I
Kapitalbeschaffung
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
Abk ürzungsverzeichnis IV
1 Einleitung 1
2 Überblick über die Finanzierungsarten 1
3 Innenfinanzierung 2
3.1 Finanzierung aus Umsatzerlösen 3
3.1.1 Selbstfinanzierung 3
3.1.1.1 Offene Selbstfinanzierung 3
3.1.1.2 Stille Selbstfinanzierung 4
3.1.1.3 Beurteilung der Selbstfinanzierung 5
3.1.2 Finanzierung mittels Abschreibungen 5
3.1.3 Finanzierung mittels Pensionsrückstellungen 6
3.2 Finanzierung durch sonstige Kapitalfreisetzungen 7
4 Außenfinanzierung 8
4.1 Finanzierungsphasen eines Unternehmens 8
4.2 Eigenfinanzierung 9
4.2.1 Beteiligungsfinanzierung von Unternehmen ohne Zugang zur Börse 10
4.2.2 Private Equity und Venture Capital. 10
4.2.3 Beteiligungsfinanzierung von Unternehmen mit Zugang zur Börse 11
4.3 Fremdfinanzierung 11
4.3.1 Kurzfristige Fremdfinanzierung 11
4.3.1.1 Handelskredite 11
4.3.1.1.1 Lieferantenkredit. 11
4.3.1.1.2 Kundenanzahlung 12
4.3.1.2 Bankkredite 12
4.3.1.2.1 Bankkredite als Geldkredite 12
4.3.1.2.1.1 Kontokorrentkredit 12
4.3.1.2.1.2 Diskontkredit 13
4.3.1.2.1.3 Lombardkredit. 14
4.3.1.2.2 Bankkredite als Kreditleihen 14
4.3.1.2.2.1 Akzeptkredit 14
4.3.1.2.2.2 Avalkredit 15
4.3.1.2.3 Kredite im Auslandsgeschäft 15
4.3.1.2.3.1 Rembourskredit 15
4.3.1.2.3.2 Negoziierungskredit 16
4.3.2 Langfristige Fremdfinanzierung 16
4.3.2.1 Bankdarlehen 16
4.3.2.2 Schuldscheindarlehen 17
4.3.2.3 Anleihen 17
4.3.2.3.1 Industrieobligationen 18
4.3.2.3.2 Wandelanleihen 18
Kapitalbeschaffung II
4.3.2.3.3 Optionsanleihen 19
4.3.2.3.4 Gewinnschuldverschreibungen 19
4.3.2.4 Staatliche Kreditförderung 19
4.3.3 Kreditsubstitute 20
4.3.3.1 Factoring 20
4.3.3.2 Forfaitierung 21
4.3.3.3 Asset Backed Securities 21
4.3.3.4 Leasing 22
4.4 Mezzanine-Finanzierung 23
4.4.1 Equity Mezzanine 23
4.4.1.1 Vorzugsaktien 23
4.4.1.2 Genussrechte 23
4.4.1.3 Atypisch stille Beteiligungen 24
4.4.2 Hybride Formen von Mezzanine-Kapital 24
4.4.3 Debt Mezzanine 24
4.4.3.1 Typisch stille Beteiligungen 24
4.4.3.2 Partiarische Darlehen 25
4.4.3.3 Gesellschafterdarlehen 25
4.4.3.4 Verkäuferdarlehen 25
4.4.3.5 Nachrangdarlehen 25
5 Fazit 26
Literaturverzeichnis 27
Kapitalbeschaffung
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Finanzierungsarten nach der Kapitalherkunft
Abbildung 2: Beispielhafte Kalkulation eines Angebotspreises zur Erfassung finanzieller
Gegenwerte für die Innenfinanzierung
Abbildung 3: Wirkung von Pensionsrückstellungen
Abbildung 4: Phasen des Lebenszyklus eines Unternehmens
Abbildung 5: Ablauf des offenen und stillen Factorings
1 Kapitalbeschaffung
1 Einleitung
Unternehmen produzieren Güter oder erstellen Dienstleistungen und beteiligen sich so an der Volkswirtschaft eines Landes. Um überhaupt produzieren zu können, müssen Produktionsfaktoren wie Maschinen, Werkstoffe und Mitarbeiter bereitgestellt werden. Dies erfordert genügend finanzielle Mittel, die die Unternehmen bereits im Voraus aufbringen müssen, d.h. eine Kapitalbeschaffung von Eigen- oder Fremdkapital ist notwendig. Kapitalbeschaffung im weitesten Sinn wird definiert als „die Bereitstellung von finanziellen Mitteln jeder Art einerseits zur Durchführung der betrieblichen Leistungserstellung und Leistungsverwertung und andererseits zur Vornahme bestimmter außerordentlicher finanztechnischer Vorgänge wie z.B. die Gründung, 1 Kapitalerhöhung, Börsengang, Fusion, Umwandlung, Sanierung und Liquidation.“
Unternehmen haben viele verschiedene Möglichkeiten Kapital zu beschaffen, dazu zählt neben der Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung auch die Finanzierung durch Sacheinlagen. Jedoch sollten bei der Wahl des optimalen Finanzierungsinstruments das Volumen des Kapitalbedarfs und auch 2 die Kapitalkosten Berücksichtigung finden.
Die Finanzierungsentscheidung hängt aber auch von den Kriterien Rentabilität, Liquidität, Sicherheit und Unabhängigkeit ab. So ist es den Unternehmen neben einer angemessenen Rentabilität (Gewinn bzw. Jahresüberschuss im Verhältnis zum eingesetzten Kapital) auch wichtig liquide Mittel zur Verfügung zu haben, um bestehenden und künftigen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Ein weiteres Kriterium ist die Sicherheit, d.h. Unternehmen müssen immer den Verschuldungsgrad berücksichtigen, wenn sie sich für eine Art der Kapitalbeschaffung entscheiden. Zusätzlich möchten Betriebe unabhängig und flexibel bleiben und keine neuen 3 Mitspracherechte bilden, die sie eventuell in ihren Entscheidungen einengen könnten.
In dieser Arbeit wird zuerst ein kurzer Überblick über die verschiedenen Finanzierungsarten gegeben, um anschließend genauer auf Innen- und Außenfinanzierungsmöglichkeiten einzugehen. Grundsätzlich soll ein breiter Überblick über die Finanzierungsmöglichkeiten gegeben und deren Ausgestaltung sowie die Vor- und Nachteile, die sich für Unternehmen ergeben, erläutert werden.
2 Überblick über die Finanzierungsarten
Um einen Überblick über die unterschiedlichen Finanzierungsformen zu bekommen, werden sie anhand verschiedener Kriterien systematisiert. Eine Einteilung der Finanzierung nach Eigen- oder Fremdkapital, also nach der Kapitalart, ist genauso möglich wie nach der Fristigkeit (unbefristet, 4 kurz-, mittel-, langfristig) oder nach den unterschiedlichen Anlässen.
Weit verbreitet ist die Systematisierung der Finanzierungsmöglichkeiten nach der Kapitalherkunft, auf die auch die vorliegende Arbeit aufbaut. Abbildung 1 zeigt, dass bei dieser Einteilung unterschieden wird, ob Kapital von außerhalb in das Unternehmen zufließt (Außenfinanzierung) oder ob es von innen kommt, d.h. aus eigener Kraft (Innenfinanzierung). Zusätzlich muss bei beiden Arten der Kapitalbeschaffung zwischen Fremd- und Eigenfinanzierung unterschieden werden.
Bei der Einlagen- und Beteiligungsfinanzierung wird Eigenkapital von außen durch die Eigentümer bzw. Anteilseigner in das Unternehmen eingebracht. Das Kapital ist unbefristet verfügbar, beteiligt sich sowohl am Gewinn als auch am Verlust des Betriebs und räumt dem Kapitalgeber i.d.R. ein Mitspracherecht ein. Die Kreditfinanzierung wird charakterisiert durch eine befristete Kapitalüberlassung von außen und zählt deshalb zur Fremdfinanzierung. Der Gläubiger hat, unabhängig vom Unternehmenserfolg, einen Anspruch auf Zinszahlungen und die Tilgung des 5 Kredits zum vereinbarten Termin.
1 Wöhe, G. u.a.: Grundzüge der Unternehmensfinanzierung, 10. Aufl., München 2009, S. 5.
2 Vgl. Perridon, L., Steiner, M.: Finanzwirtschaft der Unternehmung, 14. Aufl., München 2007, S. 8.
3 Vgl. Perridon, L., Steiner, M.: Finanzwirtschaft der Unternehmung, 14. Aufl., München 2007, S. 9 ff. 4 Vgl. Olfert, K., Reichel, C.: Finanzierung, 14. Aufl., Ludwigshafen (Rhein) 2008, S.31.
5 Vgl. Atzmüller, A. u.a.: Innovative Finanzierung im Klein- & Mittelbetrieb. Grundlagen & Praxisbeispiele, Graz, Wien 2004, S. 17 ff.
Kapitalbeschaffung 2
Des Weiteren zählen Mischformen (Mezzanine-Kapital) zur Außenfinanzierung, die jedoch aufgrund ihrer besonderen Ausgestaltungen nicht eindeutig dem Eigen- oder Fremdkapital zugeordnet werden können.
Im Gegensatz zur Außenfinanzierung bezeichnet die Innenfinanzierung den Zufluss an finanziellen Mitteln, der aus dem betrieblichen Umsatzprozess und durch Kapitalfreisetzungen innerhalb des Unternehmens entsteht. Die Selbstfinanzierung, die zur Finanzierung aus Umsatzerlösen gehört, führt dem Unternehmen Eigenkapital zu. Abweichend dazu zählt die Finanzierung mittels Pensionsrückstellungen zur Fremdfinanzierung, da die begünstigten Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf Pensionszahlungen haben. Eine präzise Zuordnung zu Eigen- oder Fremdkapital ist für die Finanzierungen mittels Abschreibungen und durch sonstige 6 Kapitalfreisetzungen nicht möglich, da keine Veränderung des Kapitalbereichs eintritt.
Abb. 1: Finanzierungsarten nach der Kapitalherkunft
Quelle: in Anlehnung an Olfert, K., Reichel, C.: Finanzierung, 14. Aufl., Ludwigshafen (Rhein) 2008, S. 33.
3 Innenfinanzierung
Bei der Innenfinanzierung wird dem Unternehmen über die betrieblichen Umsatzprozesse Kapital zugeführt. Dieses Kapital fließt zwar „von außen zu, aber lediglich in Form des Rückflusses bereits 7 einmal investierter Mittel bzw. in Form von Umsatzgewinnen“ . Es wird unterschieden zwischen der
Finanzierung aus Umsatzerlösen, die zu einer Vermögensbildung z.B. durch nicht entnommene Gewinne führt, und der Vermögensumschichtung, die gebundenes Kapital freisetzt. Die Innenfinanzierung ist eine günstige Finanzierungsform, da die Mittel im Unternehmen bereits vorhanden sind und deswegen kein teures Kapital von außen aufgenommen werden muss.
6 Vgl. Wöhe, G. u.a.: Grundzüge der Unternehmensfinanzierung, 10. Aufl., München 2009, S. 22 f.
7 Wöhe, G. u.a.: Grundzüge der Unternehmensfinanzierung, 10. Aufl., München 2009, S. 17.
Kapitalbeschaffung 3
3.1 Finanzierung aus Umsatzerlösen
Die Finanzierung aus Umsatzerlösen ist die gängigste Form der Innenfinanzierung und auch unter den Begriffen Überschuss- oder Cashflow-Finanzierung bekannt. Um eine interne Kapitalbeschaffung durchführen zu können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein (siehe Abb. 2). Zum einen müssen Gewinnmargen, Rückstellungen sowie Abschreibungen in die Angebotspreise einkalkuliert werden, zum anderen müssen die Produkte auch zu diesem Angebotspreis verkauft werden. Letztendlich führen die Umsatzerlöse zu einer Einzahlung, d.h. dem Unternehmen fließen die kalkulierten finanziellen Gegenwerte in Liquidität zu, die dann für die Innenfinanzierung verwendet werden können. Diese Art der Kapitalbeschaffung führt zu einer 8 Bilanzverlängerung, da zusätzliches Kapital im Unternehmen gebildet wird.
Abb. 2: Beispielhafte Kalkulation eines Angebotspreises zur Erfassung finanzieller Gegenwerte für die Innenfinanzierung Quelle: Schäfer, H.: Unternehmensfinanzen. Grundzüge in Theorie und Management, 2. Aufl., Heidelberg 2002, S. 458.
3.1.1 Selbstfinanzierung
Eine Selbstfinanzierung erfolgt durch zurückbehaltene, d.h. nicht ausgeschüttete Gewinne. Daraus folgt, dass ein Unternehmen nur dann eine solche Art der Kapitalbeschaffung durchführen kann, wenn es auch Gewinne erwirtschaftet. Je nachdem, ob der zurückbehaltene Gewinn in der Bilanz ausgewiesen wird oder nicht, kann zwischen offener und stiller Selbstfinanzierung unterschieden werden.
3.1.1.1 Offene Selbstfinanzierung
Bei der offenen Selbstfinanzierung wird der in der Bilanz und GuV ausgewiesene Gewinn vollständig oder teilweise einbehalten und nicht an die Gesellschafter ausgeschüttet. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass der ausgewiesene Gewinn der Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer sowie der Gewerbesteuer unterliegt und somit für die Kapitalbeschaffung nur der Gewinn nach Steuern zur Verfügung steht. Die Entscheidung über die Gewinnverwendung kann entweder 9 freiwillig oder aufgrund gesetzlicher Vorschriften erfolgen.
Werden Bilanzgewinne bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften nicht ausgeschüttet, so erfolgt eine Gutschrift auf den Kapitalkonten der einzelnen Inhaber. Da bei diesen beiden Rechtsformen Rücklagen in der Bilanz nicht gesondert ausgewiesen werden, führt eine 10 Gewinnthesaurierung direkt zu einer Erhöhung des Eigenkapitals.
Um zu verhindern, dass sich die Gesellschafter den kompletten Jahresüberschuss ausschütten lassen, sind Kapitalgesellschaften mit festem Nominalkapital an verschiedene gesetzliche
8 Vgl. Schäfer, H.: Unternehmensfinanzen. Grundzüge in Theorie und Management, 2. Aufl., Heidelberg 2002, S. 457 f. 9 Vgl. Perridon, L., Steiner, M.: Finanzwirtschaft der Unternehmung, 14. Aufl., München 2007, S. 465.
10 Vgl. Schäfer, H.: Unternehmensfinanzen. Grundzüge in Theorie und Management, 2. Aufl., Heidelberg 2002, S. 461.
Arbeit zitieren:
Franziska Ganser, 2011, Corporate Finance: Kapitalbeschaffung, München, GRIN Verlag GmbH
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