Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Definition 4
3. Entstehung von Gottesbildern 4
3.1 Geschlechtsspezifische Gottesbilder 5
3.2 Der Einfluss von Eltern und Erziehern auf das kindliche Gottesbild 6
3.3 Dunkle oder gefährliche Gottesbilder 6
4. Der Wandel der Gottesvorstellung 8
4.1 Gottesvorstellungen in der Kindheit 9
4.2 Gottesvorstellungen im Jugendalter 9
5. Arten der Vermittlung von Gottesbildern 10
5.1 Didaktische Konsequenzen 12
6. Zusammenfassung / Fazit 14
7. Literaturverzeichnis 15
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1. Einleitung
Wer ist für uns eigentlich ,,Gott"? Wie stellen wir uns ihn oder sie eigentlich vor? Egal, aus welchen sozialen Verhältnissen jemand kommt und ob er oder sie eine religiöse Erziehung genossen hat, irgendein Bild wer oder was ,,Gott" sein könnte, hat jeder. Aber selbst unter jenen Menschen, die einen gemeinsamen Glauben teilen, gibt es Unterschiede. Zu allem, was wir mit einem Namen benennen, möchten wir ein Bild vor Augen haben. Ein mehr oder weniger konkretes Bild, das zu einem nicht unwesentlichen Teil davon abhängt, wie es uns unsere Eltern während unserer Kindheit im Rahmen der Erziehung vermittelt haben.
Es ist für Religionslehrerinnen und Religionslehrer daher sehr wichtig zu wissen, wie Kinder über Gott denken und welche Vorstellungen sie von ihm haben. Denn erst wenn dies bekannt ist, können wir unseren Schülerinnen und Schülern die christliche Botschaft vermitteln.
In meiner Hausarbeit zum Thema „Wie entstehen Gottesbilder bei Kindern und Jugendlichen?“ möchte ich zunächst auf die allgemeine Bildung eines Gottesbildes eingehen. Es sollen Geschlechtsspezifische Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen, sowie der mögliche Einfluss der Eltern oder Erzieher bei der Bildung eines Gottesbildes überprüft werden. In einem anderen Kapitel meiner Arbeit werde ich auf den Wandel der Gottesvorstellungen eingehen und dabei die Bereiche Kindheit und Jugend voneinander abgrenzen. Auch die Vermittlung von Gottesbildern und die daraus resultierenden didaktischen Konsequenzen für den Unterricht, werden am Ende der Arbeit berücksichtigt.
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2. Definition
Um von Gottesbildern sprechen zu können, ist es wichtig, vorab zu klären was unter dem Begriff Gottesbild überhaupt verstanden wird. Gottesbild beinhaltet nicht nur die Vorstellung vom Aussehen oder Handeln Gottes, sondern auch seine Beziehung zu den Menschen. Es besteht somit eine sehr enge Verbindung zwischen der Gottesbeziehung und der Gottesvorstellung. Durch die Vorstellung eines Menschen von Gott wird eine entsprechende Beziehung zu ihm sichtbar. Stellt sich ein Mensch Gott als liebevollen Vater vor, so wird die Haltung ihm gegenüber freundlich und freundschaftlich sein. Dem strengen Gott als Richter gegenüber nimmt der Menschen vermutlich eher eine ängstliche und unterwürfige Haltung ein. Umgekehrt kann man natürlich auch von dem Gottesbild auf die Gottesbeziehung folgern, denn persönliche Beziehungen zu Gott und daraus folgende Erfahrungen, führen zu einer stetigen Veränderung des eigenen Gottesbildes. 1
3. Entstehung von Gottesbildern
Würde man Menschen fragen, wie sie sich Gott vorstellen, so würde man viele verschiedene Antworten erhalten. Aber keine dieser Vorstellungen wäre besser oder schlechter als eine andere. Aber wie kommt es überhaupt, dass die Menschen so unterschiedliche Vorstellungen von Gott haben? Es gibt zum Beispiel einen Zusammenhang zwischen der Gottesvorstellung und den Eltern. Jedoch werden die Eigenschaften, die Kinder bei Ihren Eltern erleben nicht direkt auf Gott übertragen, denn Gott ist nicht einfach wie der Vater oder die Mutter. 2 Ein weiterer Einfluss auf das Gottesbild sind die Erfahrungen mit biblischen Texten. Die meisten in der Bibel überlieferten und in unserer Liturgie gebräuchlichen Gottesbezeichnungen sind männlich. Die Vorstellung von Kindern orientiert sich an ihrer Umwelt und an den
1 Kasper, Walter (1995), S. 886 f
2 Klein, Stephanie (2000), S. 44
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Medien. Dabei wird ein Gottesbild entwickelt und ständig erweitert. Demzufolge ähnelt Gott oftmals Personen, die den Kindern bekannt sind. Doch natürlich wissen Kinder, dass Gott nicht sichtbar ist und ihre Vorstellungen somit auch nicht zutreffen können. Aber er muss in ihrer Vorstellung Gestalt annehmen, damit sie ihn in ihr Bild von der Welt und in ihr Leben aufzunehmen vermögen. 3
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass für die Entstehung von Gottesbildern bei Kindern nach Fritz Oser ein Zusammenspiel von drei Ebenen von Bedeutung ist. In der Realitätsebene werden zunächst Erfahrungen gemacht und die Sinnebene sucht anschließend nach dem Sinn der entsprechenden Erfahrung. Die dritte Ebene, die religiös-glaubensmäßige, interpretiert die Erfahrungen religiös und bezieht sie auf Gott. Das Zusammenwirken dieser drei Ebenen ist eine Grundvoraussetzung, damit bei einem Kind ein Gottesbild entstehen kann. 4
3.1 Geschlechtsspezifische Gottesbilder
Jungen und Mädchen durchlaufen eine unterschiedliche religiöse Sozialisation und entwickeln unterschiedliche Gottesbilder. Das Gottesbild der Jungen ist stets männlich geprägt. Es ist zu beobachten, dass sie Gott als mächtig und fern beschreiben, wobei ihnen ein weiblicher Gott eher Angst macht. Für Jungen sind vor allem die Allmacht Gottes wichtig, sowie seine Hilfe und sein Schutz. Für Mädchen sind eher die Stichworte Kunst, Musik und Tanz mit Gott verbunden. Der Gott in der Vorstellung von Mädchen ist eher emotional mit ihnen verbunden, wobei auch bei ihnen das Gottesbild männlich ist. Nach Renate Hofmann 5 betonen Mädchen beim Gottesbild die persönliche Beziehung zu Gott und seine Nähe. Kinder übernehmen Vorstellungen, Bilder und Geschichten denen sie täglich begegnen, in ihr Gottesbild. Die Erfahrungen des Kindes werden beeinflusst von religiösen Traditionen und dessen innewohnenden Gottesbildern. Auch neuere Untersuchungen bestätigen, dass Kinder fast immer einen männlichen Gott zeichnen oder beschreiben. Nur ganz
3 Küsell, Martin (2002), S. 56
4 Oser, Fritz (1992), S. 35 f.
5 Hofmann, Renate (2003), S. 74.
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Arbeit zitieren:
Jana Speh, 2010, Wie entstehen Gottesbilder bei Kindern und Jugendlichen?, München, GRIN Verlag GmbH
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