Kreativer Unterricht
1 Einleitung
Meine positiven Erfahrungen in meinem B1 Praktikum in der Schönberg Grundschule in Freiburg Ebringen inspirierten mich eine Hausarbeit über kreativen Unterricht zu schreiben. Dort habe ich erfahren, wie man Kinder auf kreative Weise motivieren, lebendiges Lernen fördern und vor allem die Lernfreude der Schüler und Schülerinnen steigern kann. Die Klassenlehrerin dieser damals dritten Klasse setzte ihren Fokus nicht auf stupide Wissensvermittlung in Form von rezeptiv und einseitig kognitiv ausgerichtetem Unterricht, in dem die Aufnahme und Wiedergabe von Inhalten im Vordergrund stehen. Durch gezielte Übungen und ein umfassendes methodisches Repertoire vollbrachte diese Lehrerin eine produktive, entspannte und schöpferische Lern‐ und Lehratmosphäre. Diese Arbeit soll zum einen aufzeigen, weshalb es wichtig Unterricht kreativ auszustatten, zum anderen soll sie einen Einblick in die Vielfalt verschiedenster Methoden geben, um Unterricht auf kreative Art und Weise interessanter, vor allem aber effektiver und schöpferischer zu gestalten. Die These, dass sich kreativer Unterricht positiv auf die Lernerfolge der Schüler und Schülerinnen auswirkt, soll in dieser Arbeit erläutert und mit einigen Beispielen verdeutlicht werden. Diese Arbeit beruht auf einer Präsentation im Rahmen des Modul 3 Seminars „Schulpraktische Studien, Reflexion von Erfahrungen aus dem B1 auf der Grundlage der Zeitschrift Pädagogik". Da an dieser Arbeit zwei Studentinnen beteiligt waren, teilt sich diese Arbeit in zwei große Hauptteile auf, Voraussetzung kreativen Unterrichts und kreative Unterrichtsmethoden.
Im ersten Teil dieser Arbeit geht es um die Voraussetzungen kreativen Lernens. Wie ist es überhaupt möglich Aufmerksamkeit und Konzentration bei den Schülern herzustellen und zu halten? Wie wichtig ist dabei das gesunde Maß an Bewegungs‐ und Entspannungsphasen? Diesen Fragen soll im ersten Teil auf den Grund gegangen werden und mit ein paar Umsetzungsmöglichkeiten für den Unterricht ergänzt werden.
Im zweiten Teil dieser Arbeit wird auf die Ziele des kreativen Unterrichts eingegangen. Desweiteren wird verdeutlicht, inwiefern man kreativen Unterricht in herkömmlichen und traditionellen Unterricht integrieren kann. Eine vielseitige Methodensammlung zur Umsetzung im Unterricht vervollständigt diesen Teil.
Im Schlussteil werde ich nochmals die Notwendigkeit kreativen Unterrichts rechtfertigen und reflektieren.
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2 Bewegung und Entspannung als Voraussetzung kreativen Lernens
Hohe Erwartungen von den Eltern an ihre Kinder, wachsende Leistungsansprüche in den Schulen, Notendruck, Konkurrenzdenken zwischen Schülern, der innere Druck der Lehrer ein bestimmtes Stoffpensum erfüllen zu müssen ‐ heutzutage werden Schüler mit immer größer werdenden Anforderungen in der Schule konfrontiert.
Ein vollgepackter Schulvormittag, sechs Stunden lernen, auf unbequemen Stühlen sitzend, bei voller Konzentration, lässt kaum noch Phasen der Erholung und Entspannung während des Unterrichts zu. (Vgl.: Heft 12/ Dez.2006: Kreativer Unterricht, von Anja Böhne, Bernd Janssen, Jan C. Rien, Jürgen Thal, S.22)
Somit wachsen Stress und Hektik im Schulalltag und die Leistungsfähigkeit der Schüler und auch die der Lehrer können dadurch negativ beeinflusst werden. Die daraus resultierende geistige Erschöpfung und Unmotiviertheit lassen ein kreatives, ideenreiches und produktives Unterrichtsklima nicht mehr zu. Die Konzentration lässt nach, die Aufnahmefähigkeit sinkt und die Frustrationsrate der Schüler steigt („kein Bock auf Schule“).
Dies wirkt sich oft so aus, dass Schüler unruhig werden, ungeduldig und nervös auf ihren Stühlen umher zappeln und völlig aufgedreht und überreizt sind. Sie haben einen hohen Erregungszustand. Oder aber die Schüler sind absolut erschöpft, lümmeln energielos auf ihren Plätzen herum und wirken ermattet und abgespannt. Sie haben einen niedrigen Aktivierungsgrad. In beiden Fällen lässt die Leistungsfähigkeit der Schüler nach.
Doch wie kann man die Aufnahmefähigkeit der Schüler an einem stressigen Schultag steigern? Zunächst muss man sich einmal vergegenwärtigen, dass die Aufnahmefähigkeit in Abhängigkeit zu Alter, Entwicklung und Lernbedingungen der Kinder steht. Außerdem sollte eine Leistungsphase in starker Konzentration nicht länger als 20‐30 Minuten andauern, danach ist eine Erholungsphase erforderlich, in der man Bewegungs‐ und Entspannungsübungen einbauen kann. (Vgl.:Heft 12/ Dez.2006: Kreativer Unterricht, von Anja Böhne, Bernd Janssen, Jan C. Rien, Jürgen Thal, S.12)
Der Zeitaufwand ist sehr gering und die scheinbar „verlorene Zeit“ wird durch die wiedergewonnene Aufnahmebereitschaft der Schüler mehr als ausgeglichen.
Diese Lernpausen bauen nicht nur Stress ab, sondern unterstützen auch ein gesundes und angenehmes Lern‐ und Lehrklima für Schüler und Lehrer. Die gemeinsame Durchführung der Übungssequenzen setzt auch eine gewisse Kontaktfähigkeit voraus. Schüler und Lehrer beziehen sich
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aufeinander, müssen kooperieren. Durch dieses Miteinander werden wichtige soziale Grundfertigkeiten erworben. 2.1 Yerkes Dodson Gesetz
Obwohl man weiß, wie essenziell Erholungs‐ und Entspannungsphasen sind und welche Bedeutung diese vor allem für den Unterricht haben, besteht immer noch ein Defizit an Regenerationsmaßnahmen in den Schulen.
Seit dem Yerkes Dodson Gesetz von 1908, ist bekannt, dass es einen Zusammenhang zwischen Anspannung, Leistung und Entspannung gibt. Abb. 1
(vgl.:http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Yerkes_dodson_gesetz.jpg&filetimestamp=200 70116122453
Graphisch lässt sich dieser Zusammenhang als ein umgedrehtes „U“ in einem Koordinatensystem darstellen (siehe Abb. 1). Die Kurve veranschaulicht die Leistungsfähigkeit (Produktivität/Effektivität) in Abhängigkeit vom Erregungszustand (Erregungsniveau/Anspannung/Aktivierung) eines Menschen. (vgl.:http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Yerkes_dodson_gesetz.jpg&filetimestamp=200 70116122453)
Der Bogen verläuft von einem niedrigen Erregungszustand mit geringer Leistungsfähigkeit aufwärts, bis er in der Mitte (im mittleren Erregungszustand) seinen höchsten Punkt, also die maximale Leistungsfähigkeit erreicht. Je höher der Erregungszustand ist desto mehr geht der Bogen wieder
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abwärts und die Leistung nimmt ab. (vgl Hamid Emminger (Hrsg.): Physikum Exakt. Das gesamte Prüfungswissen für die 1. ÄP. 4. Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG, 2005.S 992
Bei mittlerer Aktivierung ist die Leistungsfähigkeit also maximal. Zuviel, aber auch zu wenig Aktivierung wirkt sich leistungshemmend aus. Eine gesunde Leistungsfähigkeit, sowohl im physischen wie auch im psychischen Sinne, erreicht derjenige, dem es gelingt, die rechte Spannung zu halten. (vgl.: Work Life Balance Expert Group (Hrsg.): Work Life Balance, Leistung und Liebe leben. 1. Auflage. Frankfurt: Redline Wirtschaft Verlag, 2004. S. 179) Beispiel niedriger Erregungszustand:
Ist ein Schüler nach einer anstrengenden Arbeitsphase völlig entkräftet, abgespannt und matt, dann hat er einen sehr niedrigen Erregungszustand oder Aktivierungsgrad. Er kann sich schlecht konzentrieren und Informationen nicht mehr effektiv verarbeiten, seine Leistungsfähigkeit ist also gering.
Würde man bei ihm nun eine aktivierende Bewegungsübung anwenden, stieg sein Erregungszustand und somit seine Leistungsfähigkeit. Beispiel hoher Erregungszustand:
Ist ein verängstigter Schüler vor einer Prüfung oder Klassenarbeit sehr aufgeregt und nervös, so hat er einen hohen Erregungszustand oder Aktivierungsgrad. Seine Konzentration und Aufnahmefähigkeit sinkt gegen Null, bis hin zum Blackout. Seine Leistungsfähigkeit ist also gering. Mit diesem Schüler sollte man in einer Regenerationsphase Entspannungsübungen durchführen, um ihn zu „entladen“ und um seine Leistungsfähigkeit wieder herzustellen. 2.2 Entspannung
Ist der Erregungszustand bei den Schülern sehr hoch, vielleicht weil eine wichtige Prüfung bevorsteht oder die Klasse einen unruhigen, überreizten Tag hat, ist es wichtig dass Aktivierungsgleichgewicht wieder herzustellen (siehe 2.1 Yerkes‐Dodson‐Gesetz). Dies geschieht in diesem Fall mit gezielten Entspannungsübungen.
Nun stellt sich die Frage, was eigentlich passiert, wenn sich der Körper entspannt. Medizinisch betrachtet findet bei der Entspannung eine Veränderung im Vegetativen Nervensystem statt. Der Parasympathikus wird aktiviert Dieser Nerv des Vegetativen Nervensystems sorgt sozusagen für Ruhe und Erholung und Regeneration. Gleichzeitig wird ein anderer Nerv, der
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Arbeit zitieren:
Myriam Eichinger, 2009, Kreativer Unterricht - ein Überblick, München, GRIN Verlag GmbH
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