Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis: 3
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis: 3
1. Einführung. 4
2. Analyse der Nachfrageseite im Pflegesektor 5
2.1 Demographie und ihre statistischen Entwicklungen 5
2.2 Demographischer Wandel 6
2.3 Pflegebedarf in Deutschland 7
2.4 Nomineller Pflegebedarf in Deutschland 8
3. Analyse der Angebotsseite im Pflegesektor 10
3.1 Zeitliche Entwicklung des Erwerbspersonenpotentials im Pflegesektor 10
3.2 Ersatzdienstleistende im Pflegesektor 11
3.3 Beschäftigungsstruktur und personelle Entwicklungen im Pflegesektor 11
3.4 Der Pflegesektor im gesellschaftlichen Ansehen 13
4. Handlungsempfehlungen 14
4.1 Mitarbeitergewinnung durch Zuwanderung im Pflegesektor 14
4.2 Mitarbeitergewinnung durch Nachwuchsrekrutierung 16
4.3 Mitarbeiterbindung 17
4.3.1 Motivation 18
4.3.1.1 Anerkennung und Wertschätzung der eigenen Leistung 19
4.3.1.2 Arbeitszeitgestaltung 22
4.3.2 Betriebliche Gesundheitsförderung 22
5. Schlussbetrachtung 24
6. Literaturverzeichnis: 26
2
Abkürzungsverzeichnis:
BPA = Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. bzw. = beziehungsweise MAB = Mitarbeiterbindung Mio. = Millionen Vgl. = vergleiche StatBA = Statistisches Bundesamt
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis:
Abbildung 1 Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland am 31. Dezember 1910 6
Abbildung 2 Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland am 31. Dezember 2050 7 Abbildung 3 Zeitreihe Pflegebedürftige nach Versorgungsart im Zeitraum 1999-2009 9 Abbildung 4 Zeitreihe Erwerbspersonen in der Pflegebranche im Zeitraum 1999-2009 10 Abbildung 5 Ausbildungsplätze in der Krankenpflege 12 Abbildung 6 Häufigkeiten von Tätigkeiten mit Belastungen der Wirbelsäule 23
3
1. Einführung
Schlägt man am Morgen die Tagespresse auf oder sieht man am Abend die Nachrichten, so wird der Zuschauer nahezu täglich mit Begriffen wie demographischem Wandel der Bevölkerung, überalternde Gesellschaft und akuter werdenden Pflegenotstand konfrontiert. Doch wie passen diese Begriffe zueinander und gibt es einen Zusammenhang mit dem immer akuter werdenden Fachkräftemangel?
Die demographische Entwicklung ist ein aktuelles Thema, welches Wissenschaft und Praxis gleichermaßen beschäftigen. Die Bevölkerungsveränderung führt dazu, dass es in Zukunft in Deutschland mehr ältere Menschen geben wird, die im Pflegefall versorgt werden müssen. 1 Dafür müssen zeitgleich mehr Fachkräfte beschäftigt werden, um die steigende Zahl der Pflegebedürftigen zu bewältigen. 2 In Zeiten von einer sinkenden Bevölkerungszahl und immer älter werdenden Menschen besteht die Schwierigkeit im Pflegesektor (sowohl in der Alten- und Krankenpflege) neue Mitarbeiter zu gewinnen und die bereits Beschäftigten an das Unternehmen zu binden. Diese Herausforderung steht im Zentrum der vorliegenden Arbeit. Im ersten Schritt wird die demographische und statistische Entwicklung vorgestellt. Die Arbeit befasst sich im Kapitel 2 mit dem aktuellen und zukünftigen Pflegebedarf in Deutschland. Im Kapitel 3 werden die demographischen Auswirkungen auf das Angebot an Pflegekräften untersucht. Hierbei stehen die statistischen Entwicklungen, die Beschäftigungsstruktur sowie das gesellschaftliche Ansehen der Pflegeberufe im Vordergrund. Das Ziel dieser Arbeit ist es im Kapitel 4 den Unternehmen Handlungsempfehlungen zu geben, um den drohenden Fachkräftemangel in Zukunft gegenübertreten. Es werden Handlungsalternativen zur Mitarbeitergewinnung aufgezeigt und Empfehlungen gegeben, wie bereits beschäftigte Fachkräfte weiterhin im Unternehmen gebunden können. Abschließend wird im Kapitel 5 ein Resümee gezogen.
1 Zeman 2007, S. 1
2 Enste 2010, S. 3
4
2. Analyse der Nachfrageseite im Pflegesektor
2.1 Demographie und ihre statistischen Entwicklungen
Der Begriff Demographie setzt sich aus den altgriechischen Worten demos (Volk) und graphein (schreiben) zusammen. In diesem Zusammenhang wird auch von einer Volksbeschreibung bzw. Bevölkerungslehre gesprochen. 3
In Deutschland hat das Statistische Bundesamt, im Folgenden mit StatBA abgekürzt, die Aufgabe „laufend Daten über Massenerscheinungen zu erheben, zu sammeln, aufzubereiten, darzustellen und zu analysieren“. 4 Diese Informationen sollen verschiedenen Personengruppen u.a. Politik, Verwaltung, Wirtschaft zur Verfügung gestellt werden. 5 „Durch die Ergebnisse […] werden gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Zusammenhänge für Gesellschaft, Wissenschaft und Forschung aufgeschlüsselt“. 6
Seit erstmaliger Erfassung der Daten im Jahr 1871 untersucht das Statistische Bundesamt in diesem Zusammenhang die demographischen Entwicklungen in Deutschland. Zu Beginn der Erfassung durch das StatBA übertrafen die Geburtenzahlen stets die Anzahl der Todesfälle, so dass man nicht von einem demographischen Wandel sprechen konnte. Zu dieser Zeit konnte auch die graphische Struktur der Altersverteilung in Form einer Pyramide vorgenommen werden. Häufig spricht man in diesem Zusammenhang auch von der sogenannten Alterspyramide, welche in Abbildung 1 dargestellt wird. 7
3 Demographischer Wandel und Beschäftigung - Plädoyer für neue Unternehmensstrategien - Die gesell-
schaftliche Realität: demographischer Wandel und Arbeitswelt 2005, S. 13
4 § 1 Bundesstatistikgesetz
5 Aufgaben des StatBA, Auszug Homepage
6 § 1 Bundesstatistikgesetz
7 Demographischer Wandel und Beschäftigung - Plädoyer für neue Unternehmensstrategien - Die gesell-
schaftliche Realität: demographischer Wandel und Arbeitswelt 2005, S. 13
5
8 Abbildung 1: Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland am 31. Dezember 1910
2.2 Demographischer Wandel
Das Bild der Alterspyramide veränderte sich bis 1970 nicht. In den 1960er Jahren wurden hohe Geburtenraten verzeichnet. 1964 war mit 1,4 Millionen Geburten ein absolutes „Baby-Boom-Jahr“ 9 . Die Geburtenrate lag mit 2,5 Kindern je Frau auf einem Höchststand 10 . Nach Einführung der Antibabypille im darauffolgenden Jahrzehnt veränderte sich die Struktur der Alterspyramide. Im Jahr 2009 lag die Geburtenrate bei 1,36 Kindern je Frau 11 . Man begann von einem demographischen Wandel zu sprechen. Eine weitere Ursache für diese Veränderung war abgesehen von der Antibabypille die gestiegene Lebenswartung des Menschen. Neben medizinischen Weiterentwicklungen, verbesserter Hygiene und bewusster Ernährung spielte auch die gesellschaftliche Einstellung gegenüber einem Kind eine bedeutende Rolle.
In der Fachwelt spricht man bei der graphischen Form des Altersaufbaus von einem „Pilz“ 12 . Abbildung 2 zeigt diese Form der Bevölkerungsentwicklung.
8 StatBA Bevölkerung Deutschlands bis 2060, 2009 S. 15
9 StatBA Geburten in Deutschland 2007, S. 8
10 Demographischer Wandel und Beschäftigung - Plädoyer für neue Unternehmensstrategien - Die gesell-
schaftliche Realität: demographischer Wandel und Arbeitswelt, S. 13
11 StatBA Pressemitteilung Nr. 414 12.11.2010
12 Demographischer Wandel und Beschäftigung - Plädoyer für neue Unternehmensstrategien - Die gesell-
schaftliche Realität: demographischer Wandel und Arbeitswelt, S. 13
6
Abbildung 2: Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland am 31. Dezember 2050
Prognosen des StatBA zufolge ist damit zu rechnen, dass bis zu dem Jahre 2030 die Bevölkerung in Deutschland auf 77 Millionen Menschen schrumpfen wird. Dies entspricht einem Rückgang von rund 5 Millionen. 14 Denkbare Folgen könnten „leer stehende Läden, unbewohnte Häuser und nicht mehr genutzte Schulen und Kirchen“ sein. 15 Demographischer Wandel bedeutet vor allem, dass Menschen älter werden und die Bevölkerungszahl abnimmt. 16 Auswirkungen auf das Angebot und die Nachfrage an Pflegekräften sind unausweichlich. Im Ergebnis wird „der Bedarf an Gesundheit(dienst)-leistungen […] aufgrund der demographischen Entwicklung [und] der damit verbunden Zunahme älterer […] und pflegebedürftiger Menschen weiter steigen“. 17
2.3 Pflegebedarf in Deutschland
Im Folgenden soll auf die Pflegesituation in Deutschland eingegangen werden. Dazu soll die Entwicklung von 1999 bis 2009 dargestellt und eine Prognose aufgestellt werden, welche Folgen der demographische Wandel für den Pflegebedarf in Deutschland hat.
13 StatBA Bevölkerung Deutschlands bis 2060 2009, S. 15
14 Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Demographischer Wandel in Deutschland, Heft 1 2001,
S. 8
15 Eichert, S. 23
16 Zeman 2007, S. 1
17 Richter 2006, S. 1
7
Um den Pflegebedarf ermitteln zu können, muss zunächst geklärt werden, wer als pflegebedürftig einzustufen ist. „Pflegebedürftig […] sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße (§ 15) der Hilfe bedürfen“. 18 Eine genauere bzw. altersspezifische Definition der Pflegebedürftigkeit gab François Höpflinger auf dem 4. Zürcher Gerontologietag im Oktober 2003: „Pflegebedürftig sind jene älteren Menschen, welche aufgrund körperlicher, sensorischer und/oder kognitiver Einschränkungen nicht mehr in der Lage sind, den normalen Alltag selbstständig zu bewältigen“. Die Ursachen liegen unter anderem in Gehschwierigkeiten, in Seh- oder Höreinschränkungen sowie in der Multimorbidität. 19 Unter Multimorbidität wird das gleichzeitige Auftreten mehrerer Erkrankungen verstanden. Sie betrifft fast ausnahmslos alle Menschen in höherem Lebensalter. 20
2.4 Nomineller Pflegebedarf in Deutschland
Die in Abschnitt 2.4 genannten Auswirkungen auf dem Pflegesektor werden seit dem Jahr 1999 im Zweijahresrhythmus für Deutschland in der Pflegestatistik von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder erfasst. Nach Angaben des StatBA waren 2009 2,34 Mio. Menschen pflegebedürftig. 21 69% dieser Personengruppe wurden durch Angehörige und in Zusammenarbeit mit einem ambulanten Pflegedienst zu Hause versorgt. Man spricht hierbei auch von familiärer oder informeller Pflege. In Zahlen ausgedrückt wurden 1,07 Mio. Pflegebedürftige durch Angehörige und 555.000 gemeinsam mit Pflegediensten betreut. Vollstationäre Pflegeeinrichtungen vorsorgten 717.000 Menschen. 22 Ausgehend von einer Bevölkerungszahl von 82 Mio. entspricht der Anteil der Pflegebedürftigen einem Prozentwert von 2,85. 23
18 § 14 Sozialgesetzbuch XI
19 Richter 2006, S. 1
20 www.medizinerinfo.de
21 StatBA Pflegestatistik 2009, S. 6
22 Ebd. S. 4
23 Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Demographischer Wandel in Deutschland, Heft 1 2001,
S. 21
8
Arbeit zitieren:
Marcel Pansegrau, 2011, Fachkräftemangel im Pflegesektor - Ursachen und Handlungsempfehlungen, München, GRIN Verlag GmbH
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