Inhalt
Seite
Vorwort 4
Entstehung der Strukturen im Universum 8
Die Entstehung der Galaxien 9
Die Erde und das Leben auf ihr 9
Auswirkungen physikalischer Kräfte auf die Erde 10
Physik und Lebewesen 11
Das Gehirn 12
Gehirnforschung und Quantentheorie 13
Die Drei-Welten-Theorie von Roger Penrose 15
Frequenzen der Gehirnwellen 16
Das Bewusstsein 17
Das Unbewusste und seine Entstehung 19
Die Entwicklungsphasen des Unbewussten 20
Der Wille 23
Au ßersinnliche Wahrnehmung 24
Ein persönliches Erlebnis von Telepathie 26
Der menschliche Geist 27
Die Entstehung des biologischen Lebens 28
Ur -Suppe und erste Lebewesen 29
Affen und Menschenaffen 30
Urheimat der Menschenaffen 32
Die Plattentektonik 34
Besonderheiten der Menschenaffen 36
Orang -Utans 36
Gorillas 37
Eigenschaften von männlich dominierten Menschenaffen 38
Verständigung durch Gesten und Täuschungsversuche 38
Schimpansen (und Bonobos) - unsere nächsten Verwandten der
gemeinsamen Vorfahren 39
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Bonobos 40
Gemeinsamkeiten von Affen und Menschen 40
Menschliches Lernen von tierischen Vorfahren 41
Nachweis schamanischer Traditionen 42
Ein heutiger Zeitzeuge aus der Stammeswelt 43
Der vieldeutige Begriff „SPIRIT“ 43
Schamanische Weltanschauung und universelle Lebenskraft 46
Der schamanische Kosmos 47
Der Weltenbaum 48
Der Mensch im Schamanismus 48
Das Jagdtier 50
Die Bestimmung zum Schamanen 51
Die Hilfs- und Schutzgeister 53
Die Ausbildung des Berufenen 53
Die schamanische Seelenreise im Traum 55
Die Initiation oder Approbation des Schamanen 56
Meine Traumreisen 58
Symbole, Omina und Menetekel 59
Schamanische Rituale 60
Rituale der Gemeinschaftsbildung 63
Gemeinsamkeiten biologischer Lebewesen 64
Quantenphysik und das Weltbild der Schamanen 67
Fazit 68
Das ursprüngliche religiöse Bewusstsein 70
Religion als Verbindung zwischen der Schöpfung und allen Geschöpfen 70
Literaturverzeichnis 72
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Vorwort
Aufgrund meines späten Studiums der Geographie erweiterte sich der Blickwinkel meiner Naturbeobachtung. Das Interesse an anderen Völkern und deren durch den Naturraum bedingte wirtschaftliche und kulturelle Lebensweise verstärkte sich ständig. Vorrangig stellte sich mir die Frage, wie Menschen unter den jeweils gegebenen Bedingungen, besonders unter schwierigsten Voraussetzungen, überleben können.
Nahrungsbeschaffung ist je nach Klima, Bodenbeschaffenheit und verfügbarer Technik auch heute noch unterschiedlich schwierig oder leicht. Die Urmenschen und ihre Nachkommen waren durch das nomadisierende Leben und die dadurch verursachten Entbehrungen und Krankheiten besonders gefährdet. Diese Menschen lebten in, mit und von der Natur und wussten, dass sie von ihr abhängig waren. Sie lernten aus allen uns heute oft nicht mehr zugänglichen Vorzeichen. Aufgrund ständiger und genauer Beobachtung erkannten sie die Naturgesetze. Sie fühlten sich als Teil des Weltalls; denn dieses war durch die Beobachtung der Gestirne und deren Wanderungen in ihr Leben mit der Natur einbezogen. In ihrem damaligen Weltbild war die gesamte Natur beseelt und alle natürlichen Erscheinungen wie Steine, Pflanzen, Tiere, Menschen, Wasser und Gestirne waren durch diese Seele untereinander und mit dem Universum verbunden. Die Menschen waren von Unsichtbarem umgeben als gleichwertige Körper-Geist-Wesen in einem allumfassenden Kosmos, der Weltseele. Aus dieser Vorstellung entwickelte sich die „Philosophie“ des Animismus. Mich faszinierte besonders das ursprüngliche Weltbild der nomadisierenden frühzeitlichen Menschen, weil mir einige Eigenschaften ihrer Heiler und Priester, Schamanen genannt, so vertraut vorkamen. Ich wollte ja selbst nach meinem Abitur Medizin studieren, was aber unter den schwierigen Nachkriegsverhältnissen nicht möglich war. Auch hatte ich schon von Kindheit an seltene „große Träume“, die mir verschiedene Ereignisse meines Lebens voraussagten, die später tatsächlich eingetreten sind. Deshalb übergab ich einer Persönlichkeit meines Vertrauens schriftliche Aufzeichnungen meiner wichtigsten bereits eingetroffenen oder noch nicht in Erfüllung gegangenen prophetischen Träume mit Datumsangabe zur späteren Auswertung.
Da ich der Meinung war, dass Übereinstimmungen zwischen den Menschen der Frühzeit und einem heutigen Menschen wie mir nur durch naturwissenschaftliche Erklärungen, also auf dem Hintergrund von Physik und Evolutionsbiologie, verständlich werden können, befasste ich mich zunächst in jeder freien Minute, sogar auf meinen Ferienreisen, mit Physik. Diese Wissenschaft wurde für mich so spannend, dass ich fast nur noch Bücher aus diesem Gebiet las. Ich verbrachte fast meine gesamte Freizeit mit Weiterbildung in Physik in Seminaren und Exkursionen. Ständiges Lernen wurde zu meinem Lebensinhalt, entfernte mich aber immer weiter von meinen Sozialbezügen. Meine speziellen Interessen waren für etliche meiner Mitmenschen befremdlich.
Immer schon zog mich die Natur magisch an. Ich kannte auch nie Ekel oder Angst beim Anblick ungewöhnlicher Geschöpfe. Schon als kleines Kind wollte ich wissen, warum es so viele verschiedene Pflanzen und Tiere gibt und warum sie mich begeistern. Ich wollte auch wissen, warum ich manchmal im Schlaf erfahre, was mir bevorsteht. Oft wusste ich allerdings nicht mehr, dass ich etwas zuvor geträumt hatte, was dann tatsächlich eingetreten war. Später, wenn das Ereignis eingetreten war, fragte ich mich, woher ich das schon wusste. Ich hatte einfach den Traum inzwischen vergessen. Die Fragen nach dem Zusammenhang zwischen mir und der Natur, deren Anziehungskraft auf mich und dazu noch meinen „seltsamen Träume“ begründeten meinen unerschöpflichen Wissensdrang. Die Antwort: „Das hat der
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liebe Gott eben so gemacht“ genügte mir nicht. Jedoch brachte meine ständige Fragerei mir leider meistens Unverständnis und Ablehnung ein.
Denn schon als ganz kleines Kind verbrachte ich viel Zeit damit, die Regenbogenfarben eines verdunstenden Tautropfens zu bewundern. Ich entdeckte im Garten die kleinen pergamentartigen Eier der Eidechsen und Blindschleichen und wie ihnen schließlich die winzigen Tiere entschlüpften. Besonders aber faszinierte es mich, dass winzige Pflanzen, wenn ich mich nur lange genug in ihre Betrachtung versenkte, plötzlich ganz groß zu werden schienen. Dabei liebte ich vor allem den Ackergauchheil, eine winzige Wiesenpflanze, die rote Blütenblätter mit lila Tupfen an deren Ende hat. Auch diese Pflanze erschien mir nach einer Weile der intensiven Betrachtung sehr groß und unbeschreiblich schön. Gefährlich war für mich nur die Tatsache, dass ich meine Beobachtung nicht unterbrechen konnte, bis die Verwandlung eingetreten war. Ich konnte vorher keinem Ruf folgen. Ich glaube auch, dass ich eine derartige Störung kaum als solche wahrnahm. Meine totale Versenkung in die Natur war ein Grund dafür, dass mich meine Mutter als rebellisch und ungehorsam empfand. Außerdem konnte sie meinen Wissensdrang nicht verstehen. Dazu kam meine Zukunftserfahrung durch Träume. Ich hielt das als Kind für völlig selbstverständlich und setzte es für alle Menschen voraus. Erst in der Psychoanalyse erkannte ich meine „Hellsichtigkeit“, glaubte aber doch nicht, dass mir meine Träume die Zukunft so genau voraussagten. Das machte meine unbewussten Handlungen für Leute, die mitbetroffen waren, unverständlich. Deshalb schildere ich hier ein Beispiel für die Auswirkungen meiner seltenen „großen“ und farbigen Träume, das mir auch heute noch erinnerlich ist.
In der Schule waren gerade Poesiealben modern und ich mochte die Einklebebildchen nicht, die die üblichen kindlichen Freundschaftsschwüre bekräftigen sollten. Ich setzte alle Hoffnungen auf meine Patentante Lydia, die Schwester meines Vaters in Berlin, und ließ sie von meinem Wunsch wissen, zu meinem nächsten Geburtstag ein Poesiealbum geschenkt zu bekommen, das meinen Vorstellungen entsprach. (Meine Tante hatte, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, als Malerin zur selben Zeit wie Schmitt-Rottluff die Kunstakademie in Berlin besucht). Sie galt mir in allen Bereichen als Vorbild. Bis zu ihrem Krebstod lernte sie ständig weiter Fremdsprachen, zuletzt Holländisch beziehungsweise Afrikaans. Ihr einziger Sohn war schon 1930 südafrikanischer Staatsbürger geworden. Aber meine Mutter konnte meine Tante nicht leiden und änderte meinen Taufnamen Lydia in meinen zweiten Namen Irene um, damit sie nicht ständig durch mich an die ungeliebte Schwägerin erinnert wurde. Dieses Verhalten, das man in der Psychologie Übertragung nennt, hatte unangenehme Folgen für mich.
Nun bekam meine Schwester, die über ein Jahr älter war als ich, zu ihrem zwölften Geburtstag das von mir ersehnte Poesiealbum, das alle meine Erwartungen übertraf. Es war in blaues Saffianleder gebunden, mit feinstem Papier und Goldschnittrand versehen. Ich war wütend. Diese Schmach geschah, weil meine Tante bei unserer schnell wachsenden Familie aufgrund der Namensänderung vergessen hatte, wessen Patin sie war. Ich wollte nun meine Schwester überzeugen, dass sie versehentlich zu „meinem Geschenk“ gekommen sei, und bot ihr alle meine kleinen „Schätze“ zum Tausch an. Aber je mehr ich in sie drang, desto wertvoller wurde ihr der Besitz, und nach etwa sechs Wochen gab ich auf. Kurz darauf hatte ich folgenden Traum: Ich bekomme zu meinem Geburtstag ein Poesiealbum geschenkt. Ich weiß nicht von wem. Aber es ist in das im Krieg übliche Kleisterpapier gebunden, in lila Farbe und hat auf der Vorderseite eines der verhassten Klebebildchen, einen Veilchenstrauß. Das Querformat beim Album meiner Schwester ist zum Hochformat geändert. Ich bin völlig von Abscheu überwältigt, dass man mir so etwas zumuten will.
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Als ich nun Ende August an meinem Geburtstag von der Schule heimkomme, tönt es aus dem Volksempfänger im Wohnzimmer: „Achtung, Achtung, Sondermeldung, Onkel Max (der Bruder meiner Mutter) schickt Irene die herzlichsten Geburtstagsglückwünsche aus Russland.“ Nun war ich nicht auf den Kopf gefallen und wusste, dass es meinetwegen keine Sondermeldung geben konnte. Ich sah also hinter dem Radio nach und bemerkte einen dünnen Draht, der durch den Fensterrahmen gezogen war. Im Garten standen meine Familie und mein Onkel, als Soldat auf Urlaub aus Russland, mit einer Art Mikrophon. Ich eilte hinaus, um meinen Onkel zu begrüßen, der mir strahlend sagte: „Was glaubst Du, was ich Dir mitgebracht habe?“, und hielt mir einen in Packpapier eingewickelten Gegenstand hin. Ich sah sofort am Format, was es war, und sagte voller Ekel: „Ein Poesiealbum, lila und mit Veilchen drauf“, nahm das Päckchen und schleuderte es heulend weg, ohne es auszupacken. Als das gerettete Päckchen geöffnet wurde, waren alle erstaunt, dass ich den Inhalt vorher gekannt hatte.
Meine undankbare und den Familienangehörigen völlig unverständliche Handlung bereitete nicht nur meinem Onkel eine schwere Enttäuschung, sondern zog mir auch den Zorn meiner Eltern zu, was dazu führte, dass ich von Stund an bei jeder Gelegenheit zu hören bekam: „Typisch Irene, die Egoistin!“ Ich weiß nicht mehr, ob mich meine Mutter anschließend verdroschen hat. Aber mein armer Onkel Max, der Lieblingsbruder meiner Mutter, wurde kurz darauf in Russland getötet, als er als Sanitäter bei einem Fallschirmabsprung einem Spähtrupp vor den feindlichen Linien zur Hilfe kam. Ich glaube, dass nicht nur der Name meiner Patentante, sondern auch mein Benehmen gegenüber meinem Onkel beim letzten Besuch vor seinem Tod die fast feindseligen Gefühle meiner Mutter gegen mich ausgelöst hat. Diese Übertragung belastete mich besonders stark.
Ich wusste als Kind auch nicht, dass es Menschen gibt, die Hellsichtigkeit „beruflich“ einsetzen. Erst heute, während ich im Jahre 2010 an dieser Arbeit sitze, wird mir klar, dass der (hoffentlich noch lebende) afrikanische Schamane Malidoma Patrice Somé ein wirklicher Wahrsager ist. Er schrieb mir 1994 in sein damals gerade herausgegebenes Buch „Vom Geist Afrikas“ 1 die Widmung: „You are my African mother in Frankfurt. I feel it.“ Patrice vermittelte mir in einem schamanischen Ritual in Frankfurt am Main erstmals Einsicht in die Mentalität afrikanischer Stammesvölker. Damals konnte ich nicht wissen, dass dies heute für meine Arbeit wichtig würde, die die Unterschiede im Denken von Völkern mit Stammeskulturen und denen der heutigen westlichen Stadt- und Buchkulturen verständlicher machen soll.
Auch im Erwachsenenalter hatte ich, wenn auch selten, plastische, farbige Träume, die mir ganze Theaterstücke erzählten. Niemals empfand ich ihren Inhalt als bedrohlich oder unangenehm, aber ich konnte die Botschaft nicht mehr entschlüsseln. Doch mein Schicksal hatte es anders bestimmt.
Es war während des Baues eines Hauses für unsere Familie im Jahre 1963 schließlich nicht mehr zu übersehen, dass nicht ich schuld war am unverständlichen Verhalten meines Mannes, sondern eine Krankheit. Da meine Kinder und ich vom Einkommen meines Mannes abhängig waren, erhoffte ich mir dessen Heilung durch einen Psychotherapeuten. Dieser erkannte wohl das Ausmaß der unheilbaren Krankheit und bot mir seine Hilfe an. Er wusste, dass ich mich selbst nicht mehr aus der ausweglosen Lage befreien konnte. Er meinte zwar: „Sie können aber lange warten“, klärte mich aber nicht über die Unheilbarkeit der Krankheit meines
1 Lit., Nr. 97
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Mannes auf. Ich nahm, zunächst sehr zögerlich, die Hilfe an und suchte den Analytiker in großen Abständen auf. Dabei erzählte ich ihm meine seltsamen Träume. Anlässlich eines Traumes, den ich schon vor meinem ersten Besuch bei ihm hatte, wurde er nervös, stellte mir Fragen und war offensichtlich erschrocken; weil ich ihn im Traum analysiert und seine eigenen Probleme geschildert hatte, ohne den Traum damals zu verstehen. Es dauerte nicht lange und der Arzt brachte mich zu der Erkenntnis, dass ich einen Beruf brauche. Von meinem ursprünglichen Wunschberuf, Ärztin oder mindestens Biologin zu werden, konnte keine Rede mehr sein. Es sollte, entsprechend der Hartnäckigkeit des Doktors, so schnell wie möglich geschehen.
Natürlich konnte ich den Analytiker nur in großen Abständen besuchen. Durch seine geschickte Einwirkung aber brachte er mich dazu, zu studieren. Ein Lehramtsstudium ging am schnellsten und während eines Besuchs bei entfernten Verwandten in England und durch einen vorhergehenden Traum wurde ich auf die Studienfächer Englisch und Geographie gelenkt. Im Sommersemester 1969 begann ich mein Studium an der Universität Frankfurt am Main in den Fächern Englisch und Geographie für die Sekundarstufe I (5. bis10. Klasse aller Schularten).
Ich begann auch langsam meine Träume zu verstehen, obwohl mir der Therapeut anfänglich dabei nicht half. Wieso mir meine erlebten Traumgeschichten die Zukunft vorhersagen konnten, entwickelte sich für mich allmählich zur wichtigsten Frage. Denn wenn ich solche Träume hatte, hatten dann nicht alle Menschen die Veranlagung dazu? Physikalische und biologische Prozesse mussten das ermöglichen. Die Frage drang immer mehr auf mich ein, zumal alle Kulturen der frühen nomadischen Völker Menschen mit der Gabe vorausschauenden Träumens brauchten und sie gezielt für Heilzwecke einsetzten. Auch ich wollte ja ursprünglich nach dem Abitur Medizin studieren, konnte aber aus finanziellen Gründen nicht.
Irgendwann fragte mich der Analytiker, ob ich eigentlich selbst bemerke, wie schnell ich lerne. Ich würde in einer Stunde lernen, wozu andere 50 Stunden brauchten. Ich wusste weder was noch wie ich lernte. Ich hatte aber vielleicht schon damals die Eigenschaft, auf meine unbewussten Handlungen oder Worte zu achten. Ich fragte mich stets, warum ich Fehlhandlungen beging und welcher Sinn sich dahinter verbarg. Heute weiß ich, dass das Unbewusste mir heimliche Botschaften über meine Wünsche oder zukünftige Ereignisse übermittelt, ähnlich denen meiner Träume.
In der ethnologischen Literatur stieß ich auf die Lebensweise der Jäger und der Sammlerinnen. Diese frühesten Menschen waren völlig von der Natur ihres Raumes abhängig und mussten bereits Feuer und Werkzeuge benutzt haben. Es wurden schon 2,5 Millionen Jahre alte Steinwerkzeuge nachgewiesen. Laut dem Geographen Frank Sirocko 2 fand man sogar in unserem mitteleuropäischen Raum schon 400 000 Jahre alte Steinwerkzeuge. Also hatten hier schon Frühmenschen gelebt. Auf welche Art war das möglich? Wieso konnte ich offensichtliche Übereinstimmungen mit diesen Menschen haben? Welchem gemeinsamen Ursprung entstammen wir? Deshalb wollte ich zunächst genau wissen, wie sich die kosmischen Strukturen aus dem Urknall entwickelten.
2 Lit., Nr. 96, S. 65
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Entstehung der Strukturen im Universum
In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die Kosmologie zu einem Zweig der Physik, der „Teilchen-Astrophysik“ (Barrow/Silk 3 ) Da es mir nicht möglich ist, die Entstehung des Kosmos so genau zu erklären, wie sie Gerhard Börner 4 beschreibt, übernehme ich hier zum größten Teil in einer Kurzfassung seine Ausführungen. Mit dem Urknall vor 13,75 Mrd. Jahren begann das Weltall sich zu entwickeln. Seither dehnt es sich ständig aus (Edwin P. Hubble). In den ersten Sekundenbruchteilen bis drei Minuten formten sich in rascher Folge bei extrem hohen Energien einzelne Untergruppen von Atomen, besonders die Atomkerne von Helium, Lithium und Deuterium. Indes war die Temperatur der kosmischen Hintergrundstrahlung so hoch, dass zunächst keine stabilen materiellen Strukturen entstehen konnten. „Galaxien und Sterne (...) waren anfänglich in einem nur wenig strukturierten heißen und dichten Gemisch aus Strahlung und Materie aufgelöst.“ (Börner 5 ) Erst ungefähr 300 000 Jahre nach dem Urknall konnten sich bei einigen tausend Grad Kelvin Strahlungstemperatur Elektronen mit den Atomkernen von leichten Elementen wie Wasserstoff und Helium verbinden, und es entstanden Atome.
Die kosmische Hintergrundstrahlung entkoppelte sich etwas von der Materie und konnte sich ausbreiten. Die Photonen (Strahlungsteilchen = Energiequanten) verloren an Energie und der kosmische Photonenbrei kühlte sich ab. Heute liegt die Hintergrundstrahlung bei 2,73 Grad über dem absoluten Nullpunkt. Die etwas dichteren Gebiete zogen sich langsam zusammen, bevor die Elektronen in Atomen eingefangen waren. Dem wirkte der Druck des heißen Plasmas entgegen. Durch das Zusammenziehen und Wiederauseinandergetriebenwerden begannen die Materiewolken zu schwingen. Die Druckwellen wurden durch den Urknall so synchronisiert, dass alle in Phase schwangen, die die gleiche Wellenlänge besaßen. Als das Universum durchsichtig wurde, prägten sich diese Vibrationen der kosmischen Hintergrundstrahlung (Cosmic Microwave Background, CMB) auf.
Die Zusammensetzung der kosmischen Materie und Energie ist sehr kompliziert. Die normale Materie, aus der die chemischen Elemente, Sonnen, Planeten und alle Lebewesen bestehen, macht nur einen geringen Teil der kritischen Dichte aus. (Die kritische Dichte ist die Summe aller Massen und Energien pro Volumen, die den Abstand zweier Galaxien bestimmt). Es gibt Hinweise auf so genannte „Dunkle Materie“, die nicht selbst leuchtet. Die Dunkle Materie hat etwa 23% Anteil an der Zusammensetzung des Kosmos (neben 4 % normaler Masse und 73 % Dunkler Energie). Im CERN-Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) in der Schweiz versuchen Forscher die frühen Stadien der kosmischen Entwicklung unmittelbar nach dem Urknall experimentell zu erforschen. Die Quantentheorie könnte das früheste kosmische Stadium, das Quantenvakuum, theoretisch modellieren.
3 Lit., Nr. 4, S. 299
4 Lit., Nr. 15, S. 124-127
5 Lit., Nr. 15, S. 127
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Die Entstehung der Galaxien
Etwa 400 000 Jahre nach dem Urknall war die Temperatur der Strahlung auf 3000 Grad K abgesunken, wobei Strahlung und Materie entkoppelten, und die Atome entstanden. Durch die Schwerkraft konnte sich Materie zu dichteren Objekten zusammenklumpen. Aus kleineren Schwankungen der Massenverteilung entstanden nun Galaxien und Sterne. In den ersten massereichen Sternen bildeten sich die schwereren Elemente wie Kohlenstoff, Sauerstoff, Eisen, die sich auch heute noch in unseren Körpern finden. Sie gerieten nach der Explosion dieser Sterne in den interstellaren Raum und gelangten nach der Entstehung unseres Sonnensystems auf die Erde und damit in alle Lebewesen. Die Entstehung der Sterne der zweiten Generation mit schweren Elementen und die Bildung von Planetensystemen folgten auf die Entwicklungsprozesse, die im früheren Universum begannen. Ebenso finden sich die morphologischen Grundmuster des interstellaren Raumes seit Urzeiten wie z.B. Spiralen und Ellipsen auch in heutigen Pflanzen und Tieren. Sie dienen heute zum Nachweis der Stimmigkeit der Evolutionsbiologie.
Im Endzustand des Kosmos, in noch unbekannter Zeit, wird es zuerst dunkel. Die Sterne haben ihren Kernbrennstoff verbraucht. Die Biosphäre der Erde wird in 5 Milliarden Jahren vergehen, weil sich die Sonne zum Roten Riesen aufblähen und bis zur Erdbahn ausdehnen wird. In unglaublich langen Zeiträumen werden aufgrund der Abstrahlung von Gravitationswellen die sich umkreisenden Himmelskörper ineinanderstürzen und in „Schwarzen Löchern“ verschwinden. Alle von der Schwerkraft beeinflussten Systeme werden dieser Entwicklung folgen. Die riesigen Schwarzen Löcher, bestehend aus den Massen ganzer Galaxien, ziehen sich weiter auseinander. Es wird immer kälter; denn die Temperatur der kosmischen Hintergrundstrahlung sinkt ab.
Die Erde und das Leben auf ihr
Die Erde mit ihrem Alter von ca. 4,5Milliarden Jahren ist, von unserer Sonne aus gesehen, der drittnächste Planet im System und bewegt sich bekanntlich in elliptischer Bahn um die Sonne, wobei sie durch die Gravitation (Massenanziehung) und die Zentrifugalkräfte (Fliehkraft) in ihrer Bahn gehalten wird.
Durch die Stellung von Sonne, Mond und Erde entstehen Erscheinungen wie Ebbe und Flut. Die Schiefe der Ekliptik (Neigung der Erdachse zum Himmelsäquator) bedingt die Klimazonen und die dort jeweils vorherrschenden klimatischen Erscheinungen. Dass das auf der Erde entstandene Leben ebenso einem Kreislauf von Werden und Vergehen und ständiger Veränderung unterliegt wie der Kosmos in seinen unvorstellbar langen Zeiträumen, ist inzwischen unbestritten.
Aus Fossilien in den Gesteinen können wir ablesen, dass sich das biologische Leben aus einfachen Zellen im Wasser entwickelt hat. Durch Auslese, Anpassung an veränderte Umweltbedingungen mit ständigen Lernprozessen und Mutation entstanden sämtliche organischen Strukturen bis hin zum Menschen. Dabei blieben aber in allen Lebewesen biologisch betrachtet die Gene und physikalisch die Atome und deren Untergruppen als Basis und als „Gedächtnis“ an den Ursprung erhalten. In der Naturheilkunde wird dieses Gedächtnis beim Potenzieren der Heilessenzen genutzt. Biologisch vererbt werden nur die in den Genen der Keimzellen codierten Eigenschaften. Sie sind eine Voraussetzung für die Leistungen des Individuums. Jedes Geschöpf ist ein Mikrokosmos im Makrokosmos.
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Dass auch das Wasser ein Gedächtnis hat, ist mir verständlich, wenn ich bedenke, dass die Wassermoleküle in 5 Milliarden Jahren unzählige Generationen von Gesteinen und Lebewesen durchflossen haben im ewigen Kreislauf. Dabei haben sie auch Atomteile der Gebilde und Wesen aufgenommen, die sie durchflossen haben. Auch die Gesteinsschichten bilden also ein Geschichtsbuch, in dem seit ihrer Entstehung sämtliche nachfolgenden Lebewesen ihre atomaren und biologischen Erinnerungszeichen eingraviert haben. Dabei verändern Plattentektonik und vulkanische Erscheinungen ständig das Aussehen der Erdoberfläche.
Auswirkungen physikalischer Kräfte auf die Erde
Die Physik konnte nachweisen, dass elektromagnetische Felder aus dem Sonnensystem und der kosmischen Strahlung auf Lebewesen einwirken. So ist die Körperoberfläche der Menschen bei 10 Hertz in Resonanz mit der Energieeinstrahlung aus der Atmosphäre. Dieses Kraftfeld wird von Naturvölkern verschieden benannt. Die Ionosphärenresonanz liegt bei 7 bis 8 Hertz, dagegen verursachen Blitze mit 12 bis 18 Hertz eine starke Wetterfühligkeit, auch wenn das Gewitter noch entfernt ist. Optische und akustische Reize beeinflussen die Gehirnwellenbereiche. Dabei ist für uns Menschen Licht (Photonen = Lichtquanten) im Bereich von 385 bis 789 THz sichtbar, Schallwellen sind für uns Menschen von 16 bis 20 KHz hörbar. Der menschliche Körper ist den Gesetzen der Physik unterworfen, da er aus Quantenteilchen besteht, wie jeder Stoff. Nach Prof. Benedikt Grothe (München) ist die Wahrnehmung ein alter Konstruktionsprozess im Gehirn, der vor 500 oder 600 Millionen Jahren begann. Das Hören sei seit dieser Zeit möglich, das Sehen seit 200 Millionen Jahren (entnommen einer Rundfunksendung des HR 2 am 16. Januar 2006).
Die Strahlung aus dem Kosmos besteht aus Photonen (die keine elektrische Ladung besitzen und Träger der elektromagnetischen Wechselwirkung sind) und Gravitonen (Träger der Schwerkraft), die als masselose Teilchen über unendliche Entfernung wirken können (entnommen aus: Quantenphilosophie 6 ). Ihre Stärke nimmt aber mit dem Quadrat der Entfernung ab. Weil Teilchen in der Quantenfeldtheorie Kräfte vermitteln, können zwei wechselwirksame Teilchen mit Masse wie Protonen und Neutronen ein drittes austauschen, ähnlich wie ein Ball Energie und Impuls vom Werfer zum Fänger überträgt. Der Elektromagnetismus enthält den Welle-Teilchen-Dualismus. Die grundlegende Folge dieses Dualismus sind die Quantenrelationen. Sie verschmelzen die Elementarteilchen des Universums zu einer unauflöslichen Einheit. Das Elementarteilchen ist räumlich begrenzt bestimmbar, aber als Welle ist auch seine kleinste Wirkung im Kosmos spürbar. Alle Elektronen durchdringen sich in ihrer Wirkung wechselseitig. Da sie miteinander verschränkt sind, sind sie räumlich nicht mehr genau voneinander zu trennen. Die Quantenverschränkung ist „ein geheimnisvolles Mittelding zwischen direkter Verbindung und vollkommener Trennung - und sie hat keinerlei klassisches Äquivalent. Außerdem lässt diese Verbindung nicht mit wachsender Entfernung nach (im Gegensatz etwa zur Schwerkraft oder den elektrischen Kräften, die mit dem Quadrat der Entfernung abnehmen).“ Einstein fand diese Situation zutiefst verwirrend und sprach von „spukhaften Fernwirkungen“ (Penrose 7 ). Vielleicht ist so auch die „Gedankenübertragung“ zu erklären.
6 Lit., Nr. 82, S. 162
7 Lit., Nr. 86, S. 368
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Physik und Lebewesen
Die Sensibilität für Reize aus der Umgebung ist eine Grundeigenschaft des Lebens. Die Entfernungssinne, die uns Information über ferne Gegenstände geben, sind wertvoller und einsatzfähiger als die Kontaktsinne. Elektromagnetische Strahlen und Schallwellen bieten mehr Einzelinformationen pro Zeiteinheit. Unser Zeitgefühl hängt wohl mit dem Sonnenstand zusammen und geht in Polgegenden offensichtlich verloren. Der Tagesablauf muss durch Uhren bestimmt werden. In Träumen oder bei der Meditation bzw. im Trance-Zustand können sich die Zeitebenen vermischen und es kann zur Erinnerung weit zurückliegender Ereignisse oder einer Vorausschau auf zukünftiges Geschehen kommen. Diese Erklärung stimmt mit Einsteins Theorien überein. „Nach der allgemeinen Relativitätstheorie ist die „Zeit“ lediglich eine besondere Wahl der Koordinate zur Beschreibung eines raumzeitlichen Ereignisses. In der Beschreibung der Raum-Zeit gibt es nichts, was die „Zeit“ als etwas Fließendes erfasst.“ 8 Scheppach beschreibt das Experiment der Professoren Antoine Suarez und Alain Aspect verständlich in der Zeitschrift P.M. im Heft 7/2004, S. 46.ff. Ich würde hier gerne seine einleuchtenden Darstellungen übernehmen, konnte aber noch keine Genehmigung einholen. Antoine Suarez weist 2004 in Zeichnungen nach, dass es sogar akausale Wirkungen gibt, bei denen keine Zeit vergeht. Während Einstein 1905 noch an die Kausalität glaubt, erkennt Suarez, dass sich die Raum-Zeit-Achsen „Vorher“ und „Nachher verschieben, also relativ werden, wenn ein Ereignis in einem System stattfindet, das sich in Bezug auf Raum und Zeit bewegt. Diese Darstellungen ermöglichten mir erstmals eine genaue Vorstellung des Begriffs der Raumzeit Einsteins. Aspect weist nach, dass es zwischen Photonen auch Wirkungen ohne Ursache gibt (Akausalität).
Unser menschliches Bewusstsein kann sich die Zeit nicht anders als „fließend“ vorstellen. Mit Einsteins Relativitätsgesetz änderte sich das Gesetz der Gleichzeitigkeit. Für einen Beobachter können zwei Ereignisse gleichzeitig ablaufen, während sie ein anderer nacheinander sieht, wenn er sich relativ zum ersten Beobachter bewegt. Ein Dritter kann die Ereignisse eventuell sogar in umgekehrter Reihenfolge erleben. Es gibt im Kosmos kein gegenwärtiges Jetzt, das gleichzeitig überall gültig ist. Am erstaunlichsten ist wohl die Erkenntnis, dass die Zeit durch Bewegung beeinflusst wird. Die Zeit läuft für zwei Beobachter, die sich relativ zueinander bewegen, unterschiedlich ab. Beim amerikanischen Physiker Richard Feynman fand ich dazu folgende Grundidee: „Ein Positron (das Antiteilchen zum Elektron) ist nichts anderes als ein Elektron, das in der Zeit rückwärts läuft. Ein Elektron stößt mit einem Photon zusammen. Das Elektron (negativ) absorbiert das Photon und setzt seinen Weg mit anderer Geschwindigkeit fort bei anderer Neigung der Weltlinie. Nach einer Weile sendet das Elektron das Photon wieder aus und kehrt seine Bewegungsrichtung um. Es läuft also in der Zeit rückwärts.“ (Zukav 9) Nach Penrose 10 sind die beiden Strahlen gleichzeitig im Photon vorhanden. Sie interferieren miteinander, sind aber nicht wirklich voneinander getrennt, sondern können einander durch Interferenz beeinflussen. Das könnte auch erklären, warum es für das Unbewusste des Menschen keine lineare Zeit gibt. Vorgänge im Gehirn können somit in Traumzuständen auch zukünftige Ereignisse mit gegenwärtigen und vergangenen verknüpfen. In der modernen Physik besteht Masse aus Energiebündeln und ist deshalb immer mit Aktivität verbunden. Die subatomaren Teilchen sind vierdimensionale Gebilde in der Raumzeit, die einen Raum- und einen Zeitaspekt haben. In der Quantentheorie sind Teilchen keine isolierten Materie-
8 Lit. 86, S. 483 9 Lit., Nr. 101, S. 148-155
10 Lit., Nr. 86, S. 329
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Körnchen, sondern Wahrscheinlichkeitsstrukturen, die ein untrennbares kosmisches Gewebe verknüpfen. Aber alle Theorien der Physiker können die Natur nur unvollständig erklären. „Die Quantentheorie kann den Wert für die Masse des Elektrons nicht erklären, die Feldtheorie nicht die Größe der Ladung des Elektrons und die Relativitätstheorie nicht die Größe der Lichtgeschwindigkeit.“ (Capra
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). Physiker müssen sich also mit einem
annähernden Verstehen der Natur zufriedengeben.
Nach der Superstring-Theorie von Michael Green und John Schwarz und laut Günter Ewald kann man sich die Materie-Körnchen auch als kleine elastische, temperaturabhängige Schleifen (Strings) vorstellen, die sich bei sinkender Temperatur punktförmig zusammenziehen und bei steigender zu einem Faden dehnen (Barrow/Silk 12 und Ewald 13 ). So wurden im Proton winzige Teilchen gefunden, die Quarks genannt wurden. Sie besitzen im Gegensatz zu Photonen eine abschirmende „Farbladung“. Die Quarkpaare werden durch Gluonenbänder („verklebt“) verbunden, die eine antiabschirmende „Farbladung“ haben. Strings können in einem isolierten Zustand nicht existieren. Sie sind innerhalb von Teilchen wie Protonen, Neutronen und Mesonen gefangen.
Das Gehirn
Denken ist gemäß dem britischen Mathematiker und Physiker Sir Roger Penrose das Nützen neuronaler Netze. Es hat einen aktiven und passiven Aspekt. Die linke Gehirnhälfte ist zuständig für Logik, Sprache, Zahlen, Reihenfolge, Analyse und Linearität, die rechte für Intuition. Denken lässt sich nicht berechnen, denn nicht das gesamte Gehirn arbeitet in einem bewussten Zustand, das Kleinhirn scheint unbewusst zu arbeiten. Das menschliche Gehirn verwendet tagsüber mehr als 80% seiner Kapazität dazu, Außenreize zu verarbeiten und gedanklich zu reflektieren. Es ist eine Art bioelektrische Maschine. Bei jeder Tätigkeit fließen im Labyrinth des Zellgewebes mit seinen Verknüpfungen elektrische und chemische Signale (Spannungsimpulse). Dabei schließen sich die mehr als hundert Milliarden Nervenzellen (Neuronen) zu Kombinationen zusammen und verdrahten sich. Gehirnströme erzeugen winzige Magnetfelder. Selbst das schwache Erdmagnetfeld beeinflusst die hundertmillionenmal schwächeren Hirnfelder. Schon innerhalb von Nanosekunden können sich die Aktivitätsmuster im Gehirn verändern. Jede Sinneswahrnehmung, jeder Gedanke und jede Erinnerung hat als materielles Gegenstück eine besondere Aktivität, die das neuronale Maschen-Bild verknüpft. (John Eccles, australischer Gehirnforscher).
Es gibt Neuronen im Gehirn, die nicht nur aktiv werden, wenn man selbst eine Handlung ausführt, sondern auch, wenn man andere bei dieser Handlung beobachtet. Unser Gehirn wertet unbewusst ständig aus, was andere Menschen machen (Spiegelneuronen). Dahinter steht die Absicht, das Handeln anderer zu verstehen. Diese Fähigkeit ist eine nötige Voraussetzung für soziales Handeln, die man auch im tierischen Gehirn findet. Heute kann man mit dem EEG in das Innere des Gehirns sehen. Es wurde entdeckt, dass im selben Netzwerk unterschiedliche Reize zu jeweils verschiedenen Anordnungen verarbeitet werden können. Dabei bestimmen die Synapsen (die Umschaltstellen für die Erregungsübertragung im Nervensystem), welches Zellgeflecht in einem Schaltkreis zusammen- 11 Lit., Nr. 20, S. 288
12 Lit., Nr. 4, S. 310
13 Lit., Nr. 26, S. 115-120
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gekoppelt wird. Mit Hilfe chemischer Botenstoffe werden, wie bei Bahnstellwerken, die Signalleitungen freigegeben oder gesperrt. Die meisten Schaltungen sind genetisch festgelegt. Schon bei der Geburt sind etwa ein Drittel aller Netzbahnen in der Großhirnrinde geknüpft. Manche können aber während des Lebens verändert werden. Der Rest der Schaltkreise gewinnt seine Strukturen durch Erfahrung, Lernen. Forscher fanden heraus, dass sich neue Synapsen bei Gebrauch bilden oder bei Nichtgebrauch zurückbilden können. Aber zu einem gewissen Zeitpunkt sind die neuronalen Kabelnetze endgültig verschaltet. Frühzeitige visuelle und auditive Erfahrungen sind nötig, damit nicht irreparable Hirnfunktionsschäden entstehen. Die Bildung von Schaltkreisen im Gehirn ist auch von Kultureinflüssen abhängig. Das Gehirn kann nur über die Sinnesorgane Kontakte zur Umwelt knüpfen. Sie setzen das augenblickliche Umweltgeschehen in Nervenimpulse um. Das geschieht automatisch. Penrose nimmt an, die Gesamtheit der Mikrotubuli in den Cytoskeletten einer großen Gruppe von Neuronen in unserem Gehirn sei Teil einer globalen Quantenkohärenz.
Gehirnforschung und Quantentheorie
Penrose 14 beschreibt im Kapitel „Quantentheorie und Gehirn“ zunächst dessen klassisch biologische Wirkungsweise. Nervensignale gehen vom Zellkörper des Neurons (der Zellkörper heißt das „Soma“) aus. Diese breiten sich entlang längeren Nervenfasern, die manchmal sehr lang sein können (den Axonen), aus, die sich wiederum verzweigen und in die Synapsen (Schaltstellen) gelenkt werden. Von dieser Verbindungsstelle werden die Signale an ein anderes Neuron gesendet. Zwischen den Enden von Axon und Zielneuron liegt der synaptische Spalt. Chemische Botenstoffe übertragen die Information durch Neurotransmitter von einem Neuron zum anderen. Dabei verbindet eine Synapse oft ein Axon mit den baumähnlichen Dendriten (Faserzweigen) des nächsten Neurons oder seinem Zellkörper. Nach Penrose könnte sich dieses Prinzip auch auf dem Computer simulieren lassen, „solange die Stärke der synaptischen Verbindungen jeweils konstant gehalten wird. Doch wegen der Plastizität des Gehirns können sich die Verbindungen und ihre Stärken im Laufe der Zeit verändern.“ 15 Dieser Sachverhalt ist durch Rechenoperationen mit konstanten Verbindungsstärken, wie man sie z.B. zur Berechnung von Robotern anwendet, nicht erklärbar. Nun weist Penrose anhand von Einzellern wie Pantoffeltierchen oder Amöben, die ja kein Nervensystem besitzen, nach, dass diese alle notwendigen Operationen auch ohne Neuronen-Steuerung ausführen und sogar noch aus Erfahrung lernen können. Daraus folgert er, dass das Steuerungssystem von Einzellern in der Zellstruktur selbst liegen muss, also offenbar ein Teil des Zellskeletts (Cytoskelett) ist. Dieses hält die Zelle zusammen, enthält aber offensichtlich auch das Steuerungssystem für die Bewegungen der Zelle und den Transport von Molekülen. Das Cytoskelett spielt anscheinend für den Einzeller die Rolle „einer Kombination von Skelett, Muskelsystem, Beinen, Blutkreislauf und Nervensystem.“ 16 Jedes unserer Neuronen hat als Einzeller auch ein eigenes Cytoskelett. Penrose beschäftigen dabei vor allem die Mikrotubuli im Nanobereich. Ihr Aufbau ist jeweils eine Eiweißkette mit vielen Untereinheiten (Polymer).
Das zentrale Steuerungssystem des Cytoskeletts ist die Centriole (Kernkörperchen). Sie ist der entscheidende Teil des Centrosoms (Zentrum, das die Mikrotubuli steuert). Die Centriole hat neben einer Zellfunktion noch eine wichtige andere. In kritischen Stadien kann aus jedem der
14 Lit., Nr. 86, S. 438-464
15 Lit., Nr. 86, S. 444
16 Lit., Nr. 86, S. 450
13
beiden Zylinder der Centriole ein anderer wachsen, so dass zwei „T-Centriolen“ entstehen, die sich schließlich voneinander trennen und dabei jeweils ein Bündel von Mikrotubuli mit sich zu ziehen scheinen, genaugenommen wird jeder Teil ein Brennpunkt, an dem sich Mikrotubuli ansammeln. Sie können die Zellteilung (Mitose) auslösen. In einer Zelle kann es somit ein Zentrum (Kern) geben, das deren genetische Erbsubstanz und ihre eigene Vervielfältigung steuert. Ebenso scheint außer diesem Kern noch das Centrosom mit dem Hauptbestandteil der Centriole entscheidend dafür zu sein, die Bewegung der Zelle und ihren Bauplan im Einzelnen zu steuern. Wenn das so ist, dann hätte jede unserer Neuronen als Einzeller auch noch ein eigenes „Nervensystem“.
Penrose 17 : „Ein Mikrotubulus ist eine zylindrische Röhre aus gewöhnlich dreizehn Tubulin-Fasern. Diese Fasern bestehen aus Tubulin-Dimeren, die jeweils (mindestens) zwei Konformationen annehmen können.“
Wichtig ist für Penrose dabei die Bedeutung, die Mikrotubuli für Neuronen haben. Bekannt ist, dass Mikrotubuli die Axonen einer Nervenzelle stützen. Sie können im Vergleich zu ihrem Durchmesser von 25 bis 30 nm sehr lang sein und je nach Gegebenheit wachsen oder schrumpfen und Neurotransmitter-Moleküle transportieren. Sie bilden Netzwerke, durch die sie sich untereinander verbinden. Das scheint wesentlich zu sein für die Stärke oder die Veränderung der synaptischen Verbindungen. Anscheinend organisieren sie das Wachstum neuer Nervenenden, um sie zu den Verbindungsstellen mit anderen Nervenzellen zu leiten. Im voll entwickelten Gehirn teilen sich Neuronen nicht. Deshalb scheint die Rolle der Centriolen in den Nervenzellen wichtig zu sein. „Im Centrosom eines Neurons (nahe dem Zellkern) gibt es anscheinend kleine Zentriolen.“ Mikrotubuli erstrecken sich von hier bis zu den präsynaptischen Endungen des Axons und in der anderen Richtung bis in die Dendriten - und durch ihre Fähigkeit sich zusammenzuziehen - bis in die dendritischen (verzweigten) Dornen hinein, die oft das postsynaptische Ende eines synaptischen Spalts bilden.“ 18 Die Existenz zweier Zentren in einer Zelle mit einem Kern, wie sie bei allen Lebewesen dieser Erde besteht, ist wohl auf eine Infektion der kernlosen Zellen vor Milliarden von Jahren zurückzuführen. Sie scheint entscheidend dafür zu sein, die Bewegung der Zelle und ihren Bauplan im Einzelnen zu steuern. Das Wachsen und Absterben dieser Dornen macht offenbar einen wichtigen Teil der Plastizität des Gehirns aus, weil sich dadurch die Querverbindungen im Gehirn ständig leicht ändern.
Wir sind anscheinend Produkte dieses frühen Prozesses, wie Penrose es genauer ausführt. Wenn Tubulin-Dimere die grundlegenden Verarbeitungseinheiten sind, scheint es, dass das Gehirn 10 27 Operationen pro Sekunde ausführen kann. Es erscheint undenkbar, diese Leistung heute mit Computern zu erbringen. Penrose 19 : „Meines Erachtens übersteigt menschliches Verständnis jedes Rechenschema. Wenn Mikrotubuli die Gehirntätigkeit steuern, dann muss es in dem, was in den Mikrotubuli vor sich geht, etwas geben, das sich von reiner Berechnung unterscheidet.“
Zellstrukturen ähneln in ihrer Bildung Galaxien und Leerräumen. Zellstrukturen, z.B. das Cytoskelett, können wesentlichen Einfluss auf die Vorgänge in den Neuronen haben; z.B. sind Resonanzeffekte direkte elektromagnetische Einflüsse. Unter den nichtrechnerischen Vorgängen gibt es quantenmechanische Auswirkungen auf die Vorgänge im Gehirn, die Raum für Quantenunschärfen oder für nichtlokale kollektive Quanteneffekte lassen, als Ergebnis eines einigermaßen großräumigen quantenkohärenten Phänomens, das in subtiler
17 Lit., Nr. 86, S. 452
18 Lit., Nr. 86, S. 459
19 Lit., Nr. 86, S. 461
14
Weise an makrokosmisches Verhalten gekoppelt ist. Allerdings bildet das Messverfahren die Schwachstelle der Quantentheorie. „Wenn man die neuere Literatur zur Funktionsweise des Cytoskeletts untersucht, findet man oft Bezüge zu quantenmechanischen Begriffen und ich bin ziemlich sicher, dass sich dieser Trend in Zukunft noch verstärken wird.“ 20 Physiker geben sich mit einem annäherungsweisen Verstehen der Natur zufrieden. Sie wissen, dass es keine Grundgesetze für die Eigenschaften jedes Teils gibt, sondern dass jedes Teil durch die Eigenschaften aller Teile bestimmt wird.
Wie schon erwähnt, ist die Bildung der Schaltkreise im Gehirn auch von Kultureinflüssen abhängig. Aber auch physiologische Veränderungen im Gehirn führen zu Veränderungen der geistigen Prozesse. So können Verletzungen oder Drogen zu Ausfällen von Sprache und Gedächtnis führen.
Die Drei-Welten-Theorie von Roger Penrose
Penrose stellt eine Drei-Welten-Theorie vor, in der „die Geistige Welt mit der Platonischen (mathematischen) und der Physikalischen Welt auf rätselhafte Weise aus einem kleinen Bereich ihrer Vorgängerin hervorzugehen scheinen oder zumindest in enger Beziehung mit ihr stehen.“ 21 Er nimmt an, die Welten stünden in einer zyklischen Beziehung zueinander. Wenn aber die geistige Welt, wie in der Tiefen-Psychologie und der Arbeitsweise der verschiedenen Gehirnteile beschrieben, schon so viele unberechenbare Komponenten enthält, so ist es für mich besonders schwierig, einzusehen, wie eine physische Welt aus einer ungesicherten geistigen und einer rein mathematisch zu berechnenden hervorgehen soll. Dann dürften wir wie der Platoniker keine Affekte kennen und unser Bewusstsein dürfte demnach nur aus dem Großhirn kommen. Daher stammt wahrscheinlich auch das Vorurteil, dass nur Naturwissenschaftler rational denken können; denn nicht das gesamte Gehirn ist an einem bewussten Zustand beteiligt. Das Kleinhirn scheint völlig autonom zu handeln, auch wenn uns seine Tätigkeit unbewusst bleibt. Zumindest seit sich biologische Systeme durch (unbewusste) Wahrnehmungsorgane mit der Umwelt auseinandersetzen mussten, wurden allmählich die vorher unbewussten Lernprozesse zumindest teilweise in bewusste verwandelt. Das Kleinhirn ist aber unter dem Einfluss der motorischen Großhirnrinde an der Feinregulierung der Muskeln beteiligt und stellt einen wichtigen Ort motorischen Lernens dar. Es empfängt Erregungen vom Gleichgewichtssinn, den Muskelspindeln, den Hautsinnes-rezeptoren, dem Auge und Ohr. Es ist nicht nur ein Bewegungssteuerungszentrum, sondern hat auch an kognitiven Leistungen und der Sprache erheblichen Anteil, ohne dass dies unserem Bewusstsein zugänglich ist. Nach Roth 22 hängt das Bewusstsein mehr mit dem Großhirn zusammen. Offenbar sind im Großhirn etwa doppelt soviel Neuronen wie im Kleinhirn enthalten. Aber die Anzahl der synaptischen Verbindungen zwischen Zellen ist im Kleinhirn viel größer. „Es muss wirklich etwas Subtileres im Spiel sein als reines Neuronenzählen.“ 23
20 Lit., Nr. 86, S. 464
21 Lit., Nr. 86, S. 520, Abb. 8.1
22 Lit., Nr. 90, S. 54
23 Lit., Nr. 86, S. 516
15
Frequenzen der Gehirnwellen
Die erste Stufe des Wahrnehmungsprozesses im Gehirn besteht auf der Ebene der Sinnesrezeptoren in einer Zerlegung der physikalisch-chemischen Umweltgeschehnisse in Elementarereignisse. Diese bestehen im visuellen System in der Frequenz und Stärke der Lichtwellen. Diese Elementarereignisse sind das Einzige, was für die weitere Verarbeitung zur Verfügung steht. Alle weiteren Wahrnehmungsinhalte müssen hieraus vom Nervensystem erschlossen oder konstruiert werden. Dies gilt nicht nur für das Wahrnehmen komplexer Gestalten und Szenen, sondern auch für uns elementar erscheinende Wahrnehmungsinhalte wie Ort, Farbe oder Kontrast von visuellen Objekten. Diese Konstruktion der Wahrnehmungswelt geschieht innerhalb der automatisiert und unbewusst ablaufenden präkognitiven Phase der Wahrnehmung durch Vergleich und Kombination von Elementarereignissen. 24
Die Frequenzen der Gehirnwellen haben für das Empfinden und Verhalten des Menschen besondere Bedeutung. Schwingungen von 35 bis 37 Hertz treten offenbar in Bereichen des Gehirns auf, die mit bewusster Aufmerksamkeit verknüpft sind. Robert Monroe (USA) entwickelte in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Theorie der sogenannten FFR (Frequenzfolgenreaktion). Sie besagt, dass das Gehirn länger anhaltenden optischen und akustischen Reizen folgt und schließlich in dem elektrischen Wellenmuster dieser Frequenz zu schwingen beginnt.
Anthropologen, die schamanische Rituale studierten, fanden heraus, dass durch Trommelschläge hervorgerufene Theta-Frequenzen während der Initiation vorherrschen. Wenn man z.B. mit einer Trommel Schallwellen in einer ganz bestimmten Frequenz erzeugt, diese in einen Rhythmus bringt, der sich ständig wiederholt, so verändern sich die Gehirnfrequenzen. Das geschieht ebenso durch Lichtimpulse, die in einer festen Frequenz auf das Auge treffen. Die Gehirnwellen stimmen sich auf den Rhythmus der Lichtstimulatoren ein. Diesen Prozess nennt man Kopplung.
Schon in der Antike nutzte man flackerndes Licht, z.B. Feuer, zusammen mit rhythmischem Trommeln, Rasseln, Klatschen oder Singen, um in Trance zu geraten. Dieses Wissen wird heute auch für therapeutische Systeme genutzt, wobei man die elektrische Aktivität des menschlichen Gehirns in vier Bereiche unterteilt: BETA-Wellen ALPHA-Wellen THETA-Wellen DELTA-Wellen
Während geistiger und körperlicher Tätigkeit im Alltag überwiegen messbar die Beta-Wellen (13-30/35 Hertz). Sie sind charakteristisch für eine nach außen gerichtete Konzentration, Wachheit und Gespanntheit. Logisch-analytisches Denken ebenso wie die Neigung zu Unruhegefühlen, Stress, Ärger und Furcht finden sich fast immer in einem betadominierten Gehirn. In Stresssituationen empfinden wir Beta-Wellen als Überreizung. Alpha-Wellen (8-12 Hz) sind ein grundlegendes Merkmal für geistige und körperliche Entspannung. Sie sind ein Zeichen für Aufnahmefähigkeit, Gedächtnisleistung, Kreativität
24 Lit., Nr. 90, S. 250/51
16
und Intuition. Aufgrund dieser „Anti-Hektik-Wellen“ kommt es zur Integration von Körper und Geist. Diese Wellen fördern die Integration von rechter und linker Gehirnhälfte. Sie unterstützen Heilungsprozesse des Körpers. Und eignen sich zum schnellen Lernen wie Super-Learning und zur Informationsaufnahme. Ich habe selbst die Methode von Scheele „Photo-Reading“ mit großem Erfolg in diesem entspannten Zustand angewandt. Theta-Wellen (4-7 Hz) treten verstärkt während des Einschlafens auf oder wenn wir in uns selbst versunken sind. Die Theta-Wellen bringen das Gleichgewicht zwischen Parasympathicus und Sympathicus wieder in Einklang, wenn sie über einen längeren Zeitraum regelmäßig hervorgerufen werden. Die sogenannte Schumann-Frequenz ist wichtig in unserer natürlichen Umwelt. Sie ist die Frequenz der Erde und daher zur Regeneration unseres Körpers geeignet.
Der Nuklearphysiker Dr. Robert Beck (Untersuchungen von 1969 bis 1988) veröffentlichte in der Zeitschrift „Archaeus“, Vol. 4 die Ergebnisse seiner Forschungen. Er fand heraus, dass die Gehirnwellen aller Heiler während eines Heilungsvorgangs sowohl in ihrer Frequenz wie in ihren Phasen synchron mit denen der Erde sind (7,8-8 Hertz), wenn sie in ein verändertes Bewusstsein eintreten. Das geschieht unabhängig von der jeweiligen Gesellschaft und deren Riten in der Heiltechnik.
Theta-Wellen sind messbar, wenn wir uns in tiefer Meditation befinden, z.B. bei bestimmten Yogaübungen, autogenem Training oder anderen Mental-Techniken. Die EEGs von kleinen Kindern weisen auch im Wachzustand einen dominanten Anteil von Theta-Wellen auf. Im Verlauf des Heranwachsens scheinen wir nicht mehr so tief, aufmerksam und sensibel zu empfinden.
Delta-Wellen (0,5 Hz) treten hauptsächlich im Tiefschlaf auf und werden selten im Wach-zustand erlebt. Entsprechende psychische Zustände sind Traumschlaf, Trance und Tiefen-Hypnose, aber auch Heilung und Selbstregeneration. Innerhalb des Deltaschlafs setzt das Hormonwachstum ein. In diesem Bereich findet die zelluläre Regeneration statt. Die Lernleistung mit Mental-Systemen lässt sich bei dieser Frequenz bis zu 100% steigern. Auch konnten damit beim Sport die Konzentrationsleistungen enorm gesteigert werden. 25 Im Traum spielen sich Geschehnisse auf verschiedenen Zeitebenen gleichzeitig ab. Ein Ereignis, das auf der einen Seite Zukunft ist, kann auf der anderen bereits vergangen sein. Das entspricht Einsteins vierdimensionaler Raumzeit. Sie gilt also auch für das psychische System des Menschen.
Das Bewusstsein
Da der Mensch ein ganzheitliches Wesen ist, ist für ihn ein ganzheitliches, multifunktionales Weltbild erforderlich. Körper und Geist bilden als untrennbare Einheit einen Mikrokosmos, der aber auch unlöslich mit dem makrokosmischen System des Weltalls verbunden ist. Da die physikalisch-energetischen und die Zellstrukturen aller Organismen sich in ständiger Veränderung befinden und aufeinander aufbauen, trägt jedes heutige Lebewesen alle vorherigen Strukturen in sich.
Im Gegensatz zur östlichen Denkweise, bei der Körper, Geist und Kosmos in diese untrennbare Einheit integriert sind, ist abendländisches Denken dualistisch. Der Geist wird für
25 Lit. Entnommen aus der Broschüre „Brain-Light GmbH“, D 63773 Goldbach
17
Arbeit zitieren:
Irene Knobel, 2011, Der Kosmos des Unbewussten, München, GRIN Verlag GmbH
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