Inhaltsverzeichnis Seite
1. Begründung der Textauswahl 1
2. Übersetzungskritik 1
3. Quellenkritik 4
3.1 Die Zwei-Quellen-Theorie 5
3.2 Der Synoptische Vergleich 6
3.2.1 Synoptischer Vergleich von Matthäus, Markus und Lukas 7
4. Form- und Gattungskritik 9
4.1 Form- und Gattungsbestimmung 9
4.2 Der „Sitz im Leben“ 11
5. Traditionskritik 12
6. Redaktionskritik 13
6.1 Die Redaktionskritik des Matthäus 13
7. Sach- und Begriffskritik 15
8. Hermeneutische Frage 16
Literaturverzeichnis 18
1. Begründung der Textauswahl
Ich habe mich für ein Gleichnis als Text meiner Exegese entschieden, da ich
die bildhafte Sprache der Gleichnisse als sehr anschaulich betrachte. Abstrakte
oder schwer erklärbare Sachverhalte können transparenter dargestellt werden,
und erscheinen einem plötzlich ganz klar. Selbst heutzutage werden in jeder
Predigt Gleichnisse benutzt, um verschiedene Dinge zu erklären, oder sie
zumindest verständlicher zu machen. Ich habe auch persönlich gute
Erfahrungen im Umgang und mit der Arbeit an Gleichnissen gemacht. Schon
als Kind im Konfirmanden- und Religionsunterricht haben mich die
Erz ählungen Jesu fasziniert.
Die Gleichnisgeschichte vom Sämann habe ich ausgesucht, weil sie mir
pers önlich gut gefällt, und ich mir vorstellen kann sie auch im Unterricht zu
verwenden. Sie verdeutlicht, wie unterschiedlich die „Saat“ Jesu bei den
1
Menschen ankommt. Manche hören die Botschaft Gottes, doch bleibt sie wirkungslos bei ihnen, da sie sich zu sehr um andere Dinge bemühen. Gerade bei Jugendlichen in der Pubertät ist dies der Fall. Einige sind vielleicht interessiert an der Guten Nachricht, doch sie schämen sich dies zuzugeben, weil sie meinen es sei „uncool“. Da solche Jungendlichen später zu meinem Klientel gehören, finde ich diese Geschichte sehr wichtig, und ich möchte diese Exegese deshalb auch nicht nur schreiben, weil ich sie schreiben muss, sondern auch weil ich denke, dass die erarbeiteten Inhalte mir später als Unterrichtsmaterial dienen können.
Der Einfachheit halber benutze ich nur die männliche Form (z.B. „Hörer“ oder „Leser“). Jedoch schließt das auch immer die Frauen mit ein.
2. Übersetzungskritik
In diesem Kapitel werden drei verschiedene Bibelübersetzungen miteinander verglichen, da mir die nötigen Griechischkenntnisse fehlen, und ich die Perikope nicht selber übersetzen kann. Gegenübergestellt werden die Übersetzungen der Bibelstelle Mt. 13, 3b-9 aus a. der Bibel nach der Übersetzung von Martin Luther 1 b. der Zürcher Bibel 2
c. der Evangelien-Synopse der Einheitsübersetzung 3
Bei den Übersetzungen fällt auf, dass die Synopse in den Versen 3 bis 8 genauer und ausführlicher beschreibt. Hier heißt es gleich am Anfang er sprach lange ...in Form von Gleichnissen. Darauf folgt ein neuer Satz Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld. Bei der Zürcher Bibel (und ähnlich bei der Luther Bibel)heißt es dagegen verkürzt er redete zu ihnen vieles in Gleichnissen und sprach: Siehe, der Sämann ging aus. Hierbei wird auch eine unterschiedliche Interpretation deutlich, nämlich in dem einen Fall, dass Jesus vieles in Gleichnissen erzählt (Zürcher und Luther Bibel), bzw. dass er lange erzählt (Synopse).
3
In den Versen 4 bis 7 werden bei der Luther und bei der Zürcher Übersetzung nur teilweise andere Formulierungen gewählt, wie z.B. einiges bei Luther und etliches, bzw. anderes bei der Zürcher Bibel. Bei der Lutherübersetzung wuchsen die Dornen empor, bei der Zürcher wuchsen sie auf. In Vers 4 ist die Evangelien-Synopse etwas genauer, und zwar durch die Erwähnung ein Teil der Körner anstatt etliches bei der Zürcher Bibel, bzw. einiges bei der Luther Bibel. Genauso verhält es sich mit den folgenden Versen bis einschließlich Vers 8. So heißt es Ein anderer Teil (Synopse) anstatt Anderes (Zürcher) oder erstickten die Saat (Synopse) anstatt erstickten es (Zürcher). Bei Vers 5 fällt auf, dass bei der Luther Übersetzung die Saat bald aufging, bei der Zürcher Übersetzung sogleich und bei der Synopse sofort. Man könnte das so interpretieren, dass bei der Luther und der Zürcher Übersetzung die Saat noch einige Zeit brauchte um aufzugehen, wohingegen sie bei der Synopse auf der Stelle (gleich, sofort) aufging. Jedoch wird der Sinn der Geschichte dadurch nicht verändert.
Noch ein kleiner Unterschied besteht darin, dass Vers 6 bei der Zürcher Übersetzung und bei der Synopse durch ein Semikolon abgetrennt ist, bei Luther jedoch durch einen Punkt Vers 6 als neuer Satz beginnt. Vers 8 weist die größten Unterschiede auf. So beginnt z.B. die Synopse ausführlicher: Noch ein Teil schließlich, die Zürcher Bibel mit Noch anderes und die Luther Bibel mit Einiges. Hier heißt es dann weiter fiel auf gutes Land und trug Frucht im Gegensatz zu fiel auf den guten Boden und brachte Frucht bei der Zürcher (und ähnlich bei der Synopse). Wie vorher schon erwähnt benutzt auch hier Luther wieder einiges anstatt etliches und des weiteren hundertfach, sechzigfach und dreißigfach anstatt hundertfältig usw. Genau wie in der Luther Bibel steht auch in der Synopse hundertfach usw.bloß mit dem Zusatz teils und nicht einiges (Luther) oder etliches (Zürcher)im Gegensatz zu hundertfältig usw. Trotz der Unterschiedlichen Formulierungen bleibt die Aussage jedoch identisch. Vers 9 der Evangelien-Synopse entspricht den beiden anderen Übersetzungen.
Fazit
Obwohl die zu vergleichenden Bibeltexte dieselbe Erzählung innerhalb des Matthäusevangeliums behandeln, gibt es doch kleine Unterschiede in der
4
Arbeit zitieren:
Helke Uphoff, 2003, Exegese: Vom Sämann (Mk 4, 2-9; Mt 13, 3-9; Lk 8, 4b-8), München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
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DOI
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