Gliederung
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Die Psychoanalyse als Persönlichkeitsmodell
2.1 Es, Ich und Über-Ich
2.1.1 Das Es
2.1.2 Das Über-Ich
2.1.3 Das Ich
2.2 Die fünf Phasen der psychosexuellen Entwicklung
2.2.1 Die orale Phase
2.2.2 Die anale Phase
2.2.3 Die phallische Phase
2.2.4 Die Latenzphase
2.2.5 Die genitale Phase
3. Grenzen und Kritik
4. Fazit
4.1 Warum heute noch Freud studieren?
5. Literaturverzeichnis
1
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
„Die Psychoanalyse ist ein Meilenstein für die Menschheit des 20. Jahrhunderts, Sigmund Freud damit ein Architekt unserer Zeit“ - so hebt Prof. Dr. Michael Ermann, Leiter der Abteilung für Psychotherapie und Psychosomatik an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der LMU München, die Bedeutung der Psychoanalyse hervor. 1 Doch Freuds Ansichten und Thesen stoßen nicht bei allen Experten auf absolute Zustimmung. Schon unmittelbar nach der Veröffentlichung von „Die Traumdeutung“ im Jahr 1900, in der Freud die grundlegenden Begriffe der frühen Psychoanalyse einführte, gab es erste Kritiker, die die wissenschaftliche Fundierung in Frage stellten. So ging Hans J. Eysenck, ein Persönlichkeitsforscher und Freuds größter Kritiker, davon aus, „ dass die Hypothesen Freuds ebenso wenig auf der Couch verifiziert werden können, wie man ein Urteil über die rivalisierenden Hypothesen von Einstein und Newton fällen kann, indem man sie unter den Apfelbaum schlafen legt“. 2
Kritiker und Befürworter einer wissenschaftlichen Theorie gibt es immer, das wusste schon Sigmund Freud, der einst sagte: „Gegen Angriffe kann man sich wehren, gegen Lob ist man machtlos “. Fakt ist, die moderne Psychologie hat wesentliche Aspekte der psychoanalytischen Theorie revidiert oder erweitert, was zu den Fragen führt: Warum Freud studieren? Warum beginnen wir heute, am Anfang des 21 Jahrhunderts, bei der Auseinandersetzung mit Persönlichkeitstheorien mit der Arbeit eines Forschers, der seine Theorie Ende des 19.Jahrhunderts entwickelt hat, anstatt mit aktuellen und wissenschaftlich fundierten Theorien zu beginnen? Nur weil es laut Prof. Dr. Ermann ein Meilenstein für damalige Verhältnisse in der Geschichte der Psychologie ist? Dieser Frage möchte ich in den folgenden Kapiteln wissenschaftlich nachgehen. Zunächst einmal erfolgt in Kapitel 2 eine Vorstellung und Erklärung der Freud’schen Persönlichkeitstheorie, bestehend aus dem Instanzenmodell und den fünf Phasen der psychosexuellen Entwicklung. Im dritten Kapitel folgt die eigentliche Analyse, die sich mit den Grenzen der Persönlichkeitstheorie beschäftigt, den Stellenwert in unserer heutigen Gesellschaft verdeutlicht und sich kritisch mit ihr auseinandersetzt. Im Anschluss daran folgt das Fazit mit der Beantwortung der dieser Arbeit zu Grunde liegenden Frage.
1 Freud Symposium an der LMU „ Freud Heute“, 05.05.2006, München
2 Eysenck, H.J. (1953) Uses and abuses of psychology, S. 63. London: Penguin
2
2. Die Psychoanalyse als Persönlichkeitsmodell
2.1 Es, Ich und Über-Ich
In seiner 1923 erschienenen Arbeit „Das Ich und das Es“ (GW Xlll, S. 235 - 289) entwickelt Freud das Konzept des psychischen Apparates mit den Instanzen Ich, Es und Über- Ich, die sich auf verschiedene Aspekte des menschlichen Funktionierens beziehen. In der Persönlichkeitsforschung hat dieses Modell unter den Namen „Strukturmodell der Psyche“ oder auch „Drei-Instanzen-Modell“ Einzug gehalten. (Pervin/Cervone/John)
2.1.1 Das Es
Das Es repräsentiert die Quelle aller Triebenergie, des Weiteren ist das Es die psychisch zuerst entstehende Strukturinstanz.
„Die älteste dieser psychischen Instanzen ist das Es; sein Inhalt ist alles, was ererbt, bei Geburt mitgebracht, konstitutionell festgelegt ist, vor allem also die aus der Körperorganisation stammenden Triebe, die hier (im Es) einen ersten uns in seinen Formen unbekannten psychischen Ausdruck finden.“ 3
Das Es bezeichnet jene psychische Struktur, in der die Triebe (z. B. Nahrungstrieb, Sexualtrieb, Todestrieb), Bedürfnisse (z.B. Geltungsbedürfnis) und Affekte (Neid, Hass, Vertrauen, Liebe) gründen. Es ist bestrebt, die Triebe und Bedürfnisse des Menschen zu befriedigen, indem es nach dem Lustprinzip funktioniert, d.h. Es strebt nach unmittelbarer Befriedigung seines Bedürfnisses. Das Entscheidende ist, dass das Es keine Pläne oder Strategien entwickelt, um Lust zu erhalten; noch wartet es auf den richtigen Moment. Es sucht vielmehr sofortige Spannungslinderung. (Lohmann/Pfeiffer) „Das Es hat weder Verstand, Logik, Werte, noch Ethik oder Moral. Das Es ist folglich fordernd, impulsiv, blind, irrational, asozial, egoistisch und lustorientiert.“ 4
2.1.2 Das Über-Ich
Im deutlichen Gegensatz zum Es steht das Über-Ich. Hier sitzen die Moral und das Gewissen, sowie die allgemeinen Normen und Vorstellungen der Gesellschaft. Das Über-Ich setzt sich aus dem Ich-Ideal und dem Gewissen zusammen; es enthält die Ideale, nach denen der jeweilige Mensch strebt, sowie die Bestrafung (Schuld), wenn
3 Freud, Sigmund (1940/1996), Abriss der Psychoanalyse, S. 42. Frankfurt: Fischer
4 Pervin, Lawrence A.; Cervone Daniel; John, Oliver P. (2005) , Persönlichkeitstheorien, S. 123.
München: Reinhardt
3
Arbeit zitieren:
Jannik Siggemann, 2011, Die Freud'sche Psychoanalyse als Persönlichkeitstheorie - eine kritische Analyse, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Psychologie - Entwicklungspsychologie: Die Freud'sche Psychoanalyse als Persönlichkeitstheorie - eine kritische Analyse ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Psychologie - Entwicklungspsychologie: neuer Titel erschienen: Die Freud'sche Psychoanalyse als Persönlichkeitstheorie - eine kritische Analyse
Jannik Siggemann hat einen neuen Text hochgeladen
Kritische Analyse von marktorientierten Unternehmensbewertungen im Ban...
1. Auflage
Alexander Florenz
Eriksons Entwicklungspsychologie. Materialband
Lernstationen für den Pädagogi...
Sarah Maschke
Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie kompakt
Mit Online-Materialien
Manfred Schmitt, Christine Altstötter-Gleich
0 Kommentare