Inhalt
1. Einleitung
1.1 Im Anfang war ein Wort 1
1.2 Röhrigs Basiskomponenten 3
1.3 Lehrerfunktionen 5
2. Grundlegung
2.1 Kirchenpädagogik 7
2.2 Richtlinien 10
2.3 Grundlagenplan 11
2.4 Schulprogramm 12
3. Die Lerngruppe und ihr Religionsunterricht
3.1 Lernvoraussetzungen 13
3.2 Vorbereitung der Kirchenerkundung im Unterricht 16
4. Die Kirche St. Maria in den Benden
4.1 Die Gemeinde 20
4.2 Der Kirchenbau und sein theologisches Konzept 20
5. „Wir erkunden eine Kirche“
5.1 Rahmenbedingungen 25
5.2 Methodisch-didaktische Überlegungen 26
5.3 Ein Vormittag in der Kirche - geplantes Vorgehen 30
6. Reflexion
6.1 Anmerkungen zur Durchführung 33
6.2 Highlights, Problemfelder und Perspektiven 36
7. Anhang
39
8. Literaturverzeichnis
40
1. Einleitung
1.1 Im Anfang war ein Wort …
„Da wohnt der Gott“. Mit diesen Worten kommentierte ein Schüler den Besuch der Ki rche St. Maria in den Benden in Düsseldorf-Wersten. Er probte dort mit seiner Klasse, einer Mittelstufe der Schule für Geistigbehinderte, ein Krippenspiel für den Schulgottesdienst. Seine Worte spiegeln nicht nur seine religiöse Sozialisation - er war in diesem Jahr Kommunionkind -, sondern geben auch etwas von der Ahnung wieder, die er von der Bedeutung dieses Raumes hatte. Er stellt sich damit unbewusst in die Tradition eines Gedankens, der sich durch die Geschichte der menschlichen Religiosität zieht: den Gedanken räumlicher Gottesnähe.
Antike Kultstätten befanden sich bevorzugt an exponierten Naturschauplätzen wie einem Berg oder einer Quelle. Es handelte sich um Orte, an denen sich wie im ersten Fall Himmel und Erde berühren oder wie im zweiten Fall das Wirken göttlicher Kräfte sichtbar wurde. Diese Stätten wurden baulich markiert und zu Heiligen Bezirken ausgestaltet, an denen die Erscheinung Gottes festgehalten werden sollte. Ein Bauwerk wird so zum Zeichen der Gegenwart Gottes (vgl. RICHTER 2 2001c). Auch die Bibel kennt das Motiv des räumlichen Wohnens Gottes. Beispielhaft seien hier die Bundeslade Israels oder der Tempelbau des Königs Salomo genannt. Als gläubiger Jude besuchte auch Jesus den Tempel, hebt aber dessen Bedeutung auf, indem er auf sich selbst als Tempel, als Wohnstätte Gottes hinweist (Jo 2,19f.). Die Gemeinde bzw. die Kirche, die nach seinem Tod sein Gedächtnis bewahrt, wird ebenso wie er mit „Gottes Tempel“ identifiziert (1 Kor 3,16). Wie aber verläuft die Verbindungslinie von der Hausgemeinschaft der Urgemeinde zu dem 1959 eingeweihten modernen Kirchenbau in Düsseldorf? Ein kurzer Blick in die Geschichte des christlichen Kirchenbaus macht deutlich, welche unterschiedlichen Konzepte jeweils mit dem Wort Kirche (von gr. Kyriakon - das dem Herrn gehörende [Haus] ) bezeichnet wurden. Denn: „Selbstverständlich beeinflussen die Veränderungen im Gottes-, Menschen-und Weltbild zwangsläufig auch das Verständnis des kirchlichen Raumes.“ ( RICHTER
2 2001a, 10). ∗
∗ Selbstverständlich können diese Schlaglichter dem komplexen Thema nicht gerecht werden. Sie dienen lediglich der Illustration der unterschiedlichen theologischen Konzepte und dem Nachweis einer Entwicklung
1
Die Versammlungen der Urgemeinde fanden in den Häusern der Gläubigen selbst statt. Ganz nach dem Wort ihres Herrn (Mt 18,20) ist er dort gegenwärtig, wo sich „zwei oder drei“ in seinem Namen versammeln. Nach der Konstantinischen Wende werden repräsentative Bauten nach dem Vorbild kaiserlicher Basiliken errichtet, an denen die Überlege nheit des Christentums sichtbar werden soll. Der Raum mit seiner prächtigen Ausstattung nimmt bereits den Gedanken des Himmlischen Jerusalem auf, der in der Gotik zum bestimmenden Leitbild wird, und sieht besondere Orte für bestimmte Elemente des Gottesdienstes vor.
Die an Burgen erinnernden Bauten der romanischen Epoche versinnbildlichen die Geborgenheit eines schützenden Raumes. Der romanische Kirchenraum macht den zunehmenden Unterschied zwischen dem Kirchenvolk und dem Klerus deutlich, der allein am erhöhten Altar steht und das Messopfer darbringt. Die Gotik schließlich macht aus der Kirchenburg einen ganz und gar überirdischen Raum, eine Stadt des Lichts, das Sinnbild der ewigen Himmelsstadt. Die reiche Ausstattung mit Bildern (u.a. mit einer deutlichen Verschiebung vom Evangelium zu Heiligengeschichten) dient gleichzeit der Belehrung der Illiterates, des großen Teils der Menschen, der des Lesens nicht mächtig war. Die Verehrung der aufbewahrten Eucharistie setzt in dieser Epoche ein.
In der Zeit der Reformation wird die bis heute spürbare unterschiedliche Akzentsetzung in evangelischen und katholischen Kirchen grundgelegt. Die Hinwendung der Refo rmatoren zur Schrift (sola scriptura) fordert einen nüchternen Versammlungsraum, der sich auf Gebet, Lesung und Predigt konzentriert. Gleichwohl konstatiert Luther, dass es „die Schwachen, der Bilder Bedürftigen“ (GRETHLEIN 1998, 26) gebe.
Als letzte für diese Arbeit relevante Wendung möchte ich abschließend auf die liturgische Bewegung im 20. Jahrhundert hinweisen, deren Anliegen es war, die gemeinsame Feier aller Gläubigen zur Maxime des Kirchenbaus zu machen. Diese Gedanken nahm schließlich das auch das II. Vaticanum in seine Dokumente auf, wie später noch zu ze igen sein wird. Mit der liturgischen Bewegung schließt sich der Kreis zur Feier der Urgemeinde. Wie aber ist vor dem Hintergrund historischer Architektur und Theologie der Gedanke räumlicher Gottesnähe Kindern heute erklärbar? In einem Kinderkirchenführer heißt es: „In diesem großen Haus wohnt Gott. Hier will er uns besonders nahe sein.“ (ABELN 1997, 5) Oder: „In dem Tabernakel wohnt Jesus selbst.“ (ebda., 13). Dagegen stelle ich ein Zitat aus der Bibel: „Wohnt denn Gott wirklich auf der Erde? Siehe, selbst der Himmel und die
auf diesem Gebiet. Zum theologischen Konzept des Kirchenbaus vor und nach dem II. Vatikanischen Konzil
folgen ausführlichere Gedanken in Kapitel 4.2.
2
Himmel der Himmel fassen dich nicht, wieviel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe.“ (1 Kön 8,27)
GOECKE-SEISCHAB und HARZ geben in ihrem Praxisbuch explizit Antwort auf die Frage „Wohnt Gott in der Kirche?“ (2001, 17f.). Sie gehen von dem Gedanken aus, dass Häuser zum Bewohnen da sind. (Ironischerweise hängt an der Außenwand von St. Maria in den Benden eine große Hausnummer.) Allerdings wohne Gott nicht selbst in der Kirche, es gebe dort vielmehr Dinge, „die in besonderer Weise an Gott und den christlichen Glauben erinnern, z.B. das Kreuz, Figuren und Bilder“. Eine Kirche sie eine Einladung an Gott zu denken. Da sie von Menschen erbaut sei, brauche man keine Scheu haben, sie zu besuchen und zu erkunden. SOEFFNER drückt diese kindgemäßen Gedanken auf der Ebene der Erwachsenen aus, wenn er sagt, dass sich in Kirchen „symbolisierte Geschichte(n) und Erfahrungsgeschichte(n) häuslich gemacht“ haben (1998, 49).
Als wesentlich für die Schüler der Mittelstufe 2 halte ich den Gedanken „Die Kirche ist das Haus Gottes, in dem sich die Menschen versammeln, um Gott zu loben, ihm zu danken und ihn zu bitten.“ (ABELN 1997, 4). Dabei soll der Raum mit seiner besonderen Einrichtung, die an Gott erinnern soll, helfen. Gerade für eine Klasse der Schule für Geistigbehinderte, die auf konkretes Anschauen, Fühlen und Erfahren angewiesen ist, gilt: Nur was einen Ort hat, kann besucht werden.
Kann nun der von einem Schüler beiläufig gesagte Satz „Da wohnt der Gott“ Ausgangspunkt einer Unterrichtsreihe sein, in der die Kirche als Gebäude thema tisiert wird? Wie lässt sich dieses Vorhaben theoretisch legitimieren? Doch zuvor: Wer bestimmt überhaupt die thematische Ausrichtung des Religionsunterrichts an der Schule für Geistigbehinderte?
1.2 Röhrigs Basiskomponenten
Mit seiner Dissertation hat RÖHRIG einen der wenigen Beiträge zum „Religionsunterricht mit geistigbehinderten Schülern“ (Neukirchen 2 2001) vorgelegt. Er entwickelt hier - aus-
gehend von systemtheoretischen und phänomenologischen Grundlagen - Voraussetzungen für einen Religionsunterricht, in dem auch „schwer geistigbehinderte Schüler das Evangelium vernehmen können“ (230) - den so genannten subjektorientierten Religionsunterricht. Anhand eines traditionellen didaktischen Dreiecks mit den drei Basiskomponenten Lehrer-Schüler-Inhalt (bzw. Bibel) stellt RÖHRIG die Frage nach deren Verhältnis und dem Ansatzpunkt des Religionsunterrichts. Er erteilt einer einseitigen Schülerorientierung oder einer bloßen Setzung der Inhalte ohne Bezug zu den beteiligten Schülern und Le hrern eine
3
Absage. Vielmehr wird eine „gleichberechtigte Stellung zwischen den Subjekten (Schüler
und Lehrer), aber auch zwischen dem Subjekt (Lehrer oder Schüler) und dem Unterrichts
inhalt“ (202 ) postuliert. Das Idealbild eines ausgeglichenen, ausgewogenen Verhältnisses
zwischen den Basiskomponenten ist zu erreichen, indem ein „d idaktisches Rotationsprin
zip“ (ebda ) verfolgt wird. So könnte einmal eine konkrete Frage eines Schülers der Aus
gangspunkt des Religionsunterrichts sein, zu einem anderen Zeitpunkt möglicherweise der
gerade durch das Kirchenjahr festgelegte Inhalt (z B. Ostern, Advent ) , ein weiteres Mal
initiiert ein besonderes Anliegen des Lehrers die Unterrichtsplanung (z B. dessen Vorliebe
für Wundergeschichten) Wesentlich erscheint mir an diesem Modell die vorausgesetzte
Bereitschaft der Beteiligten, Kurskorrekturen im Unterrichtsprozess anzuregen und zuzu
lassen, falls das Gleichgewicht der Komponenten nicht mehr gewährleistet ist. Laut RÖH
RIG kann auf diese Weise ein Religionsunterricht stattfinden,“der Subjektivität und Inhalt
lichkeit gleichermaßen beachtet“ (203 )
Übertragen auf die Unterrichtsreihe, die in dieser Arbeit vorgestellt wird, lässt sich eine
wichtige Beobachtung machen. Die Kirche St. Maria in den Benden hinterlässt als Ort des
Schulgottesdienstes bei der Lerngruppe einen bleibenden Eindruck und bietet sich dadurch
als Inhalt des Religionsunterricht an (Orientierung am Subjekt Inhalt) Die Schüler haben
die besondere Atmosphäre des Raumes kennengelernt und haben in ihren Äußerungen
nach dem Weihnachtsgottesdienst ein gewisses Interesse bekundet (Orie ntierung am Sub
jekt Schüler) Der Lehrer hat das Krippenspiel mit der Lerngruppe in der Kirche als etwas
Besonderes erlebt und interessiert sich darüberhinaus sehr für Kirche narchitektur (Orien
tierung am Subjekt Lehrer) Im konkreten Fall geht die Initiative also von allen drei Basis
komponenten gleichermaßen aus: Die Erkundung der Kirche im Rahmen des Religionsun
terrichts erscheint demnach als ein sehr lohnenswertes Unternehmen
Aufgabe dieser Arbeit ist es nun - legitimiert durch theoretische Konzepte und Richtlinien
(Kapitel 2 ) durch genaue Kenntnis des Bedingungsfeldes (Kapitel 3 ) und des Unter
richtsgegenstandes St. Maria in den Benden (Kapitel 4 ) ein stimmiges Unterrichtsangebot
in Form einer Kirchenerkundung zu entwickeln (Kapitel 5 ) Die von RÖHRIG geforderte
Bereitschaft zu Kurskorrekturen zum Wiederherstellen des Gleichgewichts setzt die Reak
tionen der Schüler auf das Angebot und eine Reflexion voraus (Kapitel 6 )
1.3 Lehrerfunktionen
Laut OVP § 58 und den seminarinternen Regelungen zur Hausarbeit sind im Rahmen die
ser Arbeit mehrere der im Seminar-Reader beschriebenen Lehrerfunktionen explizit zu
4
berücksichtigen. Das von mir gewählte Thema lässt dabei eine Vielzahl von Möglichkeiten zu. So könnte unter dem Blickwinkel SONDERPÄDAGOGISCH FÖRDERN gefragt werden: Wie kann man welche Aspekte des Themas für die konkrete Lerngruppe anbieten? Wie kann sinnvoll differenziert werden? Welche individuellen Hilfen müssen dabei zur Verfügung gestellt werden? Wie können Elemente aus der kirchenpädagogischen Fachliteratur, die in der Regel nicht-behinderte Menschen in den Blick nimmt, für die Lerngruppe modifiziert werden?
Der Komplex KOOPERIEREN /ORGANISIEREN spielt hinsichtlich eines außerschulischen Le r-norts wie der Kirche sicher auch eine große Rolle: Die Laufwege müssen für alle Schüler zu bewältigen sein. Es müssen Absprachen mit der Gemeinde hinsichtlich des Termins oder mit Kolleginnen bezüglich Unterrichtsverlegungen getroffen werden. Auch mehrere Lokaltermine, sozusagen als im und am Unterrichtsgegenstand selbst vorgenommene Sachanalyse, müssen organisiert und ausgewertet werden. Überlegungen dieser Art möchte ich allerdings nicht weiter ausführen, weil sie obligatorisch sind; sie haben vielmehr Dienstfunktion gegenüber den beiden Lehrerfunktionen, die ich b esonders behandeln möchte, dem ERZIEHEN und dem UNTERRICHTEN. ERZIEHEN Die Lehrerfunktion Erziehen könnte als aktive Handlung eines Lehrers an einem passiven Schüler missverstanden werden, der als Objekt dieser Handlung erzogen wird. Ich verstehe den Erziehungsprozess vielmehr als dialogisches, interaktionales G eschehen zwischen Schüler und Lehrer als jeweils eigenständigen Subjekten. „Jeder Mensch ist als Mensch auf Erziehung angewiesen, erwirbt durch sie die Fähigkeiten, die er zum autonomen Leben als Erwachsener braucht.“ (FORNEFELD 2000, 75). Vor nicht allzu langer Zeit galt diese Sichtweise nicht für Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung. Ihr Bildungsrecht und damit das Recht, eine Schule zu besuchen, musste erst mühsam erstritten werden. Heute gilt: „Jedes Kind ist nach Maßgabe seiner immer vorhandenen individuellen Möglichkeiten und Begrenzungen erziehungsbedürftig und erziehbar.“ (KRAWITZ, 2000, 70). Der Schüler, sei er auch noch so schwer behindert, ist Subjekt und eigenständiger Akteur seiner Erziehung. Lehrer sind in diesem Prozess, sofern er in der Schule stattfindet, die „kritischen und konstruktiven Begleiter“ (ebda., 71). Erziehung als grundsätzlich intentionales Geschehen zielt im Kontext des Förderschwerpunktes Geistige Entwicklung ab auf die „eine möglichst selbstständige, selbstbestimmte und eigenverantwortliche Lebensgestaltung im Rahmen der individuellen Möglichkeiten und einer sinnerfüllten Lebensführung in sozialer Integration.“ ( RICHT-LINIENENTWURF 2000). Diese präzisierte Formulierung des 1980 in den Richtlinien vorgegebenen Auftrags
5
der SfGb, „Selbstverwirklichung in sozialer Integration“ beinhaltet für mich selbstve rständlich auch Religion als Bildungs- und Erziehungsdimension. UNTERRICHTEN KRAWITZ betont den „untrennbaren Zusammenhang von Unterricht und Erziehung. (…) Unterricht erzieht, und Erziehung erfolgt durch Unterricht“ (1999, 297). Nach dem oben skizzierten Verständnis von Erziehung, in dem der Schüler als Subjekt seines Erziehungsprozesses angesehen wird, realisiert der durch den Lehrer geplante Unterricht die Möglichkeit, dass der Schüler eben als dieses Subjekt agieren kann, indem er selbst über die Unterrichtsangebote entscheidet. Die Aufgabe des Le hrers, zumal des Sonderpädagogen in Bezug auf Unterricht ist es also, den Förderbereich bzw. den Sachinhalt zu analysieren, individuell stimmige und differenzierte Angebote zu planen, diese in geeigneten Handlungsschritten durchzuführen und diese Durchführung aufgrund der eigenen Wahrnehmung und der Reaktion der Schüler auf die Angebote zu reflektieren, um mit einer verbesserten Sichtweise erneut bei der Analyse anzusetzen. Dieser Kreislauf von Analyse, Planung, Durchführung und Reflexion spiegelt sich auch im Aufbau dieser Arbeit. Eine gute Zusammenfassung dieser Sicht von Unterricht, die auch dem oben beschriebenen Gleichgewicht der Basiskomponenen nach RÖHRIG entspricht, gibt der Grundlagenplan für den katholischen Religionsunterricht an Schulen für Geistigbehinderte: „Der Unterricht muß offen für das sein, was die Schüler ›aus ihm machen‹.“ (1999, 95).
Da sich die beiden hier besonders beschriebenen Lehrerfunktionen Erziehen und Unterric hten sowohl im Aufbau der Arbeit als auch in meinem Selbstverständnis als Lehrer konsequent spiegeln und wiederfinden lassen, verzichte ich darauf, im weiteren Verlauf der Arbeit explizit auf sie zu verweisen.
6
2. Grundlegung
Im folgenden werden die theoretischen Bezugsgrößen vorgestellt, die dieser Arbeit zug-rundeliegen. Den größten Teil nimmt dabei die noch recht junge Disziplin der Ki rche npädagogik ein (2.1). Darüberhinaus werden zur Legitimation des Lernangebots Ki rchene r-kundung die Richtlinien für die SfGb des Landes NRW (2.2), der obligatorische Grundlagenplan für den katholischen Religionsunterricht an Schulen für Geistigbehinderte (2.3) sowie das Schulprogramm der SfGb Am Massenberger Kamp in Düsseldorf (2.4) herangezogen.
2.1 Kirchenpädagogik
Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Impulse (I/03) widmet sich dem Thema Kirche, das Katholische Schulreferat Düsseldorf bietet im selben Zeitraum eine Fortbildung „Mit Kindern eine Kirche entdecken“ an und das Domforum in Köln bringt eine fünfzig Seiten starke Broschüre mit Dom- und Kirchenführungen (u.a. nur für Kinder) allein für das 2. Halbjahr 2003 heraus. Diese willkürlich gewählten Beispiele geben einen Eindruck, wie stark die relativ junge Disziplin der Kirchenpädagogik Einzug in den Alltag gemeindlicher und schulischer Religionspädagogik gehalten hat.
Im folgenden sollen deshalb kurz Zielsetzung, Grundzüge und Adressaten der Kirche npädagogik skizziert werden. Mittlerweile gibt es eine beachtliche Vielzahl von kirchenpädagogischen Publikationen, von grundlegenden Aufsatzsammlungen (z.B. DEGEN/HANSEN 1998; KLIE 1998) über praxisorientierte Ratgeber für Erwachsene ( GOECKE-SEISCHAB/OHLEMACHER 1998; GOECKE-SEISCHAB/HARZ 2001) bis hin zu explizit an Kinder gerichtete Kirchenführer (z.B. ABELN 1997; BIHLER 1997; HERHOLZ 2001). Es erscheint mir sinnvoll, den die Grundzüge der Disziplin anhand von 8 Thesen zu gliedern, die der Bun-desverband Kirchenpädagogik e.V. 2002 auf seiner Mitgliederversammlung aufgestellt hat und die ich im folgenden als Überschriften übernehme (GÖRNANDT 2003).
1. Kirchenpädagogik bringt Mensch und Kirchenraum in Beziehung. Das Ziel kirchenpädagogischer Bemühungen ist „die persönliche Begegnung der Teilnehmenden mit einem Kirchenraum.“ (KÜRSCHNER 1998, 149). Dieser hohe Anspruch geht weit über eine baukundliche Touristen-Information hinaus. Der Begriff Beziehung beinha l-
7
Quote paper:
Martin Rödiger, 2003, "Da wohnt der Gott" - Eine Mittelstufe der Schule für Geistigbehinderte erkundet im Rahmen des Religionsunterrichts die Kirche St. Maria in den Benden, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Monologe bei Schiller und Shakespeare
German Studies - Modern German Literature
Examination Thesis, 113 Pages
Lehrwerkanalyse des Lehrbuches „TANGRAM“ in Bezug auf die Interkulture...
Scholarly Research Paper, 16 Pages
Zum Umgang mit dem Fremden im interkulturellen Fremdsprachenunterricht
English - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 17 Pages
Unterrichtseinheit: Beeing British - eine Einführungsstunde
Stundenentwurf für den Englisc...
English - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Lesson Plan, 26 Pages
Die Stille im Unterricht - mit allen Sinnen erleben
Examination Thesis, 84 Pages
Interkulturelle Kommunikation und Interkulturelles Lernen
German - German as a Foreign Language / Second Language
Termpaper, 17 Pages
Lehrwerksanalyse am Beispiel des Englischbuches "Learning English...
English - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Scholary Paper (Seminar), 11 Pages
Subjekt und Objekt in den romanischen Sprachen
Romance Languages - Comparative Studies
Scholary Paper (Seminar), 22 Pages
Fortuna in Los siete libros de la Diana - Göttin oder Teil der göttli...
Romance Languages - Spanish Studies
Scholary Paper (Seminar), 21 Pages
Syntax - Konstituentenanalyse - Eine Darstellung und kritische Betrach...
Romance Languages - Spanish Studies
Scholary Paper (Seminar), 17 Pages
Don Quijote und Sancho Panza vor dem Hintergrund des Schelmenromans
Romance Languages - Spanish Studies
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 36 Pages
Kohäsion und Kohärenz in der Chat-Kommunikation
English Language and Literature Studies - Linguistics
Scholary Paper (Seminar), 21 Pages
Der Westfälische Frieden von 1648
History Europe - Other Countries - Modern Times, Absolutism, Industrialization
Scholary Paper (Seminar), 15 Pages
History Europe - Other Countries - Middle Ages, Early Modern Age
Termpaper, 21 Pages
Theology - Religion (For Pre-University Students): "Da wohnt der Gott" - Eine Mittelstufe der Schule für Geistigbehinderte erkundet im Rahmen des Religionsunterrichts die Kirche St. Maria in den Benden is now available as a printed book
Martin Rödiger has published the text "Da wohnt der Gott" - Eine Mittelstufe der Schule für Geistigbehinderte erkundet im Rahmen des Religionsunterrichts die Kirche St. Maria in den Benden
Martin Rödiger has uploaded a new text
Sozial- und Ideengeschichte der Schule für Geistigbehinderte im 20. Ja...
Zentrale Entwicklungslinien zw...
Ingeborg Thümmel
Mathematik an der Schule für Geistigbehinderte
Grundlagen und Übungsvorschläg...
Carin de Vries, Christina Traband
Lesen und Schreiben an der Schule für Geistigbehinderte
Grundlagen und Übungsvorschläg...
Werner Günthner
Die beleidigte Kirche oder: Wer stört den öffentlichen Frieden?
Gutachten im Bochumer § 166-Pr...
Karlheinz Deschner
Religionen in der Schule und die Bedeutung des Islamischen Religionsun...
Okzidentale Traditionen des St...
Martina Blasberg-Kuhnke, Bülent Ucar, Arnulf von Scheliha
Volk und Haus Gottes in Augustins Lehre von der Kirche
Benedikt XVI., Walter Dürig, Georg Schwaiger, Winfried Aymans
0 comments