Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis III
Abk ürzungsverzeichnis VI
1 EINLEITUNG 7
2 URSACHEN VON BRÄNDEN UND UNVORHERSEHBAREN SCHADENSEREIGNISSEN 8
3 MANAGEMENT VON RISIKEN (RISIKOMANAGEMENT) 9
3.1 Sachverständigentätigkeit 10
3.2 Aufgaben des Risikomanagement 10
3.2.1 Hauptrisikogruppen 10
3.2.2 Grundprinzipien für ein optimiertes Risikomanagement 11
3.3 Hauptphasen des Risikomanagement von baulichen Anlagen und technischen Einrichtungen 11
3.3.1 Allgemeinmethodik 12
3.3.2 Bestandteile eines Risikomanagement-Systems 12
3.3.3 Strukturiertes Risiko-Management umfasst folgende Basisbausteine 12
3.3.4 Eintrittswahrscheinlichkeit definieren 13
3.3.4.1 Verarbeitung von Daten und deren Auswertung 13
3.3.4.2 Laufende Nummerierung des Risikos 13
3.4 Haftpflicht-Risiko-Management 14
3.4.1 Verantwortungs-Strukturen für die Verantwortlichen 14
3.4.2 Maßnahmen zur Vermeidung von Haftpflichtschäden 14
3.5 Risiko-Betrachtung vor dem Hintergrund von Betriebsunterbrechungen 15
3.5.1 Betriebssicherheit 15
3.5.2 Produktions- und Produktsicherheit 16
3.5.3 Risikoanalyse 17
3.6 Integration des Risikomanagement 26
3.6.1 Projektmanagement-Excellence als Schlüsselkompetenz 27
3.6.2 Risikostrategie im Kontext zur Unternehmensstrategie 28
3.6.3 Zuweisung der Verantwortlichkeit 28
3.6.4 Risikowahrnehmung 28
3.6.5 Feed-forward-orientierts (zukunftsorientiertes) Controllingsystem 29
3.6.6 Früherkennungs- und warnsystem 29
3.6.7 Internes Überwachungssystem 29
4 BEISPIELE AUS PRAXISERFAHRUNGEN 31
4.1 Stahlindustrie (Ansätze und Umsetzung) 31
4.1.1 Allgemeine Bewertungen und Definitionen 31
4.1.2 Hintergrund / Zweck des Risikomanagements 32
4.1.3 Welche Risiken existieren 33
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Inhaltsverzeichnis
4.1.4 Risikomanagement als übergreifende Aufgabe im Unternehmen. 34
4.1.5 Risikomanagement als integrierter Prozess 36
4.1.6 Der richtige Weg zur Risikoanalyse 40
4.1.7 Ergebnisorientierte Analyse als Vorbereitung zur Auswertung des Risikographen 40
4.1.8 Identifizierung von Einzelrisiken, Risikoursachen und deren Wirkungen bezogen einzelne
Standorte und/oder Prozesse 41
4.1.9 Vielfältiges Risikomanagement in komplexen Organisationen 43
4.1.10 Zusammenspiel der Teileelemente des Risikomanagement-Systems 45
4.1.11 Kernpunkte eines effektiven Risikomanagement 46
4.1.12 Leitlinien für die Umsetzung und Visualisierung der Kommunikation des Risikomanagement-
Systems (RM) 46
4.2 Bewältigung von Krisenkommunikation 51
4.2.1 Kommunikationsverhalten bei einzelnen Krisentypen 52
4.2.2 Der Krisen-Kommunikationsplan 54
4.2.3 Notwendige Vorbereitung für eine Krisen-Kommunikation vor Eintritt eines Krisenfalles 57
4.2.3.1 Allgemeine Informationsvermittlung an die Zielgruppen 57
4.2.3.2 Notwendige Vorbereitung an den einzelnen potentiellen Krisen-Standorten. 58
4.2.3.3 Notwendige Vorbereitung zur bedarfsweisen Unterstützung der Krisenstandorte 59
4.2.3.4 Überprüfung der personellen Zuständigkeiten für den Krisen-Kommunikations-Plan
(KKP) und Aktualisierung der Hintergrund-Informationen in bestimmten Zeitabschnitten 60
4.2.4 Ablauf des Krisen-Kommunikations-Plans (KKP) nach Eintritt des Krisenfalls 60
4.2.4.1 Benachrichtigung der für den KKP Verantwortlichen 60
4.2.4.2 Einleitung von Vorbereitungen am Krisenstandort 61
4.2.4.3 Sammeln, Aufbereiten und Formulieren von Informationen 61
4.2.4.4 Freigabe der Informationen durch den Leiter des lokalen Krisenstabes 62
4.2.4.5 Die Verbreitung von freigegebenen Informationen 62
4.2.5 Auswertung der Medien-Resonanz 64
4.2.5.1 Sammeln der Berichte über den Krisenfall 64
4.2.5.2 Thematische Auswertung 64
4.2.5.3 Weitere Vorgehensweise 65
4.2.6 Checklisten, Formulare, Informationsblätter, spezielle Hinweise 65
4.2.6.1 Allgemeine Schaubilder 65
4.2.6.2 Aufgaben-Beschreibungen 65
4.2.6.3 Hintergrund-Informationen 65
4.2.6.4 Leitfaden 66
4.2.6.5 Checklisten 66
4.2.6.6 Vorlage Formulare 66
4.3 Organisation einer Betrieblichen Katastrophen Organisation (BKO Organisation) 81
5 Zusammenfassung 124
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Inhaltsverzeichnis
Anhang A - Literaturverzeichnis 125
Anhang B - Abbildungsverzeichnis 127
Anhang C - Tabellenverzeichnis 128
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1 EINLEITUNG
Risikomanagement mit Aufbau von organisatorischen Strukturen und Hilfsmitteln zur Handhabung von unvorhersehbaren Ereignissen und Gefahrenlagen gewinnt immer mehr an Bedeutung um die Erhaltung des Unternehmens sowie seiner Reputation nachhaltig zu sichern. Umso mehr sind die organisatorischen Strukturen, Hilfsmittel, Abläufe, Verantwortlichkeiten sowie zielgerichtete Informationen und richtige Verhaltensweisen zu erforschen, aufzuzeigen, zu Vermitteln und praxisorientiert zu planen und in die Organisationen zu integrieren.
Darüber hinaus ist die Umsetzung durch regelmäßige Durchführung, Erfolgs- und Erhaltenskontrollen zu überprüfen um eine nachhaltige Sicherung und Penetration in die Unternehmensstrukturen zu erreichen.
Der Erfolg wird geprägt durch:
− Gegenseitige Wertschätzung − Vertrauensbildende Maßnahmen und Loyalität − Bereitschaft zur Umsetzung
− Entwicklung und Förderung der beteiligten Verantwortlichen − Übernahme von Verantwortung und Selbständigkeit in der zielgerichteten Umsetzung − Mut, die notwendigen Veränderungen und ständigen Anpassungen zu leben und nachhaltig zu verbessern
− Teambildung und Teamverhalten gegenseitig stärken − Gezielte Informationen und Kommunikation durchführen − Die dafür notwendigen Leistungen anerkennen
− Durch Vorbildfunktion die Festlegungen und Anforderungen akzeptieren und leben
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Ursachen von Bränden und unvorhersehbaren Schadensereignissen
2 URSACHEN VON BRÄNDEN UND UNVORHERSEHBAREN SCHADENSEREIG-NISSEN
Die Ursachen von unvorhersehbaren Ereignissen in der Bundesrepublik Deutschland zei-
gen folgende Verteilung auf:
• nicht regelgerechter Umgang mit Anlagen, Einrichtungen, Halbfertigwaren, Produkti-onshilfsstoffen, Gefahrstoffen usw.
• fehlende bzw. unsachgemäße Unterweisung und Information der Mitarbeiter • unzureichendes Sicherheitsbewusstsein bei der Handhabung von Gefahrstoffen • falsche Bedienung von Anlagen und Einrichtungen
Abbildung 1: Brandursachen in der Bundesrepublik Deutschland [1] (Quelle: BGI 560 - Arbeitssicherheit
durch vorbeugenden Brandschutz, berufsgenossenschaftliche Richtlinie)
Bei einem unvorhersehbaren Ereignis ist deshalb umsichtiges und gezieltes Handeln gefragt. Im Vorfeld sind deshalb zielgerichtete Schutzmaßnahmen zu treffen, Abläufe festzulegen, Informationsströme darzustellen und Schulungs- und Ausbildungsmaßnahmen durchzuführen.
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Management von Risiken (Risikomanagement)
Im Ereignisfall kann hierdurch die Auswirkung sowie das Ausmaß von Schäden an Personen, Sachwerten, Umwelt und Nachbarschaft minimiert und die Reputation des Unternehmens, seinen Mitarbeitern, Geschäftspartnern sowie den Behörden und der Bevölkerung nachhaltig und positiv beeinflusst werden.
Die nachfolgenden Aussagen, Abläufe und Bewertungssysteme dienen dabei als Unterstützung und sollen sicherstellen, dass bei unvorhersehbaren Schadensereignissen gezieltes Handeln dazu führt, dass diese Situationen gemeistert werden und Schäden soweit wie möglich reduziert werden können.
3 MANAGEMENT VON RISIKEN (RISIKOMANAGEMENT)
Abbildung 2: Standardmethode der Risikobewertung [2] Skarda H.: Netzplantechnik, allgemeines
Management von Risiken (Risikomanagement)
Das Management von Chancen und Gefahren konfrontiert alle Planer und Bauherren mehr und mehr mit dieser noch weit vernachlässigten Thematik.
3.1 Sachverständigentätigkeit
für die Risiko-Erfassung
Risiken sind bei komplexen baulichen Anlagen und Abläufen systembedingt unvermeidbar.
3.2 Aufgaben des Risikomanagement • Risiken frühzeitig erkennen, • deren Auswirkungen bewerten
• geeignete Sicherungsmaßnahmen ergreifen
3.2.1 Hauptrisikogruppen • Behördenrisiken • Planungsrisiken • Ressourcenrisiken • Genehmigungsrisiken • Abnahmerisiken
• Risiken der Einhaltung sämtlicher behördlicher Auflagen und Nebenbestimmungen • Risiko der Verfügbarkeit von entsprechenden qualifiziertem Personal bei allen Projekt-beteiligten
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Management von Risiken (Risikomanagement)
3.2.2 Grundprinzipien für ein optimiertes Risikomanagement
nagement
•
Risikominimierung
•
Risikotransparenz
•
Gemeinsame Risiken
•
Risiko und Maßnah-
menkatalog
Das Risiko-Management muss deshalb in allen Planungsphasen sowie in der
Planung von Organisationsstrukturen von baulichen Anlagen erfolgen.
3.3 Hauptphasen des Risikomanagements von baulichen Anlagen und technischen Einrichtungen • Projektidee und Machbarkeitsstudien Konkretisierung und Diskussionsgrundlage • Genehmigungsplanung und -phasen - Bauherr/ Betreiber/ Eigentümer - Genehmigungsbehörden - Sachverständige • Ausschreibungsphase - Qualitätskontrolle
- Einbringen eigenen Know-hows, um einen hohen Schutzstandard zu sichern • Ausführungsphase - Umweltrisiken - Beschwerden aus der Nachbarschaft • Inbetriebnahmephase
- Fehlerquellen (Qualität, Leistung, Ausführung) - Mängel
- Nichterfüllung von Leistungen (Qualitätsmängel)
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Management von Risiken (Risikomanagement)
3.3.1 Allgemeinmethodik
Das Risikomanagement muss zum festen, aber nicht zum dominanten Bestandteil des Projektmanagements werden.
Inhalte sind:
• Festlegen de Ziele / Projektanforderung • Risikoidentifikation • Risiko-Bewertung • Risiko-Beurteilung • Risiko-Strategie mit Maßnahmen • Dokumentation
3.3.2 Bestandteile eines Risikomanagement-Systems
Das integrative Risiko-Management-System muss die relevanten Risikofaktoren identifizieren
• Auswirkungen im Zielsystem analysieren und geeignete Maßnahmen entwi-
ckeln
Die Aufgabe effektiv und effizient meistern • Interne Überwachung • Organisatorische Sicherungsmaßnahmen
sowie beim Controlling und Früherkennungssystem
• sich konzentrieren auf das Erkennen von möglichen Fehlern + Abweichungen,
die einen Schaden darstellen oder verursachen können
3.3.3 Strukturiertes Risiko-Management umfasst folgende Basisbausteine • Risiko-Definition • Risiko-Identifikation • Risiko-Analyse mit Bewertung und daraus resultierende
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Management von Risiken (Risikomanagement)
Maßnahmen:
• Wirksames Risiko-Management durch Risiko-Controlling • Geplante Maßnahmen hinsichtlich Veränderungen und Wirksamkeit überprü-
fen
• Ausführungsplanung mit eventuellen Korrekturen und Umplanungen
3.3.4 Eintrittswahrscheinlichkeit definieren • gering • möglich • wahrscheinlich • hochwahrscheinlich - Grobbewertung - Detailbewertung
3.3.4.1 Verarbeitung von Daten und deren Auswertung • ortsunabhängig durch Webfähigkeit • Trend der dezentralen Bearbeitung • Simulation
• Verwaltungsübersicht
- Übersicht über alle bearbeiteten Projekte, im System erfassen - Verwalten aller Projektdatenblätter des Unternehmens - Stammdatenblatt - Projektdatenblatt
3.3.4.2 Laufende Nummerierung des Risikos • Systemdaten
• Risiko-Typ (Chance, Gefahr..)
• Themengruppe, die alle Angaben zur Eintrittswahrscheinlichkeit enthält • Maßnahmensetzung (Termin Zustands-Check..) • genaue Beschreibung der Risiken
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Management von Risiken (Risikomanagement)
Aus der Sicht der Versicherer
• Risikothemen • Risikogruppen
3.4 Haftpflicht-Risiko-Management • steigende Versicherungsprämien • erhöhte Versicherungsbedingungen
• schwierige Abwicklung von Schadensfällen mit Versicherungen • umfassende Analyse von bisherigen Schadensfällen - aufgrund von Unterlassungen jeder Art - Fehlern bei Projektbearbeitung - fehlende oder unzureichende Dokumentation
Aufgrund dieser Basisanalyse sind Maßnahmen zur Schadensprävention einzu-
leiten.
3.4.1 Verantwortungs-Strukturen für die Verantwortlichen
Für eine sichere Projektbearbeitung und Reduzierung von Risiken die zu Schäden führen können, müssen die Verantwortlichkeiten auf ein Mindestmaß reduziert werden.
• Geschäftsleitung und Planer → Qualitätsmanagement
• Projektleiter → verstärkte Kontrollaufgaben
• Externe Prüfer → Abweichungen bzw. Nichteinhaltung müssen als Prüfbericht an die Geschäftsleitung weitergeleitet werden
3.4.2 Maßnahmen zur Vermeidung von Haftpflichtschäden
• Konsequente Qualitätsüberprüfung, gemäß festgelegter Standards
• Höchstqualifizierte Projekt-Leiter-Planung
• Projektkontrollen durch beauftragte Spezialisten
• Planungs-System und Materialentscheidungen müssen eigenverantwortlich erarbeitet und getroffen werden
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Management von Risiken (Risikomanagement)
• Herbeiziehen von Fachberatern, Anwendungstechnikern und Sachverständigen
• Schriftliche Anweisungen an Vorgesetzte und verantwortliche Mitarbeiter, die Kon-trollverantwortung wahrzunehmen haben
3.5 Risiko-Betrachtung vor dem Hintergrund von Betriebsunterbrechungen
3.5.1 Betriebssicherheit
Die Betriebssicherheit von Gebäuden und technischen Anlagen hängt häufig von nicht ausreichend bekannten Grunddaten ab, die aber eine nicht vorhersehbare Wirkung haben können. Relevante Fragen sind:
• Sind die kritischen Infrastrukturen im Unternehmen, Betrieb, Zuständigkeitsbereich an technischen Anlagen bekannt?
• Wie lange können die Geschäftsprozesse auf welche Systeme verzichten, ohne kundenwirksame Ausfälle zu verursachen? • Sind redundante Gebäudeerschließungen vorhanden? • Werden Brandlasten geschützt gelagert?
• Werden nicht erforderliche Brandlasten durch Hilfsstoffe, Abfall usw. regelmäßig ent-sorgt?
• Sind alle Brandtrennungen und -abschottungen in einem schutzzielorientierten Zu-stand?
• Sind verantwortliche Beauftragte für bestimmte Bereiche, mit Aufgaben, Verantwortung und Kompetenzen ausgestattet?
• Sind wichtige EDV-Bereiche redundant in unabhängige, möglichst baulich getrennte Brandabschnitte aufgeteilt oder gespiegelt?
• Sind Maßnahmen vor Wassereinbrüchen oder sonstigen Umwelteinflüssen getroffen? • Werden die Auflagen von Gesetzen, Sonderverordnungen, des Datenschutzes der Arbeitssicherheit und des Brandschutzes erfüllt? • Werden Sicherungen der Informationsbestände außer Haus aufbewahrt? Seite 15 von 129
Management von Risiken (Risikomanagement)
• Sind Maßnahmen getroffen, um das Gebäude bei einem Brand, einer Bombendrohung bzw. einem anderen nicht vorhersehbaren Ereignis kontrolliert zu räumen oder evakuieren zu können?
• Werden Mitarbeiter im Brandschutz, der Informationssicherheit und des Verhaltens bei Notfällen informiert und ausgebildet?
• Werden die Zutrittsberechtigungen regelmäßig gepflegt und angepasst? • Sind aktuelle Gebäude- und Medienversorgungspläne vorhanden?
3.5.2 Produktions- und Produktsicherheit
Für die Produktions- und Produktsicherheit gelten vergleichbare Fragestellungen. Relevante Fragestellungen sind:
• Sind kritische Produktionseinheiten und Produktlinien redundant aufgebaut oder vor-handen?
• Werden Verträge mit wichtigen Anlagelieferanten den Anforderungen an entsprechende Reaktions- und Lieferzeiten bei Ausfall von Anlagen gebunden? • Sind Maßnahmen geplant und erforderlich, wenn wichtige Lieferanten ausfallen? • Sind die wirtschaftlichen Verhältnisse der wichtigen Lieferanten bekannt? • Ist eine Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten gegeben?
• Wie lange kann auf Lagereinrichtungen und Vorhaltung von Hilfsstoffen und sonstigen Lagervorräten verzichtet werden?
• Welche Auswirkungen haben Fehlauslösungen von autom. Löschanlagen? • Sind in den Produktionsgebäuden Löschwasserrückhalteanlagen vorhanden? • Sind sämtliche Brandabschottungen mängelfrei?
• Wird die Wartung der sicherheitstechnischen Anlagen regelmäßig und nachvollziehbar dokumentiert?
• Sind alle Gefahr- und Störstellen bekannt? • Sind wichtige Ersatzteile zeitnah zu beschaffen?
• Ist die Qualitätssicherung bereits bei der Produktentwicklung über die Fertigung, bis zum Vertrieb gesichert und nachvollziehbar? Seite 16 von 129
Management von Risiken (Risikomanagement)
• Werden alle Mitarbeiter zielgerichtet informiert, trainiert und ausgebildet? • Ist die Produktverfolgung bis zum Kunden nachvollziehbar?
3.5.3 Risikoanalyse
Risiken, die nicht identifiziert und analysiert werden, sind von der Steuerung ausgeschlossen
Die Schlüsselrolle im Risk-Management-Prozess ist die Risikosteuerung und -kontrolle. Werden Produkte oder wirtschaftliche Prozesse mit dem Ziel aufgegeben, die damit ver-bundenen Risiken zu vermeiden, so wird von Risikovermeidung gesprochen. Werden Risiken durch die Ausgliederung von Funktionen oder Abläufen, durch regionale oder objektbezogene Streuung bzw. durch technische und/oder organisatorische Maßnahmen (z. B. schutzzielorientiertes Brandschutzkonzept) reduziert, so wird von Risikominderung gesprochen.
Abbildung 3: Gesamtrisiko/Restrisiko [2] [3] [4]
Bei der Risikofinanzierung geht es um die Frage, inwieweit Risiken an externe weitergegeben werden (z. B. Zahlung von Versicherungsprämien) bzw. ob hinnehmbare Risiken vom Unternehmen selbst getragen werden können.
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Management von Risiken (Risikomanagement)
Wird die Risikoanalyse nicht oder unzureichend durchgeführt, so kann ein großer Anteil des Gesamtrisikos z. B. bei den "nicht identifizierten Risiken" unerkannt bleiben, so dass auch der Nutzen der Risikosteuerung und -kontrolle nur einen „geringen Wert“ darstellt.
Risiken vermeiden
Die Entscheidung eines Unternehmens, wegen zu hoher Risikopotenziale einzelne Aktivitäten aufzugeben oder anzupassen, bedeutet ebenfalls Risikovermeidung. Beispiel: Ein Produzent von Steuerungseinrichtungen entscheidet sich aufgrund des ho-
hen Produkthaftungsrisikos, seine Produkte nicht mehr auf dem US- Markt zu vertreiben. Ebenfalls die Anpassung der Prozessabläufe (z. B. im Produktionsprozess) kann zur Vermeidung von Risiken beitragen.
Beispiel: In einer Lackieranlage wird auf ein umweltfreundlicheres Verfahren umgestellt,
sodass das ein Umwelt- und Imagerisiko vernünftigerweise vermieden wird. Auch ein Weg Risiken zu vermeiden kann die Verlagerung von Unternehmensteilen in andere Länder sein, in denen z. B. die Umwelt- oder Arbeitsschutzgesetzgebung anders verankert ist. Hierbei wird jedoch unter Umständen ein höheres Imagerisiko in Kauf genommen.
Risiken vermindern
Ein Unternehmen kann Risiken auch auf Dritte (nicht Versicherer) überwälzen, um innerhalb des Unternehmens einen Risikoausgleich zu erzielen oder durch technische und or-ganisatorische Maßnahmen Schäden zu minimieren (Schadensminimierung). Risiken können auf andere Wirtschaftsbereiche ausgelagert werden: • Haftungsvereinbarungen und Gewährleistungsregelungen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen
• Outsourcing von Unternehmensfunktionen (z. B. Facility-/ Gebäude- Management, EDV-Funktionen, Factoring / Forderungseinzug, Logistik) • Leasingverträge für Produktionsmaschinen, EDV, Fahrzeuge, Anlagen und sonstige Einrichtungen
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Management von Risiken (Risikomanagement)
Innerhalb eines global tätigen Unternehmens können Risiken - sofern sie unabhängig voneinander sind - regional, objekt- oder personenbezogen gestreut werden. Wird z. B. die Produktion von wichtigen Elektronikbauteilen auf mehrere voneinander getrennte Produktionseinheiten verteilt, so wird das Risiko der möglichen Betriebsunterbrechung oder eines Totalausfalls durch einen Brandschaden minimiert.
Auch durch Produktdiversifikation wird das Marktrisiko reduziert (objektbezogene Streuung).
Auch die technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Risikominderung sind in den folgenden Bereichen zu berücksichtigen: • Brandschutz • Umweltschutz
• Arbeitsschutz und Sicherheit (Health and Safety) • Infrastrukturbereiche (Energieträger, Umweltmedien usw.) • Maßnahmen gegen Haftpflichtrisiken
• Beschaffungs-, Entwicklungs-, Produktions-, Absatz- und Haftungsrisiken • EDV-Prozesse
• Vertrauensschäden (Unterschlagung, Untreue, Diebstahl, Betrug etc.) • Computermissbrauch und Informationsabfluss (Industriespionage) • Einbruch-Diebstahl • Sicherheitsdienst • Transportsicherung
Risiken finanzieren
Bei der Risikofinanzierung ist die Frage zu beantworten, inwieweit Risiken auf Dritte (insbesondere Versicherer) übertragen oder vom Unternehmen selbst getragen werden können.
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Management von Risiken (Risikomanagement)
Risiken überwälzen
Durch Versicherungsprogramme werden Risiken durch den Einkauf von Versicherungsschutz auf den Versicherer verlagert. Besonders wichtig ist die Absicherung existenzbedrohender Risiken. Bei mittleren Risiken hilft eine Kosten-Nutzen-Analyse bei der Gestaltung von Versicherungsprogrammen.
Neben herkömmlichen Versicherungslösungen gewinnen Konzepte aus dem Bereich des "Alternative Risktransfer" (ART-Lösungen) bzw. "Alternative Risikofinanzierung" (ARF) immer größere Bedeutung.
Risiken selbst tragen
Nur in Ausnahmefällen möglich (z. B. bei global tätigen Unternehmen oder bei der öffentlichen Hand) basierend auf dem Gesetz der großen Zahlen sowie einem vorwiegend internen Risikoausgleich. Das Selbsttragen von Risiken kann, wenn auch nur im Einzelfall, eine Alternative zu herkömmlichen Versicherungsprogrammen sein. Eine gezielte Rücklagenbildung führt zu geringeren bilanziellen Schwankungen, ist aber teilweises bilanztechnisch nicht zulässig.
Viele Risiken müssen teilweise selbst getragen werden, weil sie nicht versicherbar sind (z. B. Katastrophenrisiko, unternehmerisches Risiko, höhere Gewalt usw.).
Beispiele für einzelne Risikoarten
Die Risikoidentifikation beginnt mit der Erfassung aller auf die Unternehmensziele wirkenden Risiken und die Erstellung eines unternehmensspezifischen Risikobaums.
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Management von Risiken (Risikomanagement)
Die Abbildung zeigt ein Beispiel von Risikokategorien:
Technologische Risiken (Geschäftsrisiken)
•
Wissensdefizit: Ist das Unternehmen anhängig vom sich ständig verändernden techno-
logischen Wandel? • Besteht die Gefahr einer "Überalterung" des technologischen bzw. an dem Stand von Wirtschaft /Technik orientierten Wissens?
• Gibt es einzigartige Prozesse in der Fertigung (Alleinstellungsmerkmal)? • Sind Stillstandszeiten identifiziert und bewertet? • Ist der Produktionsprozess gegen Systemausfälle gesichert?
Leistungswirtschaftliche Risiken (Geschäftsrisiken)
• Beschaffungsseite: Bestehen konkrete Abhängigkeiten gegenüber Lieferanten mit Alleinstellungsmerkmal (single sourcing)? • Gibt es Austauschmöglichkeiten auf der Beschaffungsseite?
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Management von Risiken (Risikomanagement)
• Sind Probleme mit Qualitätsschwankungen bei den Inputfaktoren vorhanden? • Sind Probleme mit Qualitätsschwankungen bei den Outputfaktoren vorhanden? • Wird die Fehlerhäufigkeit erfasst und bewertet?
• Kommt es aufgrund unzureichender oder nicht korrekter Planung / Abstimmung zu Terminverschiebungen bei Projekten / Aufträgen? • Wird prozessorientiert analysiert und gearbeitet?
• Ist eine optimale Abstimmung zwischen den einzelnen Funktionen gewährleistet und nachhaltig gesichert?
• Forschung und Entwicklung: Sind Sie verstärkt einem technologischen Wandel ausgesetzt (z. B. IT-Industrie)? Finanzwirtschaftliche Risiken (Geschäftsrisiken) • Werden Forderungsausfälle überwacht und bewertet? • Werden vereinbarte Zahlungsziele von Kunden eingehalten? • Sind Liquidität und Sicherheiten in ausreichendem Maße vorhanden? • Sind Finanzierungsspielräume vorhanden? • Werden Finanzinstrumente eingesetzt?
• Ist eine Abhängigkeit von stark schwankenden Marktpreisen gegeben? Corporate Governance (Geschäftsrisiken)
• Sind Probleme bei der Beschaffung von qualifiziertem Personal vorhanden? • Werden Fluktuationsraten bewertet und analysiert? • Sind Standortnachteile identifizierbar? • Werden Motivations- und Integritätslücken beobachtet? • Wie hoch sind Fehlzeiten/Krankheitstage im Jahr im Vergleich zu Benchmarks? • Ist eine ausgeprägte Teamkultur vorhanden?
• Wie charakterisieren Sie den Führungsstil im Unternehmen? (Autokratisch, Autoritär, Bürokratisch, Demokratisch, Formell, Kooperativ, Laissez-faire, Liberalistisch, Patriarchalisch, Charismatisch)
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Management von Risiken (Risikomanagement)
• Bewerten und analysieren Sie die Stärken und Schwächen der Unternehmenskultur hinsichtlich Kunden-, Mitarbeiter-, Innovations-, Qualitäts-, Ergebnis- und Leistungsorientierung?
• Wie bewerten Sie die Unternehmenskultur Ihres Unternehmens als "Benchmark" für die Führung und Motivation der Mitarbeiter?
Soziale Risiken (Geschäftsrisiken)
• Ist das Unternehmen mit Handelsbeschränkungen konfrontiert? • Besteht die Gefahr von Streiks / Aufruhr (Niederlassungen im Ausland?) / Sabotage / Terrorismus?
• Sind Fälle von Untreue sowie fahrlässigem Verhalten bekannt?
Naturereignisse (Externe Risiken)
• Liegt eine Niederlassung / Produktionsstätte in einem erdbebengefährdeten Gebiet? • Liegt eine Niederlassung / Produktionsstätte in einem überflutungsgefährdeten Gebiet? • Liegt eine Niederlassung / Produktionsstätte in einem sturmgefährdeten / wirbelsturmgefährdeten Gebiet?
Soziale Risiken (Externe Risiken)
• Sind Fälle von Einbruchdiebstahl usw. im Unternehmen bekannt? • Bestehen Gefahren vor Sabotagen?
Politische Risiken (Externe Risiken)
• Liegt eine Niederlassung / Produktionsstätte in einem Kriegsgebiet / kriegsgefährdeten Gebiet?
• Ist das Unternehmen von häufigen Änderungen der rechtlichen Regelwerke und Bestimmungen betroffen?
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Management von Risiken (Risikomanagement)
Technische Risiken (Externe Risiken)
• Ist ein erhöhtes Brandrisiko (hohe Brandlasten, explosionsgefährliche Stoffe) vorhanden?
• Ist ein erhöhtes Explosionsrisiko identifiziert? • Sind in der Produktion Engpässe an Maschinen usw. vorhanden? • Ist ein erhöhtes Einsturzrisiko von Gebäuden und Anlagen bekannt? • Sind vermehrte Transportschäden bekannt und werden diese bewertet?
Persönliche Risiken (Externe Risiken)
• Erfassen Sie meldepflichtige (Berufsgenossenschaft) Unfälle und deren Schwere nach Ausfallzeiten und wie hoch sind die dadurch resultierenden Ausfallzeiten? • Hatten Sie Unfälle mit Todesfolge? • Werden Ausfallzeiten von Mitarbeitern erfasst und bewertet?
Möglichkeiten einer alternativen Risikokategorisierung
Externe Risiken Finanzielle Risiken
• • Naturereignisse Liquidität
• • politische Veränderungen Bonitätsprüfung / Debitorenmanagement
• • gesellschaftliche Veränderungen Kreditrisiko
• • Marktverschiebungen / Neue Märkte Investitionssteuerung und -planung
• • rechtliche Entwicklungen öffentliche Abgaben
• • wirtschaftliche Entwicklungen Derivate
• • Verschiebungen im Branchen-Trend Kapitalumschlag
• technische und technologische Veränderungen • betriebliche Altersversorgung
Management von Risiken (Risikomanagement)
Operationelle Risiken Strategische Risiken • Marktanteile • Logistik / Vertrieb
• Mergers and Acquisitions • EDV- Sicherheit
• Joint Ventures • Human Ressources
• Ressourcen-Allokation • Umweltrisiken
• Human Capital • Vertragsrisiken
• Kapazitäten • Projektrisiken
• Aufbau- und Ablauforganisation • Kundenzufriedenheit
• Allianzenmanagement • Qualität
• Krisenkommunikation und -management • "Health and Safety" / Arbeitsschutz
• Kriminelle Handlungen
• Zulieferer
• Preispolitik
• Kundenperspektiven (Kundentreue/ Loyalität
usw.)
• Produktentwicklung
• Markenwert
• Produktionsrisiken
• Life-Cycle Management
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Management von Risiken (Risikomanagement)
3.6 Integration des Risikomanagements
Abbildung 5: Integration des Risikomanagement [5] [6]
Risikomanagement ist Aufgabe und Verantwortung des Managements und muss eine Kombination aus systematischem Vorgehen und intuitivem Handeln sein.
Die Unternehmensleitung muss Risikomanagement auf allen Unternehmensebenen und in alle Managementsysteme integrieren. Hierfür sollte ein Risikomanagement-System implementiert werden, das vorrangig mit Controlling-, Früherkennungs- und Überwachungssystemen verknüpft ist. Wichtig sind sein Nutzen und seine Wirtschaftlichkeit.
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Dr. Dipl.Ing. Rainer Jaspers, Prof. Dipl.Ing. Karol Balog, 2011, Risikomanagement als Herausforderung und als Baustein zum Unternehmenserfolg, München, GRIN Verlag GmbH
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