Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung 3
2. Begriff der Familie 3
3. Familienformen 5
4. Familienwandel 6
4.1. Vorindustrieller Typ der Familie 6
4.2. Bürgerliches Familienmodel 11
4.3 Familien in DDR im Vergleich zu BRD 13
5. Veränderungen in Ehe und Familiensystem 16
5.1. Verlust der Attraktivität vom Ehe und Familie 16
5.2. Individualisierungsthese 17
5.3. Rückgang der Geburtenquote 20
5.3.1. Ursachen des Rückgangs 21
6. Moderne Kernfamilie und Ihre Probleme 23
6.1. Die Vater-Rolle 24
6.2. Die Rolle der Frau im 21. Jahrhundert 25
6.3. Beruf und Familie 25
7. Zusammenfassung 27
8. Literaturverzeichnis 30
9. Anhang 33
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1. Einleitung
Die Bevölkerung in Deutschland bestand im Jahr 2008 zu 19% aus Kindern und jungen Menschen unter 20 Jahren, zu 61% aus 20- bis unter 65-Jährigen und zu 20% aus 65.jährigen und Älteren. Im Familienverhältnis lebt ca. 74% der Bevölkerung. Das ist die - unter allen anderen - meist verbreitete Lebensform (Familienreport S. 14). Im Laufe der Jahre hat sich allerdings die Familie in Ihrer Größe, Zusammensetzung, Herrschaftsstruktur und Aufgaben die sie zu erfühlen hat, verändert. Die Frauen hatten in unterschiedlichen Zeiten andere Aufgaben zu erfüllen und ihre Erwerbstätigkeit war schon immer in der Familie vorhanden.
In der Arbeit werde ich versuchen, es zu zeigen, wie sich die Bedeutung der Familie in der Gesellschaft im Laufe der Jahrzeiten minimalisiert hat und welche Ursachen dieser Prozess hat. Ich werde die These beweisen, dass die Erwerbstätigkeit der Frau kein neuartiges Phänomen oder Erfindung der Moderne ist.
Beginnend mit dem vorindustriellen Typ der Familie im 19 Jahrhundert, über das bürgerliche Familienmodel werde ich zeigen, dass die Mehrheit der Frauen in der Geschichte schon immer berufstätig war und als Hausfrau zu leben war ein Privileg der Reichen. Gleichzeitig wird hingewiesen auf die Differenz zwischen Familienideal und Familienrealität.
Mit der Pluralisierung der Lebensformen im 20 Jahrhundert, der Emanzipation, Berufsexpansion und damit verbundener Individualisierung, wurde jungen Menschen-und auch Frauen- ermöglicht eine freie Wahl der verschiedenen Lebensform. Eine 40 Jährige, unverheiratete, kinderlose, erwerbstätige Frau zu sein wird heute durch die Gesellschaft akzeptiert und nicht als Ausnahme betrachtet.
2. Begriff der Familie
Die Familie unterscheidet sich wesentlich von anderen Lebensformen, die in der Soziologie zu finden sind. Die Familie neben den dyadischen, kollektiven und singlen
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Lebensformen hat einen großen Platz in der Soziologie als eine wichtige, soziale Gruppe (Nave-Herz, R. 2004,S.29).
Der Begriff der „ Ehe“ steht mit dem Begriff „Familie“ eng nebeneinander und ist eine Voraussetzung für Existenz einer Familie (Neidhart, F. S.7). Familie wird hier als eine Gruppe definiert zu der das Ehepaar mit seinen direkten Nachkommen zählt. Die Generation und Geschlecht sind zwei Kriterien die zu Grunde einer Kernfamilie liegen. Biologische Aspekte wie Geschlecht des Ehepartners und Gebärfähigkeit der Frau bestimmen die Familie. Zu solcher Kernfamilie werden ausschließlich die Personen gezählt die in einem Haushalt leben die aber innerhalb des Eltern-Kind Kreises stehen (Neidhart, F. S.8). Somit wird die im demselben Haushalt lebende Schwiegermutter aus dem Begriff „Kernfamilie“ ausgeschlossen. Sobald ein von den Kindern die Kernfamilie verlässt, gehört er nicht mehr zu der. Die Familie ist dann für ihn eine „Abstammungs- oder Herkunftsfamilie“ und das Kind gründet selbst eine „Zeugungsfamilie“.
Neben der biologischen Natur der Familie und der Generationsdifferenzierung wird die Familie durch ein spezielles Kooperations- und Solidaritätsverhältnis gekennzeichnet. Ein, von allen anderen Beziehungen abgehobenes Verhältnis und eine engere Beziehung als zu anderer Verwandtschaft definieren die kleine, soziale Gruppe. Durch den Individualisierungsprozess und was damit verbunden ist „das selbst verdiente Geld“ wird der Familie vorgeworfen die Solidarität nachzulassen (Beck, U. 1986.S.125) 1 . Das ist aber für einzelne Gesellschaften unterschiedlich nämlich basiert eine Gesellschaft auf Tradition und Religion so wird von denen die enge Solidarität vorgeschrieben (Nave-Herz, R.2004. S.33).
1 Ausführlich im Kap.5.2 „Individualisierungsthese
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3. Familienformen
Die Kernfamilie und Mehrgenerationenfamilie sind die meist bekannte Familienformen. Diese können sich aber nach bestimmten Faktoren unterscheiden und dadurch auch anders nennen. So unterscheidet Rosemarie Nave-Herz die Familie durch vier Faktoren: Familienbildungsprozess, Zahl der Generationen, Rollenbesetzung, Wohnsitz und Erwerbstätigkeit der Eltern. Nach dem Familienbildungsprozess unterscheidet man: -Eltern- Familie aufgrund biologischer Elternschaft, -Adoptionsfamilie -Stieffamilie bzw. Fortsetzungsfamilie
-Patchwork-Familie (beide Ehepartners bringen Kinder aus einer früheren Partnerschaft mit in die Ehe und haben zusätzlich ein gemeinsames Kind/Kinder) -Pflegefamilie
-Inseminationsfamilie (durch die Reproduktionsmedizin). Nach der Zahl der Generationen unterscheidet man: -Zwei-Generationenfamilie (Kernfamilie) -Mehrgenerationen-Familie
-Erweiterefamilie (Haushaltsgemeinschaft von mindestens zwei Generationen und weiteren Einzelpersonen)
-Joint family (mehrere Seitenverwandte Kernfamilien, in ungeteilter Erbengemeinschaft lebend)
Nach der Rollenbesetzung in der Kernfamilie hat man: -Eltern-Familie (hierzu zählen auch Nichteheliche Lebensgemeinschaften und homosexuelle Paare mit Kindern) -Ein- Eltern-Familie bzw. Vater- oder Mutter- Familie -Polygame Familie (ein Ehemann mit mehreren Ehefrauen oder umgekehrt) Und nach dem Wohnsitz unterscheidet man zwischen:
-neolokaler Familie (die Kernfamilie bestimmt unabhängig von der Herkunftsfamilie ihren Wohnsitz)
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-patrilokaler Familie (die väterliche Abstammungsfamilie bestimmt den Wohnsitz) -matrilokaler Familie (die mütterliche Abstammungsfamilie bestimmt den Wohnsitz) -bilokaler Familie (die Kernfamilie verfügt über zwei Wohnsitze).
Wenn man die Erwerbstätigkeit den Eltern als Untersuchungspunk nimmt findet man: -Familie mit erwerbstätigem Vater und Vollzeitfrau , -Familie mit erwerbstätiger Mutter und Vollzeithausmann , -Familie mit zwei erwerbstätigen Elternteilen (auch Teilzeit-arbeitend), -Dual-Career-Family (beide Ehepartner streben eine Berufskarriere an oder sind bereits in beruflichen mittleren bzw. Spitzenpositionen tätig), (Nave-Herz, 2004.S33,34). Wenn man die unterschiedlichen Lebensformen in Deutschland betrachtet, ist die Ehe die meistgelebte Form. Um mehr als 30% sind die nichtehelichen Lebensgemeinschaften in den letzten zehn Jahren gestiegen (Abb.1) 2 .77% Kinder unter 18 Jahre wachsen bei ihren verheirateten Eltern auf, 16% bei Alleinerziehenden Eltern und 7% in den Lebensgemeinschaften. Eine Familienform in der die Kinder häufiger als früher aufwachsen, ist die Stieffamilie. Die Stieffamilie mit einer leiblichen Mutter und ihrem neuen Partner kommt öfters vor als eine Familie mit leiblichem Vater und Stiefmutter (Familienreport, S.23).
4. Familienwandel
4.1 Vorindustrieller Typ der Familie
In der Geschichte der Familie entdeckt man ein vorindustrieller Familienmodel der bis 19. Jahrhundert in der West- und Mitteleuropa herrschte. Unter diesem Familientyp wurde lange eine Drei- bis Viergenerationenfamilie verstanden, die unter einem Dach gelebt haben. Allerdings Aufgrund von einer geringen Lebenswahrscheinlichkeit, spätem Heiratsalter und aus ökonomischen Gründen hat es die Drei- bis Vier-Generationen Familie viel seltener gegeben (als häufig angenommen
2 Sehe Anhang
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wird).Man spricht deshalb hier von der „Multilokalen-Mehrgenerationen-Familie“, die zwischen der mit- und ohne Produktionsfunktion unterteilt wird (Nave-Herz, R.2004,S.37).
Martine Segalen bezeichnet solche Drei-Generationen-Familie als eine Stammfamilie bzw. häusliche Gemeinschaft, die aus einer Kleinfamilie Besteht (Mutter, Vater, Kinder) und welche erweitert wurde durch:
-weitere Kleinfamilien (die durch gemeinsame Abstammung gekennzeichnet sind-ältere Verwandte, verheiratete Kinder),
-Seitenverwandtschaftliche Beziehungen (Paare von Brüdern oder Schwestern), -Bedienste, Lehrlinge (ohne verwandtschaftliche Beziehung), ( Segalen, M.S33,40).
Alle: Kinder, Eltern, Großeltern und sogar Urgroßeltern führten einen gemeinsamen Haushalt und teilten vor allem die Küche. Es gab keine strikte Trennung zwischen der Arbeit, Ehe- und Familienleben. Da in der Zeit die Gesellschaft durch kleine landwirtschaftliche und handwerkliche Wirtschaftweise geprägt war, kann man davon ausgehen, dass in Mittelpunkt des Familienlebens ein Betrieb stand, meist ein Bauernhof oder ein Handwerksbetrieb (Neidhart, F.S.23). Die Familien mit Produktionsfunktion besaßen eine Produktionsquelle (Bauernhof, Handwerksbetrieb) im Gegenteil zu Familien ohne Produktionsfunktion, die Besitzlos waren. Alle Familien in dieser Zeit waren patriarchalisch strukturiert und oft zu den Familienmitgliedern zählten auch Familienfremde Personen die unter dem gleichen Dach gelebt haben (meist Lehrlinge und Gesellen). So gab es in solchen Familien neben Familienmitgliedern weitere zehn bis fünfzehn Personen-besonders viel zu Erntezeit (Nave-Herz, R.2004, S38).
Eine Familie ohne Produktionsfunktion zählte in dieser Zeit durch ihre Eigentumslosigkeit zu den unteren Schichten. Die ökonomische Lage der Familie war entscheidend für Größe und Zusammensetzung der Haushaltsmitglieder. Je ärmer die Familie desto weniger Mitglieder hatte sie. Diese Familien wurden charakterisiert durch eine freie Partnerschaftswahl und die Neolokalität.
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Arbeit zitieren:
Beata Krichbaum, 2011, Wandel der Familie, München, GRIN Verlag GmbH
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