1. Einleitung 3
2. Die Kampagnen der Union und der SPD 5
3. Merkel im Wahlkampf 8
3.1 Privatleben 8
3.2 Aussehen 10
3.3 Selbstdarstellung 11
4. Hindernisse für Merkel 13
5. Fazit 14
6. Literaturverzeichnis 16
2
1. Einleitung
Nachdem die Bundestagswahl unter Bundeskanzler Gerhard Schröder im Jahr 2005 vorgezogen wurde, nominierten die Unionsparteien am 30. Mai 2005 Unionfraktionsvorsitzende und CDU-Vorsitzende Dr. Angela Merkel als Kanzlerkandidatin. Knapp fünf Monate später, am 15. November 2005 wurde Merkel vom Parlament als erste Frau in Deutschland zur Bundeskanzlerin gewählt.
Die Kandidatur der evangelischen ostdeutschen Frau war anfangs innerparteilich umstritten. Schließlich gilt die Union nach wie vor als katholisch, männlich dominiert und westdeutsch:
„Die Frau, die zur Macht griff, irritierte mächtig. Sie entspricht nach Meinung vieler nicht den Erwartungen, die an eine Frau gestellt werden - und wird trotzdem in erster Linie unter dem Gesichtspunkt ’Frau’ betrachtet und bewertet“. 1 Merkels Weg ins Kanzleramt war lang und hart: „An die Spitze zu kommen ist schwieriger als dort zu bleiben.“ 2 Frauen in der Politik müssen sich im Dreiergeflecht von politischem System, Medien und Wählerschaft etablieren. Politik und Medien sind ein männliches Gewerbe:
„Die lange Dominanz von Männern hat Strukturen und Prozesse geprägt, an die sich Frauen im Interesse des eigenen Fortkommens anzupassen haben, solange sie nicht auf Positionen ange- 3 kommen sind, die es ihnen erlauben, etwas zu verändern“. Im Gegensatz zu ihrem Kontrahenten entschied sich Merkel klar für einen Themenwahlkampf. Politikerinnen gelten generell als sachorientierter und am Inhalt interessierter als ihre männlichen
1 Christine Holtz-Bacha: „Frauen, Politik und Medien“, Wiesbaden, 2008, Seite 83
2 Holtz-Bacha, Wiesbaden, 2008, Seite 9 3 Holtz-Bacha, Wiesbaden, 2008, Seite 13
3
Kollegen. 4 Frauen haben Leistungswillen, der sich vom Machtwillen der ihrer männlichen Kollegen unterscheidet:
„Leistungsbereitschaft, das heißt, seine Sache innerhalb einer gestellten Aufgabe gut zu machen. Sie zielt auf Anerkennung. […] Machtwille ist der Wille, zu gestalten und […] Ziele zu 5 erreichen, […]“
Schröder führte wie schon 2002 einen stark personalisierten Wahlkampf. Auch 2005 war er erheblich populärer als seine Partei. Schröder vermied einen zugespitzten Kandidatenwahlkampf, da nicht abzusehen war, ob sich daraus ein Kampf der Geschlechter entwickeln würde.
Zwar bekam die Union am 18. September 2005 nur 35,2 Prozent der Wählerstimmen und erreichte damit nicht die anvisierte Schwarz-Gelbe Mehrheit mit der FDP. Doch Merkels Gegner Schröder und seine Partei SPD schnitten mit 34,2 Prozent minimal schlechter ab. 6 So wurde aus „Kohls Mädchen“ die erste deutsche Bundeskanzlerin.
In meiner Arbeit möchte ich darlegen, welche Vorgehensweisen und Darstellungen Angela Merkel zu ihrem politischen Erfolg bei der Bundestagswahl 2005 verholfen haben. Ich konzentriere mich dabei auf ihre Kampagnen, Privatleben, Aussehen und ihre Selbstdarstellung. Auch die Hindernisse, die ihr im Weg standen, sollen dargestellt werden. Welche Rolle ihr Frausein hatte, soll ebenfalls besprochen werden.
Literaturquellen dieser Arbeit sind vor allem Christine Holtz-Bacha: „Frauen, Politik und Medien“, Janis Eitner: „Macht Macht männlich?“, Petra Pfannes: „‘Powerfrau‘, ‘Quotenfrau‘, ‚Ausnahmefrau‘ …?“ und Yvonne-Rebecca Ingler-Detken: „Doing Gender auf der politischen Bühne Europas“.
4 Yvonne Rebecca Ingler-Detken: „Doing Gender auf der politischen Bühne Europas“, Wiesbaden, 2008, Seite 147
5 FAZ: „Die Frau an der Macht: Vom Mädchen zur Mutti“, 26. Juli 2009, Seite 3
6 http://stat.tagesschau.de/wahlarchiv/wid246/index.shtml , letzter Zugriff: 23. Juli 2009
4
2. Kampagnen der Union und der SPD
Vor der Wahl bilden sich die WählerInnen anhand von drei Fak-toren eine Wahl-entscheidende Meinung: Parteienidentifikation, Themenpräferenzen im Wahlkampf und Kandidatenorientierung. 7 Angela Merkel vereinte all diese Aspekte so, dass zum einen Stammwähler von der ostdeutschen evangelischen Frau nicht abgeschreckt wurden. Zum anderen sprachen die Themen der Kandidatin nicht nur Frauen an und sie schaffte es außerdem, sich als einzigartige Kandidatin und Persönlichkeit in diesem Wahlkampf darzustellen.
Die Leitkampagne der Unionspartei stand unter dem Motto „Deutschlands Chancen nutzen. Wachstum. Arbeit. Sicherheit“. CDU und CSU wollten als Oppositionsparteien das Wählervertrauen durch Offenheit gewinnen und sprachen auch unpopuläre Themen wie die mögliche Mehrwertssteuererhebung an. Die Union verfolgte einen wirtschaftsfreundlichen Kurs, den dringenden Reformbedarf begründeten sie mit der schlechten Wirtschaftslage. Stammwähler wurden durch altbekannte Ziele wie „Wohlstand sichern“, „Ehe und Familie stärken“ und „Sicherheit gegen innere und äußere Gefahren“ angesprochen. 8
Ihr Slogan „Sozial ist, was Arbeit schafft“ war streng sachlich und Union sowie auch Kanzlerkandidatin verfolgten einen Themenwahlkampf:
„Da sich die Kanzlerkandidatin selbst einen Themenwahlkampf vorgenommen hatte, kamen eine Personalisierung der Kampagne und erst recht eine Privatisierung kaum in Frage, […]“ 9
Die Themen Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit hatten keinerlei Geschlechtsbezug und wurden in der Presse und von
7 Janis Eitner: „Macht Macht männlich?“, Marburg, 2007, Seite 59
8 Holtz-Bacha, Wiesbaden, 2008, Seite 250ff
9 Holtz- Bacha, Wiesbaden, 2008, Seite 251
5
Arbeit zitieren:
Pola Sarah, 2009, Erfolgsfaktoren von Angela Merkel, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands: neuer Titel erschienen: Erfolgsfaktoren von Angela Merkel
Pola Sarah hat einen neuen Text hochgeladen
Webster's Guide to World Governments: Germany, Featuring President Chr...
Ben Marley, Robert Dobbie
"Kann die das?" Angela Merkels Kampf um die Macht
Geschlechterbilder und Geschle...
Sylka Scholz
Der Osten im Westen - oder: Wie viel DDR steckt in Angela Merkel, Matt...
Versuch einer Kollektivbiograp...
Michael Lühmann
0 Kommentare