Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Franz von Assisi- Äußeres Erscheinungsbild und
Verbildlichungen...................................................... S. 4
3. Kontexte: Epoche, Künstler, Aufbewahrungsort. 6
3.1. Epoche: Gotik. 6
3.2. Künstler: Giotto di Bondone. 7
3.3.Die Oberkirche von San Francesco in Assisi. 8
4. Die Fresken von Giotto. 10
4.1. Huldigung eines einfachen Mannes und die
Mantelspende. S. 11
4.2. Deutung. 12
5. Fazit. 13
Literatur
Bildnachweis
2
1. Einleitung
Noch zu seinen Lebzeiten beschäftigten sich viele Künstler mit Franz von Assisi. Er war eine interessante und wegweisende Persönlichkeit, die nicht nur Religiöse, sondern auch Kunstschaffende inspirierte. Dieses hohe Interesse kann seiner einzigartigen Denkweise und Erscheinung zugeschrieben werden, denn er „vermochte (die Geltung der altverehrten Märtyer und Heiligen aus der Frühzeit des Christentums) durch ein neues Charisma überstrahlen.“ 1 Auch heute noch ist er präsent, in dem er zum Beispiel als Patron für Umweltschutz- und Friedensbewegungen gewählt wird. Viele Menschen, die sich gegen den Kapitalismus wenden und für Werteerhaltung und Moralbildung sind, berufen sich auf Franz von Assisi. Auch in der heutigen Kunst wird Franziskus immer noch rezipiert. Sei es in den kleinen Figuren, die Händler den Touristen in Assisi anbieten oder in ernstzunehmenden Auseinandersetzung (siehe Abb.1) bis hin zu Kinderbuch- Illustrationen.
Die Position des Franz von Assisi in der Kunstgeschichte ist auch daran zu erkennen, welche Situationen und Lebensphasen in den Bildern festgehalten werden. Um diese zu verdeutlichen werden die wohl berühmtesten Darstellungen des Franziskus - Fresken von Giotto- vorgestellt und analysiert.
1 Krüger 1992, Seite 9.
3
Welche Intention hatten die Fresken von Giotto?
Ein Gebiet der Kunstgeschichte ist die Klärung der Fragen nach der Genese und der Funktionsweise von Bildern. Konkret bedeutet dies, dass man die Intention des Bildes erforscht.
Um diese Frage zu beantworten ist es hilfreich die Bedeutung der Kunst um 1300 näher zu benennen und aufzuzeigen welche Rolle sie für die Menschen damals hatte. Es wird darauf aufbauend geklärt, welche Bedeutung Giotto für die Kunstgeschichte hat und es wird auf die Oberkirche in Assisi eingegangen, in der sich die Fresken des Künstlers befinden. Zu Beginn wird nach dem Aussehen des Heiligen gefragt. Interessant ist in diesem Zusammenhang die historische „wirkliche“ Gestalt im Bezug zum malerischen Portrait.
2. Franz von Assisi - äußeres Erscheinungsbild
Da die Fotografie im Mittelalter noch lange nicht existierte versuchten bildende Künstler ihre Wirklichkeit darzustellen und anderen zu vermitteln. Das Ziel der Malerei war trotzdem nicht eine fotorealistische Wiedergabe der Realität und kam auch nicht ohne subjektive Projektionen aus. Das Kunstwerk, besonders das Portrait, vertritt im Mittelalter den Heiligen in angemessener Weise so wie es Reliquien tun.
Franz von Assisi ist eine oft potraitierte Person. Es kristallisierten sich zwei unterschiedliche Darstellungsarten für Franziskus heraus, die einander widersprachen:
Entweder wurde er „frontal, in feierlicher Haltung, streng gekleidet mit Tonsur“ 2 gemalt, als „kirchentreuen Katholiken“ 3 oder er erscheint einem als jünglichen und sorglosen Bruder Immerfroh. Die Portraits des Franziskus fungieren nicht als wahrheits- und wirklichkeitsgetreue Abbildungen des Mannes Franz, sondern haben jeweils die Intention eine bestimmte Vorstellung über ihn zu vermitteln.
2 Dieterich 1995, S. 9
3 Ebd. Dieterich
4
Wenn man das äußere Erscheinungsbild des Franziskus erschließen will, kann man sich nicht nur den bildlichen Medien zuwenden, sondern ebenso der Sprache. Thomas von Celano war der erste Biograph des Heiligen und bezeichnete ihn so:
„Er war ein außerordentlich redegewandter Mann mit fröhlichem Antlitz und gütigem Gesichtsausdruck (…) Von nicht gerade großer Gestalt, eher klein als groß, hatte er einen nicht sonderlich großen, runden Kopf, ein etwas längliches und gedehntes Gesicht, eine ebene und niedrige Stirne, nicht sonderlich große, schwarze, unverdorbene Augen, dunkles Haar, gerade Augenbrauen, eine gleichmäßige, feine und gerade Nase,aufwärts gerichtete, aber kleine Ohren, flache Schläfen, (…) dichte, gleichmäßige und weiße Zähne, schmale und zarte Lippen, einen schwarzen nicht vollen Bart, einen schlanken Hals, gerade Schultern, kurze Arme, zarte Hände, lange Finger, etwas vorstehende Nägel, dünne Beine, sehr kleine Füße, eine zarte Haut, war sehr mager, trug ein rauhes Gewand, (…).“ 4 Franziskus wird von Celano detailliert, nahezu sachlich und dementprechend wahrscheinlich auch zutreffend beschrieben. Diese Beschreibung entspricht nicht dem Schönheitsideal des großen und blonden Heiligen, welches wir oft in Portraits finden.
Andere Zeitgenossen, wie zum Beispiel der Priester Thomas von Spalato, hatten eine deutlich andere Wahrnehmung. Er empfand Franz von Assisi als ärmlich, verachtenswert und häßlich. 5
Auch im sprachlichen Bereich sind widersprüchliche Aussagen und Bilder über das Aussehen des Franz von Assisi zu finden, die vom jeweiligen Standpunkt aus vertreten wurden. Man sollte sich also vergegenwärtigen und bewusst werden, dass Bilder immer subjektive Sichtweisen auf die Wirklichkeit sind.
Mediale, sprachliche oder gedankliche Bilder sind der Versuch sich Menschen zu vergegenwärtigen, zu ihnen durchzudringen, sie sich dadurch verstehbar und zugänglich zu machen. Bilder sind subjektive Projektionen. Der Mensch als visuelles Wesen, welches die Welt u.a. mit seinen Augen erfasst und wahrnimmt und so Bilder sucht und erschließt, ordnet mit Hilfe der Bilder Informationen und erfährt so Sinn, gibt Dingen und Gegenständen im wahrsten Sinne des Wortes einen Raum und auch Wert.
4 Celano (Hg. Von E. Grau), 1955 (4. neubearbeitete Ausgabe 1988), S. 156f. in Dieterich 1995, S. 7
5 Dieterich 1995, S. 8
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Arbeit zitieren:
2011, Franz von Assisi in den Fresken von Giotto, München, GRIN Verlag GmbH
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