1 Einleitung. 1
2 Begriffsdefinitionen und Abgrenzung 2
2.1 Definition wichtiger Begriffe. 2
2.2 Abgrenzung des Untersuchungsbereiches. 3
3 Strategieentwicklung für junge Biotechnologieunternehmen und identifizierte
Erfolgsfaktoren 5
3.1 Die Entwicklung von Unternehmensstrategien. 5
3.1.1 Zieldefinition. 5
3.1.2 Umweltanalyse 6
3.1.3 Unternehmensanalyse 8
3.1.4 Strategiebildung und Strategiewahl. 9
3.1.5 Strategieimplementierung 16
3.2. Erfolgsfaktoren für die Biotechnologiebranche 16
3.2.1 Personal. 16
3.2.2 Akzeptanzproblematik. 17
3.2.3 Internationalisierung. 18
3.2.4 Kooperationen und Akquisitionen. 19
4 Handlungsempfehlungen und Ausblick 20
5 Zusammenfassung und weiterer Forschungsbedarf 21
I
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abbildung 1: Abgrenzung von precommercial und commercial Phase am Beispiel des Medikamentenentwicklungs- und Zulassungsprozesses................................... 4
Abbildung 2: Elemente der Branchenstrukturanalyse nach Porter......................................... 8
Abbildung 3: Systematisierungsansatz für Strategien im Unternehmen................................ 10
Tabelle 1: Mögliche Wachstumsrichtungen nach Ansoff...................................................... 10
Tabelle 2: Unterschiede der verschiedenen Strategietypen.................................................... 12
Abkürzungsverzeichnis
BTU Biotechnologieunternehmen EF Erfolgsfaktor PK Pharmakonzern SARS schweres akutes respiratorisches Syndrom VC Venture Capital
II
1 Einleitung
Die Biotechnologie hat in unserer heutigen Gesellschaft eine sehr große Bedeutung, auch wenn das die allgemeine Akzeptanz nicht unbedingt vermuten lässt. So wäre sie z.B. aus dem Bereich der Pharmazie nicht mehr wegzudenken. Da sie die Forschung im Vergleich zum konventionellen Entwicklungsprozess stark beschleunigt, sorgt sie dafür, dass die Produktpipelines der großen Pharmakonzerne nicht leer und diese somit konkurrenzfähig bleiben. 1 Im Zeitalter der Globalisierung können sich auch Krankheiten extrem schnell ausbreiten. Aktuelles Beispiel ist das schwere akute respiratorische Syndrom (SARS). 2 Folglich muss auch die Pharmabranche schneller reagieren, was ihr, dank der Unterstützung durch die Biotechnologie, besser gelingt. Seit kurzem befindet sich die Biotechnologie jedoch in einer Konsolidierungsphase und erstmalig schrumpfen die Mitarbeiter- sowie Firmenzahlen. 3 Um nicht selbst zu den Verlierern dieser Konsolidierungsphase zu gehören, ist eine erfolgreiche Markteinführung des eigenen Produktes notwendig. Da das kein automatischer Prozess ist, ist eine fundierte Strategiebildung unter Berücksichtung der relevanten Erfolgsfaktoren notwendig. Genau hier setzt diese Arbeit an. Nach einer Definition von wichtigen Begriffen und einer Abgrenzung des Themas, erläutert sie mögliche Strategien, der allgemeinen Managementliteratur und stellt eine mögliche Übertragbarkeit auf die Biotechnologiebranche dar. Im Anschluss werden relevante Erfolgsfaktoren für diese betrachtet. Darauf folgen Handlungsempfehlungen und ein kurzer Ausblick auf mögliche Entwicklungsrichtungen. Abgerundet wird die Arbeit durch Empfehlungen zur weiteren Forschung.
1 Vgl. Frerker et al. 2002, S.1 ebenso Kleemann 2002, S.506
2 Vgl. Kutter 2003a, S.88f
3 Vgl Knop 2003 ebenso Crolly 2003
1
2
2 Begriffsdefinitionen und Abgrenzung
2.1 Definition wichtiger Begriffe
Um für den Leser ein einheitliches Verständnis der verwendeten Begriffe zu gewährleisten, ist es zunächst notwendig einige wesentliche Begriffsdefinitionen vorzunehmen. Wenn davon gesprochen wird, dass der Prozess von der Invention zur Innovation beschrieben werden soll, so ist es wichtig, den Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen herauszuarbeiten. Roberts (1987, S.3) versteht unter dem Prozess der Invention alle Anstrengungen, die darauf ausgerichtet sind neue Ideen zu generieren und diese auch umzusetzen. Den Begriff Innovation zu definieren ist schon schwieriger, denn es ist bisher noch nicht gelungen eine einheitliche und allgemeingültige Definition zu finden. 1 Dennoch lassen sich Gemeinsamkeiten bei den verschiedenen definitorischen Ansätzen diverser Autoren feststellen. Ihnen ist gemeinsam, dass eine Innovation das Ergebnis qualitativ neuartiger Produkte oder Verfahren ist, die sich im Vergleich zum vorangegangenen Zustand merklich unterscheiden. Weiterhin muss dieses Ergebnis noch genutzt oder vermarktet werden. In dieser Nutzung bzw. Vermarktung liegt somit auch der Unterschied zwischen einer reinen Invention und einer Innovation. 2 Vereinfacht bedeutet dies also, dass eine Innovation sich aus einer Invention und deren Einführung im Anwendungsbereich zusammensetzt.
Der Innovationsprozess im Biotechnologiesektor ist vor allem durch eine enorme Komplexität und Kapitalintensität, eine enge Verbindung von Grundlagen- und Anwendungswissen, einer starken Multidisziplinarität biotechnologischer Forschung und Entwicklung sowie ein hohes Risiko des Scheiterns gekennzeichnet. 3
Ein weiterer Begriff, der in der Literatur wesentlich eindeutiger definiert wird, ist der der Strategie. Der Ursprung dieses Wortes liegt im Griechischen (strategós = Heerführer) und wurde erstmals aus dem Militärwesen in die Wirtschaftswissenschaften von John von Neumann und Oskar Morgenstern übernommen. Im Jahre 1965 formulierte Ansoff in seinem Buch „Corporate Strategy“ die heute gebräuchliche Definition. Demnach sind Strategien
1 Vgl. Pleschak/ Sabisch 1996, S.1
2 Vgl. Hauschildt 1997, S.6
3 Vgl. Buse 2002, S.148
2
Begriffsdefinitionen und Abgrenzung
Maßnahmen zur Sicherung des langfristigen Erfolges eines Unternehmens. 4 Zum Prozess der Strategiebildung sei auf Kapitel 3 verwiesen.
Zuletzt soll noch der Begriff „Erfolgsfaktor“ (EF) erläutert werden. Im Allgemeinen wird unter einem „strategischem Erfolgfaktor .. eine Variable, die einen maßgeblichen Einfluss auf den langfristigen Erfolg ausübt [verstanden; CG]. Neben einigen generellen Erfolgsfaktoren, die in allen Märkten gelten, gibt es in jedem Branchenmarkt in der Regel wenige, sogenannte marktspezifische Erfolgsfaktoren“. 5 Zur Erläuterung von besonders in der Biotechnologiebranche relevanten EFs sei ebenfalls auf Kapitel 3 verwiesen.
2.2 Abgrenzung des Untersuchungsbereiches
Wie bereits im Abschnitt 2.1 herausgearbeitet wurde, besteht der Innovationsprozess aus dem Inventionsprozess und der Einführung des Ergebnisses in seinen vorgesehenen Anwendungsbereich. Für diese Arbeit ist ausschließlich der zweite Teil, also die Einführung der Invention in ihren Anwendungsbereich, von Interesse. Wolf et al. (2000, S.5) schlagen vor, die Produkteinführung in eine precommercial phase und commercial phase zu untergliedern. Wird dieser Ansatz auf den Bereich der Biotechnologie, hier am Beispiel des Medikamentenentwicklungs- und Zulassungsprozesses, übertragen, so lassen sich die beiden Teilprozesse wie in Abbildung 1 dargestellt voneinander abgrenzen. Im Folgenden wird nur die commercial phase betrachtet. Es wird also davon ausgegangen, dass das Produkt bereits von den zuständigen Behörden zugelassen ist und somit auf den Markt gebracht werden kann. Die Beschaffungs- und Produktionsseite im betrieblichen Wertschöpfungsprozess wird ebenfalls außen vor gelassen. Im Fokus steht die Absatzseite mit dem Absatzmarkt. Eine letzte Abgrenzung wird bez. des Anwendungsbereiches der Biotechnologie gemacht. So soll fast ausschließlich der rote 6 betrachtet werden. Diese Einschränkung wird gemacht, weil der roten Biotechnologie derzeit die wichtigste Rolle zukommt, was u.a. an der Anzahl der
4 Vgl. Bea/ Haas 1995, S.46
5 Grünig/ Kühn 2000, S.158
6 Zur Definition der verschiedenen „farblichen“ Bereiche sei auf Ernst & Young (2002, S.22f) verwiesen.
3
Begriffsdefinitionen und Abgrenzung
Abbildung 1: Abgrenzung von precommercial und commercial Phase am Beispiel des Medikamentenentwicklungs- und Zulassungsprozesses (Quelle: Eigene Darstellung nach Ernst&Young 2000, S.46 und Wolf et al. 2000, S.5)
Unternehmen und Mitarbeiter, dem Umsatzpotential und dem Zufluss der finanziellen Mittel gemessen werden kann. Im Vergleich entwickelt sich die grüne Biotechnologie nur sehr langsam und der graue Bereich ist aufgrund des geringen Umsatzpotentials relativ schwach ausgeprägt. 7
7 Vgl. Heidenreich et al. 2002, S.31
4
Arbeit zitieren:
Christian Graper, 2003, Von der Invention zur Innovation - relevante Vorgehensschritte bei der Strategiebildung und Erfolgsfaktoren für die Markteinführung von Inventionen unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten im Biotechnologiesektor, München, GRIN Verlag GmbH
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