Symboldidaktik
1. Einleitung
Das alltägliche Leben ist geprägt von Symbolen, Zeichen und Bedeutungen. In der Werbung, im Straßenverkehr, im alltäglichen Umgang miteinander und in vielen unterschiedlichen Situationen spielen Symbole eine besondere Rolle. Im Bereich zwischenmenschlicher Beziehungen gibt es eine Vielzahl von Symbolbedeutungen, wie Blumen, Küsse, Sprüche usw. Aber auch konkrete Zeichen werden oft symbolhaft verwendet (z.B. Taube als Friedenssymbol, bestimmte Kleidungsstile als Symbol für eine persönliche Einstellung).
Im ersten Teil, nach einem Definitionsversuch des Begriffs “Symbol”, wird die Bedeutung von Symbolen hinsichtlich ihrer Merkmale und Vorkommen erläutert. Nach einigen interessanten Beispielen religiöser, bzw. christlicher Symbole, wird auf die Verwendung von Symbolen im Religionsunterricht eingegangen. Hier wird dargestellt, welche Chancen und Möglichkeiten Symbole bieten, um den Religionsunterricht zu bereichern. Dabei wird vor allem auf die Religionsdidaktiker Hubertus Halbfas und Peter Biehl eingegangen.
2. Definition Symbol
Eine einheitliche Begriffserklärung für das Symbol gibt es nicht. Die verschiedenen Bedeutungen des Begriffs „Symbol“ variieren sehr stark, je nachdem in welchem wissenschaftlichen Bereich er verwendet wird.In den Lexika wird Symbol wie folgt definiert:
2
- „einen tieferen Sinn andeutendes Zeichen, Sinnbild; bildhaftes, anschauliches, wirkungsvolles Zeichen für einen Begriff oder Vorgang, oft ohne erkennbaren Zusammenhang mit diesem“ (Beispiel: Blaue Blume) 1
- „Sinnbild“ (Beispiele: christliche Symbole; weiße Taube als Symbol des Friedens) 2
- „Sinnbild, das in seiner Ausdruckskraft den Inhalt eines vorgestellten Gegenstandes zum Ausdruck bringt“; im engeren Sinn religiöse oder kultische Symbole 3 Im allgemeinen versteht man unter Symbol ein „wahrnehmbares Zeichen, bzw. Sinnbild (Gegenstand, Handlung, Vorgang), dass stellvertretend für etwas nicht Wahrnehmbares (auch Gedachtes, bzw Geglaubtes) steht.“ 4
Ein Symbol ist also etwas, dass stellvertretend für etwas anderes steht. Es steht also nicht primär für sich selber, sondern wird im übertragenen Sinne gesehen. Das heißt, dass Symbole eine andere Wirklichkeit repräsentieren und erschließen, die sonst verschlossen bleibt.
Symbol stammt vom Griechischen „symballein“ ab und bedeutet zusammenwerfen,legen, - fügen. In der Literatur wird diese Bedeutung häufig mit dem Beispiel von zwei Freunden erklärt, die Abschied voneinander nehmen und stellvertretend für ihre Trennung eine Tontafel zerbrechen. Jeder der Freunde erhält einen Teil der Scherbe. Bei ihrem Wiedersehen werden wieder beide Teile der Tontafel zusammengefügt. Die Tontafel dient hier als Symbol für die Freundschaft der beiden. 5 Hier wird deutlich, dass ein Symbol immer aus einem Symbolträger (hier: die Tontafel) und der Bedeutung, dieses Symbolträgers besteht (hier: die Freundschaft).
1 Wahrig, Deutsches Wörterbuch/Symbol
2 Duden, Deutsches Universalwörterbuch/Symbol
3 dtv-Lexikon/Symbol
4 http://de.wikipedia.org/wiki/Symbol
5 vgl. Melle und Rickers, Lexikon der Religionspädagogik
3
3. Merkmale von Symbolen
Auch wenn sie nicht klar definierbar sind, kann man Symbolen trotzdem gewisse Merkmale unterordnen:
1. Symbole weisen auf etwas hin
2. Symbole repräsentieren. (Tonscherbe repräsentiert Freundschaft)
3. Symbole kann man nicht ersetzen. Jedes Symbol hat seinen eigenen Charakter und eigene Art Dinge auszudrücken
4. Symbole sind sozial und historisch bedingt.
5. Symbole sind nicht erfunden, sondern Ausdruck von menschlichen Erfahrungen, die sowohl geschichtlich, als auch gesellschaftlich begründet sind. (Kuss als Zeichen der Liebe und Zuneigung)
6. Symbole helfen die Tiefendimension zu erschließen. Sie „verweisen auf das Unsagbare, Geheimnisvolle, empirisch nicht fassbare hin,auf das, was nicht machbar und kaufbar ist. Freundschaft, Liebe, Sinn meines Lebensweges ... werden mir in Symbolen erschlossen.“ 6 Sie zeigen auf, dass sich das Leben nicht nur an der Oberfläche abspielt, sondern dass es eine tiefere Wirklichkeit gibt.
Nach BERG lassen sich sieben Grundmerkmale von Symbolen festhalten: 7
• Symbole fügen Unterschiedliches zusammen
• Symbole verbinden die Außen- und die Innenwelt
• Symbole verbinden Menschen untereinander
• Symbole verbinden unter-schiedliche Zeiten
• Symbole können Wirklichkeit schaffen
• Symbole sind immer mehrdeutig
• Symbole sind grundsätzlich nicht ersetzbar
6 Schilling, Symbole erleben - Glauben erfahren mit Hand, Kopf und Herz, S.15
7 vgl. BERG 2000, 5ff
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Arbeit zitieren:
Myriam Eichinger, 2011, Symboldidaktik - ein Überblick für die Religionspädagogik, München, GRIN Verlag GmbH
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