Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
Hauptteil 3
Milit ärische Konflikte zwischen 230 und 284 3
Friedliche Beziehungen unter Diokletian. 4
Der römisch-sāsānidische Krieg 296 - 298 5
Das foedus von 298 7
Jahrzehnte des Friedens 8
Schlussbetrachtung 9
Literatur 10
1
Einleitung
Das Römische Reich hatte im dritten Jahrhundert nach Christus mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen. Seit 235 regierten die sogenannten Soldatenkaiser das Reich 1 , die mit Hilfe ihrer militärischen Truppen in das Amt des Kaisers gehoben wurden, ihre Macht aber nur selten festigen konnten. Dies führte dazu, dass es in 50 Jahren zu ungefähr 70 verschiedenen Kaisern und Gegenkaisern kam 2 . Doch Rom litt nicht nur unter einer politischen Führungskrise, sondern auch unter einer starken wirtschaftlichen Krise. Durch Angriffe fremder Völker von Außen nahm die Heeresstärke immer weiter ab und immer weniger Bauern konnten ihre Felder bestellen und damit Steuern zahlen: Im Gebiet des Rheins bedrängten die Alamannen das Imperium Romanum, die Goten verstärkten in der Donauregion den Druck auf das Römische Reich.
Zu den ohnehin zahlreichen inneren und äußeren Problemen kam durch eine neue Macht im Osten ein weiterer Unruheherd hinzu: Wohl begünstigt durch die Spannungen zwischen Parthern und Rom konnten sich 224 n. Chr. die Sāsāniden unter Ardašhīr I. gegen die Arsakidenherrschaft der Parther durchsetzen und herrschten fortan ungefähr 430 Jahre 3 lang im persischen Raum. Das lose Herrschaftskonstrukt der Parther wurde gestrafft, das Militärwesen erneuert 4 .
In der Folgezeit kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen dem Sāsānidenreich und Rom, welche die Sāsāniden aufgrund der zahlreichen Schwierigkeiten des Römischen Reiches größtenteils für sich entscheiden konnten.
Bereits unter Kaiser Carus schien sich die Position Roms jedoch zu festigen. Nachdem Diokletian, 285 von seinen Truppen zum Augustus ernannt, die größten Probleme im Inneren vorerst lösen konnte, schaffte er es mit Hilfe seines Caesars Galerius die römische Einflusssphäre im Osten wieder zu
1 Kuhoff 2001, 18.
2 von der Ermordung des Severus Alexander im Frühjahr 235 bis zum Tode Carinus im Juli 285 zählt Demandt 26 legitimi Augusti, drei untergeordnete Caesaren und 41 regionale Usurpatoren, die sich nicht durchsetzen konnten (s. Demandt 1998, 47)
3 bis zum Tode Yazdegerd III. 651, Mitchell 2007, 415
4 Demandt 1998, 53
2
erweitern und letztlich einen 40 Jahre lang haltenden Friedensvertrag zu erreichen.
Zu einer wichtigen Quelle über die Herrschaftszeit Diokletians gehört der zeitgenössischen Autor Laktanz (ca. 250 bis 325), wobei man stets dessen christlichen Hintergrund beachten muss. Wichtige Erkenntnisse u.a. zum römisch-sāsānidischen Frieden von 298 lassen sich auch aus den Werken später geborener Autoren wie Petros Patriakos (byzant. Historiograph im 6. Jhdt., diente Kaiser Iustinian) und Ammianus Marcellinus mit seinem Werk res gestae (ca. 330 bis 400) schließen. Zudem lassen sich einige Münzprägungen und Reliefs als Quellen verwenden, anhand derer sich u.a. zahlreiche Daten rekonstruieren lassen.
Hauptteil
Militärische Konflikte zwischen 230 und 284
Bereits 230 kam es durch den Angriff Ardashirs auf das römische Mesopotamien zu ersten Konflikten zwischen Rom und dem Sāsānidenreich, die Kaiser Severus Alexander jedoch zu seinen Gunsten entscheiden konnte 5 . Weitere kriegerische Auseinandersetzungen folgten wohl spätestens 239, nicht sicher lässt sich dies für das Jahr 235 (unter Kaiser Maximus) belegen. Shapur I., 241 zum König der Sāsāniden geworden, fiel im gleichen Jahr erneut in Mesopotamien ein, doch konnte Gordion III. die Perser vorerst zurückschlagen, bevor er 244 im Kampf gegen die Sāsāniden fiel. Daraufhin verzichtete Gordions Nachfolger Philippus Arabs auf Armenien und zog seine Truppen ab. In der Folgezeit kam es immer wieder zu persischen Angriffen auf römisches Gebiet. Die empfindlichste Niederlage erlebte Rom dabei im Jahre 260, als Kaiser Valerian bei Edessa in persische Gewalt geriet und in Gefangenschaft starb 6 . Diese Schmach lastete erheblich auf dem Stolz des Römischen Reiches.
283 machte sich mit Carus (282-283) erneut ein Kaiser auf, um gegen die Sāsāniden im Osten zu kämpfen. Nach einigen Erfolgen konnte er schließlich die sāsānidische Hauptstadt Ktesiphon einnehmen, wurde kurz darauf jedoch - 5 Demandt1998, 53
6 ebd., 53
3
Arbeit zitieren:
Sascha Wandhöfer, 2008, Die Beziehungen zwischen Rom und dem Sāsānidenreich unter der Regierungszeit Diokletians 285-305 n. Chr., München, GRIN Verlag GmbH
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