Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 5
2. Definitionen 6
Lernen : 6
Lernbeeintr ächtigung: 6
Lernst örungen: 6
Lernbehinderung : 7
3. Analyse des Lernprozesses 8
Informationsverarbeitung: 8
Bereichsspezifisches Wissen: 8
Basiskompetenzen : 9
Überselektion: 9
Lernaktivit ät: 9
Motivation : 9
Handlungssteuerung : 9
4. Ursachen und Zusammenhänge 11
Mangelndes Selbstwertgefühl : 11
Wendepunkte im Leben eines Kindes: 12
Soziale Herkunft : 12
Geschlecht : 12
Intelligenz: 12
5. Auswirkungen 13
Gef ühle beim Lernen: 13
Motivation : 13
Selbsteinsch ätzung: 13
Selbstakzeptanz : 14
Empathie : 14
Soziale Fähigkeiten: 14
6. Hilfestellungen 15
Der falsche Weg: 15
Lernbegleitung : 15
St ärkung des Selbstbewusstseins : 16
Über Frustration hinweghelfen: 16
2
2
Schulp ädagogik: 16
Teilnehmende Beobachtung: 17
Fehleranalyse : 17
P ädagogisches Tagebuch: 18
F örderunterricht: 18
Binnendifferenzierter Förderunterricht: 18
Extern differenzierter Förderunterricht während der Unterrichtszeit: 18
Zus ätzlicher schulischer Förderunterricht: 18
Au ßerschulischer Förderunterricht: 19
F örderziele: 19
Auswahl der Lernaufgaben: 19
7. Lerntherapie 20
Diagnose : 20
Verhaltenstherapie: 20
Verhaltensaufbau: 20
Spieltherapie : 20
Musiktherapie : 21
Psychomotorisches Training: 21
Familientherapie : 21
Therapiekonzepte : 21
8. Exkurs: Legasthenie 22
Definition : 22
Erscheinungsformen : 22
akustische Erfassungsschwäche: 22
visuelle Wahrnehmungs und Speicherschwäche: 22
Leseschw äche: 22
Raumlagelabilit ät: 23
Ursachen : 23
Folgen : 23
Therapie : 23
Hilfsmittel : 24
9. Schluss 25
Literaturverzeichnis 26
3
3
Anhang ................................................................................................................................. ‐ 27 ‐
1. Einleitung
Im Rahmen des Seminarkurses „Soziale Kompetenz“ setze ich mich in der folgenden Seminararbeit mit der Frage auseinander, ob Kinder und Jugendliche, die in ihrem Lernen beeinträchtigt sind, sozial kompetent sind bzw. sein können.
Ich möchte untersuchen, wie diese Kinder und Jugendlichen lernen können, sozial kompetent zu sein, obwohl sie doch unter einer Lernstörung leiden bzw. wie sich ihre Lernstörung auf ihre sozialen Kompetenzen auswirkt, im positiven wie auch negativen Sinne.
Des Weiteren zeige ich Wege und Möglichkeiten auf, diese Beeinträchtigung zu bewältigen, beispielsweise in der Schule. Aber auch Eltern können ihren Kindern helfen. Außerdem gibt es einige psychotherapeutische Maßnahmen, die Lernstörung zu bekämpfen.
Ich habe mir dieses Thema ausgesucht, da ich der Meinung bin, dass immer mehr Schüler, z.B. auch an unserer Schule, Auffälligkeiten aufweisen. Diese drücken sich beispielsweise durch große Aufmerksamkeitsdefizite aus. Oftmals lässt sich auch ein Zusammenhang zwischen Lernstörungen und Verhaltensauffälligkeiten finden. Woher kommt es, dass nach meinem Empfinden immer mehr eine solche Störung aufweisen? Diese Überlegung hat mich auf dieses Thema gebracht. Deshalb befasst sich meine Ausarbeitung auch mit den Ursachen der Lernstörung, wodurch versucht werden soll zu erklären, woher die wachsende Zahl der lerngestörten Kinder kommt.
Aufgrund der Arbeitsökonomie befasse ich mich allerdings nicht mit Konzentrationsstörungen oder Aufmerksamkeitsdefiziten. Außerdem kann ich die Lese‐ Rechtschreibschwäche und die Dyskalkulie nicht behandeln, sondern ich beziehe mich auf Lernstörungen im Allgemeinen, gemäß meiner Definition. Demnach befasse ich mich nicht mit Lernbehinderungen, da dies zu umfangreich werden würde.
Zusätzlich mache ich einen kleinen Exkurs zur Legasthenie, um einen Überblick dieser besonderen Lese‐Rechtschreibschwäche zu geben. Dadurch möchte ich verdeutlichen, dass nicht unbedingt ein verringertes Intelligenzniveau vorliegt.
‐ 5 ‐
2. Definitionen 1
Lernen:
In der Psychologie wird Lernen wie folgt definiert: Es handelt sich um einen Lernprozess, der durch Erfahrungen entstandene, relativ andauernde Verhaltensänderungen beinhaltet, sodass man befähigt ist, situationsangemessen zu reagieren.
Lernen kann in 4 Lernphasen unterteilt werden:
1. die Vorbereitungsphase: Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Reizunterscheidung
2. die Aneignungsphase: Codierung/Verschlüsselung der Erfahrung, Speicherung im Gedächtnis
3. Erinnerungsphase: Abrufung, codiertes Material wird decodiert/entschlüsselt, Reaktion
In allen Phasen kann es zu Lern‐, Gedächtnis‐ und Erinnerungsstörungen kommen.
Lernbeeinträchtigung 2 :
Im Allgemeinen meint die Lernbeeinträchtigung Probleme im Erfüllen der Anforderungen auf Grund‐ und Hauptschulniveau, das gleichzeitig das Mindestniveau der schulischen Leistungen in der Gesellschaft darstellt.
Lernbeeinträchtigung ist aber auch der Überbegriff für Lernstörung und Lernbehinderung, die nebeneinander einzuordnen sind. Lernstörung meint die geringere, Lernbehinderung die stärkere Lernbeeinträchtigung.
Lernstörungen:
Lernstörungen sind Minderleistungen, die unter dem Begabungs‐ und Entwicklungsniveau liegen.
„Bei Lernstörungen bleibt der/die Lernende durch innere oder äußere Beeinträchtigungen weit unter der sonst möglichen Lernentwicklung zurück, so dass seine Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigt oder gefährdet ist.“ 3
Es wird unterschieden in:
1. totale Begabungsstörung: unzureichendes Intelligenzniveau
2. Teilleistungsstörungen: z.B. Legasthenie
3. Entwicklungsstörungen: z.B. Pubertätskrisen
4. sonstige Persönlichkeitsstörungen: z.B. Angst, Konzentrationsschwäche
5. Umweltstörungen: z.B. elterliche Fehlerziehung, Vorurteile des Lehrers
1 Vgl. (Redaktion) S.228‐232 2 Vgl. (Schröder) S. 80
3 (Matthes) S. 11
‐ 6 ‐
Lernstörungen können sich zu einer Lernbehinderung verfestigen und sind von einer solchen nicht immer abgrenzbar.
Lernbehinderung:
Lernbehinderung bedeutet eine deutliche Abweichung von den Leistungen der Altersnorm, da eine umfängliche und lang dauernde Beeinträchtigung des Lernvermögens ohne geistige Behinderung oder Intelligenzrückstand vorliegt. Eine Lernbehinderung muss nicht immer allumfassend sein, d.h. es können Lernschwierigkeiten auftreten, obwohl es auf anderen Gebieten zu Lernerfolgen kommt.
Zu den Ursachen zählen z.B. neurologische Dysfunktionen 4 , schwere psychische Belastungen und soziokulturelle Benachteiligungen.
Betrachtet man die Definitionen genauer, so lässt sich festhalten, dass eine Abgrenzung und Einordnung der Lernschwierigkeit schwer vorzunehmen ist. Meist kommt es zu Überschneidungen der Ursachen. Ich lasse in meiner Untersuchung die geistige Behinderung und den Intelligenzrückstand weitgehend außen vor und konzentriere mich auf innere und äußere Bedingungen und Ursachen. So gilt es zunächst einmal zu untersuchen, inwiefern der eigentliche Lernprozess eine Rolle spielt.
4 (Redaktion) S. 83 Def.: „Störung der normalen Abläufe im körperlichen und seelischen Geschehen.“
3. Analyse des Lernprozesses 5
Um den Lernprozess zu untersuchen, benötigt man ein Beobachtungs‐ und Untersuchungsmodell. Hierbei wird zweierlei untersucht: einerseits die Informationsverarbeitung und andererseits die Lernaktivität. Diese beiden Faktoren können eine Lernschwierigkeit hervorrufen, und zwar werden „Wissen und Fertigkeiten in den Lernbereichen und Basiskompetenzen“ zur Informationsverarbeitung und „Handlungssteuerung und [der] Motivation“ zur Lernaktivität gezählt. Die Abbildung zeigt eine Übersicht dieser Voraussetzungen.
Abbildung 1
Informationsverarbeitung:
Damit Lerninhalte behalten werden können, müssen Voraussetzungen der Informationsverarbeitung vorhanden sein. Zu diesen Voraussetzungen zählen u.a. das Sprachbewusstsein, die Raumlage‐Wahrnehmung und das Begriffsverständnis. Dadurch entsteht eine Abweichung von vorausgesetztem und vorhandenem Wissen. Die Informationsverarbeitung kann in zwei Bereiche eingeteilt werden:
Bereichsspezifisches Wissen:
Kinder, die unter einer Lernstörung leiden, haben aufgrund dieser eine geringe Wissensbasis und haben es schwer neues Wissen zu erlangen und zu speichern. Fertigkeiten wie z.B. Lesen und Schreiben sind unterentwickelt.
5 Vgl. (Matthes) S.24 6 (Matthes) S.24, Handlungsmodell
Arbeit zitieren:
Julia Hetzel, 2009, Lernstörungen überwinden, München, GRIN Verlag GmbH
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