Gibt es einen Unterschied zwischen der männlichen und der weiblichen
Kommunikation? Woran liegt es, dass Männer und Frauen sich so oft
missverstehen? Kann man anhand bestimmter Definitionen das
Gesprächsverhalten des anderen Geschlechts erlernen?
Da diese Fragen sehr viele Menschen beschäftigen und man zu diesem Thema
auch sehr unterschiedliche Meinungen haben kann, soll diese schriftliche
Ausarbeitung des Referats mit dem Thema “Geschlechtsspezifische
Kommunikation” dazu beitragen, das “Problem” zwischen Männer und Frauen
mit Hilfe der Erkenntnisse einiger Forscherinnen aufzuklären. Es wird versucht,
das Gesprächsverhalten des anderen Geschlechts dem Leser näher zu bringen
um so einige Missverständnisse von Beginn an aus den Weg zu räumen.
Dabei soll das Augenmerk auf die beiden Forscherinnen Senta Trömel-Plötz
und Deborah Tannen gerichtet werden. Ihre Erkenntnisse und Aussagen sind ein
wichtiger Bestandteil dieser schriftlichen Ausarbeitung.
Die komplette Ausarbeitung wurde nach den Hinweisen von Tobias Liebert
“Zitieren und Belegen von Quellen - Hinweise zur formalen Gestaltung
wissenschaftlicher Arbeiten” geschrieben.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Die Sprache als System
3. Das sprachliche Verhalten von Frauen
4. Das sprachliche Verhalten von Männern
5. Der Vergleich von Senta Trömel-Plötz und Deborah Tannen
5.1 Senta Trömel-Plötz
5.1.1 Die Erkenntnisse von Senta Trömel-Plötz
5.1.2 Interpretation
5.2 Deborah Tannen
5.2.1 Die Erkenntnisse von Deborah Tannen
5.2.2 Interpretation
6. Nachwort
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die existierenden Unterschiede im Kommunikationsverhalten zwischen Männern und Frauen, um Missverständnisse in der zwischengeschlechtlichen Interaktion aufzuklären. Ziel ist es, durch die Analyse ausgewählter Forschungsergebnisse die Gesprächsstrukturen der Geschlechter transparent zu machen und gegenseitiges Verständnis zu fördern.
- Analyse geschlechtsspezifischer Sprachsysteme und Ausdrucksweisen.
- Untersuchung des Gesprächsverhaltens von Frauen (Diminutiva, Euphemismen, Bindungsbedürfnis).
- Untersuchung des Gesprächsverhaltens von Männern (Informationsaustausch, statusbezogene ICH-Kommunikation).
- Vergleichende Darstellung und Interpretation der Thesen von Senta Trömel-Plötz und Deborah Tannen.
Auszug aus dem Buch
5.1.1 Die Erkenntnisse von Senta Trömel-Plötz
Das Buch “Gewalt durch Sprache - Die Vergewaltigung von Frauen in Gesprächen”, welches von Senta Trömel-Plötz verfasst wurde, enthält erste Erkenntnisse von amerikanischen und auch deutschen Forscherinnen und deckt “...die tagtägliche Unterdrückung von Frauen in gemischtgeschlechtlichen Gesprächen...” auf.
In dem Abschnitt von Senta Trömel-Plötz selber, welcher die Überschrift “Weiblicher Stil - männlicher Stil” trägt, berichtet sie anhand von einigen Beispielen aus dem Leben und ihren Forschungsergebnissen, wie die Männer und die Frauen sich in Gesprächen verhalten. Dabei kommt sie zu der Prämisse, dass “...Frauen einen niedrigeren Status in unserer Gesellschaft haben als Männer...”. Kritisch gemeint, teilt sie der Frau bei der Gelegenheit ihre Rolle zu. Sie schreibt, dass Frauen dazu da sind, “...zuzuhören, zu trösten, zu nähren, zu heilen.”. Dabei hält sie auch fest, dass der Mann, welcher die Frau nicht wie einen anderen Mann als Konkurrentin ansieht, sich mit ihr viel persönlicher und offener unterhalten kann. Die Frauen sind besser in der Lage “...die Empathie, die Einfühlung, das Wichtignehmen der anderen...” bei ihren Gesprächspartnern zu zeigen. Das ruft ein geborgenes und gutes Gefühl in dem Sprecher hervor.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Der Autor führt in die Thematik der geschlechtsspezifischen Kommunikation ein und begründet das Ziel, Missverständnisse zwischen den Geschlechtern durch die Analyse bekannter Forscherinnen zu minimieren.
2. Die Sprache als System: Es wird dargelegt, wie sprachliche Strukturen historisch männlich geprägt sind und welche Auswirkungen dies auf die gesellschaftliche Wahrnehmung und Gleichbehandlung hat.
3. Das sprachliche Verhalten von Frauen: Dieses Kapitel beschreibt den weiblichen Kommunikationsstil, der durch Höflichkeit, Abschwächungen und ein stärkeres Bindungsbedürfnis gekennzeichnet ist.
4. Das sprachliche Verhalten von Männern: Hier werden Merkmale wie statusorientierte ICH-Kommunikation, Informationsfokus und verbale Aggressivität als typische Bestandteile männlicher Kommunikation analysiert.
5. Der Vergleich von Senta Trömel-Plötz und Deborah Tannen: In diesem zentralen Teil werden die unterschiedlichen Ansätze der beiden Forscherinnen detailliert dargestellt und in Form von Ergebnissen und Interpretationen ausgewertet.
5.1 Senta Trömel-Plötz: Vorstellung der Erkenntnisse der Forscherin, die insbesondere die Unterdrückung von Frauen durch sprachliche Machtverhältnisse thematisiert.
5.1.1 Die Erkenntnisse von Senta Trömel-Plötz: Fokus auf die Prämissen zur statusniedrigeren Rolle der Frau und die frühkindliche Sozialisierung in unterschiedliche Kommunikationsstile.
5.1.2 Interpretation: Analyse der provozierenden Schreibweise von Trömel-Plötz und Diskussion ihrer methodischen Vorgehensweise bei der Untersuchung von Fernsehdiskussionen.
5.2 Deborah Tannen: Darstellung der soziolinguistischen Perspektive von Deborah Tannen, die Kommunikation primär als Interaktion versus Informationsaustausch betrachtet.
5.2.1 Die Erkenntnisse von Deborah Tannen: Untersuchung der Unterschiede in den Gesprächszielen und der Bedeutung von Beziehungssprache im Gegensatz zur Berichtssprache.
5.2.2 Interpretation: Besprechung der neutralen Haltung von Tannen und ihrer Bemühungen, durch das Aufzeigen von Unterschieden ein besseres gegenseitiges Verständnis zu fördern.
6. Nachwort: Der Autor resümiert, dass trotz grundlegender Unterschiede in der Kommunikation eine zunehmende Rollenangleichung stattfindet und eine individuelle, authentische Ausdrucksweise entscheidend ist.
Schlüsselwörter
Geschlechtsspezifische Kommunikation, Senta Trömel-Plötz, Deborah Tannen, Frauensprache, Männersprache, Sprachsystem, Gesprächsverhalten, Soziolinguistik, Geschlechterrollen, Kommunikation, Missverständnisse, Interaktion, Status, Sozialisierung, Sprachgebrauch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Unterschieden im Kommunikationsverhalten von Männern und Frauen, um die Ursachen für häufige Missverständnisse in Gesprächen zu identifizieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf die Systematik der Sprache, die geschlechtsspezifischen Ausdrucksweisen von Frauen und Männern sowie die wissenschaftliche Einordnung dieser Phänomene durch Senta Trömel-Plötz und Deborah Tannen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, die unterschiedlichen Kommunikationsstile transparent zu machen, um die zwischenmenschliche Kommunikation zu verbessern und Missverständnisse aktiv abzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine literaturbasierte Analyse und den Vergleich theoretischer Ansätze (Trömel-Plötz und Tannen), um bestehende kommunikationswissenschaftliche Erkenntnisse zusammenzuführen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die deskriptive Darstellung geschlechtsspezifischer Verhaltensweisen sowie die detaillierte Vorstellung und kritische Interpretation der Arbeiten von Senta Trömel-Plötz und Deborah Tannen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Geschlechtsspezifische Kommunikation, Frauensprache, Männersprache, Soziolinguistik, Sprachsystem und Geschlechterrollen.
Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Senta Trömel-Plötz zu der von Deborah Tannen?
Während Trömel-Plötz die sprachliche Interaktion stärker als Ausdruck von Machtverhältnissen und Unterdrückung interpretiert, betrachtet Tannen diese eher als neutrale Differenz in den Zielen von Kommunikation (Interaktion vs. Informationsaustausch).
Welche Bedeutung misst der Autor der frühkindlichen Prägung bei?
Der Autor führt sowohl bei Männern als auch bei Frauen viele der späteren Gesprächscharakteristika auf die Sozialisierung in der Kindheit zurück, in der Rollenbilder bereits früh verfestigt werden.
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- Matthias Krause (Author), 2000, Geschlechtsspezifische Kommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18383