Ich habe das Seminar gewählt, da ich Fachbezogene Bildungswissenschaften studiere mit dem Schwerpunkt Sekundarstufe 1 und somit unmittelbar mit Pubertierenden im Kontakt stehen werde. Ich möchte ehrlich zugeben, dass mir diese Vorstellung etwas Angst bereitet hat. Ich habe nun mehrere Praktika absolviert und auch einmal selber Unterricht erteilt. Das hat mir zwar sehr viel Spaß gemacht, dennoch gab es auch Klassen, z.B. die siebte und achte Klasse, die mir einige Schwierigkeiten bereiteten. Somit habe ich mich sehr auf das Seminar gefreut, damit ich einige Tipps und Tricks bekomme, die den Umgang mit Pubertierenden erleichtern. Zum Glück hat das Seminar und auch die Dozentin meine Erwartungen größtenteils erfüllt. Das Seminar war sehr abwechselungsreich gestaltet, sodass mir fast nie langweilig wurde. Die Gruppe war größtenteils sehr nett, sodass auch eine Gruppenarbeit keine Probleme bereitete. Außerdem gefiel es mir sehr gut, dass wir eine Reihe neuer Methoden kennen gelernt haben, die auch gut im Schulunterricht einsetzbar sind.
Meinen Schwerpunkt in dieser Ausarbeitung lege ich auf das Phänomen „Pubertät“ an sich. Ich möchte über die Verhaltensweisen der Jugendlichen sprechen. Außerdem möchte ich darüber schreiben, wie man als Lehrer reagieren soll, wenn Verbote missachtet werden. Interessant finde ich des weiteren über die Gründe für die Pubertät, bzw. die Vorgänge und Veränderungen im Körper des Jugendlichen zu sprechen.
Zunächst möchte ich aber auf einige Methoden zu sprechen kommen, die mir in Erinnerung geblieben sind:
Beginnen werde ich mit der „ Skalenabfrage“. Im Seminar ging es um unser persönliches Empfinden im Bezug auf Pubertierende. Diese Skala wurde an die Tafel gemalt. Sie weist eine Bandbreite von 0 bis 10 auf, wobei 0 das schlechte Gefühl darstellt und 10 das gute Gefühl darstellt.
Diese Methode kann man in allen möglichen Varianten im Unterricht einsetzen. Jede Stimme bleibt anonym jedoch für jeden sichtbar.
Schön fand ich an unserem Seminar, dass wir zu Beginn und am Ende des Seminars diese Einschätzung machen sollten. Es wurde ersichtlich, dass jeder bis auf einen Seminarteilnehmer sein Gefühl in bezug auf den Umgang mit Pubertierenden besser geworden ist. Die Methode “Punkten“ fand ich sehr interessant und kannte ich zuvor nicht. Die Aufgabe war, sich für drei Störquellen zu entscheiden, die für mich am störendsten empfunden werden könnten. Als die Störungen an die Tafel angeklebt wurden, wurde mir erst bewusst, wie viele Störungen es überhaupt gibt und an was man alles denken muss. Ich brauchte etwas länger, um mich zu entscheiden, denn es gab so viele Störquellen, die störend sind. Für mich wären mehr als drei Punkte in Frage gekommen. Mir wurde klar, dass ich Angst vor Respekt- und
Kontrollverlust habe. Außerdem war und bin ich mir unsicher, wie ich in bestimmten Situationen reagieren soll. Einige Fragen im Umgang mit Pubertierenden wurde sehr gut im Seminar beantwortet, jedoch blieben einige Fragen ungeklärt oder wurden nur oberflächlich beantwortet. Des weiteren habe ich im Seminar erwähnt, dass ich bedenken habe, dass die Schüler das Fach Religion welches ich studiere, nicht ernstnehmen. Dieses Fach wird oft belächelt und das nicht nur seitens der Schüler.
Eine weitere Methode, die ich ansprechen möchte ist das Cluster. Hierbei werden alle Gedanken gesammelt die einem gerade einfallen und das völlig ungeordnet. Diese Methode bietet die Möglichkeit, dass jeder Schüler mit einbezogen werden und sich am Unterrichtsgeschehen beteiligen kann. Im Gegensatz dazu steht das Mindmap. Dieser Begriff bedeutet Gedankenlandkarte. Auch hier werden Gedanken gesammelt, allerdings werden diese geordnet und miteinander verknüpft. Im Seminar haben wir das Cluster benutzt, um über die Potentiale von Regeln zu sprechen. Wichtige Ergebnisse hierbei waren für mich, dass sie Struktur geben und Freiheit ermöglichen. Dies war mir zunächst nicht ganz klar. Ich wusste, dass Regeln Struktur geben, aber an die Ermöglichung von Freiheit habe ich nicht gedacht. Jetzt allerdings erscheint es mir sehr logisch. Außerdem ist die Mitbestimmung aller wichtig, da so die Gleichheit und die Gerechtigkeit für die Schüler als auch für die Lehrer gesichert ist. Sie erleichtern somit den Unterricht für die Lehrer und ermöglichen eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Vor dem Seminar erschienen mir Regeln eher „negativ“. Doch nun weiß ich Regeln sind auch positiv. Sie haben auch stärkenden Charakter. Wenn Regeln in einer Klasse erarbeitet werden sollen, so sollte darauf geachtet werden, dass sie schülergerecht und in „Ich-Form“ geschrieben sind. Außerdem müssen sie kurz und prägnant sein und möglichst positiv formuliert werden. Das wünschenswerte Verhalten soll beschrieben werden. Es ist wichtig, dass die Schüler bei der Regelerarbeitung aktiv mitarbeiten und die Regeln verstehen, denn je größer die Einsicht bei der Regelerarbeitung, desto eher werden die Regeln eingehalten. Diese Aufgabe im Seminar bzw. die Ergebnissicherung im Cluster blieb mir am meisten in Erinnerung. Ich konnte sehr viel für mich mitnehmen.
Ich möchte nun über die Verhaltensweisen in der Pubertät sprechen.
Wichtig ist für mich, dass ich verstehe warum die Jugendlichen so handeln, wie sie handeln. Ich hatte vor dem Seminar ein ganz anderes Bild von Pubertierenden als jetzt. Für mich waren sie störend und nervig und doch jetzt weiß ich, dass auch sehr viel Potential in ihnen stecken kann. In der Pubertät entsteht ein neues Bewusstsein für die eigene unverwechselbare Identität. Zugleich werden Teenager immer emotionaler und sensibler in der Wahrnehmung der eigenen seelischen und auch körperlichen Verletzlichkeit. Die Jugendlichen leiden in dieser Phase der Selbstfindung unter einem starken Gefühl der Unsicherheit. Dieses spiegelt sich in extremen
Gefühlsausbrüchen wieder. Mal gibt es Momente des totalen Hochgefühls, doch dann wiederum tiefe emotionale Abgründe. Es gibt Situationen, in denen sie apathisch herumhängen, sich zurückziehen und sich total langweilen. Dem entgegen stehen Phasen, in denen die Jugendlichen voller Energie und Lebensfreude sind.
Um die eigene Unsicherheit zu kompensieren, geben sich Teenager gerne großspurig. Sie wollen die Mitmenschen davon überzeugen, dass man selbstsicherer und stärker ist, als sie sich eigentlich fühlen.
Teenager lieben das Risiko. Sie müssen experimentieren, Grenzen austesten. Jedoch nicht nur ihre eigenen Grenzen, sondern auch die anderer Menschen. Damit sind Konflikte natürlich vorprogrammiert. Das gehört zu dem langwierigen Lernprozess eines Pubertierenden. Er versucht damit das eigene Leben in den Griff zu bekommen und für sich selbst Entscheidungen zu treffen.
Im Seminar fand ich es richtig interessant, als einige Zitate von Jugendlichen vorgelesen wurden. Auch ich habe nun einige Zitate herausgesucht, die das oben genannte widerspiegeln. Wenn man Jugendliche fragt, wie sie sich fühlen, werden oft die gleichen Probleme, Sorgen und Ängste genannt. Zum Beispiel spielt der ständige Stress mit den Eltern eine große Rolle. Weitere Punkte sind Liebeskummer, erste sexuelle Erfahren, aber auch schulische Probleme. Natürlich gibt es noch jede Menge mehr Probleme mit denen sich Pubertierende rumschlagen müssen. Hier nun einige Zitate, die ich sehr interessant fand:
„Meine Alten quatschen mir ständig in alles rein“ meint Lena, 14 Jahre alt und die anderen Mitglieder ihrer Clique im Jugendzentrum nicken heftig dazu. „Ich find’s total nervig, dass ich nichts allein entscheiden darf.“
„Michael (16 Jahre) erinnert sich an seinen ersten Vollrausch: "Als mich mein Alter von der Party abgeholt hat, war er total sauer und machte einen riesigen Stunk. Dabei säuft er doch manchmal selber wie ein Loch...!"
„Die 14jährige Nathalie ist total in Christian verliebt. Der hat aber was mit Claudia und will von ihr offenbar nichts wissen. An manchen Tagen fühlt sie sich dann einfach hundeelend. Mit ihrer Mutter würde sie darüber nie sprechen.“
Eigentlich steckt hinter all diesen Zitaten der Wunsch nach Abgrenzung und Abstand von der früheren kindlichen Persönlichkeit, das Verlangen bzw. der Wunsch nach Selbstbestimmung und Selbstfindung. Es gibt um den Wunsch erwachsen zu werden.
Es lassen sich Verhaltensmuster feststellen, die immer wieder in ähnlich auch bei anderen Jugendlichen vorzufinden sind.
Arbeit zitieren:
Dajana Geffken, 2010, Umgang mit Pubertierenden in der Schule, München, GRIN Verlag GmbH
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