„Die Gefühlslage des Zauberlehrlings in der gleichnamigen Ballade interpretieren und eine Vortragspartitur
I Analyseteil 1. Situationsanalyse
1.1 Rahmenbedingungen
Derzeit besuchen die Klasse 7a der Realschule Baden-Baden 28 Schülerinnen und Schüler, 13 Jungen und 15 Mädchen.
Das Fach Deutsch wird in der Klasse 7a in diesem Schuljahr vierstündig unterrichtet. In der Klasse herrschen seit Beginn des Schuljahres Disziplinprobleme vor, die sicherlich durch das Pubertätsalter ein Stück weit zu begründen sind. Zumeist sind einige der Jungs die Initialzündung für Unruhe, erwähnenswert hierbei sind S1 und S2, die nicht selten den Klassenverband vom Unterricht ablenken. Somit kommt es momentan durchaus vor, dass der Unterricht für kurze Zeit unterbrochen werden muss, um die Schülerinnen und Schüler an eine angemessene Unterrichtshaltung zu erinnern. In der Regel können Unterrichtsstörungen jedoch durch verschiedene pädagogische Maßnahmen behoben werden, manchmal jedoch sind Disziplinarmaßnahmen in Form einer Zusatzaufgabe notwendig. Ein weiterer Grund hierfür könnte auch S3 sein, der zu Beginn des Schuljahres neu in die Klasse kam und diese sehr aufgemischt hat. Dieser ist kürzlich vom Unterricht ausgeschlossen worden und im Zuge dessen zu seinem Vater gezogen (bisher lebte er bei seiner Mutter in Baden-Baden). Insgesamt erlebe ich die Klasse als äußerst lebhaft und nett. Besonders positiv erscheint mir das Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler untereinander. SchülerInnen, die mir weniger integriert erscheinen, sind S4, S5 und S6. .
Alle Klassenzimmer des Schulgebäudes haben ihre Fensterfront auf der Südseite. Vorteilhaft ist dies in Bezug auf das helle Tageslicht im Raum. Nachteile zeigen sich in der Notwendigkeit, das Klassenzimmer abzudunkeln, wenn man mit dem Overheadprojektor arbeitet. Außerdem erachte ich das Klassenzimmer für sehr klein.
1.2 Lernvoraussetzungen
In diesem Schulhalbjahr wurden bereits schwerpunktmäßig die Themenbereiche „Diskussion“ und „Argumentation“ durchgenommen und in einer schriftlichen Leistungsbewertung abgeprüft. Momentan beschäftigen wir uns fächerübergreifend mit Johann Wolfgang Goethes Ballade „Der Zauberlehrling“. In den drei vorangegangenen Stunden wurde diese sowohl sprachlich als auch inhaltlich erschlossen. Ebenso wurde die Klasse in verschiedene Vortragstechniken eingewiesen. Hierauf liegt derzeit der Schwerpunkt dieser Unterrichtseinheit, weshalb in der vorangegangenen Stunde die wichtigsten Parameter für einen wirkungsvollen Vortrag erarbeitet und als Hausaufgabe bereits vorbereitet worden sind. Die heutige Unterrichtsstunde ist demnach die 4. Stunde dieser „Zauberlehrling-Einheit“ im
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Fach Deutsch und soll inhaltlich die Gefühle der Hauptfigur ins Zentrum stellen, die wiederum im Vortrag Anwendung finden sollen - eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe für die SchülerInnen. Im weiteren Verlauf der Einheit wird die Vortragsgestaltung gezielt für eine Leistungsbewertung geübt sowie die Merkmale einer Ballade im Allgemeinen erarbeitet. Im Sinne des produktionsorientierten Ansatzes wird die Ballade in Jugendsprache umgeschrieben und im Fach Musik als moderner Rap reproduziert.
2. Sachanalyse
2.1 Die Ballade
Das Geburtsjahr der Kunstballade ist das Jahr 1773, in dem Gottfried August Bürger ein Erzählgedicht mit dem Titel „Leonore“ veröffentlichte. Dieser wurde für viele Autoren seiner Zeit zum großen Vorbild. Balladen haben oftmals einen spektakulären Inhalt, der von einem außergewöhnlichen oder dramatischen Ereignis erzählt. Man unterscheidet unterschiedliche Formen: die naturmagische Ballade, die Heldenballade oder die Ideenballade. Balladendichter bedienen sich verschiedener Quellen wie zum Beispiel Sagen aus alter Zeit, der Geschichtsschreibung, Mythen und biblische Erzählungen oder auch aktuelle Ereignisse. Das Besondere an einer Ballade ist die Vereinigung der drei literarischen Gattungen. So enthält sie im Regelfall Elemente aus der Epik, der Lyrik und dem Drama.
„Die Ballade erzählt wie in epischen Texten eine zusammenhängende Geschichte über eine interessante
Begebenheit. Ähnlich wie im Drama kommen dabei Figuren in direkter Rede zu Wort und vermitteln dem Hörer
oder Leser den Eindruck, hautnah dabei zu sein. Wie ein Gedicht ist die Ballade in Verse und Strophen gefasst
und enthält meistens auch Reime.“ 1
Aufgrund der Dichte einer Ballade ist die Erzählform gerafft, somit setzt die Handlung ganz unvermittelt ein. Spannung wird schrittweise erzeugt, unwichtige Einzelheiten werden ausgespart. Oftmals kommt das Ende überraschend.
1 Klippert: Schülerheft. Balladen 7/8. Klett Lernen und Wissen GmbH. Stuttgart, 2007. S.22
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Balladen gelten als äußerst fesselnde und gefühlsbetonte Textsorten, bei denen Gedanken, Gefühle und Stimmungen der Helden sehr lebendig dargestellt werden, beispielsweise durch den Gebrauch der wörtlichen Rede. Als größte Balladendichter des 18. Jahrhunderts gelten Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller. 2
2.2 Johann Wolfgang Goethe: Der Zauberlehrling
Die Ballade "Der Zauberlehrling" wurde von Johann Wolfgang Goethe im Jahr 1797 verfasst.
Inhalt
In der Ballade „Der Zauberlehrling“ geht es um einen jungen Zauberer, der von seinem Hexenmeister vorübergehend allein gelassen wird und ihm in seiner Zauberkunst nacheifert. Er möchte sich körperliche Arbeit ersparen, indem er wie sein Meister einen Besen zu einem Geist verwandelt, der für ihn Wasser aus einem nahegelegenen Fluss schöpft, um ein Bad damit zu füllen. Schon bald wird dem Zauberlehrling bewusst, dass er den Zauberspruch, der den Geist zu einem stummen Besen zurück verwandelt, vergessen hat. Somit nimmt die Katastrophe ihren Lauf und das gesamte Haus füllt sich fortwährend mit Wasser. Aus einer großen Verzweiflung heraus teilt der Lehrling den verzauberten Besen mit einer Axt entzwei und glaubt ihn besiegt zu haben. Doch aus diesem einen Besen werden daraufhin zwei, die gemeinsam Wasser schöpfen. Notgedrungen ruft der Zauberlehrling verzweifelt nach seinem Meister, der kurz darauf die Situation mit einem Gegenzauber bereinigt. Entwicklung der Gefühlslage des Zauberlehrlings
In den Strophen 1 und 2 zeigt sich der Zauberlehrling erfreut über seine Situation alleine zaubern zu können. Entschlossen setzt er in den Strophen 3 und 4 einen Zauber, den er vom Zaubermeister übernimmt, in die Tat um. Selbstbewusst, ja beinahe selbstherrlich, delegiert er den verzauberten Besen für eigene Zwecke. Positiv überrascht und stolz stellt er in Strophe 5 fest, dass der verzauberte Besen eifrig seine Aufgabe erfüllt. Doch bereits in den Strophen 6 und 7 stellt der Lehrling beunruhigt fest, dass ihm ein Gegenzauber fehlt. Bestürzt versucht er in Strophe 8 den Besen zu fangen. In Strophe 9 ist bereits panische Verzweiflung zu spüren, was sich in der Wortwahl des Lehrlings äußert (O, du Ausgeburt der Hölle). In seiner Hilflosigkeit wendet er in den Strophen 10 und 11 Gewalt gegen den Besen an und fühlt sich aufgrund seines Siegesglaubens erleichtert. Bereits in Strophe 12 wird dem Lehrling bewusst, dass er noch größeren Schaden angerichtet hat und bittet daraufhin demütig und flehentlich die hohen Mächte zu Hilfe. Doch erst als er sich seine Schuld eingesteht und energisch den großen Meister in Strophe 13 ruft, wird ihm geholfen.
2 Vgl. ebd.
Arbeit zitieren:
Romy Stegen, 2011, Die Gefühlslage des Zauberlehrlings in der gleichnamigen Ballade interpretieren und eine Vortragspartitur erstellen, München, GRIN Verlag GmbH
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