensweise 6
3.1 Erhebungsmethode 6
3.2 Operationalisierung. 8
4. Modalitäten der Datenerhebung 10
5. Darstellung und Interpretation der Ergebnisse 11
6. Zusammenfassung und weitere Ausblick 18
7. Literaturverzeichnis 19
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1. Einleitung
Eltern haben heute mehr denn je großes Interesse daran, ihre Kinder so früh wie möglich zu fördern und lassen dabei kaum eine Möglichkeit aus (Janert, 2010, S.13). Sie fangen damit im frühkindlichen Alter an, um keine Zeit zu verlieren. Dabei steht den Eltern eine umfangreiche Palette von informellen vorschulischen Angeboten zur Verfügung von Kinderturnen, zu Englisch im Kindergarten, Zahlenland, musikalische Frühförderung und diversen anderen Angeboten. Ein großer Markt an Bildungsinstitutionen neben der öffentlichen Kindergartenbetreuung ist entstanden. Eltern nutzen teils kostspielige Angebote, um ihren Kindern die bestmögliche Förderung und Unterstützung zu geben (Janert, 2010, S.12). Als VHS Dozentin für Kinder im Vorschulalter arbeite ich mit Eltern zusammen, die sich für frühe Förderung ihrer Kinder durch zusätzliche Bildungs- oder Förderangebote interessieren. Dabei ist mir in meiner 8 jährigen Tätigkeit (2003- heute) als VHS Dozentin aufgefallen, dass die Anzahl der interessierten Eltern steigt, und das Alter der Kinder abnimmt. In dieser Studie soll der Frage nachgegangen werden, welche Eltern das sind, die die informellen vorschulischen Angebote für Ihr Kind in Anspruch nehmen. Sind es die Eltern, die selber eine gute schulische und berufliche Ausbildung genossen haben oder eher die, die weniger gut ausgebildet sind und ihr Kind gezielt früher fördern und damit bessere Startchancen ermöglichen wollen. Welche Motive haben die Eltern dabei? Wünschen Sie sich, dass ihren Kindern schulische Inhalte vermittelt werden, um Sie möglichst gut auf die Schule vorzubereiten? Wie bereits angemerkt, ist die Nutzung informeller vorschulischer Bildungsangebote mit Ausgaben ver-bunden. Ist es möglich zwischen dem Bildungsstatus der Eltern und den Ausgaben für diese Angebote einen Zusammenhang zu erkennen? Vor dem Hintergrund der neuen Leitmotive in Bildungsfragen „Bildung von Anfang an“ und „Bildung ist mehr als Schule“ (BMFSFJ, 2006, S. 46) und der damit gewünschten zeitlichen und örtlichen Entgrenzung von Bildung dürften die Ergebnisse dieser Untersuchungen von grundsätzlichem Interesse sein.
Im Anschluss an diese Einleitung folgt eine Einführung in das Thema und die Vorstellung der daraus abgeleiteten Hypothesen. Nach Vorstellung der
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Erhebungsmethode, werden die Variablen operationalisiert und die Modalitäten der Datenerhebung und die Ergebnisse der Untersuchungen dargestellt und interpretiert. Abschließend folgt eine Zusammenfassung.
2. Herleitung der Fragestellung
Frühkindliche Bildung, die sich mit der Bildung von Kindern ab dem Zeitpunkt der Geburt bis Eintritt in die Schule befasst, ist der pädagogischen Fachrichtung der Frühpädagogik zu zuordnen. Aufgrund internationaler Leistungsvergleiche (PISA) und deren Ergebnisse ist in Deutschland eine bildungspolitische Diskussion über die Notwendigkeit von Reformen des Bildungssystems und verbesserter Bildungsangebote auch in der frühen Kindheit entfacht (BMFSFJ, 2006, S. 80).
Der 12. Kinder und Jugendbericht der Bundesregierung stellt fest, dass Kinder für ihre Entwicklung neben der Bildungswelt der Familie frühzeitig weitere Bildungsangelegenheiten brauchen. Auch kann Bildung nicht mehr nur in der Schule und in formalen Bildungsinstitutionen erworben werden, sondern Bildungsorte und Lernwelten jenseits der Schule werden immer bedeutsamer für Bildungsprozesse (BMFSFJ, 2006, S.90). Der Bericht führt unter anderem die bildungsrelevanten Gelegenheiten auf kommerzieller Basis an (BMFSFJ, 2006, S.94).
Lernen außerhalb formalisierter Bildungsinstitutionen wird als informelles Lernen bezeichnet (Dohmen, 2001, S. 18). Da die informellen Bildungsangebote keinen gesetzlichen verankerten Bildungsauftrag haben, finden sie im Gegensatz zu formalen Bildungsangeboten weniger Beachtung in der Bildungsforschung. Wenn die Nutzung informeller Bildungsangebote untersucht wurde, dann vorrangig in Bezug auf Schulkinder. Bei den internationalen und nationalen Studien, die den Zusammenhang zwischen Nutzung außerschulischer sportlicher Aktivitäten von Schulkindern und den sozioökonomischen Merkmalen der Kinder bzw. Familien untersuchen, wurde ein positiver Zusammenhang zwischen dem Einkommen und Bil-dungsstand der Eltern sowie der Nutzung sportlicher Aktivitäten festgestellt (Mühler & Spieß, 2006, S. 31). Nach Mühler und Spieß liegen bisher keine für Deutschland repräsentativen Studien vor, welche die Nutzung
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informeller Angebote von Kinder von der Geburt bis zum Schuleintrittsalter untersuchen (Mühler & Spieß, 2006, S. 32).
Eine wichtige Rolle für die Nutzung informeller Angebote im Vorschulalter spielt die Familie, bzw. die Eltern des Kindes, da die in der Regel darüber entscheiden, ob und in welchem Umfang das Kind informelle Angebote nutzt. „Die Familie hat [...] vielfach die Funktion des „Türöffners“ für eine erweiterte Umwelt [...]“(Tietze, 2006, S. 85). Dabei muss gefragt werden, welche Merkmale der Familie die Nutzung informeller Angebote des Kindes beeinflussen. Mühler und Spieß untersuchen den Zusammenhang zwischen den sozioökonomischen Merkmalen einer Familie und der Nutzung informeller Förderangebote in der frühen Kindheit. Die Daten beziehen Sie dabei aus dem SOEP (Sozio-ökonomischen Panel) von 2006. Ihre Ergebnisse zeigen, dass diese Angebote von Kindern genutzt werden, die aus Haushalten mit höherem Haushaltseinkommen stammen und Mütter haben, die ein höheres Bildungsniveau aufweisen. Kinder von Müttern mit einer Berufsausbildung insbesondere Akademikerinnen haben eine um 15 bzw. 18 Prozentpunkte signifikant höhere Nutzungswahrscheinlichkeit (Mühler & Spies, 2006, S. 37 ff.).
Mühler und Spieß beschränken sich bei Ihrer Untersuchung auf die Teilnahme an einer Eltern-Kind Gruppe, die Teilnahme am Eltern-Kind-Turnen-oder Schwimmen, an frühkindlicher Musik-oder Kunsterziehung. In der gegenwärtigen Entwicklung entsteht der Eindruck, dass Eltern immer mehr informelle vorschulische Bildungsangebote mit schulischen Inhalten für ihre Kinder nutzen, um diese so gut wie möglich auf die Schule vorzubereiten. Nach Janert fühlen sich Eltern durch die Pisa Ergebnisse und die wirtschaftliche Situation unter Druck gesetzt. (Janert, 2010, S. 12). Henry-Huthmacher, die die wichtigsten Ergebnisse der Sinus Studie Eltern unter Druck der Konrad Adenauer Stiftung zusammenfasst stellt fest, dass Eltern heute unter Bildungsdruck stehen und darüber hinaus wenig Vertrauen in das öffentliche Bildungssystem haben. Daher wollen Sie die Bildung ihrer Kinder so früh wie möglich selbst in die Hand nehmen und kaufen bereits im Kindergartenalter in vielfältiger Form Bildung für Ihre Kinder ein (Henry-Huthmacher, 2008, S. 44).
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Dabei muss zwischen den Eltern differenziert werden. Becker geht davon aus, dass Eltern mit höherem Bildungsniveau eher mit dem Bildungssystem vertraut und bereit sind, in die vorschulische Bildung ihrer Kinder zu investieren (Becker, 2004, S. 132). Vor diesem theoretischen Hintergrund werden folgende Hypothesen aufgestellt:
1. Je höher der Bildungsstatus der Eltern, desto mehr vorschulische informelle Bildungs-/Förderangebote nutzen ihre Kinder. 2. Je höher der Bildungsstatus der Eltern, desto wichtiger ist Ihnen, dass während dieser informellen vorschulischen Angebote gezielt schulische Inhalte und Kompetenzen vermittelt werden, um ihre Kinder möglichst gut auf die Schule vorzubereiten.
3. Je bildungsferner die Eltern, desto niedriger die Ausgaben für die Nutzung informeller Angebote
3. Methodische Vorgehensweise
3.1 Erhebungsmethode
Die Daten zur Überprüfung der Hypothesen wurden mithilfe eines voll-standardisierten Fragebogens ermittelt. Die Kindergartenleitung unterstützte die Befragung und bot daher an, die Fragebögen durch die Erzieherinnen auf einer Kindergartenveranstaltung austeilen und wieder einsammeln zu lassen. Da im Anschluss dieser Kindergartenveranstaltung ein Fototermin geplant war, wurde mit einer hohen Präsenz der Eltern gerechnet. Die Erzieherinnen gaben also auf dieser Veranstaltung nach kurzer Einführung den Eltern, bzw. einem Elternteil einen Fragebogen pro Kind und sammelten diese nach der Beantwortung gleich wieder ein. Es handelt sich also um eine schriftliche Befragung in der Gruppensituation. Da ich auch anwesend war, konnte ich die Rückfragen der Eltern gleich beantworten. Durch dieses Vorgehen sollte eine möglichst hohe Rücklaufquote erreicht werden.
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Arbeit zitieren:
Stefanie Ruckert, 2011, Auswirkungen des Bildungsstatus der Eltern auf die Teilnahme der Kinder an informellen vorschulischen Angeboten, München, GRIN Verlag GmbH
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