Foto auf der vorhergehenden Seite: Menhir von Saint-Uzec (auch Saint-Duzek oder Saint Uzeee) nahe der gleichnamigen Kapelle, etwa 2,5 Kilometer nordöstlich von Trébeurden im Département Cotes d‘ Armor in Frankreich. Dieser Menhir besteht aus Granit, ist rund acht Meter hoch und drei Meter breit. Er wurde in der Jungsteinzeit um 2500 v. Chr. aufgerichtet. 1674 erfolgte seine Skulptierung durch den Jesuitenpriester und bretonischen Ortographen Julien Maunoir (1606-1683), den „Apostel der Bretagne“, als Kampfansage an das angeblich auflebende Heidentum. Oben trägt der Menhir ein Kreuz. In seine Südseite sind außer Mond und Sonne auch Szenen der Anbetung und die Leidenswerkzeuge oder Arma Christi (Hammer, Nägel, Peitsche und andere) eingemeißelt. Das Steinmal von Saint-Uzec gilt als der größte mit christlichen Symbolen versehene Menhir in Frankreich.
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Menhir bei Thomm,
Verbandsgemeinde Ruwer, Kreis Trier-Saarburg; in Rheinland-Pfalz. Höhe etwa 1,80 Meter
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Vorwort
Was ist ein Menhir?
I n dem Taschenbuch „Was ist ein Menhir?“ wird ein
Interview des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst mit dem Mainzer Archäologen Dr. Detert Zylmann über Menhire (auch „Hinkelsteine“ genannt) veröffentlicht. Eines der Kapitel erwähnt zahlreiche Menhir-Fundorte in Deutschland. Detert Zylmann gilt als Experte der spätbronzezeitlichen Urnenfelderkultur, keltischer Funde aus der Eisenzeit sowie der Menhire in Rheinhessen und der Pfalz. Der frühere Zeitungsredakteur Ernst Probst hat von 1986 bis heute rund 200 Bücher, Taschenbücher, Broschüren und E-Books veröffentlicht. Zu seinen Spezialitäten gehören Themen aus den Bereichen Paläontologie und Archäologie sowie Biografien vor allem von berühmten Frauen. Am bekanntesten sind seine Werke „Deutschland in der Urzeit“, „Deutschland in der Steinzeit“ und „Deutschland in der Bronzezeit“.
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Inhalt
Vorwort / Seite 7
Interview mit dem Mainzer Archäologen
Dr. Detert Zylmann / Seite 11
Fundorte von Menhiren in Deutschland / Seite 51
Literatur / Seite 59
Bildquellen / Seite 61
Der Archäologe Dr. Detert Zylmann / Seite 63
Publikationen von Dr. Detert Zylmann / Seite 65
Der Autor Ernst Probst / Seite 69
B ücher von Ernst Probst / Seite 71
Foto auf Seite 8:
Menhir „Löchriger Stein“ oder „Hoyerstein“ bei Gerbstedt,
Kreis Mansfeld-Südharz, in Sachsen-Anhalt
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Interview mit dem Mainzer Archäologen
Dr. Detert Zylmann
Frage: Herr Dr. Zylmann, was ist - populär erklärt - ein Menhir? Antwort: Das Wort „Menhir“ ist keltischen Ursprungs und bezeichnet ein bewusst von Menschenhand aufgerichtetes, freistehendes, nichtfigürliches Steinmal. Es bedeutet „Langer Stein“ (men = Stein, hir = lang) und ist als wissenschaftlicher Begriff in die archäologische Literatur eingegangen. Die meisten steinernen Monumente weisen Höhen zwischen 1 und 3 m auf. Neben spitzen, obeliskartigen Steinsäulen kennen wir gedrungene, pyramidenartige Formen. Verwendet wurden Gesteinsarten wie Granit, Quarzite, Sand- und Kalksteine.
Foto auf Seite 10:
Menhir „Langer Stein“ bei Langenstein, Stadt Kirchhain, in Hessen. Höhe über 5 Meter, Breite mehr als 2 Meter
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Hinkelstein von Walhausen,
ein Ortsteil von Noheim, Kreis Saarwendel, im Saarland, Gewicht schätzungsweise 13 Tonnen
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Frage: Warum werden Menhire im deutschen Volksmund auch als „Hinkelsteine“ bezeichnet? Antwort: Der volkstümliche Name „Hinkelstein“ („Hinkel“ = rheinhessisch „Huhn“), insbesondere im westdeutschen Raum gebräuchlich, ist eine missverstandene Ableitung des Wortes „Hünenstein“ (= Riesenstein) über „Hühnerstein“ zum mundartlichen „Hinkelstein“. Bereits im Mittelalter findet sich der Name „Hinkelstein“.
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Frage: Wie kam es, dass Sie sich für Menhire interessierten? Antwort: Wegen ihres geheimnisvollen Charakters haben diese Steine wie kaum eine andere Denkmälergruppe meine Phantasie und die vieler anderer Menschen angeregt. Diese Steine wurden von Menschen der Vorzeit aufgestellt, von einer Bevölkerung, die noch keine Schrift besaß. Die Steine sind also Spuren oder Überreste menschlichen Lebens aus vergangenen Zeiten und damit historische Quellen, die über Geschichte und Kultur schriftloser Bevölkerungsgruppen Aussagen erlauben, Aussagen, die wir sonst nicht hätten. Viele ernsthafte Wissenschaftler haben sich mit den Steinen auseinander gesetzt; sie haben aber auch zahlreiche Spekulanten beschäftigt. Ich habe versucht, möglichst sachlich die verschiedenen Blickrichtungen zu beleuchten und den geschichtlichen Informationswert dieser Steinmale aufzuzeigen, die nach dem Gesetz schützenswerte Kulturdenkmäler sind, eine faszinierende und spannende Aufgabe.
Arbeit zitieren:
Ernst Probst, 2011, Was ist ein Menhir?, München, GRIN Verlag GmbH
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