1. Einleitung 2
2. Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands 3
2.1. Gründung der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands 3
2.2. Parteigeschichtliche Entwicklung. 4
2.2.1. Erfolgreiche Anfangsphase. 4
2.2.2. Die NPD verliert an Bedeutung 5
2.2.3. Die Entwicklung der NPD bis zur Antragsstellung auf Verbot der NPD 5
3. Das NPD - Verbotsverfahren 6
3.1. Antrag der Bundesregierung 6
3.2. Antrag des Bundestages. 7
3.3. Antrag des Bundesrates 9
3.4. Kritik der Anträge 9
3.5. Die Einstellung des Verfahrens durch das Bundesverfassungsgericht 10
4. Schluss 11
4.1. NPD-Verbot - Notwendigkeit oder gefährlicher Schachzug? 11
5. Literaturverzeichnis 13
1
1. Einleitung
Auch wenn die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) im Vergleich zu den Landtagswahlen 2004 in Sachsen im Jahr 2009 weniger Stimmenanteile vereinen konnte, bleibt die Frage der Gefährlichkeit der Partei in der öffentlichen Diskussion. Die Anzahl rechtsextremer Straftaten steigt stetig an und die Einschüchterung der Bevölkerung von rechts außen nimmt zu. In diesem Kontext kommen immer wieder Diskussionen über ein erneutes Verbotsverfahren der NPD auf.
Da dies eine unendlich fortwährende Debatte zu sein scheint, möchte ich mich in meiner Arbeit mit dem beantragten Verbot der NPD im Jahr 2000 auseinandersetzen. Aufgrund der Fülle von Informationen und Aspekten zu diesem Thema werde ich mich ausschließlich auf einen kleinen geschichtlichen Abriss zur Geschichte der NPD und den Verlauf des Verbotsverfahrens konzentrieren.
Zur Ausarbeitung habe ich verschiedenste literarische Quellen verwendet, um ein möglichst breites Spektrum an Information einbeziehen zu können. Durch diese konnte ich mein Wissen ergänzen und es entstand im Verlauf der Auseinandersetzung mit der Literatur die vorliegende Arbeit.
Mit dem Abschluss möchte ich einige Argumente für und wider das NPD-Verbot erörtert haben und aufführen.
2
2. Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands
2.1. Gründung der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands
Seit Mitte der 1950er Jahre hatte die Deutsche Reichspartei (DRP) die dominierende Stellung im rechtsextremen Spektrum des Parteiensystems der Bundesrepublik. Diese initiierte auch bereits seit 1963 die Gründung der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD). 1 Es war seit Bestehen der Bundesrepublik keiner rechtsextremistischen Partei gelungen, die entsprechende Wählerschaft auf sich zu bündeln, auch nicht der DRP. Um politisch nicht mehr an Bedeutung zu verlieren, wurde der Ruf nach einem Bündnis immer deutlicher. Bei der Gründungsversammlung am 28. November 1964 stimmte der Großteil der Versammlungsmitglieder für eine Gründung der NPD. Es wurde ein Führungsgremium gewählt, das drei Auffälligkeiten aufweist: Fast alle Funktionäre weisen eine rechtsextreme Vergangenheit auf, überaus viel ehemalige DRP- Mitglieder sind im Vorstand und die Partei ist stark männerdominiert. Der erste Vorsitzende der NPD, Fritz Thielen, war der nationalkonservative und besitzbürgerliche Vorzeigecharakter und kam von der Deutschen Partei (DP) zur NPD. Als seine Stellvertreter wurden Wilhelm Gutmann (ehemals bei der Gesamtdeutschen Partei (GDP), Heinrich Fassbender (Vertreter der deutsch-nationalen Traditionalisten) und Adolf von Thadden (DRP-Vorsitzender) gewählt. Dies illustriert die Entstehung der NPD in Verbindung mit dem Untergang der DRP deutlich, da der organisatorische Rahmen von der DRP geliefert wurde. 2 Ebenfalls wurde die DRP - Zeitschrift „Reichsruf“ ab 1. Januar 1965 von dem NPD - Blatt „Deutsche Nachrichten“ abgelöst. Die NPD ging also deutlich aus der DRP hervor, auch wenn beide noch etwa ein Jahr koexistierten. Dies begründet auch die großen Wahlerfolge in der folgenden Zeit, die für eine neu gegründete Partei ohne die beschriebene Organisation nicht erreichbar gewesen wären.
1 Vgl. Richard Stöss: Rechtsextremismus im vereinten Deutschland, 3. Auflage, Berlin 2000,
S.48f.
2 Vgl. Eckhard Fascher: Modernisierter Rechtsextremismus? Ein Vergleich der
Parteigründungsprozesse der NPD und der Republikaner in den sechziger und achtziger Jahren, Berlin,
1994, S. 46f.
3
2.2. Parteigeschichtliche Entwicklung
2.2.1. Erfolgreiche Anfangsphase
Bereits in der ersten Zeit der Anfangsphase wurde die Partei durch einen schnell voranschreitenden Aufbau geprägt. Seit Anfang des Jahres 1965 verzeichnete die NPD einen monatlichen Zuwachs von etwa 1000 Mitgliedern. 3 1967 zählte die NPD schließlich etwa 27.000 Mitglieder, die sie bis etwa 1969 konstant halten konnte. Bei der Bundestagswahl 1965 erfüllte die NPD zwar nicht ihre eigenen Erwartungen, konnte die Stimmenanteile der rechtsradikalen Wählerschaft aber auf über 2 % verdoppeln. Der Beginn der eigentlichen Erfolge zeigte sich noch deutlicher bei den Landtagswahlen in den Jahren 1966, 1967 und 1968. Die NPD zog in die Landtage von Hessen und Bayern, Bremen, Niedersachsen, Rheinland - Pfalz und Schleswig -Holstein sowie mit einem Höchstergebnis von 9,8 % in Baden - Württemberg ein. Auffällig ist, dass diese Regionen auch 1932 die meisten der Stimmen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) ausmachten. Außerdem erlitt die Bundesrepublik in den späten sechziger Jahren ihre erste wirtschaftliche Krise und die NPD konnte die soziale Verunsicherung der Bevölkerung für ihren Stimmenfang nutzen. Die Besorgnis im In- und Ausland, die sich aufgrund der Wahlerfolge der NPD wegen den Parallelen zum Aufstieg der NSDAP breit machte, verflog mit dem Scheitern der Wiedereinkehr in den Bundestag der NPD nach den Wahlen 1969. Mit dem einsetzendem wirtschaftlichen Aufschwung in der Bundesrepublik und der regierenden sozialliberalen Koalition von Sozialdemokratischer Partei Deutschlands (SPD) und der Freien Demokratischen Partei (FDP) wurde der Wendepunkt des Erfolges der NPD immer deutlicher. 4 Die soziale Verunsicherung, die der NPD viele Stimmen bescherte und die Tatsache, dass die Unionsparteien in der Opposition durch einen Rechtsruck ihren alten Platz im Parteiensystem zurück erlangten, verringerte die Wählerschaft der NPD enorm.
3 Vgl. Werner Smoydzin: NPD. Geschichte und Umwelt einer Partei. Analyse und Kritik,
Pfaffenhofen 1967, S.158
4 Vgl. Anne-Katrin Lang: Demokratieschutz durch Parteiverbot? Die Auseinandersetzung um ein
mögliches Verbot der Nationaldemokratischen Partei Deutschland (NPD), Marburg 2008, S.8
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Arbeit zitieren:
Thomas Preißler, 2010, Das NPD-Verbotsverfahren, München, GRIN Verlag GmbH
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