Ernst Hunsicker
Radfahren in der Region Osnabrück
Münster Bielefeld Gütersloh
Illustrierte sowie kommentierte Erlebnisse und
Beobachtungen
5
Vorwort
Seit Kindesbeinen bin ich als Fahrradfahrer unterwegs nunmehr seit ein-
einhalb Jahrzehnten mit meinem betagten Drahtesel insbesondere in ,,mei-
ner Fahrrad-Region Osnabrück Münster Bielefeld Gütersloh".
Mein Buch beschreibt, was ich in den zurückliegenden Jahren als Radfah-
rer unterwegs erlebt habe und welchen allgemeinen und besonderen Gefah-
ren man auf dem Fahrrad im öffentlichen Straßenverkehr ausgesetzt ist.
Weiter gehe ich in einer jeweils kleinen Auswahl darauf ein, was diese Re-
gion unter anderem an Landschaften, historischen sowie kulturellen Ereig-
nissen, Sehenswürdigkeiten bis zu Hinweisen auf menschliche Tragödien
so alles bietet. Eigene Feststellungen und Beobachtungen fließen selbstver-
ständlich mit ein.
Dabei kommt es mir nicht auf Besonderheiten in den Zentren dieser Regi-
on, sondern mehr auf solche in den eher ländlichen Bereichen an.
Fotos, Erklärungen und Kommentare verdeutlichen meine in insgesamt 26
Kapiteln niedergelegten Erlebnisse und Beobachtungen, teils lassen sich
kritische Anmerkungen nicht vermeiden.
Ernst Hunsicker
Bad Iburg, im Januar 2012
7
Inhaltsverzeichnis
Seite
Kapitel 1
Radfahrerleben seit Kindesbeinen ... 9
Kapitel 2
Start und Ziel: Bad Iburg ... 13
Kapitel 3
Region Osnabrück Münster Bielefeld
Gütersloh ... 21
Kapitel 4
Radfahrer ohne Vorfahrtsrechte?
Beinaheunfälle ... 31
Kapitel 5
Besondere und allgemeine Gefahren ... 43
Kapitel 6
Gelungene Radwege ... 55
Kapitel 7
Vorsicht: Kinder! ... 61
Kapitel 8
Gast- bzw. Raststätten ... 71
Kapitel 9
Naturschutzgebiete/Renaturierungen (Biotope) 79
Kapitel 10 Gewässer ... 97
Kapitel 11 Kleinode und idyllische Plätze... 105
Kapitel 12 Sehenswürdigkeiten und Anziehungspunkte ... 111
Kapitel 13 Museen ,,auf dem Lande" ... 123
Kapitel 14 Historische Mühlen und Werke ... 129
Kapitel 15 Umweltfrevel ... 135
Kapitel 16 Erneuerbare bzw. regenerative Energien ... 139
Kapitel 17 Kulturen und Monokulturen ... 147
Kapitel 18 (Klein-)Handel bzw. Verkauf am Weges- oder
Straßenrand ... 161
8
Seite
Kapitel 19 Exotische Tierwelt in Privathaltung ... 165
Kapitel 20 Kurioses, teils Kontroverses und Originelles... 171
Kapitel 21 Straßenbezeichnungen zwischen Himmel
und Hölle ... 183
Kapitel 22 Menschliche Tragödien ... 187
Kapitel 23 Tierische Schicksale ... 191
Kapitel 24 Gottesglaube ... 193
Kapitel 25 Exkurs: Radfahren auf Formentera ... 197
Kapitel 26 Abschließende Bemerkungen ... 199
_____
Anhang
Autobiografien sowie Fach- und Sachbücher
von/mit Ernst Hunsicker ... 203
9
Kapitel 1
Radfahrerleben seit Kindesbeinen
1952 bekam ich im Alter von 8 Jahren zu Weihnachten von meiner Mutter
1
mein erstes eigenes Fahrrad ein so genanntes Knabenrad geschenkt.
Wir wohnten damals in Lengerich/Westfalen.
Mit diesem Fahrrad war ich zunächst in Lengerich unterwegs. Zusammen
mit meiner Mutter fuhr ich in den wärmeren Jahreszeiten häufiger über
Wechte, Brochterbeck und Bocketal nach Ibbenbüren und zurück in das
Elternhaus meiner Mutter. An dieser alten Eiche (Foto unten) in Wallen-
Lienen immer noch zwischen Lengerich, Ortsteil Wechte, und Brochter-
beck an der L 591 stehend erklärte meine Mutter jedes Mal mit Erleichte-
rung ,,So, jetzt haben wir ungefähr die Hälfte geschafft!".
Aufnahme: 25.06.2011
1
Herta Lappe, verw. Hunsicker, geb. Bayer. Mein Vater Friedrich (,,Fritz") Hunsicker
war während des 2. Weltkrieges als Bordfunker bei der Luftwaffe im Einsatz. Er ist im
Oktober 1943 wenige Monate vor meiner Geburt von einem Feindflug über dem
Mittelmeer vor Italien nicht zurückgekehrt. Mein Vater galt zunächst als vermisst, spä-
ter wurde er für tot erklärt. Näheres hierzu: Ernst Hunsicker, Kindheits- und Jugender-
innerungen Ein Lebensabschnitt ..., GRIN Verlag (2011), Kapitel 1 (Meine Eltern
und Großeltern) und Kapitel 2 (Tod meines leiblichen Vaters ,,Fritz" Hunsicker ...).
10
Im April 1955 hat meine Mutter in 2. Ehe Heinrich Lappe, der als Ange-
stellter an einem kleinen Torfkraftwerk in Rühle
2
bei Meppen (Ems) be-
schäftigt war, geheiratet, sodass meine Mutter mit mir nach Rühle, Kraft-
werkssiedlung (Haus ,,Rühle Nr. 88"), umzog. Zu der Dorfschule in Rühle
bin ich täglich mit dem Fahrrad gefahren (Entfernung ca. 1,5 km). Im April
1957 wechselte ich zur Mittel- bzw. Realschule nach Meppen (Entfernung
ca. 8 km). Von April bis Oktober habe ich diese Strecke Jahr für Jahr mit
meinem Fahrrad zurückgelegt.
Außerdem spielte ich bald in der Jugendmannschaft des SV Rühle. Zu den
Auswärtsspielen fuhren wir mit dem Fahrrad. Manchmal mussten wir mit
diesem Verkehrsmittel mehr als 20 km anreisen (z.B. Apeldorn). Später
kickte ich in der A-Jugend des SV Meppen, sodass ich zu jeder Jahreszeit
und bei jedem Wetter mit dem Fahrrad zum Training nach Meppen (2 x pro
Woche) und zu den Spielen fahren musste.
Etwa ab dem Alter von 14 Jahren bin ich mit dem Fahrrad zu Ferienaufent-
halten auch von Rühle bis Ibbenbüren und zurück gefahren (jeweils ca. 60
km).
1961 war ich zusammen mit Uwe Steinriede und Horst Witte, beide aus
Westerkappeln-Metten, über 4 Wochen auf Fahrrädern unterwegs. Wir tra-
fen auf dem Bahnhof in Köln (Rhein) zusammen, um dann in mehreren
Etappen entlang des Rheins bis Bobenheim-Roxheim bei Frankenthal zu
radeln. Dort campierten wir etwa 2 Wochen am Silbersee. Anschließend
fuhren wir mit unseren Rädern etappenweise nach Amsterdam (NL), wo
wir drei Tage zelteten. Anschließend ging es von dort zurück nach Hause.
3
Ich war also schon als Kind und Jugendlicher viel mit dem Fahrrad unter-
wegs.
2
... In Deutschland wurden zwei Torfkraftwerke betrieben, beide mit Rostfeuerung.
Das Torfkraftwerk Wiesmoor und das Torfkraftwerk Rühle. Zwingend notwendig für
ein Torfkraftwerk sind große Torfvorkommen in unmittelbarer Nähe zum Kraftwerk. So
entstand das Kraftwerk Wiesmoor in direkter Nähe zum Moor. Auch das Kraftwerk
Rühle befand sich am Rand des Bourtanger Moores, eines riesigen Moorgebietes an der
Deutsch-Niederländischen Grenze. ... (Torfkraftwerk Wikipedia)
3
Ernst Hunsicker, ,,Gewalttour" mit dem Fahrrad für vier Wochen, in: Kindheits- und
Jugenderinnerungen Ein Lebensabschnitt im exemplarischen Kontext mit historischen
Ereignissen, GRIN Verlag (März 2011), S. 160 ff.
11
1996 habe ich mir ein sportives Fahrrad gekauft, das mir bis heute treue
Dienste leistet. Es handelt sich bei diesem ,,Gefährt" um eine Mixtur aus
Rennrad und Mountainbike, sodass ich auch auf nicht asphaltierten Straßen
und Wegen fahren kann. Hin und wieder müssen die Reifen/Schläuche, die
Kette, das Ritzelpaket und die Felgenbremsen erneuert werden. Öl und
Pflegemittel sind auch von Bedeutung. Insgesamt aber ein pflegeleichtes
Rad, das manchmal auch mit dem Hochdruckreiniger ,,bearbeitet" wird.
Das Rad der Marke UNIVEGA (Modell ,,via de Oro Aluminium") war
1996 mit einem Kaufpreis von 1674,00 DM nicht gerade billig, aber es ist
seinen Preis wert.
Mit diesem ,,Drahtesel" bin ich Jahr für Jahr von Februar bis einschließlich
November überwiegend in der Region Osnabrück Münster Bielefeld
Gütersloh bei meistens gutem Wetter unterwegs. Anfangs habe ich mich
auf Tagestouren bis 50 km beschränkt, um mich dann nach und nach zu
steigern. Inzwischen fahre ich überwiegend zwischen 60 und 100 km pro
Tag, manchmal weniger manchmal aber auch erheblich mehr (bis 163
km).
Klar, dass man auf solchen Touren viel erlebt und beobachtet. Deshalb ha-
be ich im Mai 2011 damit begonnen, Erlebnisse und Beobachtungen nicht
nur zu beschreiben bzw. zu kommentieren, sondern auch durch Fotos, die
alle während meiner Radtouren gefertigt wurden, zu dokumentieren. Diese
Fotos sind nicht von hochwertiger Qualität, reichen aber als Dokumentati-
on aus.
4
Bei den Beschreibungen und Dokumentationen kommt es mir nicht auf Be-
sonderheiten in den Zentren (Osnabrück, Münster, Bielefeld, Gütersloh),
sondern mehr auf solche in den eher ländlichen Bereichen an. Dabei kann
es sich jeweils auch nur um eine kleine Auswahl handeln kritische Fest-
stellungen und Anmerkungen lassen sich zum Teil nicht vermeiden.
4
Die Fotos wurden bis einschließlich 16.09.2011 mit einer 10.0 Design Digitalkamera
von MEDION (ALDI) aufgenommen; danach mit einer SAMSUNG Smart Camera ST
30. Die letzten Fotos mit der MEDION-Kamera habe ich im ,,Venner Moor" gemacht
danach gab sie ihren Geist auf (was nicht an den Akkus lag).
13
Kapitel 2
Start und Ziel: Bad Iburg
Aufnahme: 15.08.2011
(Nina Hunsicker)
Es geht wieder los mit dem alten ... ,,Drahtesel"!
Im Bildhintergrund ist mein BMW Z 3-Cabrio als weiteres ,,Freiluftfahr-
zeug" zu sehen. Das Cabrio wird aber kaum für so genannte Spritztouren
5
genutzt. Lieber ,,spritze" ich auf meinem ,,Drahtesel" durch die Landschaft.
Inzwischen lege ich mit dem Rad pro Jahr mehr Kilometer als mit dem Au-
to zurück.
5
Spritztour steht für einen kurzen Ausflug mittels Auto oder Motorrad zum Vergnügen
ohne besonderes oder festgelegtes Ziel ... (Spritztour Wikipedia)
14
Aufnahme: 22.05.2011
Schloss/Burg/Kloster aus Richtung Bad Iburg, Ortsteil Glane, Bergstraße
Ich wohne in Bad Iburg. Wahrzeichen des Osnabrücker Landes und der
Stadt Bad Iburg ist das Schloss/die Burg/das Kloster.
Schloss und Kloster Iburg in Bad Iburg gehören zu den historisch bedeut-
samen Bauanlagen im Landkreis Osnabrück in Niedersachsen.
Die Iburg entstand 1070 auf einer Anhöhe als Burganlage mit Holzkapelle,
das Benediktinerkloster in ihr wurde 1080 gegründet. Vom 11. bis Ende
des 17. Jahrhunderts residierten die Bischöfe von Osnabrück in der Dop-
pelanlage aus Schloss und Kloster. Kunstgeschichtlich bemerkenswert ist
der Rittersaal aus dem 17. Jahrhundert wegen seiner Deckenmalerei in per-
spektivischer Scheinarchitektur. Iburg ist die älteste Ritterburg und neben
der Holter Burg die einzige Bergburg des Bistums. ...
6
Mein Haus mit Garten und Gartenteich
Start und Ziel sind jeweils mein Wohnhaus in Bad Iburg. Auf meinen Rad-
touren durch die Regionen habe ich ein ,,waches Auge" auf alles, was die
Natur so bietet. Insbesondere freue ich mich über die teils noch ursprüngli-
che Landschaft oder die Zurückentwicklung zum Natürlichen. Deshalb be-
ginnt für mich auch der Naturschutz im eigenen Garten. Dazu ein paar Fo-
tos und Erklärungen:
6
Schloss und Benediktinerabtei Iburg Wikipedia
15
Aufnahme: 17.06.2011
Trockenmauer mit Bewuchs an der Terrasse
Mittelpunkt des Grundstücks (ca. 1.400 qm Fläche) bzw. des Gartens ist
ein Teich mit einer Wasserfläche von ca. 25 qm. Der Teich und der etwa 15
m lange Bachlauf werden insbesondere wenn das Wasser per Pumpe zir-
kuliert von den Vögeln als Tränke und Badegelegenheit ausgiebig ge-
nutzt.
Der Teich war zunächst ein Naturteich, der aber sehr schnell verlandete
und austrocknete, sodass ich im Sommer immer reichlich Wasser nachfül-
len musste. Die Gestaltung eines ,,Folienteichs", den ich mit Natursteinen
eingefasst habe, ist mir nicht leicht gefallen, war aber letztendlich eine rati-
onale Entscheidung.
16
Aufnahmen: 14.08.2011
Bachlauf im Garten ...
... in Richtung Teich
... in Richtung ,,Quelle"
Aufnahme: 17.06.2011
Gartenteich mit ,,Ruhezone"
17
Im Gartenteich tummeln sich außer zwei Goldorfen, zwei Kois und drei
Sonnenbarschen zig Moderlieschen
7
, die sich stark vermehren. Die Son-
nenbarsche haben die Aufgabe, die Vermehrung der Moderlieschen eini-
germaßen in Grenzen zu halten.
Im Frühjahr kommen Frösche und Kröten zum Laichen in den Teich, so-
dass auch diesbezüglich für reichlich Nachwuchs gesorgt ist. Dazu kom-
men noch ein einzelner Teichfrosch und reichlich Teichmolche.
Am Wasser halten sich verschiedene Insekten (Hornissen, Wespen, Libel-
len
8
) auf.
Im Laufe von knapp 25 Jahren habe ich ca. 40 verschiedene Vogelarten im
eigenen Garten festgestellt: Fasane, Stockenten auf dem Gartenteich, Fisch-
reiher am Gartenteich, Sperber, Turmfalken, Waldkäuze, Grünspechte,
Mittelspechte (bunt), Kuckuck, Eisvögel (fischen aus dem Gartenteich Mo-
derlieschen und wohl auch Kaulquappen), Dohlen, Eichelhäher, Elstern,
Stare, Kernbeißer sowie Fichtenkreuzschnäbel (jeweils im Winter an Fut-
terstellen), Haussperlinge, Grünfinken, Distelfinken, Dompfaffe, Girlitze,
Haubenmeisen, Weißkopfschwanzmeisen, Sumpfmeisen, Wachholderdros-
seln, Zaungrasmücken, Sperbergrasmücken, Trauerfliegenschnäpper, Gar-
tenrotschwänze, Gebirgsstelzen, Bachstelzen und Heckenbraunellen.
Außerdem Vögel, die am Haus oder in Hausnähe nisten oder genistet ha-
ben: Ringeltauben, Schwarzdrosseln, Buchfinken, Kohlmeisen, Blaumei-
sen, Zaunkönige, Kleiber (in einem Brutkasten für Meisen), Rotkehlchen,
Mönchsgrasmücken und Zilpzalp (Weidenlaubsänger).
7
Das Moderlieschen (Leucaspius delineatus), auch Malinchen, Modke, Mutterlose-
ken, Schneiderkarpfen, Sonnenfischchen, Zwerglaube genannt, ist eine europäische
Kleinfischart aus der Familie der Karpfenfische und wird dabei ,,angelsprachlich" zu
den Weißfischen gezählt. Das ausgewachsene Moderlieschen ist 6 bis 9 cm lang, selten
10-12, wobei das Weibchen etwas größer und beleibter wird als das Männchen. Der
Körper ist stromlinienförmig und seitlich etwas abgeflacht. ... (Moderlieschen Wi-
kipedia)
8
Insbesondere Hufeisen-Azurjungfern und Segellibellen.
18
Aufnahme: 26.05.2011
Diese Stockente mit einem Küken hielt sich für einen Tag auf meinem Gar-
tenteich auf. So plötzlich wie sie ,,auftauchten" waren die beiden ,,Gäste"
auch am Morgen des Folgetages wieder verschwunden.
Ein nach Bauanleitung angefertigter Nistkasten für Waldkäuze wurde bis-
her leider nicht angenommen. Auch ein für Schleiereulen hergerichteter
Nistraum auf dem Boden über der Garage wurde bisher nicht richtig ge-
nutzt. Vor Jahren lag mal Gewölle in diesem Nistraum, sodass sich wohl
Schleiereulen interessiert gezeigt haben das war es dann aber leider auch.
Im Sommer kreisen mit Einbruch der Dämmerung Fledermäuse ums Haus,
um sich von Insekten, die am Teich herumschwirren, zu ernähren.
19
Aufnahme: 30.07.2011
Diese kaum flugfähige junge Mönchsgrasmücke stand völlig durchnässt in
der Randzone des Gartenteichs. Ich konnte sie problemlos einfangen, eine
zeitlang in meiner Hand aufwärmen, um sie dann in einer Kirschlorbeer-
hecke auszusetzen. Sofort erschienen die Altvögel, um das Jungtier zu füt-
tern und wegzulocken.
Nistkasten Kohlmeisen, auch
Kleiber
Aufnahme: 10.05.2011
20
Ansonsten sind/waren Kaninchen und vor vielen Jahren für eine kurze
Zeit zwei Hasen zu beobachten. Hin und wieder lässt sich auch mal ein
Reh sehen, das im/am Garten äst und den Gartenteich als Tränke nutzt.
Insbesondere im Herbst, wenn an den vielen Haselnusssträuchern die Nüs-
se reif werden, lassen sich etliche Eichhörnchen blicken.
Nicht besonders willkommene ,,Gartengäste" sind Hermelin, Mauswiesel
und Steinmarder. Leider halten sich im Garten auch zwei bis drei Katzen
aus der Nachbarschaft auf, die jeweils von der Vogelwelt mit lautem Geze-
ter angekündigt werden.
Die meisten Vögel sind willkommene Helfer im Garten, weil sie viel Un-
geziefer fressen und somit vernichten. Hinzu kommt die Sangeskunst eini-
ger Vögel (z.B. Zaunkönig, Rotkelchen, Mönchsgrasmücke, Zilpzalp).
Einmal hat sich auch ein ausgewachsener Igel im Garten aufgehalten lei-
der wohl die Ausnahme.
21
Kapitel 3
Region Osnabrück Münster Bielefeld Gütersloh
Meine Tagestouren erfolgen überwiegend im Raum
- Osnabrück (Osnabrücker Land)
Aufnahme: 25.08.2011
,,Osnabrück Die Friedensstadt" ist sicherlich ein wichtiger Hinweis. Ver-
geblich habe ich allerdings ein Ortsschild mit dem Stadtteilzusatz ,,Sutthau-
sen" gesucht, weil dieser Stadtteil von 1971 bis 1978 unser Familienwohn-
sitz war. In anderen Städten (siehe Folgeseiten) gehört ein solcher Stadt-
teilzusatz zum Standard.
Das Osnabrücker Land ist eine Region im Südwesten Niedersachsens, die
in nordrhein-westfälisches Gebiet hineinragt. Zentrum ist die kreisfreie
Stadt Osnabrück. Die Gegend ist vom Teutoburger Wald, Wiehengebirge,
Osnabrücker Bergland und von der Hase geprägt. Man spricht hier ur-
sprünglich einen plattdeutschen Dialekt, der im Süden der Region zum
Ostwestfälischen gehört. Im Osnabrücker Nordland ist der Dialekt dem
Nordniedersächsischen zuzuordnen. Gemeinhin wird die Region mit dem
Landkreis und der Stadt Osnabrück identifiziert, die auch weitgehend dem
reichsfreien Fürstbistum des Alten Reiches entspricht
[...]
. Auf dem Gebiet
des Osnabrücker Landes besteht der Landschaftsverband Osnabrücker
Land, der sich um kulturelle Belange kümmert. ...
9
9
Osnabrücker Land Wikipedia
22
- Münster (Münsterland)
Aufnahme: 24.08.2011
,,Münster Stadtteil Hiltrup" ist bewusst gewählt, weil ich an der Polizei-
Führungsakademie (jetzt: Hochschule der Polizei
10
) in Münster-Hiltrup in
den Jahren 1980/81 ,,studiert" habe.
10
Die Hochschule der Polizei (DHPol) mit Sitz in Münster-Hiltrup ist aus der vorheri-
gen Polizei-Führungsakademie mit Beschluss des nordrhein-westfälischen Landtags
vom 27. Januar 2005 hervorgegangen. Seit dem 1. März 2006 wurde mit Beginn der
Gültigkeit des Gesetzes über die deutsche Hochschule der Polizei (DHPolG) die ehema-
lige Polizei-Führungsakademie als eigenständige Hochschule in die Hochschulland-
schaft Deutschlands aufgenommen. Träger der Institution sind die Polizeien der Länder
und des Bundes aufgrund des Abkommens über die Deutsche Hochschule der Polizei
von 1973 (mit späteren Änderungen, zuletzt 2006). ... (Deutsche Hochschule der Poli-
zei Wikipedia)
23
Aufnahme: 24.08.2011
Hochschule der Polizei Portal
Das Münsterland ist eine Region im nordwestlichen Westfalen im Bundes-
land Nordrhein-Westfalen. Zentrum des Münsterlands ist die westfälische
Großstadt und ehemalige Provinzialhauptstadt Münster. Je nach Zusam-
menhang lässt es sich unterschiedlich eingrenzen, einen ungefähren Rah-
men bilden der Teutoburger Wald im Nordosten, die Lippe (Fluss) im Sü-
den und die niederländische Staatsgrenze im Westen.
Als historische Region steht das Münsterland in der Tradition des Hoch-
stifts Münster, des früheren weltlichen Herrschaftsgebietes der Münstera-
ner Bischöfe. Daneben werden heute als Region Münsterland die Kreise
Borken, Coesfeld, Steinfurt, Warendorf und das kreisfreie Münster zusam-
mengefasst, deren Zusammenarbeit und gemeinsame Aktivitäten oft unter
diesem Begriff firmieren. Landschaftlich wird als Münsterland der nördli-
che Teil der Westfälischen Bucht bezeichnet. Die jeweiligen Gebiete sind
weitgehend, aber doch nicht vollständig, deckungsgleich. ...
11
und
11
Münsterland Wikipedia
24
-
Bielefeld/Gütersloh (Teilregion von Ostwestfalen-Lippe).
Aufnahme: 30.09.2011
Aufnahme: 22.08.2011
Ostwestfalen-Lippe [...] (niederdeutsch: Austwestfaolen-Lippe, Abkür-
zung: OWL) ist eine Region im Nordosten von Nordrhein-Westfalen und
ist ein Synonym für den gebietsidentischen Regierungsbezirk Detmold. Der
Regierungsbezirk wurde 1947 gegründet, nachdem das Land Lippe sich für
die Zugehörigkeit zu Nordrhein-Westfalen entschieden hatte. Dabei wurde
Ostwestfalen mit Lippe zur Region Ostwestfalen-Lippe verschmolzen. In
OWL wohnen etwas mehr als zwei Millionen Einwohner; es handelt sich
um die dünnbesiedeltste Region des Landes.
25
Ostwestfalen-Lippe wird im Osten durch das Weserbergland und im Süden
durch das Westhessischen Bergland begrenzt. Im Westen haben die Kreise
Paderborn und Gütersloh Anteil an der Westfälischen Bucht und der Pa-
derborner Hochfläche mit der Senne. Nördlich reicht die Region vom
Ravensberger Hügelland über das Wiehengebirge bis in das Mindener Land
in der Norddeutschen Tiefebene hinein.
Die Siedlungsstruktur in Ostwestfalen-Lippe weist nur wenige Oberzentren
auf und wird überwiegend von mehreren mittelgroßen Städten geprägt.
Aufgrund dieser Zersiedelung liegt die Bevölkerungsdichte trotz des eher
ländlichen Charakters der Region verhältnismäßig hoch. Dies trifft insbe-
sondere auf die zentral liegenden Gebiete im Ravensberger Hügelland zu.
...
12
Von Bad Iburg aus fahre ich meistens Richtung Süden (Münster), Westen
(Rheine) und Osten (Bielefeld, Gütersloh). In diesen Regionen habe ich im
Laufe der vielen Jahre verkehrsarme Nebenstrecken ausgemacht (Kreis-
und Gemeindestraßen, Feld- und Waldwege), die ideal zum Radfahren
sind.
Ungern fahre ich nach Norden, weil dann der Teutoburger Wald (Wiehen-
gebirge) zu überqueren ist. Es gibt nur ein paar enge Straßen, die an Wo-
chentagen sehr stark von Lkw frequentiert sind (z.B. L 94 zwischen Dissen
und Melle-Wellingholzhausen, L 93 zwischen Borgholzhausen und Melle-
Altenmelle). An den Wochenenden ,,toben" sich von April bis November
auf diesen kurvenreichen Strecken einige (!) Motorradfahrer/innen aus.
13
Auf Umwegen über Lotte, Bramsche und Kalkriese
14
fahre ich manch-
mal auch Richtung Norden.
12
Ostwestfalen-Lippe Wikipedia
13
Die meisten Motorradfahrer/innen (Männer und Frauen sind auf Grund der Beklei-
dung und Helme kaum zu unterscheiden) verhalten sich aber verkehrsgerecht.
14
Kalkriese ist von besonderer historischer Bedeutung: ... Der römische Feldherr
Publius Quinctilius Varus wurde im Jahre 9 n. Chr. von seinem germanischen Verbün-
deten Arminius verraten und in einer Schlacht vernichtend geschlagen. Für diese im
deutschen Bewusstsein bedeutsamste Schlacht wurde das Schlachtfeld bisher nicht ab-
schließend lokalisiert, doch gilt Kalkriese seit 1988 als der Favorit unter den Theorien
zum Ort der Varusschlacht. Der Landkreis Osnabrück und die Stiftung der Sparkassen
im Osnabrücker Land errichteten gemeinsam zur Information über die Ausgrabungen
2000 auf dem Fundplatz Oberesch den Museumspark Varusschlacht, der 2001 durch ein
Museum zum Museum und Park Kalkriese ergänzt wurde. ... (Fundregion Kalkriese
Wikipedia)
26
Endpunkte von längeren Tagestouren
(Start jeweils in Bad Iburg)
Quelle: Google - Kartenmaterial 2011
Manchmal nehme ich mir längere Strecken vor bzw. sie ergeben sich mehr
oder weniger zufällig.
Emsbüren
Überraschungsbesuch nach rund 26 Jahren bei Peter und Doris Gröning
(frühere Nachbarn in Emsbüren von 1978 bis 1982) am 15.08.2008 (= 157
km). Peter hat mich an der Haustür empfangen, aber nicht (wieder)erkannt.
1982 war ich vollbärtig, langhaariger und ja 26 Jahre jünger. Doris er-
klärte, dass sie sich noch vor ein paar Tagen über mich mit ihrem Nachbarn
Adolf Blume unterhalten hätten. Adolf Blume inzwischen über 90 Jahre alt
war mein Schichtführer während meiner Berufszeit beim Polizeiabschnitt
in Lingen (Ems) von 1965 bis 1967. Ich habe die Gelegenheit genutzt und
Adolf Blume besucht. Klar, dass über ,,alte Dienstzeiten" in und um Lingen
gesprochen wurde.
Emsbüren
Münster
Gütersloh/Rheda
tersloh
Bad Essen
Bad Iburg
tersloh
Lingen/Ems
tersloh
27
Bad Essen
Vom 24. bis 28. Mai 2007 fand die Veranstaltung ,,Gartenlust & Landver-
gnügen" auf Schloss Ippenburg, Bad Essen, statt.
15
Am Eröffnungstag
(24.05.2007) bin ich mehr zufällig nach dort gefahren wusste auch von
dem Gartenfestival nichts. Bereits 5 km vor Erreichen der Ippenburg wurde
mir durch mehrere Verkehrsstaus klar, dass dort etwas los sein musste. Mit
meinem Fahrrad kam ich gut durch. Am Veranstaltungsort fielen mir die
langen Warteschlangen vor den Kassenhäuschen und den Toiletten auf, so-
dass ich mich umgehend wieder Richtung Bad Iburg orientiert habe, wo ich
nach 110 km eintraf.
Münster
Die Landschaft um Münster gefällt mir besonders. Gerne fahre ich durch
Warendorf und Telgte. Am 17.09.2009 bin ich einen vorerst persönlichen
Rekord gefahren: Bad Iburg Ibbenbüren Hörstel Rheine Dortmund-
Ems-Kanal bis Münster Telgte Bad Iburg (= 162 km).
Gütersloh und Bereich Rheda-Wiedenbrück
In diese Richtung fahre ich auch häufiger, und zwar über Versmold Her-
zebrock Marienfeld. So z.B. auch am 22.06.2010 bis hinter Gütersloh
Richtung Rheda-Wiedenbrück (= 120 km).
Lingen (Ems) persönlicher Rekord
Am 03.09.2011 (Samstag) wollte ich meine frühere Schülerin
16
/Kollegin
17
Ute Hoppe, zu der ich immer noch Kontakt habe, in Lingen überraschen.
Über Lengerich Ibbenbüren Hopsten Schapen Beesten kam ich bei
herrlichem Wetter (nahezu wolkenloser Himmel, ca. 27 Grad) in Lingen
an. Ute war nicht zu Hause. Begrüßt wurde ich durch ,,Charly" (ihren Le-
bensgefährten) und durch Husky ,,Flocke". Ute war, so Charly, mit ihrem
Chor auf Radtour. Nach einem etwa 30minütigen Aufenthalt habe ich die
Rückfahrt über Thuine Freren Schale Hopsten Uffeln Ibbenbüren
angetreten. Erinnerungen an meine Zeit bei der Schutzpolizei in Lingen
(1965 bis 1967) wurden wieder wach:
15
Veranstalter: Viktoria Freifrau v. d. Busche, Ippenburg Festival.
16
1981/82 erteilte ich als Fachlehrer/Lehrsaalleiter in ihrem Kommissarslehrgang in
Hann. Münden das Fach ,,Polizei- und Verwaltungsrecht".
17
1993/94 war ich als Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Lingen ihr Vorgesetzter.
28
- Ein ganz folgenschwerer Verkehrsunfall zwischen Lingen und Thuine
mit drei getöteten jungen Menschen.
18
- Eine schwere Schlägerei unter mehreren Männern zur Nachtzeit zwi-
schen Freren-Settrup und Schale (NRW) mitten auf der Straße, die wir
unter dem Einsatz von ,,Gummiknüppeln" beenden mussten. Nach
Rückkehr auf der Lingener Dienststelle stellten wir fest, dass wir auf
dem Gebiet von Nordrhein-Westfalen eingeschritten und somit gar nicht
örtlich zuständig waren. Bei unserer Eintragung ins Tätigkeitsbuch ha-
ben wir den Tatort vorsichtshalber nach Niedersachsen verlegt.
Nach 7½ Stunden und 163 zurückgelegten Kilometern kam ich gegen
19:00 h wieder in Bad Iburg an.
Rückkehr von einer staubigen Tagestour
Am 26.05.2011 bin ich von Bad Iburg aus Richtung Nordwesten gefahren.
Zwischen Hopsten und Recke musste ich gegen starke Windböen ver-
bunden mit Sandstürmen ankämpfen. Der Sand wurde von den trockenen
Feldern aufgewirbelt und setzte sich an meinem Körper fest insbesondere
im schweißfeuchten Gesicht.
Angst machten mir aber auch die teils riesigen Bäume, unter denen ich her-
fahren musste. Ich befürchtete, dass so ein Baum entwurzelt werden könnte
oder Äste herausbrechen und nach unten fallen könnten.
Auf dem Rückweg kamen mir in Hasbergen Frauen mit Kindern entgegen,
die sich irgendwie ob meiner Person amüsierten. Ich konnte mir zunächst
keinen Reim darauf machen. Nach 109 km war ich in Bad Iburg zurück.
Ein Blick in den Spiegel machte deutlich, warum sich diese Frauen wohl
über mich lustig gemacht hatten: Mein Gesicht war total verstaubt, irgend-
wie sah ich aus wie ein Bergmann nach einer Schicht ,,unter Tage". Das
Foto ,,sagt" alles (Folgeseite).
18
Ernst Hunsicker, Der Unfalltod von drei jungen Menschen, in: Highlights: Authenti-
sche Polizei- und Kriminalgeschichten Von der Polizeischule (1962) bis zur Pensio-
nierung (2004) und die Zeit danach, GRIN Verlag (2. Auflage 2011), S. 43.
29
Aufnahme: 26.05.2011
(Walburga Hunsicker)
Motto:
,,Einen hässlichen Mann kann nichts entstellen!"
in Abwandlung des geläufigen Spruchs
,,Einen hübschen Menschen kann nichts entstellen!"
Orientierung ohne Kartenmaterial
Ich kenne mich in dieser Region ganz gut aus. Deshalb benötige ich auf
meinen Touren auch kein Kartenmaterial. Manchmal komme ich jedoch in
Gegenden, die mir nicht so vertraut sind. Dann verlasse ich mich auf die
Beschilderung an den Radwegen (Radwegweiser) und an den Straßen
(Wegweiser gemäß Straßenverkehrsordnung). Weitere Orientierungsmög-
lichkeiten sind der Sonnenstand und, sofern die Sonne nicht scheint, Pho-
tovoltaikanlagen auf den Dächern wegen der grundsätzlichen Ausrichtung
nach Süden. Auch Bushaltestellen, die die Fahrtrichtung der Busse be-
zeichnen, helfen weiter. Letztendlich frage ich was aber die Ausnahme ist
einfach, wo ich mich befinde, wohin die Straße führt oder nach einem
bestimmten Ziel, wenn ich dieses nicht auf Anhieb finde (z.B. ,,EU-
Vogelschutzgebiet" bei Münster, ,,Venner Moor").
Ein paar Beispiele (Folgeseite):
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Aufnahme: 01.10.2011
Radwegweiser zwischen Bad Iburg und Hagen a.T.W.
Aufnahme: 01.10.2010
Wegweiser in Lienen-Kattenvenne
Aufnahme: 16.10.2011
Bushaltestelle an der K 17 zwischen Telgte und Warendorf-Einen
31
Kapitel 4
Radfahrer ohne Vorfahrtsrechte? Beinaheunfälle
... Deutschlands Radfahrer leben gefährlicher als alle anderen Verkehrs-
teilnehmer. Ihr Risiko, schwer verletzt oder getötet zu werden, ist deutlich
höher als das von Auto- und Motorradfahrern. Etwa 76000 Fahrradfahrer
kamen 2009 zu Schaden, 462 verloren ihr Leben, davon etwa die Hälfte
Senioren über 65 und Kinder unter 15, die leicht übersehen werden.
Sind die Fahrradfahrer womöglich selbst schuld an ihrem Unglück? Der
Auto Club Europa warnt vor ,,rücksichtlosen Rabauken", Kommunalpoliti-
ker aus ganz Deutschland schimpfen über Rad-Rambos, die rote Ampeln
ignorieren, als Geisterfahrer unterwegs sind und verkehrswidrig durch
Fußgängerzonen brettern. ...
Radelnde Rowdys sind zweifellos eine Realität auf deutschen Straßen, aber
zur Wahrheit gehört auch, dass die meisten Unfälle mit Radfahrern von
Autofahrern und anderen Straßenbenutzern verursacht werden. ...
Dennoch wirbt die Politik unverdrossen dafür, dass noch mehr Menschen
in den Städten Rad fahren. Drei Millionen Euro zahlt allein der Bund in
diesem Jahr für PR-Maßnahmen, um den Bürgern zu erklären, dass man
beim Radeln prima Fett verbrennen, Spritkosten sparen und die Umwelt
schonen kann. ...
Dabei sind die Städte mittlerweile verpflichtet, den Radlern verstärkt den
Weg auf der Straße frei zu machen. Hintergrund ist die Klage eines ADFC-
Mitglieds aus Regensburg. Der Mann zog stellvertretend für den Club vor
Gericht, um die ,,Radwegebenutzungspflicht" zu kippen, die überall dort
gilt, wo die blauen Radschilder aufgestellt sind. Der Mann schaffte es Ende
2010 bis vors Bundesverwaltungsgericht in Leipzig und siegte.
Die Benutzungspflicht kann jetzt nur noch angeordnet werden, wenn ,,auf-
grund der besonderen örtlichen Verhältnisse" eine Gefahrenlage besteht,
die das allgemeine Risiko erheblich übersteigt. Viele der blauen Schilder
hätten daher längst abgebaut werden müssen. Passiert ist das bisher eher
selten. ...
19
19
VERKEHR Gefährliches Gewusel Nie zuvor waren in den Städten so viele Fahr-
radfahrer unterwegs, doch es werden viel zu wenige Radwege gebaut. Auch deshalb
sind die Unfallzahlen dramatisch hoch., in: DER SPIEGEL 23/2011, S. 40 ff.
32
Ich zähle mich nicht zu den ,,rücksichtlosen Rabauken", nutze die oft
nicht gerade ungefährlichen Radwege und meide nach Möglichkeit die
Städte, fahre also nur selten durch die Zentren von Osnabrück, Münster,
Bielefeld oder Gütersloh.
Ich gehöre also zu den defensiven Radfahrern, und ich habe durch diese
Fahrweise schon viele Unfälle vermieden. Hätte ich nicht häufig genug auf
unvorsichtige oder auch rücksichtlose Kfz-Führer/innen aufgepasst, so wä-
re ich heute wahrscheinlich nicht mehr unter den Lebenden. Möglichst ver-
suche ich immer, zu Kfz-Führern/innen an Einmündungen und Ausfahrten
Sichtkontakt aufzunehmen. Zusätzlich verlasse ich mich auf mein gutes
Gehör.
Wenn ich mit meinem Fahrrad unterwegs bin, habe ich nicht selten den
Eindruck, dass Auto und Motorrad fahrende Männer und Frauen meinen,
dass Radfahrer/innen keine gleichberechtigten Verkehrsteilnehmer sind
sie ignorieren mich auf Radwegen, an Ein- bzw. Ausfahrten, auf für mich
vorfahrtsberechtigten Straßen und bei der Regelung ,,rechts vor links"
20
.
Hier eine kleine Auswahl von Beinaheunfällen, die ich durch meine vor-
sichtige Fahrweise verhindern konnte. Diese Beinaheunfälle sind eine Zu-
sammenstellung über mehrere Jahre.
Die jeweiligen Fahrtrichtungen sind durch Pfeile markiert:
jeweils meine Fahrtrichtung (grün),
jeweils Fahrtrichtung der potentiellen Unfallverursacher/innen (rot).
20
Die Vorfahrtregel ,,rechts vor links" Gem. § 8 StVO hat an Kreuzungen und
Einmündungen generell Vorfahrt, wer von rechts kommt, es sei denn, dass das Vor-
fahrtrecht durch Verkehrszeichen (Z. 205, 206, 301, 306) gesondert geregelt ist, oder
dass es sich bei der von rechts einmündenden oder kreuzenden Straße nur um einen
Feld- oder Waldweg handelt. Auch der aus einem verkehrsberuhigten Bereich kom-
mende Fahrzeugführer sowie derjenige, der über einen abgesenkten Bordstein in eine
Straße einfährt, kann die Rechts-vor-Links-Regel nicht für sich in Anspruch nehmen. ...
, unter: »http://www.verkehrslexikon.de/Module/RechtsVorLinks.php«.
33
Borgholzhausen (Bahnhofstraße, ALDI-Parkplatz)
Ich befuhr den Radweg der Bahnhofstraße (L 785) in Richtung Melle. Eine
Pkw-Fahrerin kam vom ALDI-Parkplatz und missachte meine Vorfahrt auf
dem Radweg
21
. Ich konnte noch rechtzeitig bremsen und so einen Zusam-
menstoß vermeiden. Die etwa 30 Jahre alte Pkw-Fahrerin öffnete die Fahr-
ertür und entschuldigte sich überschwänglich durch Gesten und Worte. Ich
hatte den Eindruck, dass sie vielleicht als Mutter in diesem Moment an
ihr/ihre eigenes/eigenen Kind/er gedacht hat, das/die so in Gefahr geraten
wäre/n.
Aufnahme:22.05.2011
21
Radweg oder Radfahrstreifen: Ein unlösbarer Konflikt zwischen subjektiv ge-
fühlter und objektiv messbarer Sicherheit?... Die Unfälle geschehen an den Kreu-
zungen mit anderen Straßen und an Ein-/Ausfahrten wie z.B. den großen Lebensmittel-
märkten. Wer als Radfahrer dort auf dem Radweg fährt, muss damit rechnen, nicht ge-
sehen und daher angefahren zu werden. ... , unter: »http://www.adfc-
nrw.de/fileadmin/dateien/Aachen/for_download/Radweg_oder_ Radfahrstreifen.pdf«.
34
Bad Iburg (Donnerbrinksweg/Einmündung Äckernweg)
Ich kam aus dem Äckernweg und wollte nach links in den Donnerbrinks-
weg abbiegen (Regelung ,,rechts vor links"). Von links kam eine Pkw-
Fahrerin, die mit einer Geschwindigkeit von etwa 50 km/h auf den Ein-
mündungsbereich zusteuerte, obwohl sie mich als Vorfahrtsberechtigten
gesehen haben muss. Ich bin ziemlich forsch aber bremsbereit an den
Einmündungsbereich herangefahren, um die Pkw-Fahrerin auf meine Vor-
fahrtsberechtigung hinzuweisen. Diese setzte aber ihre Geschwindigkeit
unvermindert fort und regte sich gestenreich auf, weil ich erst kurz vor der
Einmündung bremste und anhielt.
Aufnahme: Juni 2011
Blick vom Äckernweg in Richtung Donnerbrinksweg
Diese Verkehrsregelung ,,rechts vor links" wird übrigens häufig von Kfz-
Führern/-Führerinnen missachtet. Es passiert immer wieder, dass diese mo-
torisierten Verkehrsteilnehmer/innen mit hohen Geschwindigkeiten über
solche Einmündungsbereiche ,,brettern" und mich als von rechts kommen-
den Radfahrer gar nicht beachten oder darauf vertrauen, dass ich bremse
bzw. anhalte.
35
Manchmal bin ich versucht, bei solchen und anderen gravierenden Fehl-
verhalten die Faust auszustrecken oder sonst hinweisende Zeichen zu geben
es bleibt aber grundsätzlich beim ,,gedanklichen Versuch".
Elte, Saerbecker Straße (B 475)/Einmündung ,,Zum Forellenhof"
Aufnahme: 20.08.2011
Blick vom ,,Zum Forellenhof" in Richtung Saerbecker Straße (B 475)
Ich befuhr den Radweg der Saerbecker Straße aus Richtung Saerbeck bzw.
Emsdetten kommend in Richtung Elte. Aus der Straße bzw. dem Weg
,,Zum Forellenhof" kam der Fahrer eines Geländewagens, der rücksichtslos
den Radweg überquerte und mir die Vorfahrt nahm. Das annähernden Kfz
nahm ich durch das Motorgeräusch wahr und konnte so noch rechtzeitig
abbremsen.
Dem Kfz-Führer war die Sicht nach links durch hohen Maisbewuchs kaum
bis gar nicht möglich, sodass er sich dem Radweg wesentlich vorsichtiger
hätte annähern müssen.
36
Hoch stehender Mais, der an Radwege oder Straßenränder angrenzt, ist ei-
ne große Gefahr für Radfahrer/innen, weil sich Kfz-Führer/innen an sol-
chen Gefahrenstellen nicht selten gedankenlos bis rücksichtslos verhalten.
22
Am 20.08.2011 war ich in Elte, um u.a. das Foto auf der Vorseite zu ma-
chen. ,,Mais über Mais" rund um Elte. Der Maisanbau wirkt sich nicht nur
negativ auf die Verkehrssicherheit, sondern auch auf das Landschaftsbild
und die Vielfalt des Ackerbaus aus (vgl. Ausführungen zu Kapitel 16 Er-
neuerbare bzw. regenerative Energien und zu Kapitel 17 Kulturen und
Monokulturen).
22
Zwei Radfahrer tot auf dem Wirtschaftsweg meterhoher Mais Wie konnte es
am Donnerstagnachmittag 4.11.2010 zu dem tragischen Geschehen kommen? Nach
Einschätzung der Polizei spricht jedoch einiges dafür, dass der Kraftfahrer die Vorfahrt
der beiden Radfahrer missachtet hat. Sie gehen zudem davon aus, dass das hochstehen-
de Maisfeld eine Rolle gespielt haben muss es schränkte die Sicht aller Beteiligten
erheblich ein. ... (Freiburg-Schwarzwald.de Endingen am Kaiserstuhl, unter:
»http://www.frsw.de/endingen1.htm#Zwei%20Radfahrer%20tot%20auf%20dem%20
Wirtschaftsweg%20%20meterhoher%20Mais«.
37
Müssingen-Einen, Kreuzungsbereich
Einener Straße/Bartholomäusstraße/Velsener Straße
Aufnahme: 29.06.2011
Eine Pkw-Fahrerin überquerte in forscher Fahrweise die vorfahrtsberech-
tigte Einener Straße (L 548), achtete nur auf den kreuzenden Kraftfahr-
zeugverkehr und nahm mir als Radfahrer auf dem rot markierten Radweg
brutal die Vorfahrt.
Glandorf, Ortsmitte
Ich befuhr die Straße ,,Am Thie" Richtung Münsterstraße. In Höhe des
nicht ausgeschilderten ,,Kreisels"
23
kam für mich von links eine Pkw-
Fahrerin, die rasant mitten über den ,,Kreisel" auf den SCHLECKER-
Parkplatz zusteuerte und mir gedanken- bis rücksichtslos die Vorfahrt
23
... 4. Kleine Rondelle mit ebenso kleinen Mittelaufbauten, an denen weder Zeichen
205 noch Zeichen 215 steht. Man findet sie hauptsächlich in sehr verkehrsarmen Stra-
ßen in Wohngebieten; sie dienen der Verkehrsberuhigung. Da überhaupt kein Verkehrs-
zeichen die Vorfahrt regelt, gilt dort rechts vor links. Streng genommen sollte man in
diesem Fall auch nicht »Kreisverkehr« sagen. Es sind im Grunde »ganz kleine Kreu-
zungen mit einer Insel in der Mitte«. ... , unter: »http://www.fahrtipps.
de/frage/kreisverkehr-vorfahrt.php«.
38
nahm. Ich musste stark abbremsen, um nicht auf der Motorhaube des Pkw
zu landen. Als ich mich von dem Schreck erholte, stieg die Frau aus dem
Pkw und sagte ,,Entschuldigung".
Aufnahme: 23.05.2011
Bockhorst (Dissener Str./Einmündung Dorfstr.)
Ich nutzte den Zweirichtungsradweg
24
entlang der Dissener Straße. Aus der
Dorfstraße kam von links ein Pkw-Fahrer, der mich als Radfahrer gar nicht
beachtete. Ich hatte mein Tempo bereits reduziert, weil an solchen ,,Ecken"
immer besondere Gefahren für Radfahrer drohen. Es wäre zum Zusammen-
stoß gekommen, wenn ich gedankenlos auf dem Radweg unterwegs gewe-
sen wäre. Der Pkw-Fahrer anschließend in der gleichen Richtung wie ich
24
Linke Radwege Die Benutzung von in Fahrtrichtung links angelegten Radwegen
ist mit besonderen Gefahren verbunden und deshalb aus Gründen der Verkehrssicher-
heit grundsätzlich nicht erlaubt. Es sei denn, der Radweg ist durch Z 237, 240 oder 241
in Gegenrichtung freigegeben. ... An Kreuzungen und Einmündungen sowie an ver-
kehrsreichen Grundstückszufahrten sind der abbiegende Kraftfahrzeugverkehr auf der
Vorfahrtstraße sowie der Fahrzeugverkehr auf der untergeordneten Straße durch Zusatz-
schilder auf die besonderen Gefahren eines neben der durchgehenden Fahrbahn verlau-
fenden und zu kreuzenden Zweirichtungsradwegs aufmerksam zu machen. ... , unter:
»http://www.nordgruppe-berlin.de/StVO-Radwege.php«.
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unterwegs kurbelte im Vorbeifahren die Seitenscheibe herunter und ent-
schuldigte sich für sein Fehlverhalten.
Aufnahme: 22.05.2011
Brutale Rücksichtslosigkeit
zwischen Georgsmarienhütte und Hagen a.T.W.
Auf dem Rückweg von einer längeren Tour (,,Venner Moor", siehe ,,Kapi-
tel 9 Naturschutzgebiete/Renaturierungen ...") befuhr ich am 16.09.2011
den Zweirichtungsradweg der Hüttenstraße aus Richtung Georgsmarienhüt-
te in Richtung Hagen (L 95), um in Höhe eines Transformatorenhauses
nach links in die Heggestraße abzubiegen. Auf der Heggestraße näherte
sich Richtung L 95 mit hoher Geschwindigkeit der Fahrer eines blaufarbe-
nen BMW Touring. Ich konnte das Kfz gut erkennen und ging davon aus,
dass mich der Führer dieses Kfz auch sehen würde. Falsch gedacht, denn
der BMW-Fahrer ,,bretterte" völlig rücksichtslos nach rechts auf die L 95.
Als er mich hinter dem Transformatorenhaus hervorkommen sah, musste er
mit einem Schlenker nach links ausweichen. Weil ich das Unheil kommen
sah, hatte ich zum Glück mein Tempo erheblich gedrosselt, sonst würde ich
diesen Vorfall heute (18.09.) wahrscheinlich nicht schreiben können. Ich
war so erbost, dass ich dem Fahrer ausnahmsweise die geballte Faust ge-
zeigt und ein Schimpfwort hinter ihm her gerufen habe.
40
Das entsprechende Foto wurde ein paar Tage später aufgenommen.
Aufnahme: 23.09.2011
L95/Einmündung Heggestraße
Über dem Verkehrsschild ,,Vorfahrt gewähren" (Zeichen 205) befindet sich
ein Zusatzschild ,,Kreuzender Radweg von links und rechts" (siehe Foto-
ausschnitt).
Weiterhin ist der Radweg im Einmündungsbereich rot markiert.
Leider konnte ich das Kennzeichen nicht ablesen, ansonsten hätte ich An-
zeige bei der Polizei erstattet, denn dieser Kfz-Führer hat sich grob ver-
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