Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung : 1
1. Definitionen : 2
2. Besonderheiten der Kommunikation im Mathematikunterricht : 4
3. Problembereiche der Kommunikation im Mathematikunterricht : 6
4. Regeln für die Kommunikation im Unterricht : 8
5. Schlußbemerkungen : 11
6. Literaturverzeichnis : 12
II
0. Einleitung
„Lernen ist der Prozeß, durch den Verhalten aufgrund von Interaktionen mit der Umwelt oder Reaktionen auf eine Situation relativ dauerhaft entsteht oder verändert wird, wobei auszuschließen ist, daß diese Änderung durch angeborene Reaktionsweisen, Reifungsvorgänge oder vorübergehende Zustände des Organismus (Ermüdung, Rausch oder ähnliches) bedingt sind ...“ 1
Aus dieser Definition wird deutlich, daß sich Lernen auf zwei Wegen vollziehen kann: 1) Interaktion mit der Umwelt und 2) Reaktionen auf Situationen.
Mit Hilfe dieser Definition soll die Bedeutung der Interaktion (der Sprache) für den Lernprozeß aufgezeigt werden. Die Auseinandersetzung mit der Sprache bzw. dem geleiteten (unterrichtlichen) Erlernen der Sprache wurzelt in der Antike. Beispielweise ist die Rhetorik ein Bildungsziel im antiken Griechenland 2 . Neue Impulse bzgl. der Sprache im Unterricht gibt Comenius. Er fordert, daß alle Unterweisungen in der Muttersprache geschieht (was nicht bedeuten soll, daß keine Fremdsprache gelernt werden darf). 3 Daraus schließt er weiter, daß im Unterricht nichts Unverstandenes gelernt bzw. auswendig gelernt werden soll. In der Geschichte der Pädagogik findet eine ständige Auseinandersetzung mit dem Hauptmedium des Lernprozesses statt. Kommunikation und Sprache (bzw. der Verlauf der Kommunikation) spielt eine entscheidende Rolle im Unterricht - auch heute noch.
Dieser Interaktionsprozeß oder der Lernprozeß durch Interaktion scheint aber sehr störanfällig zu sein. Nicht ohne Grund entwickelt Rainer Winkel eine kritisch-kommunikative Pädagogik, in der er gezielt den Interaktionsprozeß zum Ausgangspunkt seiner Unterrichtsplanung macht und verschiedene Störgrößen fest mit dem Unterrichtsgeschehen verbindet. 4 Um den Interaktionsprozess im Unterricht genauer, auch gerade auf seine Störnanfälligkeit untersuchen bzw. beschreiben zu können, wird zunächst der Kommunikationsprozeß
1 Helmut Skowronek: Lernen und Lernfähigkeit, Seite 11.
2 Hermann Weimer (Hrsg.): Geschichte der Pädagogik, Seite 13.
3 Ebenda, Seite 83.
4 Herbert Gudjons (Hrsg.): Didaktische Theorien, Seite 93.
1
beschrieben. Hierfür wird das Shannon-Weaver-Modell verwendet. Der zweite Weg des Lernens, die Reaktion auf Situationen, wird in der Hausarbeit nicht behandelt.
In dem folgendem Abschnitt werden verschiedene Begriffe (Sender, Empfänger, Code ...) so wie sie in der Literatur verwendet werden (und hier übernommen werden) beschrieben.
1. Definitionen
Als „Väter“ der Kommunikationswissenschaft werden oft die Amerikaner Claude Shannon und Warren Weaver bezeichnet. Sie verstehen unter dem Begriff Kommunikation einen Vorgang, bei dem zwischen einem Sender und einem Empfänger unter der Verwendung eines gemeinsamen Codes eine Botschaft übermittelt wird. 5 Die etwas technische Beschreibung des Kommunikationsvorganges erklärt sich dadurch, daß Shannon Angestellter einer Telefongesellschaft war. 6
Übertragen auf eine Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Menschen bedeutet dieser Satz folgendes:
Kommunikation findet statt, wenn ein Sprecher (Kommunikator, Sender) einem anderen Menschen (Adressaten, Empfänger) Informationen (Botschaften) übermittelt. Der jeweilige Kommunikationspartner muß in der Lage sein, den Inhalt (die Botschaft) zu verstehen. Die Kommunikationsteilnehmer müssen über den selben Code (Sprache) verfügen. Die Botschaft, die übermittelt wird, kann sich auch darauf beschränken, daß sie beim Empfänger „nur“ eine Wirkung erzeugen soll. Es bedarf bei der Kommunikation nicht immer einer Antwort; eines Wechsels zwischen Sender und Empfänger. 7 Eine Reaktion des Empfängers in irgendeiner Form ist ausreichend (auch ein Nichtbeachten, kann eine bewußte Botschaft sein). Innerhalb eines Dialoges (evtl. Polylogs) wechseln ständig die Rollen der Gesprächsteilnehmer. Sie sind entweder Sender oder Empfänger der jeweiligen Information. Aus dieser Beschreibung wird deutlich, daß der gemeinsam verwendete Code erhebliche Bedeutung für das Gelingen der Kommunikation hat. In diesem Zusammenhang kann auch
5 Irmgard Bock: Kommunikation und Erziehung, Seite 31.
6 Ebenda.
2
Arbeit zitieren:
Martin Boras, 2000, Kommunikation im Mathematikunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Dialogisches Lernen mit Kernideen im Mathematikunterricht
Hausarbeit, 16 Seiten
Unterrichtsstunde: Entdeckungen im Hunderterfeld - Orientierung im Z...
Unterrichtsentwurf, 22 Seiten
Interkulturelle Kompetenz und interkulturelles Lernen
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Reflexion der späteren Lehr- und Erziehungstätigkeit - Wie sehe ich me...
Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
The Systemic Strategy Process in Dynamic Markets
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 28 Seiten
Reasons for the Fragmentation in the Strategy Field
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
The National Organization for Women and the fight for the Equal Rights...
Amerikanistik - Kultur und Landeskunde
Seminararbeit, 15 Seiten
Konstruktivismus - eine Perspektive für den Sachunterricht? Überlegung...
Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)
Examensarbeit, 117 Seiten
Lernstile im und für den Fremdsprachenunterricht
Theoretische Aspekte und prakt...
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Examensarbeit, 119 Seiten
"Irgendwie Anders" - Kreativer Umgang mit dem Bilderbuch von...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 13 Seiten
Langplanung zum Thema "Gesunde Ernährung"
Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)
Unterrichtsentwurf, 27 Seiten
Bedingungen, die das Mathematiklernen erleichtern: Zur sorgfältigen Au...
Hausarbeit, 26 Seiten
Allgemeines Schulpraktikum an einer Realschule
Praktikumsbericht / -arbeit, 41 Seiten
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Seminararbeit, 24 Seiten
Basismodelle des Unterrichts: Von der Sequenzierung als Lernerleichter...
Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung
Seminararbeit, 14 Seiten
Martin Boras hat den Text Kommunikation im Mathematikunterricht veröffentlicht
Martin Boras hat einen neuen Text hochgeladen
Ausgewählte Unterrichtskonzepte im Mathematikunterricht in unterrichtl...
Fächerübergreifender Mathemati...
Astrid Beckmann
111 kleine, lustige Spiele für den Mathematikunterricht
Grundschule
Almuth Bartl, Martin Pfaender
Kniffelige Zwischenaufgaben für den Mathematikunterricht
Zur Differenzierung und für Ve...
Marco Bettner, Erik Dinges
Istron. Materialien für einen realitätsbezogenen Mathematikunterricht ...
Computer-Anwendungen
Frank Forster, Hans-Wolfgang Henn, Jörg Meyer
Istron. Materialien für einen realitätsbezogenen Mathematikunterricht ...
Hans-Wolfgang Henn, Katja Maaß
Der Alltag im Mathematikunterricht
Mathematik Primar- und Sekunda...
Götz Krummheuer, Marei Fetzer
0 Kommentare