Inhaltsverzeichnis
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis II
Abk ürzungsverzeichnis III
1 Einleitung 1
2 Internationale Migration - ein theoretischer Exkurs. 2
2.1 Definition, Typisierung und generelle Ursachen 2
2.2 Zeitliche und räumliche Eingrenzung 3
2.3 Themenspezifische Bearbeitungsprobleme 4
3 Internationale Wanderungsprozesse in Afrika 6
3.1 Arbeitsmigration 7
3.1.1 Hauptregionen der Arbeitsmigration 7
3.1.2 Ursachen der arbeitsorientierten Migration 9
3.1.3 Folgewirkungen in Ab- und Zuwanderungsland 10
3.2 Flüchtlingsmigration 12
3.2.1 Herkunftsgebiete der afrikanischen Flüchtlingen. 13
3.2.2 Ursachen für Fluchtbewegungen 15
3.2.3 Folgen der Zwangsmigration 16
3.3 Interkontinentale Migration 17
3.3.1 Irreguläre Migration 18
3.3.2 Abwanderung von Humankapital 22
4 Fazit und Zusammenfassung 24
Literaturverzeichnis IV
I
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abbildung 1: Abhängigkeit vom Geldtransfer - Die 10 abhängigsten Staaten 2004 ............... 12
Abbildung 2: Entwicklung der Flüchtlingszahlen Afrikas ab 1992 ......................................... 12
Abbildung 3: Anzahl bewaffneter Konflikte in den afrikanischen Länder seit 1964 .............. 15
Abbildung 4: Wichtigste Migrationsrouten (1997-2008) auf dem Land- und Seeweg irregulärer Migranten aus West- und Ostafrika in Richtung Europa .................... 19
Abbildung 5: Anzahl der Todesopfer an der Außengrenze der EU ......................................... 21
Tabelle 1: Anzahl ausländischer Arbeitskräfte in Nigeria nach Ursprungsland 1970 - 1984 .... 8
Tabelle 2: Entwicklung der Flüchtlingszahlen in den Großregionen der Erde seit 1970 (in
Millionen) .............................................................................................................. 13
Tabelle 3: Die 10 größten Aufnahmeländer neuer Flüchtlingen 2009 und deren HDI-Rang .. 16
Tabelle 4: Durchschnittliche jährliche Netto-Migration 2005 bis 2010 (in Tausend) ............. 17
Tabelle 5: Flucht des Humankapital in OECD-Länder (25+ Jahre, in % der heimischen
Abkürzungsverzeichnis
UN United Nations (Vereinte Nationen)
OECD Organization for Economic Co-operation and Development (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)
UNHCR United Nations High Commissioner for Refugees (Hoher Flüchtlingskommissar der Veinten Nationen)
EU Europäische Union
IOM International Organization for Migration (Internationale Organisatio für Migranten
BIP Bruttoinlandsprodukt
BNE Bruttonationaleinkommen
III
Internationale Migration in Afrika
1 Einleitung
Mit dem Aufflammen der Demokratiebewegungen in Nordafrika und den daraus resultierenden zum Teil bürgerkriegsähnlichen Zuständen in den dortigen Ländern nahmen auch die Meldungen über Flüchtlingsboote aus Afrika, die an der Küste Italiens landen, zu. In der Re- gelwird durch diese vermehrte Berichterstattung eine Art „Schreckensszenario“ in der euro- päischenBevölkerung verbreitet. Es wird von einer Flüchtlingswelle ungeahnten Ausmaßes ausgegangen. Es scheint die vermehrte Meinung in Europa zu bestehen, dass alle Afrikaner ihren Kontinent den Rücken kehren und nach Europa emigrieren wollen. Allerdings sind die Migrationsströme aus Afrika nach Europa, wie noch darzustellen ist, nur ein kleiner Bestandteil des Gesamtmigrationsbildes des afrikanischen Kontinentes. Ein weitaus größerer Teil der Bevölkerungsbewegungen finden auf dem Kontinent selber statt.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, diese skizzierte (europäische) Sichtweise auf die afrikanische Migration zu korrigieren und eine (möglichst) detaillierte Darstellung der internationalen Wanderungsbewegungen in und aus Afrika vorzunehmen. Zunächst wird im zweiten Kapitel ein kurzer theoretischer Überblick über die Migrationsproblematik gegeben, in dem der Begriff der „internationalen Migration“ definiert und eine allgemeine Typisierung der Migration vorgestellt wird. Zusätzlich wird auf die speziellen Probleme hinsichtlich der Beschreibung von internationalen Migrationsprozessen in Afrika eingegangen. Im Anschluss wird im dritten Kapitel ein umfassender Überblick über die wichtigsten Formen der internationalen Migration in Afrika, deren Hintergründe, Ausmaße, Ursachen und Folgen gegeben. Im letzten Kapitel wird ein Fazit vorgestellt sowie eine Zusammenfassung gegeben.
1
Internationale Migration in Afrika
2 Internationale Migration - ein theoretischer Exkurs
In Anbetracht der Zielsetzung dieser Arbeit ist für das weitere Vorgehen eine klare Abgrenzung des Themenfelds „Migration“ notwendig. Neben einer kurzen räumlichen und zeitlichen Eingrenzung der Betrachtungsebene wird zunächst eine allgemeine Definition des Begriffs „internationale Wanderung“ vorgenommen, auf deren Typisierung und generelle Ursachen eingegangen. Im Anschluss werden einige problematische Aspekte, die sich im Rahmen einer Beschäftigung mit diesem Thema ergaben, vorgestellt.
2.1 Definition, Typisierung und generelle Ursachen
Bezüglich einer definitorischen Eingrenzung, der in dieser Arbeit im Fokus stehenden internationalen Migration, ist es sinnvoll sich zunächst dem übergeordneten Begriff der „Migration“ 1 zu zuwenden. Grundlegend ist dieser als ein räumlicher Prozess, in dem ein „[…] permanen- teroder zeitweiliger Wohnsitzwechsel aus einer administrativen Raumeinheit in einen ande- ren,oft weit entfernt gelegenen Wohnort […]“ (Marston & Knox, 2001, S 150) stattfindet, zu verstehen. Dieser Prozess kann hinsichtlich der zurückgelegten Distanz und/oder der Art der Grenze, die bei dieser räumlichen Bewegung überschritten wird, weiter differenziert werden. Findet eine Wohnsitzwechsel innerhalb einer staatlichen Grenze statt, bezeichnet man diesen Prozess als „Binnenmigration“, wohingegen die Überschreitung einer nationalen Grenze als „internationale Migration“ betitelt wird (Bähr, 2004; Marston & Knox, 2001). Nach Schätzungen der Vereinten Nationen (UN) zählten Mitte 2010 rund 214 Millionen Menschen als internationale Migranten, vor 20 Jahre waren es rund 60 Millionen Menschen weniger, was die steigende Bedeutung eindrucksvoll unterstreicht (Voß, 2011). Als Ursache für den generellen Anstieg der internationalen Migration werden die „three d´s“ hervorgehoben: develop- ment,demography und democracy. Vielfach wird im Zusammenhang mit den Migrationsursachen die Push-and-Pull-Theorie verwendet. Dabei werden zum einen die Gründe für das Verlassen einer Region (Push-Faktoren) und zum anderen jene Faktoren, die eine Region als Ziel für die Migration attraktiv machen (Pull-Faktoren), betrachtet (Croll, 2011; Leser, 2005).
1 Im deutschsprachigen Raum wird häufig der Begriff „Wanderung“ als Synonym für Migration verwendet, so auch in dieser Arbeit.
2
Internationale Migration in Afrika
Auf die genauen Ursachen der jeweiligen Migrationsform wird in den einzelnen Abschnitten des dritten Kapitels Bezug genommen.
Im Zuge dieser Arbeit wird ausschließlich das Augenmerk auf die grenzüberschreitenden Wanderungen gelegt und somit die innerstaatlichen Migrationsprozesse ausgeklammert. Bezüglich einer weiteren Untergliederung der internationalen Migration liegt in der wissenschaftlichen Literatur eine Vielzahl von Versuchen vor. Allerdings muss konstatiert werden, dass es bis zum jetzigen Zeitpunkt zu keinem „[…] befriedigenden Konsens gekommen wäre“ (Kemper & Kuls, 2002, S 193). Es liegen Typologien anhand verschiedener Kriterien vor, u.a. über räumliche Dimensionen, wie Zielrichtung oder die zurückgelegte Distanz, aber ebenso über zeitliche Aspekte, über den Umfang der Migration oder mittels der Wanderungsentscheidung bzw. - ursachen (Bähr, 2004). Auf eine genaue Darstellung dieses Diskurses wird an dieser Stelle verzichtet. Die für diese Arbeit ausschlagegebende Typisierung unterteilt die internationale Migration in „freiwillige Migration“ und „Zwangsmigration“, in denen sich aber wiederum spezielle Wanderungsformen unterscheiden lassen (Croll, 2011; Voß, 2011; Wiese, 1997).
2.2 Zeitliche und räumliche Eingrenzung
Seitdem der Kontinent im 19. Jahrhundert in den Fokus der modernen Wissenschaft rückte, waren Migration und Mobilität immer ein zentrales Thema im wissenschaftlichen Diskurs über Afrika. Dabei war aber vor allem der historische Migrationsstrom des Sklavenhandels ein zentrales Thema (Bilger & Kraler, 2005). Der Fokus dieser Arbeit wird allerdings auf die „modernen“ Migrationsgeschehnisse gelegt, d.h. auf die Zeit nach Beginn der Dekolonialisierung und Nationalstaatenbildung in den 1960er Jahren. Dies begründet sich u.a. aus der Nichtverfügbarkeit von Daten über internationalen Wanderungsbewegungen zu Kolonialzeiten sowie aus dem Aspekt, dass erst in den 60er und 70er Jahren eine deutliche Dynamisierung der Migrationsprozesse zu beobachten war.
Hinsichtlich der räumlichen Eingrenzung bezieht sich die Arbeit zum Großteil auf den afrikanischen Kontinent, lediglich im Kapitel 3.3 wird Bezug auf eine andere Region der Welt genommen. Im Laufe der Arbeit finden sich häufig bestimmte Regionsbezeichnungen, u.a. Westafrika, Zentralafrika, Ostafrika, Nordafrika, subsaharischer Raum, Afrika südlich der Sahara, südliches Sahara oder Maghreb-Staaten. Es wird versucht, eine gewisse Konsistenz bei der Verwendung dieser Begriffe einzuhalten, allerdings ist diese nicht in allen Fällen mög-
3
Internationale Migration in Afrika
lich, da vielfach in der Literatur keine Angaben über die genauen Länderzugehörigkeiten gemacht werden und auch bei den internationalen Organisationen die Regionsbezeichnungen und Zugehörigkeiten unterschiedlich sind 2 .
2.3 Themenspezifische Bearbeitungsprobleme
Bezüglich der Beschäftigung mit dem Thema der internationalen Migration in Afrika sind insbesondere drei problematische Aspekte hervorzuheben. Zum ersten ist es die Verfügbarkeit von aussagekräftigen und aktuellen Daten. Generell ist die internationale Migration auf Grund von unterschiedlicher Qualität von Meldesystemen schwer erfassbar (Voß, 2011). Die Lage in den afrikanischen Ländern stellt sich aber noch weitaus problematischer dar, da mangels einer adäquaten statistischen Erfassung der Migration kaum verlässliche bzw. nicht aktuelle Daten vorliegen (Borchers & Breustedt, 2008; van Dijk, Foeken, & de Bruijn, 2002). Zum zweiten ergeben sich erhebliche Probleme aus dem bestehenden Begriffswirrwarr, insbesondere bezogen auf die Migrationsform der Flüchtlinge. In vielen Publikationen und Untersuchungen werden nur die Menschen, welche auf Basis der Genfer Flüchtlingskonvention als Flüchtlinge zählen, einbezogen (genaue Definition in Kapitel 3.2). Die weitaus größere Zahl der Binnenflüchtlinge („internally displaced persons“) werden unbeachtet gelassen, da sie zwar de facto meist aus den gleichen Gründen wandern, aber dabei keine Staatsgrenze überschreiten. Gleiches ergibt sich in Bezug auf die so genannten Umweltflüchtlinge 3 . Diese überschreiten zwar internationale Grenzen, unterscheiden sich aber auf Grund ihrer Beweggründe zu den „erfassten“ Flüchtlingen (Nuscheler, 2004). Ein drittes Problem liegt in der Priorität und Ausrichtung der wissenschaftlichen Untersuchungen. Eine Vielzahl von Studien und Untersuchungen sind punktuelle Arbeiten, die sich überwiegend mit den attraktivsten Migrationszielen - insbesondere Südafrika - beschäftigten. Zusätzlich steht die Süd-Nord-Wanderung im wesentlichen
2 Lediglich für die Maghreb-Staaten besteht eine Klarheit über die Anzahl der Staaten, die diesem Teilraum zugehörig sind. Neben Tunesien, Algerien und Marokko sind auch Libyen und Mauretanien Mitglieder dieser Gemeinschaft.
3 Darunter sind „[…] jene Personen zu verstehen, die ihre Heimatregion verlassen, weil ihr Leben aufgrund von natürlichen und anthropogenen Umweltschäden sowie aufgrund von ökologischer Überlastung durch Überbevölkerung erheblich beeinträchtig oder gefährdet wird“ (Stich & Schönleben, 2004, S. 20). Dieses Phänomen ist seit den 60er zu beobachten, insbesondere im Zusammenhang mit dem fortschreitende Prozess der Desertifikation (Verwüstung) (van Dijk u. a., 2002; Düvell, 2006; Nuscheler, 2004; Wiese, 1997).
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Arbeit zitieren:
B.Sc. Marcel Demuth, 2011, Internationale Wanderung in Afrika, München, GRIN Verlag GmbH
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