Inhaltsverzeichnis
1 Schutzgebiete in Nepal. 3
2 Annapurna Conservation Area. 5
3 Sagarmatha (Mount Everest) Nationalpark. 10
4 Schlussfolgerungen zur Situation indigener Völker in Schutzgebieten in Nepal 12
Literaturverzeichnis 13
1 Schutzgebiete in Nepal
Der erste Nationalpark des Landes (Chitwan) wurde 1973 gegründet. Aktuell gibt es insgesamt 19 verschiedene Schutzgebiete aus 4 verschiedenen Kategorien in Nepal: 9 Nationalparks, 3 Wildlife Reserves, 1 Hunting Reserve und 6 Conservation Areas (Website des Department of National Parks and Wildlife Conservation). Ich möchte nun zur Erinnerung nochmals kurz die Schutzgebietkategorien der IUCN auflisten: I. a) Strict Nature Reserve b) Wilderness Area
II. National Park (Bsp. Sagarmatha National Park) III. Natural Monument
IV. Habitat/Species Management Area (Bsp. Annapurna Conservation Area) V. Protected Landscape/Seascape VI. Managed Resource Protected Area
Auf die Beispiele Sagarmatha National Park der Kategorie II und Annapurna Conservation Area der Kategorie IV möchte ich im Hauptteil dieser Arbeit genauer eingehen. In Nepal gibt es eine Vielzahl indigener Völker, wobei hier schlecht zwischen Kasten, Ethnien und religiösen Gruppen differenziert werden kann, da es fließende Übergänge gibt. In Nepal werden mindestens 92 verschiedene Sprachen gesprochen (Erni 2008), wobei der Wissenschaftler Arjun Prasad Acharya sogar von 120 lebendigen (Mutter-)Sprachen ausgeht. Schätzungsweise 40 - 50 % der Bevölkerung Nepals hat indigene Wurzeln, offizielle Statistiken nennen eine geringere und indigene Quellen eine größere Zahl. Indigene Völker werden trotz der starken Präsenz in Nepal noch immer marginalisiert und ihre Bedürfnisse werden von der Regierung nicht entsprechend anerkannt. In Nepal leben etwa 30 Millionen Menschen, wobei der Großteil der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebt (also im primären Sektor arbeitet). In den letzten Jahren gab es hierbei allerdings eine Verschiebung von der reinen
Subsistenzlandwirtschaft hin zu einer teilweise kommerziell orientierten Landwirtschaft, da die notwendigen Lebensmittel des täglichen Bedarfs oft nicht mehr allein durch die Subsistenzwirtschaft erarbeitet werden können.
Zu den allgemeinen gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen Nepals ist auf einige Reformen und politische Umstände hinzuweisen. Einerseits gab es den Forest
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Nationalisation Act (1957) bzw. dessen Erweiterung, den Land Reform Act (1964), welcher viele negative Konsequenzen für indigene Gemeinschaften hatte, denn kommunale indigene Landrechte wurden aufgehoben, was zu einer Vertreibung der Gemeinschaften von ihren Ländereien führte. Diese Gebiete wurden dann von dominanten Hindukasten (z.B. Chetri) übernommen (vgl. Erni 2008). Mit dem National Park and Wildlife Conservation Act von 1973 wurde festgelegt, dass keine permanente Besiedelung in Nationalparks erlaubt ist. Es kam zu Umsiedlungen von Dörfern aus Nationalparks (vgl. Stevens 1997). Hierbei ist allerdings zu sagen, dass im Sagarmatha National Park auf diese Regelung Rücksicht genommen wurde und die 36 Gemeinden sozusagen als „Inseln“ aus dem Nationalparkgebiet ausgeschlossen wurden, um eine eigenständige Entwicklung zu garantieren.
Die Regelungen aus den jeweiligen Akten wurden in den Nationalparks und wildlife reserves von der nepalesischen Armee durch sogenannte „protection units“ umgesetzt, so auch im Sagarmatha National Park (Stevens 1997). Es gab ein starkes Eingreifen in den Lebensraum indigener Gemeinschaften, wie zum Beispiel das Verbot von Brandrodung als Teil des Ökosystem-Managements sowie die Illegalisierung anderer Nutzungsmethoden natürlicher Ressourcen (ebda.). Mit dem NFDIN Akt (National Foundation for Development of Indigenous Nationalities) sollten indigene Völker legal definiert und identifiziert werden, jedoch wurde nicht auf ihre (Menschen-)Rechte eingegangen (Erni 2008). Auch mit dem 20 Punkte Abkommen zwischen Regierung und indigenen Völkern, das 2007 erstellt wurde, gab es leider keine Verbesserung bezüglich wichtiger Anliegen der indigenen Gemeinschaften, das Selbstbestimmungsrecht wurde beispielsweise nichtmals erwähnt. Auch eine direkte Repräsentation in der Constituent Assembly wurde den indigenen Gemeinschaften verwehrt (ebda.). 2007 begann der Prozess der Erarbeitung einer neuen Verfassung, bei der indigene Völker teilnehmen sollten und in der ihnen das Recht auf soziale Gerechtigkeit sowie spezielle Maßnahmen im Bereich Bildung und Beschäftigung zugestanden werden sollten (ebda.). Die Umsetzung der Verfassung war jedoch stark abhängig von den jeweiligen Machthabern. Im Jahr 2007 unterzeichnete Nepal die ILO Konvention 169, aber auch andere Menschenrechtsinstrumente wie der WSK-Pakt, der Zivilpakt, der Pakt gegen rassistische Diskriminierung, die Kinderrechtskonvention sowie die Biologische Diversitäts Konvention wurden von Nepal bereits zuvor unterzeichnet (Erni 2008).
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Arbeit zitieren:
B.A. Michaela Harfst, 2010, Nationalparks und Schutzgebiete in Nepal, München, GRIN Verlag GmbH
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