Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Feminismus 5
1.1 Begriffsdefinition 5
1.2 Die Geburtsstunde des Feminismus - Die ersten Meilensteine 5
1.3 Die erste Welle - die Zeit während und zwischen den Kriegen 7
1.4 Die zweite Welle 9
1.5 Die dritte Welle - Ein neuer Ansatz ab 1975 12
2. Postfeminismus 13
2.1 „Doing gender - Konstruktion und Dekonstruktion des Geschlechts“ nach
Judith Butler 14
2.2 Die postfeministischen Heldinnen des öffentlichen Lebens 16
3. „Sex and the City“ 20
3.1 Die Entstehungsgeschichte der Kultserie 20
3.2 Die schönen, ambivalenten Heldinnen 22
3.2.1 Carrie Bradshaw 23
3.2.2 Charlotte York 25
3.2.3 Miranda Hobbes 26
3.2.4 Samantha Jones 28
3.3 Allgemeine Darstellungen der Serie 29
3.4 Eine explizite Darstellung der postfeministischen Heldinnen -Analyse
einzelner Szenen 30
4. Fazit 35
Literaturverzeichnis. 37
Online -Quellenverzeichnis 38
Abbildungsverzeichnis 39
2
Einleitung
„Wir brauchen einen neuen Feminismus“ 1 , titelte die Redakteurin Heike Faller in der Online-Ausgabe der Zeit. Seit den 1990ern, befinden wir uns im Zeitalter des Postfeminismus, welcher durch die Theorien der Philosophin Judith Butler und durch gesamtgesellschaftliche Phänomene der Popkultur in Bezug auf die Medienwelt geprägt wird. Insbesondere die Popkultur wirft immer mehr neue Weiblichkeitsentwürfe auf und stellt einen veralteten Feminismus „á la Alice Schwarzer“ in Frage. Doch was ist nach gendertheoretischem Ansatz Postfeminismus und welche neuen Betrachtungsweisen kamen ab den 80ern und 90ern auf?
Mit fortschreitender Emanzipation fand in den letzten Jahrzehnten eine Entwicklung in der Darstellung der Frau, explizit in Musik- und Filmwelt, statt. Im Zentrum dieser Arbeit steht die Perspektive des Feminismus und feministischer Studien in enger Verbindung mit der Popkultur. Feministische Studien beschäftigen sich mit Frauenbildern, die von den Massenmedien wie dem Fernsehen verbreitet werden und mit der Frage inwiefern die Medien dazu beigetragen, Geschlechterbilder und -identitäten im Sinne patriarchalischer Normen zu konstruieren. Ziel dieser Arbeit ist es zu klären, ob und inwieweit die vier Protagonistinnen aus „ Sex and the City“ neue Weiblichkeitsentwürfe und keine stereotypen weiblichen Rollenmuster darstel- lenund warum die Frauen dieser Erfolgsserie als „postfeministische Heldinnen“ de- finiertwerden können.
Zu Beginn wird die vorliegende Arbeit im ersten Kapitel definieren, was Feminismus ist und dessen Wandel von 1880 bis heute aufzeigen. Da der Feminismus aus mannigfaltigen Strömungen besteht, liegt der Fokus dieser Arbeit nicht alleine auf Deutschland, sondern bezieht andere Länder mit den jeweilig agierenden Frauen mit ein, die zum Wandel des Feminismus essentiell beigetragen haben. Eine Definition und die Darstellung des feministischen Wandels sind notwendig, um im zweiten Kapitel den Umbruch zum Postfeminismus zu verdeutlichen. In diesem Kapitel werden Theorien nach Judith Butler vorgestellt. Die selbsternannte Feministin gilt als eine der einflussreichsten Repräsentantinnen des Postfeminismus. Sie vertritt die These
1 http://www.zeit.de/2006/35/Feminismus-Editorial (Zugriff 08.Januar.2011)
3
des „doing gender“ und der „queer theory“ und führte den Begriff „Perfomativität“ ein, was ebenfalls in diesem Abschnitt behandelt wird.
Des Weiteren beschäftigt sich das zweite Kapitel mit der Popkultur und den dazugehörigen Ikonen, die essentiell zum Postfeminismus beigetragen haben. Hier gilt es die Frage zu beantworten, wer in den Medien als postfeministische Heldinnen gesehen wurde. Dies soll verdeutlichen, wie die Popkultur zu neuen Ausdrucksformen der Frau beigetragen hat, „klassische“ Rollenmuster des Geschlechts in Frage gestellt und folglich mit diesen irritiert hat.
Im dritten Kapitel wird die Kultserie „Sex and the City“, welche den zentralen Bezugspunkt dieser Arbeit bildet, behandelt. Diese Sendung hat in sechs Staffeln jegliche Geschlechterklischees aufgenommen und diese auf den Kopf gestellt. Die Chefredakteurin der Cosmopolitan, Ulrike Droll, beschreibt die Protagonistinnen von „Sex and the City“ als urbane Postfeministinnen zwischen Karriere, Konsum, Sex und Sehnsucht. Sie möchten unabhängige, freie Frauen sein, die sich tief in ihren Herzen jedoch nach dem einem Prinzen sehnen, der sie retten soll. Zunächst werden die Protagonistinnen mit ihren Charaktereigenschaften vorgestellt sowie einzelne Szenen aus der Serie aufgeführt und anschließend nach gendertheoretischen Ansätzen analysiert. Anhand Judith Butlers Theorien, der Auflösung der Geschlechtergrenzen und der radikalisierten Unterscheidung von sex (biologische Geschlecht) und gender (soziale Geschlecht), erfolgt eine explizite Darstellung der Protagonistinnen in Bezug auf den Postfeminismus.
4
1. Feminismus
1.1 Begriffsdefinition
Im Jahre 1880 tauchte erstmals in Frankreich der Begriff „Feminismus“ als „feminisme“ (frz. femme = Frau) auf. Ihn prägen Schlagworte wie Selbstbefreiung der Frau, Emanzipation oder Gleichberechtigung. Im Allgemeinen wird darunter die Frauenbewegung verstanden, welche gegen das patriarchal geprägte gesellschaftliche Werte- und Normensystem kämpft, sich für die Rechte und Interessen von Frauen einsetzt und die Überwindung der geschlechtsspezifischen Rollen anstrebt.“ 2 Ziel ist das Erreichen einer geschlechtergerechten Gesellschaft. Der Feminismus hat sich im Laufe der Zeit mit seiner Bedeutung und Bewertung weltweit in der Geschichte und im Bereich verschiedener gesellschaftlicher Gruppen wiederholt gewandelt. Der Begriff „Feminismus“ steht inzwischen für ein heterogenes Konzept, welches zahlrei- che,teils diametrale Strömungen umfasst.
1.2 Die Geburtsstunde des Feminismus - Die ersten Meilensteine
Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit lauteten die Schlagworte der Französischen Revolution. Allerdings galten diese Versprechen eher für die männliche Gesellschaft, die Frauen wurden davon ausgenommen und waren nach wie vor benachteiligt. Im 18. Jahrhundert waren „Frauen dem Ehemann zu Gehorsam verpflichtet und lebten in völliger Abhängigkeit von ihm, da sie keinen Anspruch auf Eigentum oder Bildung besaßen“ 3 .
Um ihre Freiheit und Gleichheit zu erhalten, beteiligten sich erstmals rund 10.000 Frauen an den Massendemonstrationen. Ziel war es, den König zur Abschaffung der Feudalität zu zwingen und die Erklärung der Menschenrechte zu unterschreiben. So ging es bei dem Marsch am 5. und 6. Oktober 1789 von Paris nach Versailles um mehr als nur den Kampf ums alltägliche Brot. Mit dieser Bewegung, die von 20.000 Männern der Nationalgarde unterstützend begleitet wurde, hatten die Frauen das Recht auf Teilnahme am öffentlichen Leben nicht nur gefordert, sondern ausgeübt.
2 Der Brockhaus 2006, S.713
3 Karsch 2004, S.11
5
Die Feministin Etta Palm d´Aelders 4 forderte die gleiche Scheidungsfreiheit für Frauen und Männer, den Schutz geschlagener Frauen und politische Gleichberechtigung. Auch Mary Wollstonecraft 5 prägte die Frauenrechtsbewegung entscheidend mit ihrer 1792 publizierten Schrift Ein Plädoyer für die Rechte der Frau. Diese avancierte zu einem internationalen Kultbuch des Feminismus. Sie argumentierte, dass Frauen und Männer von Geburt an gleich seien, dem weiblichen Geschlecht aber durch die Erziehung Unterordnung und Schwäche suggeriert würde. Weiblichkeit sei demzufolge ein Konstrukt.
Damit verfolgte sie einen sehr modernen Gedanken 6 . Bis heute gilt das Geschlecht in der Gender-Forschung als gesellschaftlich konstruiert. Dies bezeichnet man in der Theorie als Dekonstruktivismus. Wollstonecraft prangerte die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung an, forderte die gemeinsame Erziehung und Ausbildung von Mädchen und Jungen, das Recht auf freie Berufswahl sowie politische Mitbestimmung. Ihre Forderungen zur gleichberechtigten Teilhabe an bürgerlichem und politischem Leben bilden bis heute die Basis des Feminismus. 7
4 Etta Palm d´Aelders (1743- 1799) war eine niederl. Feministin und war während der franz. Revolution aktiv
5 Mary Wollstonecraft (1759- 1797) war eine engl. Schriftstellerin, Übersetzerin, Philosophin und Frauenrechtlerin
6 Vgl. Karsch 2004, S.18, 19, 21
7 Vgl. ebd., S.22
6
1.3 Die erste Welle - die Zeit während und zwischen den Kriegen
Die irische Frauenrechtlerin Frances Power Cobbe 8 schreibt 1884: „[…]diese Bewegung hat ein ganzes Geschlecht aufgewühlt, sogar die Hälfte der Menschheit. Wie die einströmende Flut bewegt sie sich in verschiedenen Wellen, und jede einzelne gehorcht dem gleichen Gesetz und trägt ihr Teil dazu bei, die übrigen mitzureißen.“ 9 Diese Metapher der Wellen hat Eingang in die Historiographie der Frauenbewegung gefunden, weil sie die immer wieder neuen Anfänge, die von den jeweiligen politischen Bedingungen abhängigen Erfolge und Rückschläge beschreibt.
Die Kriegsvorbereitungen in Europa hatten die Bedeutung der weiblichen Erwerbstätigkeit ansteigen lassen, da die Männer zum Militärdienst eingezogen wurden und in allen Arbeitsbereichen fehlten. Nach Kriegsende kam es jedoch zu einer Massenentlassung der Frauen, da die Soldaten an ihre früheren Arbeitsplätze zurückkehrten. Die Frauen verloren ihre hart erkämpfte Unabhängigkeit wieder, sie wurden zurück an den Herd gedrängt. Frauenerwerbstätigkeit beschränkte sich von nun an auf „typische“ Bereiche wie zum Beispiel Hand- und Hausarbeit.
Um 1920 entwickelte sich der Typus der „neuen Frau“. Durch modische und beque- meKleidung statt geschnürtem Korsett sollte ein anderes, ein selbstbestimmtes Frauenbild konstituiert werden. Mit knielangen Röcken und Hosen traten die Frauen in der Öffentlichkeit auf, rauchten, fuhren Auto und trugen kesse Bubiköpfe statt langer Zöpfe. Sowohl Mode als auch Auftreten sollten das Bild der „neuen Frau“ transpor- tieren.Nicht Ehe und Mutterschaft stand nun an oberster Stelle, sondern Freiheit und
8 Frances Power Cobbe (1822-1904) war eine irische Schriftstellerin und Suffragette
9 Gerhard 2009, S. 49
7
Selbstständigkeit. Es galt als modern, Männer à la Marlene Dietrich mit kühler Berechnung zu verführen.
Die „neue Frau“ war erwerbstätig, gebildet und sexuell bestimmt. Sie stand für politische, ökonomische und kulturelle Emanzipation des weiblichen Geschlechts.
In der NS-Zeit wurden Frauen immer mehr in die Rolle der „Gebärmaschine“ ge- zwungen.Es galt als die natürliche Bestimmung der Frau, sich rein der Familie, den Kindern und ihrem Heim zu widmen. Das Frauenbild wandelte sich zu einem idealisierten Mutterbild.
Einer der Leitsätze der NSDAP lautete: Nicht im Beruf kannst du glücklich sein, der Platz der Frau ist das Heim. Die Haare wurden wieder lang und in braven Mädchen-
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Arbeit zitieren:
Daniela Kocab, 2011, „Postfeminismus“ - Exemplifiziert an den vier ambivalenten Heldinnen aus „Sex and the City“, München, GRIN Verlag GmbH
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