Inhalt
1. Einleitung: Alltag im allgemeinen Sprachgebrauch 2
2. Die Entwicklung des Alltags 3
2.1. Historische Entwicklung des Alltags 3
2.2. Entwicklung der Alltagsforschung 4
3. Interdisziplinäre Forschung 5
3.1. Das Politische im Alltag und in der Alltagsgeschichte 6
4. Schlussbetrachtung: Volkskunde und Alltagsforschung 10
Literatur 11
Quellen 11
1
1. Einleitung: Alltag im allgemeinen Sprachgebrauch
Zu Beginn bedarf es der Klärung des Begriffs „Alltag“ im alltäglichen Sprachgebrauch und einer Abgrenzung dieser Definition zu seiner wissenschaftlichen Nutzung.
In der Öffentlichkeit findet man den Begriff heutzutage meist mit einer negativen Konnotation vor. „Endlich raus aus dem Alltag“ versprechen Reisegesellschaften und Zeitschriften werben mit Sprüchen wie „So versüßen Sie sich ihren Alltag“ o.ä.
Folglich scheint das Alltägliche als Belastung empfunden zu werden, aus der man zu entfliehen versucht 1 .
Umgangssprachlich meint „Alltag“ dabei eigentlich das Gegenteil zu „Fest- und Feiertagen“ oder sonstigen, außergewöhnlichen Zeiten. Er wird in zahlreichen Zusammensetzungen gebraucht, in denen man das nicht Besondere, nicht Eigentümliche betonnen will 2 .
Hinzu kommen kulturell unterschiedliche Sichtweisen: Im Christentum stellt der Sonntag den Gegensatz zum Alltag dar, im jüdischen Kulturkreis der Sabbat, im Islam Freitag (jeweils ergänzt durch spezifische zusätzliche Feiertage) und im Buddhismus unterbrechen nur spezielle Feste den Alltag 3 .
Alltag stellt eine Wirklichkeit dar, die akzeptiert, relativ problemfrei und sich wiederholend ist - anders ausgedrückt: Routine 4 .
Eine wissenschaftliche Betrachtung des Begriffs - im genaueren die Erforschung von Alltagsgeschichte und Alltagskultur - geht indes weiter. Jedoch soll an dieser Stelle darauf verzichtet werden, auf die zahlreichen verschiedenen wissenschaftlichen Ansätze einzugehen, sondern es soll vielmehr erst um die Geschichte des Alltags und der Alltagsforschung gehen, bevor ein beispiel - das Politische im Alltag - die interdisziplinären Ansätze dieses Faches deutlicher machen soll.
1 vgl. Jeggle, 81
2 http://de.wikipedia.org/wiki/Alltag
3 3 http://de.wikipedia.org/wiki/Alltag
4 vgl. Thurn, 30f; vgl. Soeffner, 401
2
2. Die Entwicklung des Alltags
Im Folgenden soll zuerst betrachtet werden, wie sich der Alltag historisch verändert hat, bevor im Anschluss die Forschung um den Alltag selbst in ihrer Entwicklung betrachtet werden soll.
2.1. Historische Entwicklung des Alltags
Um den heutigen Alltag zu verstehen, ist es notwendig, zu betrachten, wie Alltag in der Vergangenheit erlebt, geschaffen und bewältigt wurde.
In der Klassengesellschaft der feudalen Zeit besorgte die abhängige bäuerliche Bevölkerung den Unterhalt für ihre sie dafür schützenden Herren. Auf das alltägliche Leben wirkte sich das insofern aus, dass die „bewirtete“ Hofgesellschaft jenseits der Arbeit ihr Leben verbrachte und sich täglich mi ihrem verschwenderischen Lebensstil „zu plagen“ hatte 5 .
Das Fest, das (wie bereits oben beschrieben) eigentliche Gegenteil zum Alltag, stellte in der Hofgesellschaft genau diesen dar. Man bemühte sich nach Kräften, angemessen zu feiern, so dass es für die Höflinge geradezu wieder Arbeit darstellte 6 . Im Gegensatz dazu positionierte sich das Bürgertum, indem es jeden Genuss ablehnte und in der Arbeit sein Glück suchte - ohne sich jedoch an die bäuerliche Arbeit in der Natur anzulehnen 7 .
Der Alltag wie wir ihn Heute verstehen konnte erst nach dem Einsetzen der Industrialisierung und Lohnarbeit entstehen. Die nun aufkommenden Probleme wie Ausbeutung, Entfremdung oder die Abhängigkeit vom Arbeitgeber prägten das alltägliche Leben der neuen Arbeiterschaft 8 . Selbst ihre Freizeit wurde von der Arbeit bestimmt 9 .
Das Berufsleben schaffte so einen Rahmen auch für die Zeit, in der die Menschen nicht ihrer Arbeit nachgingen. Diese „Wurzeln“ des Arbeitsalltags lassen sich auch heute noch erkennen, denn noch immer ist unser Leben in starkem Maße auf die Arbeitszeit ausgerichtet.
5 Jeggle,105.
6 ebd, 10.
7 ebd, 111
8 vlg. Assion, 259
9 Jeggle, 90; vgl. Assion, 258
3
Arbeit zitieren:
Sascha Wandhöfer, 2005, Die Erforschung des Alltags, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Ethnologie / Volkskunde: Die Erforschung des Alltags ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Ethnologie / Volkskunde: neuer Titel erschienen: Die Erforschung des Alltags
Sascha Wandhöfer hat einen neuen Text hochgeladen
Der Einfluss des NS-Regimes auf die Rechtsprechnung der Arbeitsgericht...
Dr. Andreas Teufer
Jüdische Selbstverwaltung unter dem NS-Regime
Der Existenzkampf der Reichsve...
Esriel Hildesheimer
Die weltanschaulichen Grundlagen des NS-Regimes
Ursprünge, Gegenentwürfe, Nach...
Manuel Becker, Stephanie Bongartz
Der Alltag fängt am Sonntag an
Ein Erlebnismosaik aus dem jüd...
Krista Gerloff, Johannes Gerloff
Russischer Alltag 03. Die sowjetische Moderne und Umbruch
Eine Geschichte in neun Zeitbi...
Carsten Goehrke
Jugendsubkultur in Leipzig 195...
Yvonne Liebing, Uwe Schwabe, Rainer Eckert
0 Kommentare