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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die sozialen Strukturen der deutschen Stadt im
Hochmittelalter zur Zeit der Salier und Staufer
2.1 Städteklassen nach Bevölkerungszahlen im
Sp ätmittelalter 4
2.2 Die Entwicklung der Stadt im
Hochmittelalter 5
2.3 Die sozialen Strukturen der Stadt 8
2.3.1 Die städtische Oberschicht 9
2.3.2 Die städtische Mittelschicht 10
2.3.3 Die städtische Unterschicht 11
2.3.4 Die sozialen Randgruppen 12
3. Zusammenfassung 14
4. Literaturangaben 15
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1. Einleitung
Die Stadt im engeren Sinne als demografische Einheit im Hochmittelalter, das heißt im zwischen 10. und 13. Jahrhundert ist nur schwerlich mit der heutigen Definition von Stadt anhand der Einwohnerzahl gleichzusetzen. So wird heutzutage in der Stadtdemografie nach Einwohnerzahlen in verschiedene Formen von Städten differenziert, beginnend mit der Landstadt mit einer Einwohnerzahl von unter 5 000. Darauf folgt die Kleinstadt mit einer entsprechenden Einwohnerzahl von mindestens 5 000 und maximal 20 000 Einwohnern, die Mittelstadt mit 20 000 bis 100 000 Einwohnern und die typische Großstadt mit mehr als 100 000 Einwohnern. Städte mit über 1 000 000 Einwohnern gelten dabei als Welt- oder Millionenstadt. Für das Hochmittelalter sind allerdings gesicherte Zahlen bezüglich der Einwohnerzahlen der Städte aufgrund der langen Zeit und möglicherweise problematischen Quellenlage gewiss schwer nachvollziehen. Evident erscheint dabei jedoch, dass sich der Definitionsrahmen einer Stadt anhand ihrer Einwohnerzahl sicherlich deutlich nach unten bewegen muss, um den Strukturen einer mittelalterlichen Stadt gerecht werden zu können. Konsequenterweise konnte eine mittelalterliche Großstadt kaum eine Einwohnerzahl von über einer Million haben. Insgesamt beschäftigt sich diese Hausarbeit mit den sozialen Strukturen der Stadt im hochmittelalterlichen deutschsprachigen Territorium zur Zeit der Salier und Staufer. Begonnen wird mit einer Klassifikation der mittelalterlichen Stadt anhand ihrer Einwohnerzahlen. Darauf folgt eine überblicksartige Darstellung der Entwicklung der Stadt im Hochmittelalter auf deutschsprachigem Territorium, deren Ursachen und Konsequenzen. Darauf basierend folgt nun der eigentliche Hauptteil dieser Arbeit mit der Analyse der Bevölkerungsstrukturen der hochmittelalterlichen Stadt mit dem Schwerpunkt derer sozialer Strukturen. Dazu werden die Einwohner der mittelalterlichen in vier soziale Gruppen differenziert und deren Stellung im städtischen Leben genauer zu analysieren versucht.
Am Ende folgt ein kurzes Fazit, verbunden mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse dieser Arbeit.
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2. Die sozialen Strukturen der deutschen Stadt im Hochmittelalter zur Zeit der Salier und Staufer
2.1 Städteklassen im Spätmittelalter nach Bevölkerungszahlen
Zu Beginn der Analyse der sozialen Strukturen der mittelalterlichen Stadt wird nun mit einer Klassifikation von Stadttypen anhand ihrer Einwohnerzahlen begonnen, um sich zu Allererst einen Überblick über die zahlenmäßige Verteilung der Einwohner auf verschiedene Stadttypen des Mittealters verschaffen zu können. Der schweizerische Historiker und Archivar Hektor Amman schlägt hierzu folgende Klassifikation deutscher Städte nach Einwohnerzahlen vor, allerdings im Bezug auf das Spätmittelalter, das heißt die Zeit von 1250 bis 1500 vor, was für die in dieser Arbeit betrachtete Zeit der Salier und Staufer nur sekundäre Bedeutung haben könnte. Insgesamt gab es im Spätmittelalter laut Ammann rund 4 000 Städte. 1 Als kleinste mögliche Stadt mit aus heutiger Sicher dörflichem Charakter nennt Ammann die Zwergstadt mit weniger als 200 Einwohnern. Darauf folgen drei Klassen der Kleinstadt, die kleine Kleinstadt mit 200 bis 500 Einwohnern, die mittlere Kleinstadt mit 500 bis 1 000 Einwohner und die ansehnliche Kleinstadt mit 1 000 bis 2 000 Einwohnern. Allein diese Unterkategorien der Kleinstadt machten zwischen den Jahren 1250 und 1500 laut Ammann circa 94,5 Prozent der Städte des ausgehenden Mittelalters aus. Beispiele für solche Kleinstädte unter 2 000 Einwohner sind Essen, Marburg, Friedberg oder Butzbach.
Weiterhin gab es Mittelstädte mit etwa fünfprozentigem Anteil an der Gesamtzahl der Städte, die sich in kleine Mittelstädte mit 2 000 bis 5 000 Einwohner und größere Mittelstädte mit 5 000 bis 10 000 Einwohnern einteilen lassen. Ammann beziffert die Zahl der Mittelstädte auf ungefähr 200. 2
Zu den Großstädten des ausgehenden Mittealters gehörten Städte wie Köln mit 40 000 Einwohnern, das damals größte Stadt des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation war. Allerdings beginnt die Klassifikation als Großstadt bereits mit Städten über
1 Gerd Althoff, Oliver Auge, Matthias Becher, Letha Böhringer, Jens Brauer, Enno Bünz: Oldenbourg
Geschichte Lehrbuch Gesamtausgabe: Mittelalter, München, 2009, S. 231.
2 Ebd.
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10 000 Einwohner wie Frankfurt am Main, von denen es auf deutschem Boden 26 gab und lediglich 0,5 Prozent der Gesamtzahl der Städte ausmachten. 3 Des Weiteren gab es bereits im ausgehenden Mittelalter auch so bezeichnete Weltstädte mit mehr als 50 000 Einwohnern wie Paris, Gent, Brügge oder Mailand, allerdings nicht direkt auf deutschem Territorium.
Insgesamt betrug der Anteil der Stadtbevölkerung an der Gesamtbevölkerung in West-und Mitteleuropa 20 bis 25 Prozent von insgesamt circa 50 bis 60 Millionen Einwohnern. Auf deutschem Territorium lag die Zahl der Stadtbewohner im Jahre 1330/40 bei etwa sieben Millionen. 4
2.2 Die Entwicklung der Stadt im Hochmittelalter
Am Ende der Antike und dem Beginn des frühen Mittelalters um das fünfte und sechste Jahrhundert herum verloren die einst so wichtigen und prunkvollen Städte der Römer ihre Bedeutung, da den Germanen die möglichen Vorzüge des Lebens in der Stadt noch unbekannt waren und diese bis dahin in überwiegend dörflichen Strukturen gelebt haben. Die noch existierenden Römerstädte wie Köln waren somit im Begriff eines langsamen Verfallsprozesses oder wurden in Verbindungen mit der allmählichen Christianisierung Mitteleuropas, die im Hochmittelalter ihren Höhepunkt erreichte, zu Bischofssitzen und überdauerten das Frühmittelalter. 5 Zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert begann auf deutschem Boden eine Art „Boom“ im Städtebau. Zum Einen wurden in der Mitte des 12. Jahrhunderts über 200 Städte wie Freiburg im Breisgau 1120 oder Lübeck 1143 gegründet, weiterhin das urbane Siedlungsgebiet weiter gen bisher eher dünn besiedelten Osten ausgedehnt. Ein Beispiel hierfür könnte die Gründung Leipzigs zwischen 1160 und 1170 sein. 6 Diese Wiederbelebung der städtischen Kultur ab dem 10. Jahrhundert, die ihre Blütezeit im 13. und 14. Jahrhundert erreichte, hatte mannigfaltige Gründe: Einerseits gab es durch das so genannte mittelalterliche Klimaoptimum, bedingt durch relativ lange und warme Sommer, verbunden mit einer langen Vegetationsperiode und kalten,
3 Gerd Althoff, Oliver Auge, Matthias Becher, Letha Böhringer, Jens Brauer, Enno Bünz: Oldenbourg
2009: S. 231
4 Ebd. S.230 ff.
5 Albrecht Sellen: Geschichte 1 kurz und klar, Auer Verlag GmbH, Donauwörth, 4. Auflage, 2008, S.102-
105.
6 Maike Vogt-Lüerssen: http://www.kleio.org/de/geschichte/alltag/kap_VII1.html (Stand: 05.09.11)
Arbeit zitieren:
Tobias Molsberger, 2011, Die Stadt im Mittelalter , München, GRIN Verlag GmbH
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