kühlen die Sommer. Allerdings können auch polare Luftmassen während des ganzen Jahres nach Süddeutschland vordringen und das Wettergeschehen beeinflussen“ (Kullen S.74).
Die östlichen Regionen Baden-Württembergs stehen allerdings unter größerem kontinentalen Einfluss.
Des Weiteren wird das Klima in diesem Gebiet von dem Breitengrad beeinflusst, die sich zwischen dem 47° und dem 50° nördlicher Breite befindet und damit den gemäßigten Breiten zuzuordnen ist. Als dritte Einflussgröße ist das Relief zu nennen. Zum einen sind in höheren Lagen niedrigere Jahresdurchschnittstemperaturen die Regel, zum anderen sorgen sie als Regenfänger für deutlich höhere Niederschlagswerte. Der Reliefunterschied macht die größten klimatischen Unterschiede einzelner Regionen in dem nur 35.752 km² umfassenden Bundesland aus. Am deutlichsten macht dies der Unterschied des Jahrestemperaturdurchschnitts des wärmsten Orts Heidelberg mit 10,7°C (112 m ü. NN) und des kältesten, dem Feldberg mit 3,2°C (1486m ü. NN). „Die Temperaturverhältnisse stehen in engem Zusammenhang mit dem Relief und der Höhenlage der verschiedenen Gegenden“ (Borcherdt 1991 S. 90). Je höher ein Ort gelegen ist, desto kälter ist es. Das liegt daran, dass mit zunehmender Höhe der Luftdruck und als Folge auch die Temperatur sinkt.
Das ist ein nur sehr grober Einblick in das Klima Baden-Württembergs, in den nun folgenden Zeilen wird auf das Klima der einzelnen Regionen innerhalb Baden-Württemberg eingegangen, die man in drei Gebiete eingliedern kann. Ein trockenwarmes wärmebegünstigtes Gebiet, ein aufgrund der Höhenlage feuchtkühles Ungunstgebiet sowie ein drittes Gebiet, das klimatisch zwischen den beiden einzugliedern ist, ein Intermediäres Gebiet. Die wichtigsten zu prüfenden Klimaelemente sind die Lufttemperaturen sowie die Niederschläge.
Zwischen den klimatisch unterschiedlichen Regionen kann man teilweise sehr eindeutige Grenzen ziehen, teilweise fällt es allerdings sehr schwer, bei allmählichen Übergangen klare Grenzen zu ziehen. Deshalb ist es von großer Wichtigkeit, das Augenmerk auf das Verstehen der Unterteilung zu richten und nicht auf die subjektive Grenzziehung unterschiedlicher klimatischer Räume.
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3. Die klimabegünstigten Gebiete Baden- Württembergs
(Oberrheinische Tiefebene, mittlerer Neckarraum, Bodenseegebiet
und Kraichgau)
Zuerst einmal muss definiert werden, was überhaupt unter Klimagunst zu verstehen ist. In diesem Fall hängt der Begriff eng damit zusammen, in welchem Maße die Vegetation bedingt durch den Einflussfaktor Klima gedeihen kann. Jahresdurchschnittstemperaturen um die 10°C sind dafür hilfreich. Da die Regenmengen nirgendwo in Baden-Württemberg unter 400mm im Jahr sinken, hat die Vegetation selbst in vergleichsweise trockenen Gebieten nicht unter Feuchtigkeitsmangel zu leiden.
Die am meisten vom Klima begünstige Region Baden-Württembergs und sogar der ganzen Bundesrepublik ist das Oberrheinische Tiefland. „Der Oberrheingraben ist eine 300 km lange und etwa 30 bis 40 km breite tektonisch angelegte Senke, die zwischen den benachbarten Randgebieten abgesunken ist und aus recht unterschiedlichen Teilräumen besteht.“ (Borcherdt 1991 S.101) Hier beträgt die mittlere Jahrestemperatur über 9°C, im Juli liegt die Durchschnittstemperatur zwischen 18 - 20°C, hinzu kommen jährlich weniger als 80 Tage mit Temperaturwerten unter dem Gefrierpunkt. Mehr als 170 Tage im Jahr in denen die Durchschnittstemperatur über 10 °C liegt, begünstigen den Weinanbau in dieser Region. Die Klimamittelwerte variieren im Nord-Süd-Verlauf nur wenig. Das kann man anhand der Neutralisation der Auswirkung des Reliefs und des Breitengrades begründen. Heidelberg, das rund 180 km nördlicher, aber ca. 150m niedriger liegt als Freiburg, hat fast identische Jahresdurchschnittstemperaturen wie die Stadt im Breisgau.
(Quelle: http://www.klimadiagramme.de/Bawue/bawue.html )
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Interessanter ist der Unterschied der Niederschläge zwischen dem Osten und Westen des Rheingrabens. Die südwest- bis nordwestexponierten Abdachungen der Gebirge stellen sich den einströmenden Luftmassen entgegen, zwingen diese zum Aufsteigen und damit zur Abkühlung und zum Abregnen“ (Borcherdt 1991 S. 95). Die vorwiegende Westwindrichtung bringt Regenwolken vom Atlantik mit sich. Der westliche Rheingraben liegt auf der Leeseite der Vogesen bzw. des Pfälzer Waldes und liegt somit in dessen Regen - bzw. Windschatten. Im Osten des Rheingrabens ist genau das Gegenteil der Fall, hier befindet sich die Luvseite des Schwarzwaldes bzw. Odenwaldes und in diesem Zusammenhang kommt es zu deutlich höheren Niederschlägen. Der Steigungsregen hat zur Folge, dass die Jahresniederschlagswerte von Breisach (605mm pro Jahr) und Freiburg (926mm) einen so großen Unterschied aufzeigen. Im Rheingraben setzt die Apfelblüte 40 Tage früher ein als beispielsweise im Schwarzwald. Ein Indiz dafür, dass der Frühling entlang des Rheins deutlich früher einsetzt als in anderen Teilen Baden-Württembergs. In dem Gebiet des Oberrheingrabens wurde vom deutschen Wetterdienst sogar der Rekordhöchstwert Deutschlands mit 40,2 °C am 13.08.2003 in Freiburg sowie Karlsruhe gemessen.
„Am Bodensee beginnt dagegen der Frühling erst zwei bis drei Wochen später.“ (Borcherdt 1991 S.93) Dies liegt an dem Einfluss des größten deutschen Sees. Die Wassermassen des Bodensees kühlen in den Wintermonaten ab und sind zu Beginn des Frühlings kälter als die Luft. Erst langsam erwärmt sich der See im Frühling und verzögert durch die abgegebene Kälte des Sees den Start der Obstbaumblüte. Durch diesen maritim wirkenden Einfluss tritt im Herbst genau das
Gegenteil ein, der aufgeheizte See gibt die gespeicherte Wärme ab und beschert dieser Region somit einen lang anhaltenden milden Herbst. In dieser Region liegt das Jahresmittel der Temperatur bei 8°C. Im östlichen Bodenseegebiet, Alpennähe liegt, kommt zudem noch der Einfluss des Föhns mit den warmen und trockenen Luftmassen zum Tragen. Somit fallen auch die Niederschläge umso höher aus,
je näher sich der Bodensee den Alpen nähert. (Quelle: http://www.klimadiagramme.de/Bawue/bawue.html)
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Arbeit zitieren:
Micha Gerken, 2008, Das Klima in Baden-Wüttemberg, München, GRIN Verlag GmbH
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