Inhaltsverzeichnis
Vorwort. 3
I HISTORISCHER HINTERGRUN:D
DIE ENTSTEHUNG DES BUCHDRUCKS IN EUROPA
1 Ende des Mittelalters - Beginn einer großen Entwicklung. 4
1.1 Europa und das Buch im 15. Jahrhundert. 4
1.2 Johannes Gutenberg - Leben und Werk. 4
2 Wirkung des Buchdrucks. 7
2.1 Luther und das Buch im 16. Jahrhundert. 7
2.2 Das Buch und seine mediale Entwicklung. 8
II DIE ENTSTEHUNG DES BUCHDRUCKS: DAS GEDRUCKTE BUCH
1 Inkunabeln. 10
2 Die Schrift des gedruckten Buches. 10
2.1 Die Schrift im 15. Jahrhundert. 10
2.1.1 Textura. 11
2.1.2 Schwabacher. 12
2.2 Die Schrift des 16. Jahrhunderts. 12
2.2.1 Fraktur. 13
2.2.2 Antiqua. 13
2.3 Deutsche Schriften in der Neuzeit. 14
3 Das Layout des gedruckten Buches. 15
3.1 Das handschriftenorientierte Layout im 15. Jahrhundert. 15
3.2 Ökonomisierungsprozesse im Buchdruck. 15
3.3 Aldus Manutius. 16
3.4 Grundlegende gestalterische Entwicklungen der Inkunabelzeit. 17
Resümee. 18
Abbildungsverzeichnis. 19
Literaturverzeichnis. 20
Anhang. 22
2
Vorwort
Die vorliegende Arbeit über die Entstehung des Buchdrucks mit Schwerpunkt Schrift und Layout beschäftigt sich mit der technischen Innovation des Buchdrucks - vorwiegend in Europa durch Johannes Gutenberg - und mit der daraus resultierenden Weiterentwicklung der äußeren Erscheinung des gedruckten Buches ab Mitte des 15. Jahrhunderts.
Da die Entstehung des Buchdrucks heute synonym mit Gutenbergs Erfindung des Drucks mit beweglichen Lettern verwendet wird, spreche ich im Folgenden grundsätzlich von Letzterem und erwähne explizit, wenn es sich um andere Druckformen handelt.
Die Arbeit ist in zwei Teile gegliedert: Zum Einstieg wird der historische Hintergrund - mit der Entstehung des Buchdrucks u.a. in China bis hin zur europäischen Drucktechnik nach Johannes Gutenberg - behandelt, der zweite Teil zeigt die Entwicklungen im gestalterischen Umgang mit den Inkunabeln 1 auf. Der Schwerpunkt liegt hier bei der Entwicklung der Schrift und des Layouts von den Anfängen des Buchdrucks bis hin zum frühneuzeitlichen und modernen Buch. Die Beschäftigung mit den europäischen - vor allem den deutschen - Inkunabeln setzt ein fundiertes (historisches) Hintergrundwissen voraus: Wer hatte überhaupt die Möglichkeiten zu drucken, geschweige denn überhaupt den Druck zu erfinden? Was hatte Gutenberg, was andere nicht hatten - welche Möglichkeiten standen ihm offen? Wie war die gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation in Europa und besonders in Deutschland? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Teil I: ‚historischer Hintergrund’. Der Schwerpunkt, die Geschichte des Layouts und der Schrift wird aufgrund dieser Informationen ausführlich im Teil II - ‚das gedruckte Buch’ - vertieft und erläutert. Das Thema Layoutentwicklung wird getrennt von der Schrift behandelt, da beide Entwicklungen weitgehend nicht voneinander abhängig waren.
Die Erfindung des Buchdrucks in Europa ist datiert um das Jahr 1450 und als Erfinder nennt man Johannes Gutenberg 2 . Sein Werk und Werken hat eine ganze Lawine an Neuerungen - im Umgang mit Büchern - langsam ins Rollen gebracht, wie zum Beispiel die Entwicklung der mittelalterlichen Kodices, die nach Tradition handgeschrieben und aufwändig verziert waren, zu gegliederteren und übersichtlicheren frühneuzeitlichen Büchern, die ihre (äußere) Gestalt bis heute weitgehend beibehalten haben. Die Erfindung des Buchdrucks ist eine wesentliche Zäsur in der Verbreitung des Wissens durch das Medium Buch und dadurch auch der Lesefähigkeit auf der ganzen Welt.
1 Inkunabeln: Früh-/ Wiegendrucke zwischen 1450 und 1500. Vgl. Rautenberg 2003, S. 276
2 Er hatte nie seinen Namen unter ein Druckerzeugnis gesetzt, weshalb es heute schwer ist, seine Werke auf ihn zurückzuführen. Vgl. Pollard 1993, S. 35
3
I HISTORISCHER HINTERGRUND:
DIE ENTSTEHUNG DES BUCHDRUCKS IN EUROPA
1 Ende des Mittelalters - Beginn einer großen Entwicklung
1.1 Europa und das Buch im 15. Jahrhundert
Kennzeichen des Mittelalters (ca. 500-1500 n.Chr.) sind eine hierarchisch und ständisch gegliederte Gesellschaftsordnung, die Macht von Kaiser und Papst und die Allgegenwärtigkeit der christlichen Glaubenslehre. 3 Im 15. Jahrhundert aber befand sich Europa in einer Aufbruch- und Umbruchstimmung. Diese Zeit markierte das ausgehende kirchlich beherrschte Mittelalter; eine Zeit zwischen Gotik und Renaissance - zwischen Altem und Neuem. Eine neue Ära brach an; alte Werte zerfielen, auch die Reichsgewalt des Kaisers. Der Ruf nach sozialer und religiöser Erneuerung und Unabhängigkeit wurde laut. Der Mensch zeigte mehr Interesse am Irdischen, welches im Mittelalter (Erde, Irdisches=‚Tal der Leiden’) eher schlecht angesehen wurde. Es zählte nicht länger nur die Gemeinschaft der Christen, sondern das Individuum erlangte Bedeutung. Neue Kenntnisse wurden in neu errichteten Universitäten gelehrt und das Interesse für historisches Wissen belebt. Der Mensch des dunklen Mittelalters wurde aktiv. Erfindungen und Entdeckungen dieses Jahrhunderts ebneten den Weg in die Frühe Neuzeit. 4
Der Drang nach Bildung schloss zu dieser Zeit (vor 1450) jedoch nicht die Möglichkeit des Verbreitens des Wissens mit ein. Bücher waren sehr selten und kosteten ein Vermögen, da sie einzeln handschriftlich, meist von Mönchen, angefertigt werden mussten (vereinzelt gab es auch gedruckte Blockbücher 5 ). In der Lösung dieser Problematik witterte Gutenberg das große Geschäft.
1.2 Johannes Gutenberg - Leben und Werk
700 Jahre vor Gutenberg wurde der Buchdruck in China erfunden, zu dieser Zeit hatten die Skriptorien 6 in Europa gerade ihre Blütezeit. Die Technik des Druckens verbreitete sich schnell in die umgebenen Staaten aus, z.B. in die Mongolei und Tibet. Der älteste Fund eines chinesisches Blockdruckerzeugnisses stammt aus
3 Vgl. Barth 2007, S. 7
4 Vgl. Gööck 1977, S. 73-77
5 Blockbuch: Aus der Oberfläche eines Holzklotzes wurden eine Abbildung oder einige Textzeilen herausgeschnitten, eingefärbt und wie ein Stempel auf das Papier gedrückt. Vgl. Barth 2007, S. 192
6 Skriptorien sind mittelalterliche Schreibstuben, in denen Mönche Bücher abschrieben.
4
dem Jahre 868 und ab 1040 wurde in China mit beweglichen Lettern gedruckt. 7 Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das chinesische Druckverfahren Gutenbergs Erfindung beeinflusste. Doch wer dieser Mensch, der zum Mann des Jahrtausends gewählt wurde, überhaupt?
Über das Leben des um 1400 als Johannes Gensfleisch in Mainz geborenen Johannes Gutenberg (Abb.1) ist wenig bekannt. Wahrscheinlich ist, dass er eine Ausbildung an einer Klosterschule genoss und später studierte. Anhaltspunkte dafür sind unter anderem seine Lateinkenntnisse. Er arbeitete als Goldschmied und stellte Pilgerspiegel her. Obwohl er ein Patriziersohn war, war er handwerklich begabt. Um 1450 entwickelte er ein Verfahren, mit dem man Bücher schneller und preiswerter herstellen konnte. „Das umstürzend Neue, das Gutenbergs Erfindung ausmachte, war indes die Bewältigung des komplizierten technischen Problems des Letterngusses und die Anwendung der dabei gewonnenen praktischen Erfahrungen für das bis dahin noch nicht bekannte ‚Schreiben mit Typen’ (Typographie). 9 “
7 Vgl. Kollmar-Pauelenz, S.195-196
8 Füssel 1999, Umschlagvorderseite
9 Sturm 1993, S. 62
10 http://gutenberg.de/erfindun.htm
5
Entscheidend für die Typographie war die Erfindung des Handgießinstruments (Abb.2). Mit diesem Handgießinstrument wurden die einzelnen Buchstaben (Typen) gefertigt. Diese Innovation ermöglichte eine Massenherstellung und einen Druck mit beweglichen Lettern, „damit war es jetzt ohne Schwierigkeiten möglich, Buchstaben aus Blei oder einer Bleilegierung in fast beliebiger Zahl mit identischem Bild aus einer Matrize aus härterem Metall [...] zu gießen. 11 “ Zu seinen ergänzenden Erfindungen zählen der Setzkasten, in den die wiederverwendbaren Typen eingeordnet wurden, und die Druckerpresse (Spindelpresse).
„Gutenberg hatte keine Früchte seiner Erfindung ernten können. Er geriet bald für lange Zeit in Vergessenheit und wurde später als Erfinder zunächst in Frage gestellt. 13 “ Er starb 1468 völlig mittellos.
Das älteste Werk Johannes Gutenbergs ist das um 1445 entstandene „Fragment zum Weltgericht“. 1455 stellte er die Arbeit seines bedeutendsten Werkes, die 42zeilige Bibel („B42“) fertig (siehe II/2.1.1 und Anhang B).
11 Kapr 1987, S. 121
12 Kapr 1987, S. 127
13 Gööck 1977, S. 77
6
2 Wirkung des Buchdrucks
2.1 Luther und das Buch im 16. Jahrhundert
„Die Geschichte der Buchdruckerkunst ist untrennbar mit der Verbreitung der Heiligen Schrift verbunden 14 “, schreibt Füssel. Und tatsächlich waren die ersten gedruckten Bücher liturgische Texte (z.B. Gutenbergbibel). Martin Luther (1483-1546) nutzte den Druck zur Verbreitung seiner neuen Botschaften (Reformation 15 ) an die Gläubigen. Die Presse konnte in ganz Deutschland vom legendären Thesenanschlag von Wittenberg gegen den Ablasshandel berichten. Zudem lag Luthers Bibelübersetzung 1534 in gedruckter Form vor (Abb.4) und konnte von vielen Menschen in verschiedenen Orten gelesen werden. Nicht nur diese bis dato erste deutsche Bibel, sondern auch ihre zahlreichen Raubdrucke bahnten sich ihren Weg zu den Menschen. Zudem trugen Einblattdrucke, wie Zeitungen und Flugblätter, zur Verbreitung der lutherischen Glaubenslehre bei.
Der Erfolg der Lutherbibel ist nicht nur der erstmaligen Übertragung des Bibeltextes ins Deutsche zu verdanken, sondern auch der neuen Drucktechnik, mit der die „Gute Nachricht“ schnell weit verbreitet werden konnte. Einen weiteren positiven Effekt, den die Lutherbibel und ihre Verbreitung mit sich brachte führt Gööck folgendermaßen an: „Mit der Bibelübersetzung schenkte Luther der deutschen Nation eine allen Stämmen gemeinsame Nationalsprache, die es bis dahin nicht gegeben hatte. 17 “ Er machte die heilige Schrift allen Menschen zugänglich. Luthers Lehre gegen Ablasshandel und Willkür der Kirche fand Anklang in allen Teilen Deutschlands. Die neue Drucktechnik trug dazu bei, eine Abspaltung von der römischen Kirche zum protestantischen Glauben innerhalb kürzester Zeit und in einem flächenmäßig großen Gebiet zu vollziehen.
14 Füssel 1999, S. 114
15 Refomation: Keine Revolution, sondern eine Bewegung für die Wiederherstellung der alten Christlichkeit. Eine Lehre gegen Willkür und für die ausschließliche Geltung der Heiligen Schrift und des Gewissens. Vgl. Gööck 1977, S. 106
16 Gööck 1977, S. 105
17 Gööck 1977, S. 104
7
Arbeit zitieren:
B.A. Cornelia Reinhardt, 2008, Die Entstehung des Buchdrucks, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Buchwissenschaft: Die Entstehung des Buchdrucks ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Buchwissenschaft: neuer Titel erschienen: Die Entstehung des Buchdrucks
Cornelia Reinhardt hat einen neuen Text hochgeladen
Das Urheberrecht von Buchdruck bis Filesharing
Alte und neue Diskussionen im ...
Markus Schimana
Meisterwerke des frühen Buchdrucks
Die Inkunabel-Schätze der Kant...
Marianne Luginbühl, Heinz Bothien
Publishing Layout - Bildbearbeitung - Druck
MS-Publisher 2007, Photoshop
Christine Kopeinigg, Sibylle Bochinz, Paul Perger
DAS DEUTERONOMIUM ENTSTEHUNG G
N Lohfink
Die Entstehung einer Weltreligion I
Von der koranischen Bewegung z...
Markus Groß, Karl-Heinz Ohlig
0 Kommentare