Inhaltsverzeichnis
- 1. Begründung der Themenwahl
1.1 Was ist das Thema? Seite 01
1.2 Warum gerade dieses Thema? Seite 01
1.3 Persönliche Motivation Seite 02
- 2. Fachliche Auseinandersetzung
2.1 Theoretische Grundlage Seite 02
2.1.1 Bezeichnung der Nachkriegszeit Seite 03
2.1.2 Was ist der autoritäre Erziehungsstil und
welche Merkmale weist er auf? Seite 03
2.1.3 Auswirkungen des autoritären Erziehungsstils
auf das Kind Seite 05
2.1.4 Der autoritäre Erziehungsstil und seine
Rahmenbedingungen in der Nachkriegszeit Seite 05
2.1.5 „Ist der Stock für Erziehung notwendig?“ Seite 10
- 2.2 Praxisbezug
2.2.1 Umfragen und Erfahrungsberichte Seite 12
2.2.2 Relevanz für die Praxis Seite 15
- 3. Persönliche Schlussfolgerung
Seite 17
- 4. Literaturliste
Seite 20
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1. Begründung der Themenwahl
1.1 Was ist das Thema?
8. Mai 1945: Der Krieg ist vorbei, Deutschland liegt in Schutt und Asche, sowohl politisch, als auch äußerlich. Not und Elend regieren die Straßen. Viele Männer sind nach dem Krieg in Kriegsgefangenschaft oder haben ihn erst gar nicht überlebt. Der Krieg hat zahlreiche Opfer gekostet und weite Teile Deutschlands und Europas zerstört. 1
„Deutschland war dreifach geschlagen: militärisch, politisch und moralisch. 2 “ Viele Frauen waren zu dieser Zeit mit ihren Kindern alleine. Wie wurden diese damals erzogen und warum wurden sie so erzogen? Warum pflegten sie ihren Erziehungsstil? War der autoritäre Stil zu dieser Zeit gerechtfertigt? Gehören Schläge zur Erziehung dazu?
1.2 Warum gerade dieses Thema?
Schon seit meiner frühen Schulzeit habe ich mit regem Interesse am Geschichtsunterricht teilgenommen.
Ich bin sehr interessiert an der Geschichte unseres Landes, ebenso finde ich gerade die Zeitspanne vor dem zweiten Weltkrieg bis zur Nachkriegszeit ein sehr spannendes Kapitel in der deutschen Geschichte.
Der zweite Weltkrieg und die darauf folgende Nachkriegszeit, waren und sind heute noch prägende Ereignisse in der Geschichte unseres Landes. Ebenso wie die Politik zu dieser Zeit das Land bestimmte, hat sie auch das Leben der Menschen beeinflusst und ebenso ihre Erziehung.
Die Nachkriegszeit war eine Aufbauzeit. Sie war Zeit des Wirtschaftwunders. Die Menschen hatten nun eine Republik. Eine Bundesrepublik! Die Erziehung zu dieser Zeit war eine sehr spezielle und dieser möchte ich auf den Grund gehen.
Meine Oma ist in dieser Zeit geboren und aufgewachsen. Von ihr habe ich einige Informationen schon als kleiner Junge bekommen. Ich wurde schon früh aufgeklärt, dass ich in einer sehr viel liberaleren Welt aufwachse als sie aufwuchs. Meine Oma erklärte mir ebenfalls, dass die freie Meinungsäußerung ein sehr hohes Gut ist, dass man heute nicht mehr so richtig zu schätzen weiß. Durch diese Erzählungen und Geschichten wurde ich auf diese Zeitepoche unseres Landes sehr aufmerksam. Ich habe erzählt bekommen, dass die Erziehung damals sich sehr unterschied zwischen der jetzigen.
Damals, so meine Oma, gehörte ein Klaps oder ein Stock zur Erziehung dazu, da diese Aussage mich sehr neugierig gemacht hat und ich die Lebensumstände und
1 vgl. Online Quelle: www.bpd.de; 28.12.08; 21:34 Uhr
2 Online-Quelle: www.bpb.de; 28.12.08; 21:34 Uhr
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die Not, die diesen Erziehungsstil geprägt haben besser verstehen möchte, möchte ich der Frage „Ist der Stock für Erziehung notwendig?“ auf den Grund gehen und sie beantworten.
Durch meine momentane Ausbildung bekomme ich immer wieder Gedankengänge von Kindergarten- und Horteltern mit.
Diese stellen sich meistens die Frage „Wie erziehe ich mein Kind richtig?“. Mit viel Autorität oder eher partnerschaftlich oder Lassie Faire. Viele Eltern haben nämlich große Angst zu sehr in den autoritären Erziehungsstil zu rutschen, weil dies doch seit der Zeit des Nationalsozialismus sehr verpönt ist, so viele Eltern. Diese Aspekte geben mir den Anreiz und die Motivation eine Facharbeit zu der autoritären Erziehung in der Nachkriegszeit zu schreiben.
1.3 Persönliche Motivation
Als ich mir Gedanken zu einem Thema für die Facharbeit machte, fiel mir eine Streitschrift von Bernhard Bueb in die Hände „Lob der Disziplin“. Als ich das Vorwort studierte fielen mir einige Ansichten und Sätze aus dem Buch sehr stark auf, wie z.B. „Mit dieser Streitschrift will ich einen Beitrag leisten, das rechte Maß zu finden, Autorität und Disziplin in der Erziehung wieder zu Ansehen verhelfen, und dadurch Kindern und Jugendlichen eine neue Zukunft eröffnen. 3 “ Diese möchte ich näher auf den Grund gehen und zeigen, ob seine Ansichten heute noch zeitgemäß sind.
Diese Aspekte sind meine persönliche Motivation, um diese offen stehenden Fragen zu beantworten und mein Fazit aus dem Erziehungsstil zu ziehen.
2. Fachliche Auseinandersetzung
2.1 Theoretische Grundlage
Bevor ich nun den inhaltlichen Teil meiner Arbeit berichte, tauchen zunächst einige Grundfragen auf. Zu diesen werde ich nun Stellung beziehen und erläutern.
2.1.1 Bezeichnung der Nachkriegszeit
Ich möchte die Epoche unseres Landes die als Nachkriegzeit beschrieben wird ein wenig größer halten als die regulären Angaben der Nachkriegszeit sind. Als Nachkriegszeit und späte Nachkriegszeit, möchte ich die Regierungszeit der ersten drei Bundeskanzler unserer Bundesrepublik eingrenzen. Zunächst haben wir unseren ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer. Dieser war Mitglied des parlamentarischen Rates, der auch im Mai 1949 unsere Verfassung, das Grundgesetz beschlossen hat. Der erste deutsche Bundestag wird gewählt und Konrad
3 Bueb, Bernhard: Lob der Disziplin - Eine Streitschrift; 2006; S. 12.
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Adenauer wird der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949. Dieser bleibt nun 14 Jahre Regierungschef unseres Landes und übergibt sein Amt 1963 an Ludwig Erhard. 4 Der zweite Bundeskanzler unseres Landes Ludwig Erhard wird als „Vater des Wirtschaftswunders“ 5 bezeichnet. Aber auf Grund der finanziellen Krise der Bundesrepublik trat er, im Jahre 1966 als Kanzler zurück und übergab sein Amt an Kurt Georg Kiesinger. 6 Kurt Georg Kiesinger war der dritte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Unter ihm bildete die Republik zum ersten Mal eine große Koalition, d.h. die CDU (Christlich Demokratische Union) und die SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) bildeten die Regierung unter dem Regierungschef Kurt Georg Kiesinger. Die Zeit des dritten Bundeskanzlers war kurz, sie ging nur 3 Jahre, bis 1969. 7 Die Zeitspanne zwischen 1945, dem Ende des zweiten Weltkrieges und 1969, das Ende der Amtszeit der großen Koalition unter Kurt Georg Kiesinger möchte ich als Nachkriegzeitepoche eingrenzen. Denn die Bewegung der 68er Pädagogik begann nämlich Ende 1968 mit der Bewegung der Antiautoritären Erziehung. Schließlich kommt für mich die Nachkriegszeit von 1945 bis 1968/69 in Frage. Ich werde die 24 Jahre Nachkriegszeit in drei weitere Zeitspannen unterteilen, denn in jeder Zeitspanne waren die Rahmenbedingungen für den autoritären Erziehungsstil andere. Zunächst haben wir die Zeit von 1945, Ende des zweiten Weltkrieges, bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949. Dies nenne ich die frühe Nachkriegszeit. Den anschließenden Zeitraum von 1949 bis 1959 bezeichne ich als die mittlere Nachkriegszeit und die späte Nachkriegszeit, dann von 1959 bis zu den 68er Pädagogen, nämlich bis ins Jahr 1968/69.
2.1.2 Was ist der autoritäre Erziehungsstil und welche Merkmale weist er auf?
Bevor ich der Frage „Was ist der autoritäre Erziehungsstil?“ auf den Grund gehe, möchte ich zunächst eine kurze Erläuterung von „Erziehungsstil“ nennen. Das Wort „Erziehungsstil“ setzt sich aus zwei Wörtern zusammen, zum einen aus dem Wort „Erziehung“ und aus dem Wort „Stil“.
„Erziehung“ bedeutet „die planmäßige Tätigkeit zur körperlichen, geistigen und sittlichen Formung junger Menschen“ 8 und der Begriff „Stil“ bedeutet „…eigentümliche und einheitliche Ausdrucksmittel“ 9 . Wenn man nun die beiden Begriffe zusammen erläutert, merkt man folglich, dass die Art und Weise wie je-mand in seiner eigenen Art, oder in einer einheitlich vorgegebenen Art, junge Menschen geistig, körperlich formt, ein Erziehungsstil ist. Nun noch mal eine formale Definition:
„Erziehungsstil bezeichnet relativ konstante erzieherische Verhaltensweisen oder typische Ausprägungen des Umgangs von Erzieher und Zu Erziehendem.“ 10
4 vgl. Online-Quelle: www.deutsche-bundeskanzler.de; 20.03.09; 16:16 Uhr
5 Online-Quelle: www.deutsche-bundeskanzler.de; 20.03.09; 17:30 Uhr
6 vgl. Online-Quelle: www.deutsche-bundeskanzler.de; 20.03.09; 17:30 Uhr
7 vgl. Online-Quelle: www.deutsche-bundeskanzler.de; 20.03.09; 17:40 Uhr
8 Bertelsmann Volkslexikon; 1966; S.482
9 ebd. S.1662
10 Blank-Mathieu, M.: et.al. Erziehungswissenschaften; 1999; Band 2; S. 21.
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Kurz gesagt bezeichnet ein Erziehungsstil die Art und Weise, wie ein Erzieher einen Zu Erziehendem konstant erzieht.
Was wird nun als autoritär bezeichnet?
Das Wort „autoritär“ kommt aus dem lateinisch-französischen und bedeutet abwertend, diktatorisch, unbedingten Gehorsam fordernd. 11
In der autoritären Erziehung gehen alle Aktivitäten von der erziehenden Person aus. Der Zu Erziehende hat kein oder kaum Stimmrecht. Der Erzieher bzw. die erziehende Person bestimmt alle Regeln für das Zusammensein, alles was getan wird liegt beim Erzieher oder den Eltern. Er bestimmt was gemacht wird, die Rollen in der Gruppe legt er fest, er kann zwischen Liebling der Gruppe und Außenseiter entscheiden. Die Gruppe oder die zu erziehende Person erfährt immer nur den nächsten Schritt seines Handelns, nicht mehr und nicht weniger. Es herrscht stets ein Befehlston und die erziehende Person lässt keine oder nur wenige Diskussionen zu. Die Beziehung, wenn man von einer Beziehung zwischen erziehender Person und Zu Erziehendem sprechen kann, ist meist unpersönlich aber freundlich. 12
„Autoritäre Erziehung ist Zwang, Gewalt, ist schließlich immer Macht des Stärkeren. Autoritäre Erziehung heißt, dass man ein Kind dahin erzieht, wo es die Erwachsenen haben wollen“ 13 Dieser Satz ist sehr aussagekräftig und beinhaltet, dass der Zu Erziehende immer den kürzeren zieht bzw. immer die schlechteren Karten hat. Der Erzieher oder die erziehende Person arbeitet mit Drohungen, Einschüchterungen um den Zu Erziehenden, in die Richtung zu lenken in der er ihn haben möchte. Die Bedürfnisse des Zu Erziehenden werden manchmal oder meist gar nicht beachtet, weil diese von der erziehenden Person ausgehen. Kinder die autoritär erzogen wurden müssen hohe Anforderungen der Eltern durchstehen, bekommen aber von Seiten der erziehenden Person keine Unterstützung auf emotionaler Basis.
Kinder die eine solche Erziehung erlebten oder durchleben müssen, haben oft ein geringes Selbstbewusstsein und Ehrgefühl. Dieser Erziehungsstil fördert nicht die Kinder in ihrem Selbstständigen Handeln, sondern schränkt sie durch die stetigen Vorgaben immer mehr ein. 14
Autoritäre Erziehung beinhaltet auch Gewalt, die der Zu Erziehende nicht immer körperlich, sondern auch verbal zu spüren bekommt. Das Kind agiert unter Zwang und stetiger Angst.
2.1.3 Auswirkungen des autoritären Erziehungsstils auf das Kind
Die Auswirkungen die die autoritäre Erziehung auf das Kind haben sind maßgeblich negativ. Das Maß der Konsequenz hängt von der Art und Anzahl der Gewalt in der Familie ab. Natürlich spielt auch der emotionale Zustand des Kindes eine Rol-
11 vgl.Online-Quelle: www.lexikon.meyers.de; 20.03.09; 18:30 Uhr
12 vgl. Blank-Mathieu, M.: et.al. Erziehungswissenschaften; 2002; Band 2 vgl. Hederer/Schieferle/Tröger, Pädagogik für Erzieher I; 1984; S.70
13 Online-Quelle: www.dasan.de; 08.12.08; 15:25 Uhr
14 vgl. Online-Quelle: www.kindererziehung.com; 01.01.09; 20:55 Uhr
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Arbeit zitieren:
Sascha Krüger, 2009, „Ist der Stock für Erziehung notwendig?“, München, GRIN Verlag GmbH
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