Ich bin sonst nicht sehr geneigt zu kämpfen, wenigstens nicht mit anderen als mit mir selbst; davon aber darfst Du überzeugt sein, für diesen Glauben an den Sieg des Schönen will ich auf Tod und Leben kämpfen, und nichts in der Welt soll ihn mir entwinden.
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Glückseligkeit und Schönheit ………………….……..….….………… 3 Glückseligkeit ………………………………………..…..….….……….. 5 Schönheit …………………………………………………..….….……… 7 Ethik ………………………………………………………..…….………. 8 Freundschaft ………………………………………………..……..…… 11 Ästhetik der Existenz ………………………………………..………... 12 Zwei identische Philosophien ………………………………..…….... 15
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Glückseligkeit und Schönheit sind zwei Begriffe. Glückseligkeit und Schönheit sind auch zwei Philosophien: von Aristoteles und Wilhelm Schmid - eines antiken und eines zeitgenössischen Philosophen. Zwischen beiden liegen über 2300 Jahre Menschheitsgeschichte: die Geschichte der abendländischen Kultur.
Meine These ist, dass beide Philosophien identisch sind. Sie beschreiben meiner Meinung nach das gleiche Phänomen: das Leben. Beide Philosophien bieten dem Leben Orientierung an: mit einer großen V o r s t e l l u n g. Ihre Botschaft tragen sie in einem Wort: Glückseligkeit damals - Schönheit heute. Der einzige Unterschied ist für mich, dass sie ihre Begriffe aus zwei Welten nehmen: Glückseligkeit aus der ethischen Welt des Geistes und Schönheit aus der ästhetischen Welt der Sinne.
Das Wesentliche haben sie gemeinsam: Glückseligkeit und Schönheit stehen für Lebenskunst. Sie stehen für ein Leben, das oberflächlich und tief zugleich ist: ein Leben, in dem sich ethisches und ästhetisches Glück vereinen und in dem sich innere und äußere Schönheit zusammen verwirklichen. Sie sind die Ideale der Lebenskunst.
Wo auch immer die Frage nach dem eigenen Leben aufbricht, ist es das Anliegen einer Philosophie der Lebenskunst, die Suche des einzelnen Individuums nach einem bewusst gewählten Modus der Existenz zu unterstützen. 1
Auf die Frage: „Wie kann ich mein Leben führen?“ 2 antwortet Wilhelm Schmid mit „Philosophie als Lebenskunst“ 3 und gibt mit ihr eine Orientierung für die „ars vitae“ 4 , für die „Gestaltung des individuellen Lebens“ 5 : Schön ist das, wozu das Individuum Ja sagen kann. Vor diesem Hintergrund kann der grundlegende Imperativ der Lebenskunst formuliert werden, der jeden einzelnen Schritt des Individuums in den Horizont der Gesamtheit der Existenz stellt und nur vom Individuum selbst in Kraft gesetzt werden kann, ein existenzieller Imperativ: Gestalte dein Leben so, dass es bejahenswert ist. 6
Wilhelm Schmid sieht eine Antwort auf diese Frage auch in der Ethik von Aristoteles:
Aristoteles geht in seinem Buch „Nikomachische Ethik“ davon aus, dass es für jeden Einzelnen darauf ankommt, „ein Leben für sich zu wählen“, und als Ziel dieses Lebens erscheint das Gut, das die Eudaimonia ist, gewöhnlich mit „Glück“ übersetzt. […] Dessen Erkenntnis dient der Orientierung des individuellen Lebens und auch der Lebensführung im Rahmen der Gesellschaft, deren Zustand letztlich wiederum entscheidend für das individuelle Leben ist. 7
Schönheit und Glückseligkeit sind Antworten auf die große Frage der Gestaltung des Lebens und Orientierungen für „die immer gleichbleibende ursprüngliche menschliche Natur.“ 8 Sie sind die zentralen Begriffe zweier Lebensphilosophien, die den Sinn des Lebens auf dem gleichen Weg finden: Beide beschreiben das wesentliche Leben, das auch der griechische Dichter Theognis erkannte, denn „das einzige, was der Mensch braucht, ist Glück.“ 9
Glückseligkeit
Die Nikomachische Ethik von Aristoteles ist die erste Ethik der abendländischen Kultur. Sie beginnt mit den beiden Sätzen: Jede Kunst und jede Lehre, ebenso jede Handlung und jeder Entschluß scheint irgendein Gut zu erstreben. Darum hat man mit Recht das Gute als dasjenige bezeichnet, wonach alles strebt. 10
Die Nikomachische Ethik ist eine Ethik, die sich an einem Ziel (griechisch: télos) orientiert und sie ist darum eine teleologische Ethik. Ihr Ziel - télos - ist die Glückseligkeit (griechisch: eudaimonía ): Da also jede Erkenntnis und jeder Entschluß nach irgendeinem Gute strebt, wonach wird nach unserer Auffassung die politische Wissenschaft streben, und welches ist das oberste aller praktischen Güter? Im Namen stimmen wohl die meisten überein. Glückseligkeit nennen es die Leute ebenso wie die Gebildeten, und sie setzen das Gut-Leben und das Sich-gut-Verhalten gleich mit dem Glückseligsein. 11
Aristoteles differenziert die Güter, um die Glückseligkeit zu definieren: Wenn nun die Güter dreigeteilt werden, und zwar so, daß die einen äußere Güter genannt werden, die zweiten körperliche, die dritten seelische, so nennen wir die seelischen die eigentlichen und die hervorragendsten Güter. 12
Glückseligsein ist für Aristoteles ein seelisches Gut: „Richtig ist auch, daß das Ziel als Handlungen und Tätigkeiten bestimmt wird. Denn auf diese Weise gehört das Ziel zu den seelischen Gütern“ 13 und die Glückseligkeit ist „das Beste, Schönste und Erfreulichste“ […] „Denn all dies miteinander kommt
Arbeit zitieren:
Thomas Spreitzer, 2011, Glückseligkeit und Schönheit oder Aristoteles und Wilhelm Schmid, München, GRIN Verlag GmbH
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