Inhalt
1. Einleitung 1
2. Giftgas 2
2.1 Giftgas, die Antwort auf den Graben- und Stellungskrieg? 2
2.2 Der Einsatz von Giftgas im Ersten Weltkrieg und dessen Folgen 3
3. Ein Bild des Schreckens, in schwarz und weiß 4
4. Schlussbetrachtung 5
5. Literatur S 7
1
1. Einleitung
Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeichneten sich erste Veränderungen in der bis dato konventionellen Kriegsführung ab. Vor allem der Krimkrieg von 1853 bis 1856 gilt als erster moderner Krieg der Weltgeschichte. Sowohl technisch als auch strategisch hielten vielerlei Innovationen Einzug, die zu einer neuen Form des Krieges beitrugen. Neben neuartigen Waffen für Infanterie und Artillerie spielte besonders die Eisenbahn als neues Fortbewegungsmittel eine ausschlaggebende Rolle. 1 Die strategisch schnelle Verlegung von ganzen Truppenteilen ermöglichte eine enorme Dynamik, die mit unter Kriegs entscheidend sein konnte.
Der Krimkrieg gilt aber auch als erster Graben- und Stellungskrieg, in dem auf beiden Seiten große Verluste zu verzeichnen waren. Eine Besonderheit hierbei ist, dass die meisten Opfer vor allem an ihren Verwundungen oder den daraus resultierenden Folgeerkrankungen verstorben sind, was nicht zuletzt durch die schlechte Versorgungslage bedingt war. Hier lassen sich bereits einige Parallelen zum Ersten Weltkrieg herstellen. Sechzig Jahre nach dem Krimkrieg wurde im „Grand Guerre“ 2 durch den Stellungskrieg das Kriegsgeschehen auf gleiche Weise geprägt und von Bildern verwundeter Soldaten dominiert. 3 Eine weitere Besonderheit des Krimkriegs waren die so genannten Fotoreportagen, die erstmals das Kriegsgeschehen mit Hilfe von Fotografien der Öffentlichkeit präsentierten. Anders als die bis dato üblichen geschönten und künstlerisch freien Gemälde oder Zeichnungen zeigten die Bilder des Krimkriegs nicht nur die heroische, sondern auch die grausame Seite des Krieges. 4 Zu erwähnen sind hierbei die Aufnahmen von Roger Fenton, James Robertson oder Felice Beato, die Bilder von Schützengräben, Unterständen und den katastrophalen Folgeerscheinungen des Krieges gemacht haben.
Auch im Ersten Weltkrieg wurde das Medium Fotografie eingesetzt, wodurch ähnlich wie auf der Krim Bilder des Kriegsalltags entstanden sind. Diese übertrafen jedoch alles bisher da gewesene und zeigten welche Formen der Krieg im 20. Jahrhundert angenommen hatte. Auch 1914 führten wiederum technische Innovationen zu einer erneuten Wandlung der Kriegsführung, ähnlich der des Krimkrieges. Trauriger Höhepunkt war der Einsatz von Giftgas, das den verbitterten Graben- und Stellungskrieg schnell entscheiden und zum Ende
1 Vgl. Ballhausen, Hans-W./ Bernlochner, Ludwig/ Hermann, Michael/ Schwalm, Eberhardt/ Völker,
Peter: Geschichte und Geschehen 9, Stuttgart 1988, S. 146 ff.
2 La Grand Guerre ist die französische Bezeichnung für den Ersten Weltkrieg und bedeutet der große Krieg.
3 Vgl. Ballhausen, Hans-W./ Bernlochner, Ludwig/ Hermann, Michael/ Schwalm, Eberhardt/ Völker,
Peter, S. 146 ff.
4 Vgl. Judd, Denis: The Crimean War, London 1975, S. 22-25.
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führen sollte. Doch Anstelle des erhofften schnellen Kriegsendes führte das Giftgas als Kampfmittel zu noch grausameren Zuständen wie sie zuvor ohnehin schon vorgeherrscht hatten. 5 Diverse Fotografien jener Zeit übermitteln noch heute in ihrer Zeitzeugenschaft die grausame Realität und die Folgen der Giftgasangriffe. Die folgende Kurzarbeit wird sich mit der Thematik der Gaseinsätze im Ersten Weltkrieg und deren Zeitzeugenschaft auseinander setzen.
2. Giftgas
2.1 Giftgas, die Antwort auf den Graben- und Stellungskrieg?
Als direktes Kampfmittel wurde Giftgas erstmal im Ersten Weltkrieg eingesetzt. Aufgrund des erbitterten Stellungskrieges und den verhärteten Fronten im Westen waren sowohl für die Entente Mächte als auch für die Mittelmächte kaum noch bis gar keine Geländegewinnung mehr möglich. Beide Seiten hatten sich in Ihre Gräben, Stellungen und Unterstände verschanzt und warteten auf den Angriff des jeweils anderen. Sofern dieser noch möglich war, nicht abgewehrt und realisiert werden konnte, verschob sich die Frontlinie im Zuge des Vormarsches des Angreifers und dem oft daraus resultierenden Rückzug des Verteidigers nur um weniger Meter bis Kilometer, nur um wenig später in einem Gegenangriff erneut, diesmal in die andere Richtung, verschoben zu werden. 6
Um einen alles entscheidenden Durchbruch und damit ein Ende dieser sich stetig wieder holenden Kette zu bewirken, wurde nach neuen strategischen Lösungen gesucht. Wie bereits in der Vorbetrachtung erwähnt, war im Ersten Weltkrieg ein enormes Potential an technischen Innovationen eingesetzt worden. Vor allem in der Weiterentwicklung von Panzern und Flugzeugen wurden enorme Fortschritte erzielt, doch war deren Einsatz noch nicht mit der Effektivität der Panzerverbände und Flugstaffeln des Zweiten Weltkrieges zu vergleichen, sodass eine Kriegsentscheidung weiter ausblieb. Die Lösung schien in der Anwendung von flächendeckenden Waffen zu liegen, wie sich beim massiven Einsatz von Artillerie, Minen und unterirdischen Sprengladungen herausstellte. Doch waren die Flächenbombardements nicht nur grausam für Mensch und Umwelt sondern auch sehr kostenintensiv und Rohstoff verzehrend. Aus dem Mangel an Rohstoffen heraus entstand die Idee das sehr viel kostengünstigere Giftgas flächendeckend gegen den Feind einzusetzen. 7
5 Vgl. Zentner, Christian: Der Erste Weltkrieg, Rastatt 2000, S. 321-326.
6 Vgl. Salewski, Michael: Der Erste Weltkrieg, Paderborn u. a. 2003, S. 201-216.
7 Vgl. Zentner, Christian, S. 285-303.
Arbeit zitieren:
Thomas Hallmann, 2007, Giftgasangriffe im Ersten Weltkrieg - Eine Bedrohung für Mensch und Umwelt, München, GRIN Verlag GmbH
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